[VLN / 24h] Team Derscheid Motorsport

Informationen und Hintergründe.
Uwe Meuren
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[VLN / 24h] Team Derscheid Motorsport

Beitrag von Uwe Meuren » Mi 16.Apr, 2008 14:20

Saisonstart in Runde zwei beendet

Nürburgring/Würzburg: Bestens vorbereitet ging Derscheid Motorsport ins erste Rennen der Saison 2008 der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft. Teamchef Rolf Derscheid stellte förmlich in letzter Sekunde den bekannten BMW 318i in der Klasse V2 auf die erste Startposition. Die Freude darüber währte im Rennen extrem kurz.

Der Saisonstart war ein Rennen der Aus- und Unfälle, selbst routinierte Teams und Fahrer erwischte es beim ersten Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2008. Leider häufig auch unverschuldet – wie es Michael Flehmer vom Team Derscheid Motorsport passierte.
Schon das Training zeigte, dass am 12. April mit einem schweren Rennen zu rechnen sein würde. Zahlreiche Unfälle verursachten immer wieder gelbe Phasen, so dass die Trainingszeiten nicht optimal ausfielen. Auch Rolf Derscheid und Michael Flehmer kämpften mit diesen Unwegsamkeiten und mussten, wie alle anderen auch, eine Trainingsunterbrechung von fast einer Stunde hinnehmen, nachdem es mehrere Unfälle und dazu jede Menge beschädigter Leitplanken gab. Als das Training dann erneut aufgenommen wurde, war es Rolf Derscheid, der mit einer Rundenzeit von 10:20 Minuten den BMW auf Rang 1 der Klasse V2 stellte. „Schon vorm Rennabbruch,“ so der erfahrene Pilot zwischen Training und Rennen, „gab es zahlreiche Unfälle mit viel Schmutz auf der Strecke. Michael hatte nie die Chance, eine schnelle Runde zu fahren. Überdies ist die Strecke nach dem Winter noch nicht eingefahren und bietet nur wenig Grip. Offensichtlich unterschätzen viele Fahrer diesen Aspekt und überschätzen sich gleichzeitig. Wir werden versuchen, unser Rennen zu fahren und uns aus allem rauszuhalten. Besonnenheit ist am Anfang der Saison das richtige Mittel, um weit nach vorne zu kommen.“

Großer Bruder vereitelt gutes Rennen
Mit einer Stunde Verspätung rollte die Startgruppe der V2-Autos hinter dem Pacecar über die Start-Ziel-Gerade, um sich auf die Besichtigungsrunde zu begeben. Den Start überließ Teamchef Derscheid seinem jungen Kollegen Michael Flehmer, der im Team größtes Ansehen genießt. „Michael ist ein erstklassiger Startfahrer. Er hält sich aus dem üblichen Getümmel raus, festigt seine Position während der ersten Runden und greift dann an. Eine Taktik, mit der wir immer gut gefahren sind,“ erklärte Rolf Derscheid nach dem Rennen. Doch kommt es häufig anders als geplant.
Michael Flehmer nach dem Rennen: „Ich habe mich in der ersten Runde aus allem rausgehalten, konnte meine Position festigen und langsam einen Puffer auf den Verfolger rausfahren. In der Anfahrt zum Streckenabschnitt Schwalbenschwanz sah ich die Lichter eines Z4 Coupé, der schnell unterwegs war. Ich fuhr weg von der Ideallinie, blinkte und ließ dem großen Bruder viel Platz zur Vorbeifahrt. Offensichtlich war er für diese Stelle viel zu schnell, denn er bremste und rutschte mir mit dem rechten Vorderrad in die linke Seite. Daraufhin drehte ich mich und schlug mit der linken vorderen Ecke unseres Autos in die Leitplanke ein.“ Während der Unfallverursacher sich aus dem Staub machte, humpelte Flehmer waidwund mit dem schnellsten Pizza-Dienstwagen zur Derscheid Box. Augenscheinlich ließ der Schaden eine Weiterfahrt zu, doch bei genauerer Diagnose stellte der Teamchef fest, dass „die Motoraufhängung gebrochen war. In der Kürze der Zeit konnten wir den Schaden nicht so beheben, dass eine gefahrlose Weiterfahrt möglich gewesen wäre. So haben wir nach zwei Runden und gut 30 Minuten Reparaturversuch unsere sieben Sachen gepackt.“ Auch wenn Unfälle im Rennen zu erwarten sind, hat Michael Flehmer für die Aktion kein Verständnis – selbst nicht nach einiger Zeit der Beruhigung: „Der Fahrer hat uns beide aus dem Rennen gekegelt, denn der Schaden am Z4 Coupé war zu groß, um weiter zu fahren. Wenigstens hat die Gerechtigkeit gesiegt. Ich hoffe, dass der Fahrer daraus gelernt hat und künftig etwas maßvoller zu Werke geht.“

Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: BRfoto / Redaktionsbüro Meuren



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"Völlig unnötig die Aktion vom 'Getrag Z4' die beiden Teams nur viel Arbeit einbrachte und Punkte verschleuderte," so Teamchef Rolf Derscheid und Fahrer Michael Flehmer nach dem Rennen. Tatort: Schwalbenschwanz - Foto 1!

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Der BMW des Team Derscheid kreiselt aus dem Schwalbenschwanz Richtung Leitplanke ...

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... und rutscht schnell und zielsicher mit der vorderen linken Ecke auf die Schutzplanke zu ...

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... und schlägt heftig ein. Michael Flehmer ist nur noch Passagier! Nach dem Crash fährt Flehmer zur Box um den Schaden begutachten zu lassen.

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Trotz viel Engagement kann die Boxenmanschaft den Schaden nicht reparieren. Das erste Rennen der Saison endet für das Team Derscheid Motorsport vorzeitig bereits nach der zweiten Runde.

Uwe Meuren
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Beitrag von Uwe Meuren » Di 29.Apr, 2008 14:56

Volle Entschädigung im zweiten Rennen

Nürburgring/Würzburg: In 14 Tagen erledigte die Mannschaft von Derscheid Motorsport so viel Nacht- und Sonntagsarbeit wie selten zuvor, um den Schaden aus dem ersten Rennen zu beheben. Jetzt wurde das Team für seine unermüdliche Arbeit und für sein grenzenloses Engagement mit einem Klassensieg belohnt.

Auch das zweite Rennen zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft war von zahlreichen Aus- und Unfällen geprägt, und am Ende sahen lediglich 141 von 230 gestarteten Autos die Zielflagge. „Es wurden an den unmöglichsten Stellen Überholmanöver gestartet. In den brenzligsten Situationen wurde gedrängelt und geschoben – mich wundert, dass am Ende nicht mehr passiert ist,“ erklärt der routinierte Rennfahrer und Teamchef Rolf Derscheid nach dem 4h-Rennen am vergangenen Wochenende. Der Ärger, gepaart mit Unverständnis über den Fahrstil etlicher Kollegen, verfliegt schnell angesichts des erreichten Ergebnisses. „Der heutige Sieg geht einzig und allein auf die Kappe der Mechaniker und Helfer. Ohne die vielen freiwilligen Stunden der letzten zwei Wochen hätten wir nicht starten,“ erklärt der Teamchef, „und nicht siegen können!“
Michael Flehmer lieferte im Training eine famose Leistung ab und umrundete die altehrwürdige Nürburg in 10:18, was in der Klasse V2 für den zweiten Startplatz genügte. Trocken kommentiert er: „Ich mache da weiter, wo ich letztes Mal aufgehört habe. Diesmal hoffe ich jedoch, den Wagen ohne Schäden in die Box zu bringen.“ Rolf Derscheid brauchte sich in seinen Trainingsrunden nun nicht mehr sonderlich anstrengen und nutzte die Kilometer, um Reifen einzufahren. Außerdem seien seine Runden von vielen Unfällen begleitet gewesen und da „will man nicht auf Teufel komm raus eine noch besser Zeit erreichen als die ohnehin schon eingefahrene.“

Kurze Aufregung, große Freude
Wie gewohnt war es Michael Flehmer, der den BMW 318i in die Einführungsrunde Richtung Startampel steuerte. Schon nach zwei Runden meldete sich Flehmer und bemängelte eine defekte Tankanzeige. Jetzt legte das Team flott eine Mathematik-Stunde ein und gab Entwarnung: Voll getankt war das Auto unterwegs, sodass ohne Bedenken ein zwei Stunden-Turn zu absolvieren war, was beim BMW maximal 12 Runden sind. Flehmer zum Rennverlauf: „Ich erhielt die Weisung, in Runde 13 die Box anzusteuern. Als ich abbiegen wollte, war die Boxeneinfahrt wegen eines Unfalles gesperrt. So musste ich den GP-Kurs umrunden, um in die Box zu gelangen. Ich verlor gut und gerne zwei Minuten und den ersten Platz, den ich mir hart aber fair erkämpfte.“ Während der Teamchef selbst sich auf den Weg machte, die verlorene Zeit aufzuholen, fand Flehmer eine schnellere Lösung: Eine Darlegung der Geschehnisse und der dadurch verlorenen Zeit bei der Rennleitung und schon bekam das Team zwei Minuten gutgeschrieben. Damit war Derscheid Motorsport wieder auf Rang eins der V2. Der Teamchef nach seinem Einsatz: „Wichtig ist, dass der Wagen am Stück über die Ziellinie gebracht wurde. Denn jetzt können wir weiter am Fahrwerk arbeiten. Denn wir fahren mit einem KW-Fahrwerk, dessen Einstellung noch nicht abgeschlossen ist. In der Gesamtwertung fehlen uns natürlich die Punkte vom letzten Rennen, dadurch liegen wir erst auf Rang 126. Aber die Saison ist lang und am Ende wird abgerechnet.“
Zum ersten Rennen erklären die beiden Fahrer: „Das Team des BMW Z4 Coupé, der uns beim letzten Lauf unsanft rausgeschubst hat, hat sich bei uns förmlich entschuldigt und den Fehler eingestanden. Auch wenn wir am Ende den Schaden hatten – eine faire und nette Geste, die das ganze Team zu schätzen weiß.“

Text und Fotos: Redaktionsbüro Meuren

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Die Boxen-Crew von Derscheid Motorsport wartet auf ihr Auto, den führenden der Klasse V2. Michael Flehmer war jedoch gezwungen wegen eines Unfalls in der Anfahrt zur Boxengasse den Grand Prix-Kurs zu umrunden. Die Zeit wurde dem Team am Ende gutgeschrieben.

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Michael Flehmer gibt letzte Tipps zu Rennen und Strecke. Er mahnte seinen Teamchef zur Vorsicht, denn viele Unfälle, Schmutz und Öl machten aus der Renn- eine Rutschpiste.

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Völlig faltenfrei geht der BMW 318i die zweite Rennhälfte an, genauso unbeschädigt stellte Rolf Derscheid den Wagen im Parc fermé ab. Das Team gewann die Klasse V2 und sicherte sich wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 14.Mai, 2008 18:33

Langsamer Boxenstopp sorgt für Platz zwei
Nürburgring/Würzburg: „Mehr ging heute nicht,“ so die Schlussworte von Teamchef Rolf Derscheid von Derscheid Motorsport zum 3. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2008. Aussichtsreich gestartet wurde der große Wurf von einem langsamen Boxenstopp und vielen Neulingen vereitelt.

Viele der gut 200 gestarteten Teams nutzten den dritten Lauf der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft als letzten Test für das anstehende 24h-Rennen. „Leider,“ so Rolf Derscheid und Michael Flehmer einstimmig, „waren auch viele Nordschleifen-Neulinge am Start, um ihre Pflichtfahrten fürs 24h-Rennen zu absolvieren. In vielen Ecken waren sie mit der Situation schlichtweg überfordert. Wer im Adenauer Forst nach dem Streckenverlauf Ausschau hält, sollte unserer Meinung nach vorab ein paar Rennen in der GLP absolvieren.“ Zwar wissen beide, dass auch sie einmal Neulinge waren; beide haben sich jedoch ihre Sporen in einer weniger kampfbetonten Rennserie verdient, um gerade solch gefährliche Situationen zu vermeiden.
Das Training lief zwar für das Team Derscheid gut, aber so recht zufrieden waren beide Fahrer mit ihrer Leistung nicht. Michael Flehmer: „Das Auto läuft super, die Reifen sind gut, es liegt eindeutig an mir. Eine 10:24 ist nicht schlecht, aber nicht Spitze. Fünf Sekunden muss ich noch finden, denn ein Platz unter den Top drei ist definitiv möglich und Pflicht.“ Es war Rolf Derscheid, der Deutschlands schnellsten Pizza-Lieferservice mit einer Rundenzeit von 10:21 auf den zweiten Startplatz der V2 stellte. Seine Runde kommentierte der erfahrene Pilot: „Es war deutlich weniger Betrieb als beim letzten Rennen, deutlich weniger Unfälle und deutlich weniger Gelbphasen. Doch waren auch die bereits angesprochenen Anfänger unterwegs, die sich negativ auf die Rundenzeiten auswirkten.

Platz drei ist keine Schande
„In meiner siebten Runde eroberte ich in einem harten aber fairen Kampf Rang zwei,“ erzählte Michael Flehmer mit berechtigtem Stolz, „allerdings war das Auto auf der Hinterachse extrem nervös. Rundenzeiten unter 10:20 Minuten waren heute wirklich nicht drin.“ Im Anschluss an den eroberten Platz stand ein Dreher im Streckenabschnitt Wehrseifen, der Flehmer den zweiten Rang kostete. „Ich musste zuschauen, wie die Konkurrenz kampflos den zweiten Platz erbte, bevor ich mich erneut in den Verkehr einreihen und meine Aufholjagd beginnen konnte.“ Auch hier spielten die Nordschleifen-Rookies eine entscheidende Rolle, denn Flehmer konnte nur schwer den Anschluss wieder herstellen. Allerdings war der Kampf für Flehmer am Ende zuviel und er gestand: „Ich bin konditionell am Ende. Auch wenn es nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein ist, ich werde bis zum 24h-Rennen jeden Tag mindestens eine Stunde Rad fahren, um wenigstens ein wenig Kondition aufzubauen.“
Auch Rolf Derscheid war nach seinem Einsatz von Runde 13 bis 24 ziemlich am Ende. Er erklärte: „Ich musste mich den jungen Fahrern geschlagen geben, Mario Merten hat ein erstklassiges Rennen gefahren und mir keine Chance gelassen, unsere Platzierung zu verbessern. Dafür zolle ich meinen Respekt. Wäre der Boxenstopp schneller über die Bühne gegangen, hätten wir vielleicht die Möglichkeit auf Platz zwei gehabt. Aber alles in allem bin ich mit dem Verlauf zufrieden.“ Nach dem verpatzten Boxenstopp hing der Teamchef eine Runde hinter dem ebenfalls in der V2 startenden Jestädt/Stenger Auto fest. Dadurch rückten Platz eins und zwei in schier unerreichbare Ferne.
Die nervöse Hinterachse des BMW3er von Derscheid ärgerte auch den Teamchef. Die Ursache liege wahrscheinlich im Setup, dass noch nicht ganz auf die warmen Temperaturen abgestimmt sei, ergänzt Rolf Derscheid. Das Team Derscheid Motorsport, bei dem nicht nur der Fahrer sondern die gesamte Crew verliert oder gewinnt, liegt in der Tabelle auf Rang 65. Jetzt bereitet sich das gesamte Team auf das 24h-Rennen vor, bei dem Werner Schlehecker als alter Bekannter in das Lenkrad des Derscheid BMW greift.

Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: Redaktionsbüro Meuren / BRfoto


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Deutschlands schnellster Pizza-Lieferservice wird von Rolf Derscheid und Michael Flehmer pilotiert. Die beiden fuhren auch im dritten Lauf zu BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft auf das Podium.

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Der Boxenstopp war nicht der schnellste den die Mannschaft beim dritten Lauf ablieferte. Letzendlich kam Rolf Derscheid dadurch in viel Verkehr und konnte sich nicht verbessern. "Heute wäre mehr drin gewesen - dennoch ist ein dritter Platz keine Schande," so Derscheid und Flehmer nach dem Rennen.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 14.Mai, 2008 18:33

:wink:

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 28.Mai, 2008 17:22

36. internationales ADAC Zürich 24h-Rennen
Kupplung trennt Team Derscheid vom Podestplatz

Nürburgring/Würzburg: Zu Beginn des 36. internationalen ADAC Zürich 24h-Rennens kämpfte das Team Derscheid mit versagender Technik und zahlreichen Nordschleifen-Neulingen. Nach gut einem Renndrittel und fast 1,5h Reparaturpause begann es für das Team Derscheid ordentlich rund zu laufen.

Insgesamt zehn Fahrzeuge der Klasse V2 gingen im Feld der weit über 230 Starter am Samstagmorgen ins erste Training zum 24h-Rennen. Mittendrin einer der Favoriten: Team Derscheid Motorsport. Teamchef Rolf Derscheid/Much griff auch bei dieser Ausgabe selbst ins Lenkrad des BMW 318is. Unterstützung erhielt er von Stammfahrer Michael Flehmer/Overath, Werner Schlehecker/Rösrath und Ilias DeLaVina. Alle Fahrer verfügen über reichlich Nordschleifen- und Langstreckenerfahrung und wissen, wie ein solches Rennen zu bestreiten ist. „Das Rennen beginnt zwar schon bei der Qualifikation,“ erklärte Rolf Derscheid, „aber ein guter Startplatz ist beim 24h-Rennen nicht von solch großer Bedeutung wie im Sprintrennen. Das allerdings scheinen viele Fahrer zu vergessen und zerlegen schon vor dem Start ihr Auto. Ich bin froh, mir mit erfahrenen Rennfahrern das Cockpit teilen zu können. Wir alle wissen, dass ein 24h-Rennen weder im Training noch in den ersten Runden oder Stunden entschieden wird. Konstanz ist der Schlüssel zum Erfolg.“
Auch wenn keiner bis ans Limit ging – die vier Fahrer vom Team Derscheid sind nun mal Rennfahrer und waren nicht auf einer „Schau-ins-Land-Tour“. Das war spätestens nach dem zweiten Zeittraining mehr als deutlich, denn in der Klasse V2 stand Deutschlands schnellster Pizza-Dienst auf dem zweiten Rang. Die Rundenzeit von 10:56 Minuten reichte für den 178. Platz in der Gesamtwertung. „Wir haben insgesamt 12 Runden im Training gedreht. Vier mal zwei Pflichtrunden zur Qualifikation und den Rest, um Reifen anzufahren,“ erklärt der Teamchef. Ganz ohne Probleme lief es aber auch für die Routiniers vom Team Derscheid nicht: Der Tachosignalgeber, der beim BMW am Hinterachsdifferential sitzt, brach aus unerklärlichen Gründen ab und rutschte in die Getriebeeinheit. Dadurch war ein Wechsel des Differentials erforderlich, den die Mechaniker zügig und ohne Probleme über die Bühne brachten, so dass das Training wieder aufgenommen werden konnte.

Die Welt ist eine Scheibe
Der Start zum Rennen um 15:00 Uhr verlief ohne Probleme. Nach einer Stunde Renndistanz wurde der BMW schon auf Rang 147 geführt – Startfahrer Michael Flehmer hatte somit mehr als 30 Plätze gutgemacht. Dass Flehmer Platz eins noch nicht erobert hatte, obwohl er kontinuierlich schneller fuhr als der Wettbewerb, lag daran, dass „der Führende der Klasse ein deutlichen Puffer an unerfahrenen Fahrern zwischen sich und uns geschaffen hatte. Immer wieder hing Michael hinter Autos fest, die auf der Geraden schneller waren, uns aber in Kurven bremsten. Es dauerte lange, bevor Michael Flehmer diese Autos gefahrlos überholen konnte,“ berichtete Derscheid. Nach zehn gefahrenen Runden übergab Derscheids Stammpilot Flehmer den Wagen an Ilias DeLaVina. Seine Runde dauerte nun deutlich länger – fast 1,5h! „Die Welt war für uns kurzfristig eine Scheibe,“ so Derscheid, „denn auf dem Weg in die Fuchsröhre brach der Belag der neuen Sachs Racingkupplung an mehreren Stellen. Wir vermuteten einen Material- oder Fertigungsfehler, was in Verbindung mit Sachs aufzuklären sein wird. Dabei hatten wir schon extra eine spezielle Kupplung gekauft und eingebaut, um Schäden im Voraus auszuschließen.“ Von der Bergung bis zum Ende der Reparatur vergingen unendlich lange 90 Minuten, dann nahm der Pizza-Hut-Express seinen Dienst wieder auf.
„Unser Ziel war es, mit konstant schnellen Runden den Rückstand auf die V2-Spitze wieder aufzuholen.“ Stetig fuhren Derscheid / Flehmer / DeLa Vina / Schlehecker Runden mit niedrigen 11er Zeiten und kamen langsam aber sicher wieder an das Feld der Klasse heran. Die Platzierung in der Gesamtwertung sah um 20:00 Uhr nicht sonderlich gut aus, auch wenn das nach gut fünf Stunden augenscheinlich nicht so aussah, denn zu diesem Zeitpunkt wurde der Derscheid-BMW auf Rang 190 der Gesamtwertung geführt. Weitere vier Stunden später sah die Zeitenliste schon wesentlich besser aus: Auf Rang 161 drehte der BMW seine Runden und schickte sich an, noch weiter vor zu fahren. Um 06:00 Uhr am Sonntagmorgen war eine Platzierung im Gesamtklassement unter den ersten hundert in Sichtweite. Außer Sichtweite hingegen eine Topplatzierung in der Klasse V2: „Wir haben zuviel Zeit bei der Reparatur verloren. Jetzt können wir nur noch Schadenbegrenzung betreiben und zuschauen, dass wir so weit als möglich nach vorne kommen.“ In der Nacht war es, so Rolf Derscheid weiter, extrem schwierig zu fahren gewesen. Insbesondere die Mischverhältnisse zwischen nass und trocken haben keine echte schnelle Runde zugelassen. „Aber,“ ergänzte Derscheid, „man hat deutlich gemerkt, wer die Strecke kannte und wer nicht.“
Recht ereignislos, aber nicht unspannend, verlief das Rennen für das gesamte Team Derscheid. Lediglich die Routinearbeiten wie Fahrer- und Räderwechsel, tanken und Kontrolle der Flüssigkeitsstände waren von Nöten. Dabei hatte die gesamte Mannschaft auch den Wettbewerb im Blick. „Wir lagen auf Rang vier und hätten nur mit einem Fehler des Drittplatzierten weiter nach vorne kommen können. Aber bei den vor uns liegenden Teams haben auch alle Stopps hervorragend funktioniert und so sind wir weiter auf Rang vier dem Ziel entgegen gefahren.“ Einstimmiger Tenor der Fahrer: Ab Sonntagvormittag sei wahnsinnig fair gefahren worden. Alle hätten Rücksicht genommen – die Großen auf die Kleinen und umgekehrt.
„Ein wenig enttäuscht waren wir über die Platzierung schon, schließlich lagen wir nach dem Training in aussichtsreicher Position. Für uns ist das 24h-Rennen jedoch eher schmückendes Beiwerk, denn die Konzentration gilt voll und ganz der Langstreckenmeisterschaft. Dennoch hat das Rennen wieder großen Spaß bereitet. Mein Dank gilt den Fahrern, die schnell unterwegs waren und dennoch alles ganz ließen. Das größte Lob muss ich jedoch meinem Team aussprechen. Die Boxencrew hat erstklassige Arbeit abgeliefert, die Mechaniker haben meisterhaft gearbeitet, Verpflegung und Betreuung sind ohnehin immer Klasse. Selbstverständlich muss ich mich auch bei allen Sponsoren bedanken, ohne deren Unterstützung weder das 24h-Rennen noch die Langstreckenmeisterschaft möglich ist.“

Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: Redaktionsbüro Meuren / BRfoto


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Trotz guter Startposition und sehr schnellen Rundenzeiten blieb dem Team Derscheid der Podestplatz verwehrt. Grund: Ein technischer Defekt an der Kupplung kostete wertvolle Zeit und Plätze.

Uwe Meuren
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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 25.Jun, 2008 17:15

Rad ab, oder was?

Nürburgring/Würzburg: Schmierige und schwierige Streckenverhältnisse bremsten den Tatendrang von Rolf Derscheid und Michael Flehmer kurzzeitig ein. Platz sieben im Training und das Aus im Rennen lauteten am Ende die relevanten Ergebnisse. Dazwischen lagen aber einige Momente unbeschreiblicher Glücksgefühle.

Nach dem 24h-Rennen kehrte bei den Teams der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft wieder die Routine ein - auch bei Team Derscheid rund um Andrea und Rolf Derscheid. So wurde die Fahrerbesatzung wieder „abgespeckt“, die Zahl der Mechaniker reduziert und die Arbeit der Touristenfahrten im freien Freitagstraining wieder aufgenommen. Professionell und routiniert spulte das Team auch die Trainingsrunden der beiden Fahrer im offiziellen Zeittraining am Samstagmorgen ab, das bei nassen Bedingungen begann.
Im Laufe des Trainings lies der Regen nach und es stellten sich Mischverhältnisse ein: Die Temperaturen stiegen, so dass die Strecke weder richtig nass noch vollends trocken, sondern einfach nur rutschig, schmierig und schwierig war. Entsprechend ruhig gingen die beiden zu Werke, wohlwissend, dass ein Langstreckenrennen weder im Training noch durch einen guten Startplatz entschieden wird. Zahlreiche Ausrutscher und Unfälle waren eine Bestätigung für die schwierige Strecke und das beulenfreie Auto ein Beleg für die richtige Strategie des Team Derscheid. Am Ende der 1,5 Stunden dauernden Trainingssitzung stand der V2 BMW des Teams auf der siebten Startposition, womit alle zufrieden waren. Lediglich ein Problem mit dem Gaspedal mussten die Mechaniker in der Pause zwischen Rennen und Training beheben, was aber eher unter der Kategorie „Routinearbeit“ zu verbuchen war.

Harter Kampf endet auf drei Rädern
Wie immer fuhr auch im Rennen am vergangenen Wochenende Michael Flehmer den Start. Aus allen Rangeleien raushaltend begann er nach vorne zu fahren und lief alsbald auf eine Kampfgruppe auf, die Platz eins bis drei belegte. Flehmer, nunmehr Vierter der Klasse und Letzter in der besagten Gruppe, erfuhr ein weiteres Mal, wie hart in der Serienwagenklasse gefahren wird. Da Berührungen im Rennsport nicht selten im Desaster enden, entschied sich der zwischenzeitlich Ditte Flehmer dazu, lieber hinterher als vornweg zu fahren. Eine kluge Entscheidung, wie sich beim Boxenstopp rausstellen sollte. Die drei Erstplatzierten absolvierten ihren Stopp in der gleichen Runde, was weiteres Salz in der ohnehin scharfen V2-Suppe bedeutete. Das eingespielte Mechaniker-Team von Derscheid lieferte die beste Arbeit ab und legte einen perfekten Stopp hin. Rolf Derscheid, der die zweite Rennhälfte anging, konnte die Wettbewerber in der Box überholen und ging als Führender der Klasse auf die Piste. Eine perfekte Strategie, denn schon nach seiner ersten Runde führte Derscheid die Klasse V2 mit fast fünf Sekunden Vorsprung an.
Gut eine Stunde vor Rennende passiert es dann: Im Bereich Brünnchen brach die hintere linke Radnabe am Derscheid BMW, so dass das Rad abriss, kurz unter den Wagen kam, wodurch der 318is gefährlich aufsteigt. Derscheid rutschte bis ins Kiesbett am Ausgang des Brünnchens. Die Streckensicherung schleppte das Fahrzeug aus dem Kiesbett an eine vermeintlich sichere Stelle, obwohl der Teamchef bat, den Boliden per Hubwagen Huckepack zu transportieren, um die Schäden nicht zu vergrößern. Der Bitte kam man nicht nach und so wurde der BMW des Team Derscheid auf drei Rädern gezogen. Trotz guter Teamleistung mussten alle Mitglieder mit anschauen, wie die hart erkämpfte Führung ohne Gegenwehr in die Hand des Wettbewerbs fiel.

Stimme nach dem Rennen
Rolf Derscheid
„Zuerst tut es mir leid, dass wir die tolle Leistung unserer Crew nicht mit dem ersten Platz belohnen konnten, obwohl er in greifbarer Nähe war. Mir ist noch nicht klar, warum die Radnabe so urplötzlich gebrochen ist. Hier wird uns sicherlich erst eine genaue Diagnose in den kommenden Tagen die Ursache zeigen. Kurz vor dem Unfall habe ich in der Kurvenkombination im Abschnitt Eschbach in Rechtskurven ein seltsames Fahrverhalten gespürt, das sich dann im urplötzlichen Ausbrechen Ausgangs Brünnchen niedergeschlagen hat. Wir hoffen nicht, dass der Schaden durch die Abschleppaktion deutlich größer geworden ist. Mein Dank gilt besonders dem Posten 164, der eine super Arbeit geleistet hat. Die Jungs haben nicht nur erstklassig und professionell reagiert und gearbeitet, sondern mich auch bestens versorgt. Dafür meinen herzlichsten Dank!“

Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: Redaktionsbüro Meuren / BRfoto



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Im Training hielten sich Michael Flehmer und Rolf Derscheid zurück, da die Streckenverhältnisse schmierig und schwierig waren. Von Platz sieben der Klasse V2 startete das Team in den vierten Lauf der Meisterschaft.

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An der Spitze des V2-Feldes entwickelte sich ein spannender Dreikampf, der letztendlich in der Boxengasse entschieden wurde: Die drei Ersten kamen gleichzeitig zum Boxenstopp - Derscheid war am schnellsten wieder auf der Piste und hatte Platz 1 übernommen. Zumindest kurzzeitig.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 08.Jul, 2008 14:16

Ohne Druck nur Rang drei

Nürburgring/Würzburg: Voller Optimismus ging Team Derscheid ins fünfte Rennen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft. Nach der Hälfte des vier Stunden Laufs lag das Team in Führung, doch wieder war es die Technik, die dem Team einen Erfolg nicht gönnte.


Den Mechanikern des Teams Derscheid blieb nach dem letzten Rennen zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft nur wenig Zeit zum Durchschnaufen: Das durch eine gebrochene Radnabe abgerissene Rad hatte einen deutlich größeren Schaden hinterlassen als auf den ersten Blick erkennbar. Binnen vier Tagen erneuerte das Team vom Karosseriefachbetrieb Frins den kompletten „Hintern“ des BMW 318is. Mit neuen Karosserie- und Fahrwerkskomponenten gingen beiden Fahrer Michael Flehmer und Rolf Derscheid am Samstagmorgen auf die Jagd nach einer guten Runde.
Der frisch reparierte Wagen zeigte sich von seiner besten Seite. Obwohl Michael Flehmer keine einzige „echte“ freie Runde hatte, markierte er mit 10:20 doch die schnellste Zeit im Team. Das bedeutete Platz zwei in einer extrem stark besetzten Klasse V2. Mit der schnellen Zeit von Michael im Rücken fuhr Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer in Personalunion, nur noch die neuen Reifen an, um das Material zu schonen.

Zuffenhausener Kontaktaufnahme
Es war, wie gewohnt, Michael Flehmer, der die ersten beiden Stunden des 5. Laufs zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft unter die Räder nahm. Flehmer fackelte nicht lange und presste sich – hart aber fair – schon in der Anfangsphase des Rennens am Führenden der Klasse vorbei. Im Streckenabschnitt „Pflanzgarten“ blieb dem schnellen Derscheid-Fahrer kurz die Luft weg: Im Sprung wurde er von einem Porsche überholt, der offensichtlich seinen eigenen Speed unterschätzt hatte. Im Rettungsversuch um sein eigenes Auto lenkte der Fahrer mit dem Zuffenhausener Sportgerät kurzerhand nach links, wo aber zwischenzeitlich Flehmer mit dem BMW angekommen war. Es gab eine kurze, aber heftige Berührung, in Folge derer das Fahrzeug einige Meter komische Geräusche von sich gab. Flehmer drosselte kurz die Geschwindigkeit, um in einer „Fahrprüfung“ die Funktion zu kontrollieren. Dabei gingen die Erst- und Zweitplatzierten der Klasse an Flehmer vorbei. Da der Wagen lief und die Geräusche aufhörten, nahm Flehmer Fahrt auf und stellte den Kontakt zur Spitze wieder her. Er nutzte im Verlauf seines Stints die Uneinigkeit beider Führender, überrumpelte sie und fuhr den Rest der ersten Rennhälfte auf Rang eins liegend zu Ende. Nach Runde 13 hatte Flehmer Feierabend und er übergab den BMW auf Platz eins liegend an seinen Teamchef.

Auf Platz 1 liegend lässt der Druck nach
Mit dem Zweitplatzierten im Nacken verließ Derscheid die Boxengasse. Beide Autos lieferten sich ein sehenswertes Rennen, dass sich über vier Runden hinzog. Beide V2-Autos gaben, zur Freude vieler Zuschauer, tatsächlich alles und überholten dabei auch deutlich stärkere Fahrzeuge. Im Zuge der harten Fahrt spürte Rolf Derscheid, wie der Bremsdruck am 318is immer weniger wurde und in der Anfahrt zum Karussell erstmalig ganz ausblieb. Statt auf der Ideallinie die Steilwand zu durchqueren, fliegt Derscheid nach oben raus und kann nur aufgrund seiner Erfahrung einen Einschlag verhindern. Sofort verlor der Teamchef das Vertrauen in die Bremse und den Anschluss an den zwischenzeitlich vorbeigegangenen Konkurrenten. Der Bremsdruck ließ sich nicht mehr herstellen und Derscheid nutzte nun auch die Handbremse zur Verzögerung. Die Probleme bekam auch der bisweilen Drittplatzierte mit, der sich nicht lange bitten ließ und Derscheid in einer Bremszone überholte. In der letzten Runde hatte der BMW gar keinen Bremsdruck mehr und so blieb dem erfahrenen Teamchef nur die Handarbeit. In der letzten Runde, quasi im letzten Eck, rutsche der BMW noch einmal über die Streckenbegrenzung hinaus und blieb nur mit extrem viel Glück etwa 20cm vor der Leitplanke stehen. Glück im Unglück: Derscheid und Flehmer hatten bis dahin soviel Vorsprung rausgefahren, dass trotz aller Probleme der dritte Platz der Klasse V2 über die Ziellinie gerettet wurde. Zum Saisonhöhepunkt, dem 6h-Rennen in gut 14 Tagen, werden die Mechaniker die BMW-Technik komplett kontrollieren und sich dabei intensiv der Bremsanlage widmen.

Stimme nach dem Rennen
Rolf Derscheid, Fahrer und Teamchef
„Der Aufbau nach dem Unfall beim letzten Rennen war eine erstklassige Leistung meiner Mechanikerm die nicht hoch genug zu würdigen ist. Am Sonntag nach dem Ausfall war der Wagen bereits zur besten Frühschoppenzeit komplett gestrippt. Tolles Engagement der Jungs – riesiges Lob!
Zum aktuellen Rennen kann ich nur sagen, dass es uns in diesem Jahr offensichtlich nicht vergönnt ist zu siegen. Die Bremszangen waren generalüberholt und gingen in ihr fünftes Rennen. Dennoch wurde eine Dichtung undicht, die Bremsflüssigkeit ist bei jedem Betätigen der Bremse dort ausgelaufen. Der Druck wurde immer geringer, der Flüssigkeitsstand auch. Irgendwann war keine Bremsflüssigkeit mehr vorhanden und ohne Flüssigkeit bremst es eben gar nicht! Ich kann von Glück reden, nicht ausgerutscht und eingeschlagen zu sein. Wir werden die Bremsanlage komplett revidieren und auch den Rest der Technik eingehend untersuchen. Zum 6h-Rennen wollen wir topfit an den Start gehen. Im Übrigen wird wohl unser „Testfahrer“ Werner Schlehecker zu unserer und zur Freude vieler Fans beim 6h-Rennen mit an Bord sein.“

Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: Redaktionsbüro Meuren / BRfoto




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Michael Flehmer kämpfte sich nach der "schwäbischen Kontaktaufnahme" wieder nach vorne und konnte den Wagen nach 13 Runden auf Platz 1 der Klasse V2 an seinen Teamchef Rolf Derscheid übergeben.

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Bis kurz vor Schluss lief für das Team Derscheid alles planmäßig: Stimmung und Rundenzeiten waren gut, bis die Bremse vorzeitig ihren Feierabend einläutete. Danach war die Fahrt auf der Ideallinie mit rennsporttauglichen Bremspunkten nur noch ein Wunsch!

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Kommunikation ist alles! Michael Flehmer beschreibt kurz das aktuelle Fahrverhalten des BMW und erklärt an welchen Stellen Vorsicht geboten ist. Das bewahrt Rolf Derscheid vor unliebsamen Überraschungen.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 23.Jul, 2008 8:34

Kühler Regen, kühler Kopf – Rang zwei

Nürburgring/Würzburg: Mit einem zweiten Platz im 6h-Rennen geht das Team Derscheid in die wohlverdiente Sommerpause. Bis es soweit war, hatten die Jungs und Mädels rund um Andrea und Rolf Derscheid alle Hände voll zu tun.

Typisches Eifelwetter hatte den Nürburgring und die Nordschleife schon zum freien Training am Freitag fest im Griff. Windig, kühl und alles andere als sommerlich war es während der Trainingssitzung. Daran sollte sich auch am Rennsamstag nichts ändern, auch wenn der erste Eindruck ein anderer war.
In der Nacht zum Samstag öffnete Petrus seine Schleusen über der anspruchsvollsten Rennstrecke, so dass zum frühen Qualifikationstraining am Samstag noch einige Passagen feucht oder nass waren. Zwar gingen Michael Flehmer und Rolf Derscheid, die vom Routinier und alten Hasen Werner Schlehecker unterstütz wurden, mit mächtig Elan an die Sache, der allerdings im Laufe des Trainings eingebremst wurde. Flehmer erwischte keine gute Runde, kämpfte mit viel Verkehr, nasser Piste und zahlreichen Gelbphasen. Werner Schlehecker haderte ebenfalls mit dem starken Verkehr, den die mehr als 200 Rennautos im Training zum 6h-Rennen verursachten. So wurde er in seiner ersten geplanten schnellen Runde durch ein quer stehendes Fahrzeug massiv eingebremst, in seiner zweiten Zeitrunde war es ein defektes Fahrzeug in langsamer Fahrt, dass ihn massiv aufhielt. Am Ende sollte eine Rundenzeit von 10:29 Minuten für den vierten Startplatz in der Klasse V2 genügen.

Keine glückliches Händchen bei der Reifenwahl
Kurz vorm Rennen ging ein Regenschauer nieder, so dass der Start zum 6h-Rennen als „Regenrennen“ deklariert war. Der BMW 318is stand, wie viele andere Fahrzeuge auch, auf Regenreifen in der Startaufstellung, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellen sollte. Die Strecke war in der Einführungsrunde noch feucht, trocknete aber sehr schnell ab und so musste Startfahrer Flehmer die ersten drei Runden auf Regenreifen fahren. Sinnvoller waren offensichtlich Slicks, denn dort, wo die Regenpneus ihre Vorteile hätten ausspielen können, unterbrachen Gelbphasen den Fahrfluss. Nach dem Reifenwechsel begann Flehmer, in das Geschehen der Klasse V2 ernsthaft einzugreifen und fuhr konstant zügig nach vorne. Durch den Reifenwechsel war der Derscheid-BMW zwischenzeitlich auf Platz sechs zurückgefallen. In Runde 15 übergab Flehmer das Auto an seinen Teamchef Rolf Derscheid – bis dahin war Flehmer auf Platz zwei vorgefahren.
Leider lief diesmal bei der Derscheidmannschaft der Boxenstop nicht optimal, so dass Rolf Derscheid auf Platz 4 liegend das Rennen aufnahm. Jede Rennrunde war von Gelbphasen und Pylonengassen gekennzeichnet, bis dann um 16 Uhr der große Regen einsetzte. Während nahezu alle im Rennen verbliebenen Teilnehmer umgehend die Box ansteuerten, um Regenreifen zu fassen, blieb Rolf Derscheid auf Slicks weiter draußen. Ein weiterer Fehler im Reifenpoker des 6h-Rennen: Der Regen wurde so stark, dass selbst eine nur einigermaßen gescheite Fahrt mit Slicks unmöglich war. Derscheid steuerte eine Runde zu spät zum Reifenwechsel die Boxengasse an. Überdies verlief auch der Boxenstopp nicht wie gewohnt zügig. Mit Regenrädern konnte der Teamchef dann wieder schnell zur Spitze aufschließen. Die Fahrbahn trocknete rasch ab, so dass nach 3 Runden der fällige Tankstop mit Fahrerwechsel und Reifenwechsel kombiniert wurde, und Werner Schlehecker den Rest des 6h-Rennen in Angriff nehmen konnte. Schon eine Runde später stand der Derscheid BMW aber erneut an der Box. Diesmal musste die Frontscheibe von Öl gereinigt werden, denn der Schmierstoff eines anderen Rennautos hatte in Paarung mit Öl und Scheibenwischer einen undurchsichtigen Film gezaubert, so dass Werner Schlehecker eine Runde im Blindflug zurücklegen musste. Nach dem letzten Stopp umrundete der BMW 318is noch viermal die Nürburg – dann war Schluss. Durch den Unfall des auf Platz zwei liegenden Konkurrenten erbte man den zweiten Podestplatz, womit sich das Team Derscheid wichtige Punkte im Kampf um den Klassensieg in der V2 sicherte. In der Gesamtwertung der Langstreckenmeisterschaft rückten Derscheid und Flehmer auf Rang 50 vor - eine beachtliche Leistung bei weit über 800 in der Tabelle gelisteten Fahrern!

Stimme nach dem Rennen
Rolf Derscheid, Fahrer und Teamchef
„Ein Rennen der Superlative – zumindest, was die Boxenaufenthalte und Reifenwechsel angeht. Wir hatten das Pech, ständig auf den falschen Pneus unterwegs zu sein und haben zu allem Überfluss den jeweils passenden Wechsel-Moment verpasst. Dass wir letztendlich den zweiten Platz eingefahren haben, verdanken wir der guten Vorarbeit von Michael Flehmer und der umsichtigen Fahrweise aller Fahrer. Denn bei den Wetterverhältnissen das Auto ohne Kratzer in den Parc Fermé zu bringen, ist als Leistung gar nicht hoch genug zu bewerten.
Das Auto hat einwandfrei funktioniert und zu keiner Zeit Schwächen gezeigt. Hier hat die Mannschaft erstklassig gearbeitet. Vor der Sommerpause will ich mich bei den vielen Sponsoren bedanken, ohne deren Unterstützung unser Motorsport- Engagement nicht möglich wäre: Pizza Hut, DESH-Datenservice, Lackiererei Frins, Autohaus Hakvoort, Autoteile Ritter, MSD Schrift und Design.“

Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: Redaktionsbüro Meuren / BRfoto


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In der Startphase war Michael Flehmer aufgrund falscher Reifenwahl deutlich benachteiligt im Vergleich zum Wettbewerb. Zwar gab er sein Bestes um den Anschluss an die Spitze zu halten, doch nach drei Runden musster er an die Box um Slicks zu fassen.

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Teamchef und Fahrer in Personalunion: Rolf Derscheid gibt letzte Anweisungen zur Boxenstrategie.

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Häufiger als geplant mussten die Mechaniker Hand an den schnellen V2 BMW des Team Derscheid anlegen. Grund für die häufigen Boxenstopps waren die Wetterkapriolen mit denen die Eifel alle Protagonisten der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft auf Trab hielt.

Uwe Meuren
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Beitrag von Uwe Meuren » Di 14.Okt, 2008 17:32

Geplatzter Schlauch, geplatzter Traum

Nürburgring/Würzburg: Mit gut drei Stunden Verspätung gingen knapp 220 Teilnehmer ins Training zum 8. Lauf der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2008 am vergangenen Wochenende. Mit einer gehörigen Portion Vorsicht gingen Michael Flehmer und Rolf Derscheid bei anspruchsvollen Streckenverhältnissen zu Werke, was sie auf den 8.Startplatz warf. Doch sollte es noch dramatischer kommen.

Ein schöner Tag im „Indian-Summer“ beginnt häufig mit dichtem Nebel, der sich nur langsam auflöst und die Sonne durchlässt. Genau dieses Wetter herrschte beim 8. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft: Dichter Nebel hatte zunächst die gesamte Rennstrecke, später nur noch den Grand Prix-Kurs fest im Griff. Um die Sicherheit der Akteure zu wahren, wurde der Trainingsstart immer wieder verschoben. Gut drei Stunden hinter dem offiziellen Zeitplan, also um 11:36 Uhr, gingen knapp 220 Teams in der Eifel auf Zeitenjagd. „Die Entscheidung der Rennleitung,“ so der erfahrene Pilot und Teamchef Rolf Derscheid, „geht voll in Ordnung. Man hat die berühmte Hand vor Augen nicht gesehen. Bei einer solchen Suppe ein Training zu fahren, wäre verantwortungslos.“ Im Zuge der Verschiebung kürzte die Rennleitung die Dauer des Laufes von vier auf drei Stunden und 5 Minuten, da ab 18:15 Uhr rund um den Nürbrugring Motorenruhe sein muß.
Beim Team Derscheid war es der Teamchef selbst, der den Trainingsreigen eröffnete. Insgesamt vier Mal umrundete er die Grand Prix-Strecke, ehe er die Nordschleife für zwei Runden unter die Räder nahm. Derscheid: „Ich ging mit angefahrenen Rädern raus, und konnte wegen viel Verkehr erst im vierten Anlauf auf die Nordschleife abbiegen. Meine Runden auf der Nordschleife waren geprägt vom Kampf David gegen Goliath. In den Kurven bin ich auf die Großen aufgelaufen, die mich nicht haben passieren lassen und auf den Geraden wieder abgehängt haben. Mancherorts war die Piste noch nass, deswegen fuhr ich das Training auch nicht auf letzter Rille.“ Auch der Copilot von Rolf Derscheid, Michael Flehmer, hielt sich zurück und hatte so seine argen Probleme mit unerfahrenen Nordschleifen-Rennfahrern: „Viel Verkehr herrschte meist an den kniffligen Ecken, wo du nur mit einer sauberen Linie Zeit gutmachen kannst. Wenn man aber von wesentlich stärkeren Autos aufgehalten wird, verliert man dort auch extrem viel Zeit.“ Am Ende reichte die Zeit „nur“ für den achten Startplatz in der Klasse V2. Damit war jedoch jeder im Team durchaus zufrieden, denn erst über die Distanz wird ein Langstreckenrennen entschieden.

Aufholjagd endet auf Rang 5
Mit dem Aufruf der Rennleitung, die Fahrzeuge in die Startaufstellung zu bewegen, wollte sich auch das Team Derscheid auf den Weg machen. Michael Flehmer, Startfahrer seit eh und je, saß im Auto und wollte aus der Box rausfahren, als die Mechaniker eine Öllache unterm Fahrzeug entdeckten. „Meine Mechaniker,“ so fasste es der Teamchef nach dem Rennen zusammen, „reagierten richtig, stoppten das Auto und suchten das Leck. Sie fanden eine gebrochene Verschraubung am Schlauch zur Servolenkung. Üblicherweise führen wir jedes Ersatzteil mit – ausgerechnet dieses Teil hatten wir nicht zur Hand.“ Seinen Dank richtet er an dieser Stelle an das Team von Hoffmann Motorsport mit Teamchef Conny Hoffmann: Ohne zu zögern halfen die Hoffmänner mit dem Schlauch und wechselten mit Derscheids Mechanikern in Windeseile den Schlauch. Nun musste Flehmer als letztes Fahrzeug der dritten Startgruppe dem Feld hinterher hetzen. Michael Flehmer nach seinem Einsatz: „Das war ein hartes Stück Arbeit. Insbesondere die Fahrt durch die großen Klassen erforderte all mein Können und Geschick. Hinzu kommt, dass ich offensichtlich mit Absicht von einem „Großen“, den ich überholte, ständig angeschubst wurde. Zu jeder sich bietenden Gelegenheit ist er mir ins Auto gefahren. Ein solches Verhalten ist weder sportsmännisch noch tolerierbar, sondern einfach nur gefährlich. Zu guter letzt habe ich ihn auf der Nordschleife abgehängt.“ Flehmer kämpfte sich im Laufe seines Stint von ganz hinten bis auf den dritten Platz vor, der allerdings nur kurz notiert wurde. Grund waren die frühen Boxenstopps des Wettbewerbs.
In Runde 13 wechselten die Fahrer, und Rolf Derscheid nahm den Rest des „Sprintrennen“ in Angriff. Auf Platz fünf startete der Teamchef und hielt den Platz auch bis zum Schluss. Nach dem Rennen erklärte er: „Der Wagen hatte zum Ende keine Leistung mehr. An eine Aufholjagd war nicht zu denken, ich bin froh, den Rang gehalten zu haben. Meinen Dank muss ich in erster Linie meiner Mechaniker-Crew widmen, die eine wahnsinnig schnelle Reparatur zeigte. Auch Michael hat einen erstklassigen Job gemacht, auch wenn er arge Probleme mit anderen Fahrern hatte. In 14 Tagen hat unser Auto wieder die alte Leistung – da bin ich mir sicher.“

Text: Redaktionsbüro Meuren
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Keinen ruhigen Lauf brachte das Team Derscheid hinter sich: Zuerst hinderte ein technischer Defekt den Start, dann wurden die Fahrer ausgebremst und angeschubst. Am Ende reichte die Leistung für Platz fünf der Klasse V2.

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Trotz verkürztem Rennen blieb Team Derscheid seiner Boxenstrategie treu: Zwei Stunden fuhr Starfahrer Flehmer, ehe sich Teamchef Rolf Derscheid für eine Stunde hinters Volant klemmte.

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Beitrag von Uwe Meuren » Fr 31.Okt, 2008 15:52

„Spaß ohne Ende“

Nürburgring/Würzburg: Mit einem tadellos funktionierenden Auto und einem reibungslos arbeitenden Team endete der 9. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2008 für das Team Derscheid mit einem dritten Platz. Doch bis dahin waren einige Kämpfe auszutragen.

Eine Stunde später als gewohnt starteten die Protagonisten in das Training des 9. Laufs zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft. Diesmal allerdings war die Verspätung durch die Rennleitung beabsichtigt und angekündigt. Denn der zu dieser Jahreszeit übliche Nebel gab auch am vergangenen Wochenende ein Stelldichein. Die Verschiebung erfolgte also in weiser Voraussicht. Ungeplant allerdings war die Entscheidung, die ersten 45 Minuten des Trainings nicht in die Zeitentabelle aufzunehmen. Grund dafür sollte der Nebel sein, der große Teile der Grand Prix-Strecke im Griff hatte, sodass dieser Streckenabschnitt nur unter „gelb“ gefahren werden konnte. Diese Info allerdings drang erst sehr spät zum Team Derscheid durch – zu diesem Zeitpunkt hatte Teamchef Rolf Derscheid bereits seine Trainingsrunde absolviert. „Ich war einigermaßen verdutzt, als ich auf den Zeitenmonitor schaute und von keinem Team eine Zeit sah. Das bedeutete für mich, erneut rausfahren zu müssen, um meine gewertete Pflichtrunde zu haben,“ so der Teamchef zwischen Training und Rennen. Unterdessen saß Michael Flehmer im schnellsten Pizza-Taxi der Eifel, absolvierte seine Trainingsrunden und meinte danach: „Es war absolut schwer zu fahren: Zum einen habe ich die Reifen nicht auf Temperatur gebracht, zum anderen gab es eine lange Öl- oder Kraftstoffspur, deren Verlauf ich nicht immer klar erkannt habe. Alles in allem ist es ganz gut gelaufen – aber das ist definitiv nicht mein Wetter.“ In seinem zweiten Trainingsturn ging Rolf Derscheid noch mal auf Zeitenjagd. Mit 11:42 fuhr der erfahrene Rennfahrer den BMW 318is auf den dritten Platz der Klasse V2. „Ich fahre eigentlich gerne bei solchen Bedingungen,“ gibt er nach dem Training zum Besten, „denn hier trennt sich die Spreu vom Weizen und man merkt, wer fahren kann und wer nicht.“

Mängel beseitigt, Spaß bis zum Anschlag
Der Gewohntheit folgend fuhr Michael Flehmer die ersten beiden Stunden des Rennen. Dass der Wagen ausgesprochen gut ging und das Team die Ursache des Leistungsverlustes aus dem 8. Lauf im Griff hatte, bestätigten die Rundenzeiten von Flehmer: „Ich hatte elf Runden im V2-Pulk ein tolles Rennen. Die Führung wechselte ständig, Stoßstange an Stoßstange ging es über den Kurs ohne dabei dem anderen ins Auto zu fahren.“ Wie gut der Derscheid-BMW ging, zeigte die offizielle Rundentabelle nach dem achten Umlauf: Zu diesem Zeitpunkt wurde das Descheid-Auto auf Platz eins der Klasse V2 geführt. In Runde elf flackerte die Tanklampe und man holte Michael eine Runde früher als geplant an die Box. Tanken mit Fahrerwechsel – alles wurde routiniert und zügig erledigt und Rolf Derscheid machte sich auf den Weg, die Arbeit seines Kollegen fortzuführen. Flehmer nach dem Rennen: „Normalerweise fahre ich etwas untertourig, aber bei dem Kampf im großen V2-Pulk bin ich ständig hochtourig gefahren. Das war offensichtlich der Grund für den höheren Spritverbrauch. Wie die getankte Menge jedoch zeigte, war das Team übervorsichtig, Michael hätte mit dem Rest durchaus noch eine Runde fahren können. Am Anfang hatte ich viele Slides, weil die neuen Räder nicht auf Temperatur kamen. Doch zur Mitte des Stints hatten die Reifen Grip und ich meinen Spaß.“ Erstaunlich sei gewesen, so Flehmer abschließend, dass enorm viel Rücksicht aufeinander genommen wurde. „Groß auf Klein und umgekehrt – akzeptieren, tolerieren und vorbeilassen. Es lief sehr gut!“
Der verfrühte Boxenstopp brachte die Strategie etwas durcheinander und so fiel der Derscheid BMW erst etwas zurück, bevor er sich wieder nach vorne kämpfte. Rolf Derscheid teilte die Ansicht seines Kollegen nicht ganz: „Ich hatte viele Kollegen aus anderen Klassen, die mich besonders in den Kurven massiv ausbremsten. Dadurch habe ich viel Zeit bei meiner Aufholjagd liegen lassen. Den zweiten Platz konnte ich aus eigener Kraft nicht mehr erreichen.“ Sehr zufrieden war der Teamchef mit dem Auto und seinem Verhalten. „Die Fahrwerkseinstellung war optimal, das Auto hat das gemacht, was ich wollte und nicht umgekehrt. Auch der Motor ist gelaufen wie ein Bienchen und vom Leistungsverlust des letzten Laufs war nix zu spüren.“ Auf Rang drei beendete das Team den 9. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft.

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Die technischen Probleme des letzten Laufs waren behoben und die Fahrer des Team Derscheid konnten ein Wörtchen um die V2-Platzierungen mitreden. Am Ende reichte es für die Fahrer Rolf Derscheid und Michael Flehmer sowie das Team Derscheid für den dritten Rang der Klasse.

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David gegen Goliath: Der V2 BMW von Derscheid ist besonders in den Ecken häufig schneller als die großen Fahrzeuge. Diesmal schien, bis auf wenige Ausnahmen, das Zusammenspiel zwischen Groß und Klein funktioniert zu haben.

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Beitrag von Uwe Meuren » Do 09.Apr, 2009 7:58

Überlegt gefahren, überlegen gewonnen

Nürburgring/Würzburg: Zum Saisonauftakt der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft präsentierte sich die einst stärkste Klasse V2 enorm geschwächt: Lediglich zehn Teams gingen in der kleinen Serienwagenklasse an den Start. Team Derscheid blieb der V2 treu und wurde prompt dafür belohnt.

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen erwachen Flora und Fauna zum Leben – und auch die Motorsportler! Am vergangenen Wochenende starteten mehr als 170 Teams zum ersten Rennen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft und kämpften um Plätze, Punkte und Ehre. Strahlend blauer Himmel, Frühlingshafte Temperaturen und zahlreiche Fans erwarteten die Protagonisten zum ersten Rennen der Saison 2009. Andrea und Rolf Derscheid, Chefin und Chef des Team Derscheid, waren samt Stammmannschaft in die Eifel gereist, um sich auch in der Saison 2009 dem Vergleich zu stellen. Neben zahllosen, fleißigen und insbesondere freiwilligen Helfern standen während Training und Rennen die beiden Fahrer Rolf Derscheid und Michael Flehmer im Rampenlicht.
Pünktlich um 08:30 Uhr wurde das erste Zeittraining der jungen Saison freigegeben, und Michael Flehmer ging als erster ins frühmorgendliche Trainingsgetümmel: „Im Bereich Kesselchen gab es gleich zu Beginn einen heftigen Unfall. Gelbe Flaggen bremsten mich an dieser Stelle ein. Dennoch war ich mit meiner gezeiteten Runde sehr zufrieden“, kommentiert Flehmer sein Training. Besser lief es für Rolf Derscheid: „Meine erste Runde war eindeutig die bessere – was auch die Zahlen belegen. Mit einer 10:23 bin ich zufrieden. Nicht ganz vorne, nicht ganz hinten. So haben wir alle Möglichkeiten, am Ende eine gute Platzierung zu erlangen. In meiner zweiten Runde hatte ich wieder etliche Nordschleifen-Neulinge vor mir. Offensichtlich sind zahlreiche Fahrer, insbesondere auf großen Autos, mit der Kombination aus Motorleistung und Streckenführung überfordert. Immer wieder blockierten sie die Linie. Wir in den PS schwächeren Autos leben aber von der Linie und dem Schwung, den wir in jeder Kurve mitnehmen müssen. Wenn uns dann jemand die Linie zumacht, ist unsere Runde direkt mit einer schlechten Zeit bestraft“, so Rolf Derscheid. Mit dem 3. Startplatz war man im Team Derscheid rundum zufrieden und konnte sich auf die vier ausstehenden Rennstunden konzentrieren.

Defensiv nach vorne
Traditionell war es Michael Flehmer, der den Start übernahm und kurz nach 12:00 Uhr von der dritten Startposition der Klasse V2 aus erstmalig die Start-Ziellinie überquerte. Allerdings extrem verhalten, denn: „Vor mir gab es einen Unfall. Viel Staub mit jeder Menge Berührungen. Ich bin vom Gas gegangen und wurde prompt von einigen Klassen-Wettbewerbern überholt. Ich verlor einige Positionen, konnte aber den Anschluss alsbald wieder herstellen.“ Ab dann gab es für Flehmer kein Halten mehr: Wie entfesselt kämpfte er sich nach vorne, machte Platz um Platz gut und hatte das Glück des Tüchtigen, denn einige Konkurrenten kegelten sich gegenseitig aus dem Feld und Rennen. „Viele Unfälle und zahlreiche Gelbphasen prägten meinen Stint. Dennoch hat es Spaß gemacht, vor allem, weil das Auto sensationell gut ging. Als ich erfuhr, dass wir mit reichlich Vorsprung auf Rang eins lagen, habe ich etwas Speed rausgenommen, um das Material zu schonen. Schließlich standen nach meinem Turn weitere zwei Rennstunden an.“
In Runde zwölf war die Reihe an Rolf Derscheid. Während die Mechaniker einen kleinen Kundenservice durchführten, Scheiben reinigten, tankten und den Blick über die Technik schweifen ließen, tauschten Flehmer und Derscheid die Plätze und der Teamchef hatte nun die Aufgabe, mit knapp zwei Runden Vorsprung den BMW 318is ins Ziel zu steuern. Trotz des exzellenten Puffers fuhr Derscheid sein Rennen: „Die Reifen waren perfekt, die Einstellung bestens. Es hat soviel Spaß gemacht, da konnte ich den Rest des Rennens nicht im Bummeltempo absolvieren. Der Sieg geht einzig und allein auf das Konto von Michael Flehmer, der schon in der ersten Rennhälfte die Weichen stellte. Er hat ein überlegtes Rennen gefahren, das wir überlegen und verdient gewonnen haben. Diesmal hat alles gepasst und ich bin gewillt, von einem perfekten Wochenende zu sprechen.“ Das Team Derscheid Motorsport hofft nun, an den Erfolg beim nächsten Aufschlag der Langstreckenmeisterschaft in zwei Wochen anknüpfen zu können.
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Michael Flehmer und Rolf Derscheid fuhren auf ihrem BMW 318is ein überlegtes Rennen: Ohne Stress und Feindkontakt setzten sich beide im ersten Rennen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft gegen zehn Wettbewerber durch und gewannen die Klasse V2 mit deutlichem Vorsprung.


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Schichtwechsel! Während Flehmer den BMW 318is an Teamchef Rolf Derscheid übergibt, erledigen die Mechaniker und Helfer ihren Job routiniert und ohne Hektik.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 21.Apr, 2009 7:10

Nasse Punkte ins Trockne gerettet

Nürburgring/Würzburg: Ein Klassensieg zum Saisonauftakt – an dieses Ergebnis wollte das Team Derscheid beim zweiten Lauf der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft anknüpfen. Zunächst deutete alles auf eine Fortsetzung des Erfolges hin, der dann aber doch ausblieb.

April in der Eifel kann Sonne und Wärme, aber auch Regen und Kälte bedeuten. Letzteres beherrschte das zweite Rennen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft am 18. April 2009. Wegen Sichtbehinderung durch Nebel verschob die Rennleitung den Trainingsbeginn um 30 Minuten – eine Entscheidung, die dem Team Derscheid entgegen kam. Denn der zuverlässige BMW 318is litt seit dem freien Freitagstraining an Geräuschen aus dem Antriebsstrang. Bereits am Freitagabend wechselte die Mannschaft vorsorglich das Differential, und vor dem offiziellen Zeittraining am Samstagmorgen tauschten die Mechaniker vorsorglich noch eine Antriebswelle.
Stamm- und Startfahrer Michael Flehmer entschied sich, erst spät ins Trainingsgeschehen einzugreifen: „Die Rennleitung wertete die erste halbe Stunde des Trainings nicht. Warum sollte ich rausfahren und ein unnötiges Risiko eingehen, auf schwieriger Strecke den Wagen zu beschädigen? Erst als die Ideallinie trockener wurde, bin ich ins Training gestartet.“ Trotz stetig trocken werdender Strecke ließ es Flehmer langsam angehen und übergab den Wagen nach drei Runden an seinen Teamchef Rolf Derscheid, der seinerseits für drei Runden die Nordschleife unter die Räder nahm. Im letzten Umlauf drehte Derscheid die schnellste Team- und Klassenrunde: Mit einer Zeit von 11:15 Minuten stellte der Routinier den BMW auf Startplatz eins der Klasse V2. „Die Strecke wurde immer trockener“, erklärte Derscheid, „die erste Runde habe ich genutzt, um die Funktion zu kontrollieren. In der nächsten Runde wollte ich angreifen, hatte aber einige Gelbphasen. So dass ich mich spontan entschloss, eine weitere Runde dranzuhängen.“ Eine kluge Entscheidung, denn in besagter dritter Runde hatte der Teamchef nahezu freie Fahrt und errang Platz eins der Startaufstellung.

Abbauende Reifen verhinderten Sieg
Michael Flehmer saß hinterm Lenkrad, als die Rennleitung die dritte Startgruppe kurz nach 12 Uhr in die Einführungsrunde entließ. Defensiv, aber dennoch entschlossen verteidigte Flehmer seinen ersten Startplatz und ging als Führender der Klasse V2 aus dem Startgetümmel heraus. Nach dem Rennen: „Ich habe mich zurückgehalten – offensichtlich waren die anderen noch vorsichtiger. Also habe ich auf Platz eins meine ersten beiden Rennrunden gedreht, bevor der große Regen einsetzte. Ich bin gut 1,5 Runden bei strömendem Regen auf Slicks gefahren, was uns mächtigen Vorsprung einbrachte. Nach dem Wechsel auf Regenreifen wurde der Regen deutlich stärker, und durch die Gischt konnte ich weder Einlenk- noch Bremspunkte ausmachen. Ich bin froh, dass der Wagen am Stück geblieben ist, was viele Teams nicht behaupten können. Ölspuren, Fahrzeugteile, Gras, Schlamm und viel Regen haben die Strecke schon fast unfahrbar gemacht.“ Seiner überlegten und passiven Fahrweise fiel der erste Platz zum Opfer: Flehmer wollte nicht mit der „Brechstange“ durchs Feld der langsameren Autos pflügen und ließ dabei dem bis dato Zweitplazierten den Vortritt.
Im 14. von insgesamt 20 Umläufen übergab Flehmer den BMW 318is unbeschädigt an seinen Teamchef und Mitstreiter Rolf Derscheid, der indes vom nachlassenden Regen profitierte und die Rundenzeiten deutlich senken konnte. “Ich kam in meinem Turn dem Führenden immer näher, aber leider nie in echte Schlagdistanz. Unsere Regenreifen haben dermaßen abgebaut, so dass ich nicht mehr angreifen konnte. Die Punkte des Klassensieges wären schön gewesen, aber das andere Team war an diesem Wochenende einfach besser. Ich bin froh, dass wir dieses Rennen ohne Unfall so souverän beendet haben. In meinem Stint glich die Nordschleife einem riesigen Schrottplatz.“ Trotz geschrumpfter Klassenstärke konnte das Team Derscheid 8,50 Punkte einfahren und konzentriert sich schon jetzt auf den nächsten Lauf, der am 02. Mai 2009 stattfindet.

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Sintflutartige Regenfälle beherrschten das zweite Rennen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft. Michael Flehmer und Rolf Derscheid konnten trotz vermasselter Reifenwahl den zweiten Platz der Klasse V2 einfahren und schon jetzt wichtige Meisteschaftspunkte sammeln.


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Rush-Hour in der Boxengasse: Kurz nach dem Start zum 2. Lauf der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft bestimmte Regen die Geschehnisse, und schlagartig füllte sich die Boxengasse durch anstehende Reifenwechsel. Das Team Derscheid konnte trotz unplanmäßigem Halt seine bis dahin eingefahrene erste Position halten, nicht zuletzt wegen einer erstklassigen Boxencrew. Erst später verlor das Team den ersten Platz.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 06.Mai, 2009 11:10

Mit Kopf und Kontinuität

Nürburgring/Würzburg: Insgesamt 13 Konkurrenten in der Klasse V2 musste sich Team Derscheid beim 3. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft im Kampf um Punkte stellen. Unter blauem Himmel lieferte das gesamte Team ein kluges Rennen und wurde mit maximaler Punktzahl belohnt.

„Ich hatte ein schönes Training mit nahezu störungsfreier Fahrt bei optimalem Rennwetter“, ließ Michael Flehmer nach dem offiziellen Training zum 3. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft verlauten. Das gute Wetter sollte über das gesamte Rennen halten, ebenso die gute Fahrt des BMW 318is vom Team Derscheid. Teamchef und Fahrer Rolf Derscheid war mit seinem Trainingsergebnis ebenso zufrieden, auch wenn sein Rhythmus deutlich öfter von Gelbphasen unterbrochen wurde: „In meiner ersten Runde hatte ich viele Unfallstellen zu passieren, in meiner zweiten Runde bremste mich eine lange Ölspur massiv ein. Dennoch bin ich mit meiner gefahrenen Zeit und dem Auto zufrieden.“ Dazu hatte er auch allen Grund, denn mit 10:21 Minuten stellte er den BMW auf den zweiten Startplatz der Klasse V2. Insgesamt drehten die beiden fünf Trainingsrunden – mehr wollte man nicht in Angriff nehmen, um den Wagen für das ausstehende 4h-Rennen zu schonen.
Wie gewohnt ging Michael Flehmer zuerst ins Rennen und überquerte kurz nach 12 Uhr zum ersten Mal die Start-Ziellinie. Im direkten Windschatten des Erstplatzierten der Klasse V2 fuhr Flehmer über den Grand Prix-Kurs, um an dessen Ende auf die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt, die Nordschleife, aufzufahren. „Insgesamt drei Runden bin ich dem Führenden der Klasse gefolgt. Es gab Ecken, an denen ich deutlich schneller war, es gab aber auch Stellen, an denen ich etwas hinterher hing“, resümiert Flehmer nach seinem Einsatz.

Mit Kopf gefahren und Arbeit beendet
In Lauerstellung klebte der Derscheid BMW dem Führenden am Heck. Flehmer wusste, dass ein Überholvorgang nur unter Einsatz der „Brechstange“ möglich war. Das hätte jedoch unter Umständen das Aus für beide Fahrzeuge bedeutet, also wartete er geduldig auf einen Fehler des Wettbewerbers. Und er kam: In Runde drei wurde der Führende der Klasse V2 durch ein schnelleres Auto auf die Außenbahn des „Caraciola Karusells“ gedrängt, wodurch er deutlich an Geschwindigkeit verlor. Innen schlüpfte nicht nur das schnellere Auto, sondern auch der BMW des Team Derscheid durch. „Ich habe nur auf eine solche Situation gewartet. Ständig hatte mich der Führende formatfüllend im Rückspiegel, ich wusste, dass irgendwann ein Fehler kommt. Das wäre mir genauso gegangen“, erklärte Flehmer nach dem Rennen. Und weiter: „Anschließend sind wir im Paarflug bis zum Streckenabschnitt Pflanzgarten gefahren; Stoßstange an Stoßstange. Während ich die Überrundung eines offensichtlichen Nordschleifenneulings problemlos erledigen konnte, berührten sich mein Kontrahent und das langsame Auto, wodurch es zu einem Reifenschaden beim Wettbewerber kam. Das tut mir wirklich leid, denn wir hatten bis dahin einen sehr harten, aber auch fairen Kampf, der viel Spaß gemacht hat.“ Flehmer lag nun unangefochten auf Rang eins und konnte seinen Vorsprung auf die Verfolger deutlich ausbauen.
In Runde 13 war das Rennen zwar für Flehmer, nicht aber für das Team Derscheid beendet. Beim planmäßigen Boxenstopp übernahm Teamchef Rolf Derscheid den BMW auf Platz eins liegend und während er sich anschnallen ließ, tankten die Mechaniker den BMW 318is und kopntrollieren Motor sowie Reifen. „Meine Aufgabe“, so Derscheid nach seinem Einsatz, „war klar: Ich musste das „Ding“ nur noch heimfahren. Ich konnte den Vorsprung halten und am Ende sogar auf über eine Runde ausbauen. Ich hab mich aber aus allen Rangeleien raus gehalten.“ Elf Runden dauerte der Turn des Teamchefs, ehe auch sein Rennen beendet war. Über die Gesamtleistung konnte sich Rolf Derscheid nach dem Rennen nicht positiv genug äußern: „Michael Flehmer hat den Grundstein zu diesem Sieg gelegt, das Team hat sein übriges dazu getan. Eine erstklassige Mannschaftsleistung, die uns wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft eingebracht hat.“ Derscheid und Flehmer liegen mit 27,56 Punkten auf dem fünften Platz der Gesamtwertung – nur 0,76 Punkte hinter der Spitze!
Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: Redaktionsbüro Meuren / BRfoto



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Noch in der ersten Rennhälfte übernahm das Team Derscheid mit den Fahrern Michael Flehmer und Rolf Derscheid die Führung in der Klasse V2. Das Team siegte am Ende mit mehr als einer Runde Vorsprung und sicherte sich erneut wertvolle Punkte im Kampf um die Meisterschaft.


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Rückwärts ging es für das Team Derscheid beim 3. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2009 nur einmal: Beim Fahrerwechsel wurde der BMW 318is „zugeparkt“ und musste einige Meter zurückgeschoben werden um die Boxengasse gefahrlos verlassen zu können.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 16.Jun, 2009 13:47

Mit Klassensieg auf Rang zwei

Nürburgring/Würzburg: Die laufende Saison der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft hätte bislang für das Team Derscheid Motorsport aus Much nicht besser laufen können: Drei erste und ein zweiter Platz bedeuten Platz zwei der Meisterschaft.

Viel hatten die Fahrer Rolf Derscheid (Much) und Michael Flehmer (Overath) nach dem 4. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft nicht zu sagen und was sie zum Besten gaben, war einstimmig: „Ein tolles Rennen auf einem tadellos funktionierenden Auto liegt hinter uns. Unser Dank für das gute Ergebnis gilt nicht zu letzt der Crew und unseren Sponsoren.“ Bis zu diesen abschließenden Worten mussten jedoch ein Zeittraining und knapp vier Stunden Renndistanz bewältigt werden.
Wie gewohnt startete Michael Flehmer ins offizielle Zeittraining am Samstagmorgen. Er drehte insgesamt zwei Runden - die Kombination von Grand Prix-Kurs und Nürburgring Nordschleife - ehe er den Wagen zur Box lenkte, um ihn an seinen Teamchef und Fahrerkollegen Rolf Derscheid zu übergeben. Flehmer nach dem Training: „Reinsetzen, wohlfühlen und Gas geben – das Auto ist wieder klasse vorbereitet. Ich hatte keine echte freie Runde, wurde leider häufig von unachtsamen Fahrern ausgebremst. Dennoch bin ich mit meiner Leistung zufrieden.“ Rolf Derscheid hatte in seinen ersten beiden Runden das gleiche Pech wie Flehmer und musste sich in kniffligen Passagen immer wieder hinten anstellen. „Als ich nach der zweiten Runde in Richtung Start-Ziel kam, wusste ich, dass Sprit und Zeit für nur noch eine weitere Runde genügten. Also blieb ich draußen und drehte eine dritte Trainingsrunde.“ Eine kluge Entscheidung: In dieser Runde hatte Derscheid freie Fahrt und konnte den BMW 318is auf Startplatz eins der Klasse V2 stellen.

Souverän auf Platz 1 nach Zwangspause
Michael Flehmer übernahm den Start, konnte seinen Platz behaupten, erkannte aber seinen ärgsten Verfolger formatfüllend im Rückspiegel. Im Kampf mit dem Matthes BMW wechselte die Klassenführung während der ersten drei Runden ständig, ehe sich Flehmer absetzen konnte. „Mir kamen dabei die vielen Überrundungen zur Hilfe“, erklärte Flehmer nach seinem Einsatz. Und: „Wir hatten einen harten, aber fairen Kampf, der sehr viel Spaß gemacht hat. Die beiden Autos sind ebenbürtig und letztendlich hatte ich ein Quäntchen mehr Glück als mein Widersacher.“ Der Kampf dauerte beinahe zwei Stunden und wurde erst durch einen Rennabbruch beendet: Ein schwerer Unfall in der Spiegelkurve und die anschließend komplizierte Bergung von Fahrer und Fahrzeug bescherten den verbliebenen Protagonisten eine gut zweistündige Zwangspause. Das Team Derscheid nutzte die Unterbrechung zum Fahrerwechsel, Wechsel der Räder sowie zur Kontrolle des Autos. Um 16:00 erfolgte dann der Neustart für eine auf 1:40h verkürzte Renndistanz.
Rolf Derscheid hatte den Platz hinterm Volant eingenommen und durfte den Re-Start fahren. Auch er konnte den aus der ersten Rennhälfte „mitgebrachten“ Platz verteidigen. Er setzte sich Runde für Runde von seinem direkt hinter ihm gestarteten härtesten Verfolger im Matthes BMW ab. Auch am Ende der zweiten Rennhälfte wurde das Team Derscheid auf Rang eins der Klasse V2 geführt. Die letztendliche Wertung errechnete sich aus den Ergebnissen beider Rennhälften. Rolf Derscheid: „Das Auto lief wie ein Uhrwerk. Erst gegen Ende des Rennens machten mir Geräusche an der Hinterachse ernorme Sorgen, zumal diese mit jedem Meter lauter wurden. Wir vermuten einen Defekt im Bereich der Radlager oder des Hinterachsdifferentials, was aber erst die Überprüfung im heimischen Much belegen kann. Ein erstklassiges Rennen liegt hinter uns und ich danke der Mannschaft für die tolle Unterstützung und Michael Flehmer für seinen lupenreinen Stint, mit dem er den Grundstein dieses Sieges gelegt hat. Das ganze Team freut sich, dass der Fahrer des Unfallautos glimpflich davon gekommen ist und wünscht gute Besserung.“
Das Fahrerduo Derscheid / Flehmer nimmt nach drei Klassensiegen und einem zweiten Platz gemeinsam mit 37,11 Punkten den zweiten Tabellenrang von mehr als 800 gelisteten Fahrern ein. Lediglich 0,65 Punkte fehlen beiden auf Platz eins, nach hinten haben beide 0,77 Punkte Luft.

Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: Redaktionsbüro Meuren / BRfoto



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Derscheid vor Matthes: In der ersten Rennhälfte wechselte die Führung zwischen beiden Teams mehr als einmal. Am Ende konnte sich Startfahrer Flehmer vom Team Derscheid Motorsport behaupten und über 20 Sekunden Vorsprung rausfahren. Das Bild änderte sich auch nach dem Re-Start nicht und das Team aus Much gewann die Klasse mit fast einer Minute Vorsprung.

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Das viel beschworene Uhrwerk des Team Derscheid meldete sich beim 4. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft 2009 erst gegen Ende mit Geräuschen aus dem Bereich der Hinterachse zu Wort. Bis dahin lieferte das Gesamte Team ein wahres Bilderbuch-Rennen ab. Drei erste und ein zweiter Platz bedeuten Platz zwei der Gesamtwertung der Rennserie.

Uwe Meuren
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Beitrag von Uwe Meuren » Di 30.Jun, 2009 15:27

Kollision verhindert Hattrick

Nürburgring/Würzburg: Den dritten Klassensieg im Visier startete das Team Derscheid Motorsport (Much) in den 5. Lauf der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft. Zu Beginn schien der Hattrick möglich, doch ein „dummer“ Zwischenfall machte die Hoffnung auf Platz eins zunichte.

Ein ereignisreiches Rennen lag am Samstagabend hinter Teamchef und Fahrer Rolf Derscheid (Much) und seinem Fahrerkollegen Michael Flehmer (Overath). Der Morgen begann verheißungsvoll, nachdem sich der Nebel verzogen und das Training mit gut einer Stunde Verspätung aufgenommen wurde. Insgesamt fünf Trainingsrunden drehten beide Rennfahrer, bei denen Michael Flehmer keine gute Zeit zustande brachte. Sein Teamchef Rolf Derscheid hatte indes etwas mehr Glück und konnte sogar kurzzeitig Startposition eins erringen. Nach dem Training erklärte er: „Eine richtig freie Runde hatte ich nicht und so war die kurze erste Position mehr Glück als Können.“ Nach dem Training stand das Team mit dem BMW 318is auf Platz drei der mit 13 Startern besetzten Klasse V2.

Frühes Bremsmanöver kostete vermutlich Spitzenplatz
Dem Team-Ritual folgend übernahm Michael Flehmer den Start und konnte sich mit ein paar Zentimetern Abstand an den Zweitplatzierten der Klasse heften. Als dieser durch die Unachtsamkeit eines langsameren Fahrers von der Strecke gedrängt wurde, konnte Flehmer auf Platz zwei vorfahren und schon in kürzester Zeit auf den Führenden aufschließen. Flehmer folgte dem Klassenprimus im Zentimeterabstand, verlor auf den Geraden immer wieder ein paar Meter, konnte jedoch in jeder Kurve aufschließen. Nach seinem Einsatz erklärte er: „In der vierten Runde machte ich richtig Druck auf den Führenden, am Ende der Start-Ziel-Gerade bremste er deutlich früher als gewohnt. Ich konnte nicht mehr komplett ausweichen und rutsche ihm mit der rechten vorderen Ecke unseres BMW in seine linke hintere Ecke. Ich nahm kurz das Tempo raus, um zu sehen, ob der Wagen fahrbar ist, spürte keine wesentlichen Veränderungen und konnte weiter Jagd auf den Führenden der Klasse machen.“ Die beschädigte Front veränderte jedoch die Aerodynamik und reduzierte die Spitzengeschwindigkeit deutlich, so dass die Distanz auf Platz eins von Runde zu Runde größer wurde. Teamchef Derscheid kommentierte den Unfall: „Es war sicherlich ein Rennunfall und keine Absicht. Michael hat das frühe Bremsmanöver des Führenden nicht erwartet. Unser Ziel war einfach nur, dranzubleiben und dann zu schauen, ob der Führende einen Fehler macht oder ob wir beim Überrunden das Auto überholen könnten.“
Zwölf Runden fuhr Flehmer, ehe er die Box ansteuerte und den havarierten BMW seinem Teamchef übergab. Während des Fahrerwechsels tankten die Mechaniker den Wagen, putzten die Scheiben und entfernten alle lockeren Teile an der rechten Fahrzeugfront. Mit dabei: Ein Mechaniker des Team Manthey, der kurzfristig mit Werkzeug und Know-how einsprang, um Karosserieteile so zurecht zu biegen, dass Folgeschäden vermieden wurden.

Zufrieden stellend: Platz zwei
Rolf Derscheid gab nun alles, um den zweiten Platz zu halten, denn die folgenden Wettbewerber fuhren ihrerseits auf Teufel komm raus im Kampf um wertvolle Punkte. „Trotz der Schäden“, so Derscheid nach dem Einsatz, „konnte ich den Abstand nach vorne und hinten behalten. Unangenehm war, dass sich bei mir in Folge einer Berührung der rechte Außenspiegel einklappte und ich rechts blind unterwegs war.“ Trotz des Handicaps konnte der erfahrene Pilot den Wagen auf Rang zwei halten. Kurz vor 16:00 Uhr war dann jedoch Schluss mit der Fahrt. Ein heftiges Gewitter ging über der Nordschleife runter, begleitet von schweren Regenfällen. Innerhalb einer Runde ereigneten sich dutzende Unfälle und die Rennleitung sah eine gefahrlose Fortführung des Rennens als unmöglich an. Kurzerhand beschlossen die Verantwortlichen, das Rennen eine knappe halbe Stunde vor offiziellem Ende abzubrechen. Derscheid: „Der Abbruch geht voll in Ordnung, an eine gefahrlose Fahrt war nicht zu denken. In manchen Abschnitten stand das Wasser einige Zentimeter hoch. Unser zweiter Platz geht unter den Umständen voll in Ordnung. Alle haben einen guten Job gemacht. Wenn auch das Auto ein wenig ramponiert aussieht, werden wir es auf jeden Fall zum 6h-Rennen wieder zum Einsatz fertig haben.“
Derscheid und Flehmer konnten erneut reichlich Punkte sammeln und sich auf Platz zwei der Gesamtwertung festsetzen. Nur 0,53 Punkte trennen das Duo vom ersten Rang. In der Klasse V2 führen beide unangefochten.
Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: Redaktionsbüro Meuren / BRfoto



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Die Welt ist noch in Ordnung: Startfahrer Michael Flehmer konnte mit der Spitze der Klasse V2 Schritt halten. Am Ende der Start-Ziel-Geraden kam es in der vierten Runde zum Unfall mit dem Führenden der Klasse. Beide konnten das Rennen beenden – das Team Derscheid fuhr auf Rang zwei liegend ins Ziel.


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Rolf Derscheid übernahm ein waidwundes Auto von Michael Flehmer. Auf seine volle Rundenzahl kam der Teamchef jedoch nicht, denn ein Gewitter veranlasste die Rennleitung, den 5. Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft abzubrechen.

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