[VLN] Kappeler Motorsport

Informationen und Hintergründe.
Uwe Meuren
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[VLN] Kappeler Motorsport

Beitrag von Uwe Meuren » Mi 10.Mär, 2010 14:23

Auf eigenen Reifen in die neue Saison

Bad Saulgau / Würzburg: Das Leben der Familie Kappeler ist von Motorsport und schnellen Autos geprägt: Am ihrem Wohnort in Bad Saulgau betreiben sie erfolgreich eine freie Kfz- und Tuning-Werkstatt und seit Jüngstem ist dies auch die Heimat des neu gegründeten Rennteams „Kappeler Motorsport“.

Motorsporterfahrung kann der heute 26jährige Thomas Kappeler reichlich vorweisen: Mit sechs Jahren fuhr er unter Anleitung seines Vaters sein erstes Kartrennen, fuhr danach im Lupo-, Beetle- und Fiesta-Cup und ging in der DTC an den Start. Sporadisch bei einzelnen Rennen und seit 2008 regelmäßig war Kappeler auch in der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring anzutreffen. Bei den bis zu sechs Stunden dauernden Langstreckenrennen ging Kappeler als „Miet-Fahrer“ stets auf fremdem Material an den Start, ohne jemals wirklichen Einfluss auf Fahrzeugperformance oder Team zu haben. „Damit ist jetzt Schluss“, erklärt Thomas Kappeler im Gespräch, „wir haben uns im Winter einen eigenen Rennwagen gekauft, um unabhängiger zu sein, mehr Verantwortung und Entscheidungsgewalt zu haben.“ Wir, das sind beim neu gegründeten Team in erster Linie Vater Karl-Heinz, der gemeinsam mit seinem Sohn als Teamchef fungieren wird, Mutter Helga die gemeinsam mit Schwester Tanja für Verpflegung und Administration verantwortlich ist sowie einige freiwillige Mechaniker aus der heimischen Werkstatt.

Reichlich Erfahrung auf dem Auto
Kappeler Motorsport will bei insgesamt zehn Rennen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft an den Start gehen, die allesamt auf dem Nürburgring und der Nordschleife ausgetragen werden. Dazu greift das Bad Saulgauer Team auf bewährte Technik aus München zurück und setzt einen BMW M3 aus der Tourenwagenweltmeisterschaft ein. „Dieses Fahrzeug“, erklärt Thomas Kappeler, „wurde bereits vor einigen Jahren technisch auf die Nordschleife abgestimmt und bei Langstreckenrennen in der Klasse SP6 bis 3,5 Liter Hubraum eingesetzt. Wir haben den Wagen im Winter mit den Rennsportspezialisten von KK Automobile erneut überarbeitet und gehen mit einem kleineren Motor in der Klasse SP5 bis drei Liter Hubraum an den Start.“ Gründe für den Wechsel in eine kleiner Klasse habe das Team zur Genüge, wie Thomas Kappeler ergänzt: Mehr Chancen auf Klassensiege, mehr Teilnehmer in der Klasse und mehr Spannung für Fahrer und Fans. Überdies wird in der kleineren Klasse das Fahrzeug nicht ständig am „materiellen Limit“ bewegt, was der Lebensdauer der Komponenten entgegen kommt. Kappeler ist auf dem BMW schon einige Rennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife gefahren, kennt das Auto also bestens, was für die anvisierten Klassensiege nur von Vorteil sein kann.
Was dem Team jetzt noch fehlt, ist ein weiterer Fahrer, der Thomas Kappeler während der Langstreckenrennen unterstützt. An seine Seite wünscht sich der Bad Saulgauer jedoch nicht irgend jemanden, sondern: „Wir brauchen einen zweiten, schnellen Fahrer, der überdies die erforderliche Konstanz mitbringt, die für Langstreckenrennen notwenig ist. Auch wenn wir einige Interessenten haben – das passende Pendant ist noch nicht gefunden.“
Auch wenn Kappeler Motorsport schon jetzt mit einem Auge in Richtung Klassensieg schielt, bleibt die Mannschaft mehr als realistisch. „Wir sind neu in der Klasse und unser primäres Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln. Wenn dabei der eine oder andere Podiumsplatz raus springt – umso besser. Nach dem ersten Rennen am 27. März wissen wir, wo wir stehen und in welche Richtung wir arbeiten müssen“, so Thomas Kappeler zum Saisonstart 2010. Was das gesamte Team von Kappeler Motorsport nicht vergisst, ist die Unterstützung durch den Sicherheitsglas Hersteller SGT mit Sitz in Oelsnitz (Vogtland). Das Unternehmen steht Thomas Kappeler seit seinem Einstieg in die Cup-Klassen zur Seite und will künftige Nordschleifen-Erfolge mit dem Team feiern.
Text / Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren


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Der BMW M3 von Kappeler Motorsport stammt ursprünglich aus der Tourenwagen Weltmeisterschaft WTCC und wurde vor einiger Zeit auf die Nordschleife umgerüstet. Nach einer weiteren Überarbeitung geht Thomas Kappeler in der Klasse SP 5, bis drei Liter Hubraum, an den Start der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 30.Mär, 2010 8:40

Trockenübung

Bad Saulgau / Würzburg: Die Teilnahme am ersten Rennen zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, kurz VLN, wollte Kappeler Motorsport als „Standortbestimmung“ nutzen: Das neue Fahrzeug kennen lernen, Kinderkrankheiten aufdecken und ausmerzen und eine technische Feinabstimmung erledigen. Nach dem Training jedoch waren diese Pläne kurzfristig außer Kraft gesetzt, denn das Team rund um Fahrer und Teamchef Thomas Kappeler fand sich in der stark besetzten Klasse SP5 auf Startplatz zwei wieder.

Falsche Reifenwahl und verunfallte Fahrzeuge bremsten das junge Team Kappeler Motorsport beim Training zum ersten Lauf der VLN ein und dennoch reichte die eingefahrene Zeit für den zweiten Starplatz in einer kampfbetonten Klasse SP5 im Feld der mehr als 170 gestarteten Teilnehmer. Donald Molenaar (Niederlande) ging zuerst auf regennasser Piste auf Zeitenjagd, kämpfte mit heftigem Untersteuern und hatte damit keine Chance auf eine verwertbare Zeit. Ursache war die bereits genannte falsche Reifenmischung. Thomas Kappeler hatte anfänglich nur wenig mehr Fortuna: In seiner schnellen Runde musste er den BMW bis zum Stillstand abbremsen, um eine Kollision mit einem Unfallfahrzeug zu verhindern. Kappeler hatte im Anschluss an die verkorkste Runde Glück und erwischte erst gegen Trainingsende einen freien, nahezu trockenen Umlauf und konnte den Rennwagen auf Startplatz zwei der Klasse stellen. Dass bei einer solch guten Ausgangsleistung kurzfristig sämtliche Strategien über den Haufen geworfen wurden, spricht für die Vollblut-Racer Kappeler und Molenaar: Bei einer solch guten Ausgangsposition wollten sie auf Angriff und nicht auf Abwarten fahren.

Gepokert und verloren
Thomas Kappeler ließ es sich als Teamchef und Fahrer in Personalunion nicht nehmen den Start zu fahren. Obwohl Kappeler vom Start weg reichlich Druck auf den Führenden der Klasse ausübte, konnte der aus Bad Saulgau stammende Rennfahrer während der ersten beiden Runde keinen ernsthaften Überholvorgang starten und hatte Mühe, den Klassenprimus nicht zu verlieren. In seiner dritten Runde platzte der Knoten, Kappeler konnte die Geschwindigkeit des Führenden in der Klasse halten und den Druck sogar erhöhen. Nur eine Runde später wurde der BMW von Kappeler Motorsport auf Rang eins der Klasse SP5 geführt. Beim Spritverbrauch begann das Team zu pokern, denn rechnerisch hätte der Kraftstoffvorrat für insgesamt elf Runden reichen müssen, doch die Realität hatte andere Pläne: Trockene Piste und reichlich Sauerstoff in der Luft bescherten dem WTC-BMW nicht nur schnelle Rundenzeiten und einen Hauch mehr Leistung, sondern auch einen höheren Spritverbrauch. Nach knapp mehr als der Hälfte seiner elften Rennrunde ging Kappeler der Sprit aus. Der Rennwagen wurde von den Sicherheitskräften zur nächsten Ausfahrt gezogen, wo bereits die Mechaniker-Crew mit Kraftstoff wartete und Kappeler die Rückfahrt zur Boxengasse ermöglichte – am Ende dauerte diese Runde knapp 40 Minuten und machte alle Siegträume zu Nichte.
Dennoch klemmte sich Donald Molenaar hinters Volant des schnellen BMW, um die verbleibende Renndauer zum Abstimmen und Einstellen des Autos zu nutzen. Nach fast jeder Runde stand der Wagen von Kappeler Motorsport vor der Box, Mechaniker befragten Molenaar nach dem Fahrverhalten und passten das Setup den Aussagen des Niederländers an. Nach zehn gefahrenen Einstellrunden beendete der Teamchef die Arbeit Molenaars, der das Auto in der Box abstellte. Auch wenn das junge Team die Wertung verpasste, hatte es gezeigt, was man leisten kann und der Klasse seinen Stempel aufgedrückt. Für die Zukunft weiß man auch, welche Distanzen man mit einer Tankfüllung zurück legen kann.
Text / Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Der überarbeitete Motor lief hervorragend, das Fahrwerk arbeitete tadellos – so hätten wir gewinnen können. Andererseits konnten wir auf diese Weise den exakten Spritverbrauch ermitteln. Den Speed der Spitze konnte ich zu Beginn des Rennens nicht gehen – erst am Ende der zweiten Runde bildete ich eine Einheit mit dem Auto, konnte Geschwindigkeit und Druck erhöhen. Donald Molenaar hat mit seinen Einstellungsrunden wertvolle Arbeit geleistet – so haben wir für die kommenden Rennen ein perfekt abgestimmtes Auto. Meinen Dank richte ich an das Team von KK Automobile, die Mechaniker und die Partner von Kappeler Motorsport.“

Donald Molenaar, Fahrer
„Wir haben im Training Regenreifen gefahren, die offenbar weder mit Fahrwerk noch Leistung des BMW harmonierten – eine schnelle Rundenzeit war so nicht möglich. Das Auto läuft wirklich sehr gut, die Umbaumaßnahmen am Motor von KK Automobile sind wirklich sehr gut gelungen. Mit den von mir ermittelten Fahrwerkseinstellungen haben wir für das nächste Rennen die perfekte Balance gefunden: Das Auto liegt sehr ruhig, lässt sich einfach und dennoch schnell fahren, eine Zeit unter neun Minuten ist nicht nur möglich, sondern Pflicht!“


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In neuem Design trat der BMW von Kappeler Motorsport zum Saisonauftakt an. Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler (Bad Saulgau) führte seine Klasse über die Hälfte des 4h-Rennens an. Erst als ihm der Sprit ausging, musste er die Führung abgeben. Sein Fahrerkollege Donald Molenaar (Niederlande) nutzte die verbleibende Renndauer, um wertvolle Abstimmungsarbeit zu leisten.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 14.Apr, 2010 8:39

Konkurrenz im Griff – Technik noch nicht

Bad Saulgau / Würzburg: Schon beim ersten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) drückte Kappeler Motorsport der Klasse SP5 seinen Stempel auf, musste jedoch - mit technischen Problemen kämpfend - das Rennen vorzeitig beenden. Auch beim zweiten Rennen zur VLN dominierte Kappeler Motorsport die Klasse – bis erneut die Technik dem endgültigen Triumph einen Strich durch die Rechnung machte.

Im offiziellen Zeittraining zum zweiten Lauf der VLN am Samstagmorgen deutete noch nichts auf das Unheil des Nachmittags hin. Im Gegenteil: Donald Molenaar (Niederlande) und Thomas Kappeler (Bad Saulgau) brummten der Konkurrenz bereits zu Beginn des Trainings sechs Sekunden auf, die keiner mehr wett machen konnte. Der Niederländer Molenaar ging zuerst ins Zeittraining. Aus der von ihm geplanten „Besichtigungsrunde“ wurde eine erste Messlatte: Mit einer Rundenzeit von 8:53 Minuten versetzte er die Konkurrenz in einen Schockzustand, von dem sie sich während des 1,5stündigen Trainings nicht wieder erholte. Während seiner ersten Runde merkte Molenaar, dass es noch schneller geht und setzte zur zweiten Runde an. Obwohl er wegen einiger Unfallstellen das Tempo drosseln musste und für sich die Runde abhakte, verbesserte er die Zeit um weitere drei Sekunden und festigte damit den ersten Startplatz in der Klasse SP5 und den 35. Platz in der Gesamtwertung von mehr als 200 gelisteten Fahrzeugen. Für Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler, der für weitere zwei Runden das Auto während des Trainings übernahm, lief es indes weniger gut. Viele Nordschleifen-Neulinge und etliche Unfallstellen machten alle Ambitionen, die Zeit von Molenaar fahren zu können, zu Nichte. Dennoch war das ganze Team mit dem Trainingergebnis zufrieden.

Vorsprung gewaltig
Teamchef Kappeler überließ den Start seinem niederländischen Fahrerkollegen Molenaar, der die Klasse von der Spitze aus kontrollierte. Schon wenige Meter nach dem Start setzte sich Molenaar deutlich vom Verfolgerfeld ab, in Runde fünf betrug der Vorsprung bereits sagenhafte 30 Sekunden. Nur eine Runde später die Hiobsbotschaft via Funk: Harte Schläge aus dem Bereich Getriebe oder Antriebswelle vereitelten jeden Schaltvorgang – Molenaar steuerte die Box an. Während Kappeler sich hinters Volant klemmte, prüfte das Mechaniker-Team von KK Automobile die vermeintlichen Urheber der Geräuschkulisse, konnte jedoch keinen Schaden feststellen. Also wollte Kappeler selbst das Phänomen im Rennbetrieb prüfen, doch soweit kam es nicht: Als er den ersten Gang einlegte und losfahren wollte, scherte die Antriebswelle ab – das Rennen war für Kappeler Motorsport erneut vorzeitig beendet.
Text: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Foto: Klaus Janda


Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Nichts kündigte den Ausfall an, im Gegenteil: Wir hatten die Klasse erneut im Griff. Jetzt müssen wir die Ausfallursache herausfinden, um in 14 Tagen wieder an den Start gehen zu können. Vermutlich liegt das Problem im Bereich der Elektronik, der Defekt der Antriebswelle ist wahrscheinlich ein Folgeschaden daraus. Auch wenn ich weiß, dass wir in der Lage sind, die Konkurrenz auf der Strecke zu schlagen, bin ich von der Technik enttäuscht. Bei Langstreckenrennen entscheidet die Standfestigkeit über Sieg und Niederlage – wir sind derzeit immer nur durch „Pfennigartikel“ vom Sieg getrennt und trotzdem ohne Punkte. Wir setzen alles dran, um das beim kommenden Rennen zu ändern.“

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Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler (Bad Saulgau) dominierte gemeinsam mit seinem Fahrerkollegen Donald Molenaar (Niederlande) während des Trainings die Klasse SP5 beim zweiten Lauf der Langstreckenrennen Nürburgring (VLN). Auch in der ersten Rennstunde führte für die Verfolger kein Weg am BMW von Kappeler Motorsport vorbei. Erst die Technik bremste das Duo aus und bescherte ein frühzeitiges Rennende.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 26.Apr, 2010 12:59

Startverzicht, um Schäden zu vermeiden

Bad Saulgau / Würzburg: Nicht auf der Rennstrecke fand man Kappeler Motorsport (Bad Saulgau) beim 3. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, kurz VLN, sondern auf der Autobahn Richtung Heimat. Technische Probleme verhinderten einen Start in ein Rennen, das von einem schweren Unfall überschattet wurde.

Mit dem Ziel, im freien Freitagstraining etliche Testrunden zu drehen, um so zu weiteren, wichtigen Erkenntnissen über das Rennauto zu gelangen, schlug Kappeler Motorport bereits am Freitagmorgen seine Zelte im Fahrerlager des Nürburgrings auf. Als am frühen Nachmittag das Training offiziell freigegeben wurde, drehte Teamchef Thomas Kappeler (Bad Saulgau) auf dem BMW M3 eine Runde auf der Grand Prix-Strecke und der Nordschleife. Die Runde glich eher einer gemächlichen Sonntagsfahrt als der Vorbereitung auf ein für vier Stunden angesetztes Rennen. Die Ursache für den Schleichgang waren extreme Vibrationen, die das Auto unter bestimmten Situationen erzittern ließen. Kappeler steuerte die Box an und gemeinsam mit den Mechanikern von KK-Automobile begab sich der Teamchef auf Ursachensuche. Etliche Bauteile wurden erneuert, bis tief in die Nacht hinein gearbeitet – ohne Erfolg. Das Team konnte den Grund der Schläge nicht ausfindig machen und Thomas Kappeler entschied, auf den Start am kommenden Samstag zu verzichten.
Überschattet wurde das dritte Rennen der VLN durch einen schweren Unfall, bei dem ein Fahrer sein Leben verlor. Nach 3,5 von vier Stunden Renndistanz wurde das Rennen aufgrund der Geschehnisse abgebrochen und nicht erneut gestartet.

Der vierte Lauf zur VLN findet am 12. Juni 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Nach dem Ausfall beim letzten Rennen haben wir in der heimischen Werkstatt fast alle Teile im Bereich des Antriebstranges erneuert, das Getriebe überholen lassen und viel Arbeit in Detailarbeit investiert. Ein Rennstart hätte vermutlich nur einen größeren Schaden zur Folge gehabt und mehr kaputt gemacht, als wir am Ende gewonnen hätten. Der Wagen wird bis zum vierten Rennen am 12. Juni von KK Automobile komplett geprüft, um dem Fehler auf die Spur zu kommen.“


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Für Kappeler Motorsport aus Bad Saulgau endete das 3. Rennen zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, bevor es eigentlich losging: Das Team rund um Chef und Fahrer Thomas Kappeler bekam die technischen Probleme am BMW M3 nicht in den Griff und verzichtete auf einen Start, um größerer Folgeschäden zu vermeiden.

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Beitrag von Uwe Meuren » Do 20.Mai, 2010 16:39

Ausfall kurz nach Halbzeit

Nürburgring/Würzburg: Eigentlich wollte der Bad Saulgauer Rennfahrer Thomas Kappeler beim diesjährigen 24h-Rennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife nicht an den Start gehen. Doch einer Einladung seines „alten“ Teams konnte er nicht widerstehen und eine Unterstützung seiner Sponsoren SGT Sicherheitsglas und Späh Dichtungen machten den Start möglich.

Auf einem BMW 330i in der mit zehn Startern besetzten Klasse SP5 ging Thomas Kappeler an den Start zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife. Das Besondere daran: Er startete im Auto eines in der Langstreckenmeisterschaft konkurrierenden Teams. Thomas Kappeler: „Ich bin bereits 2008 als Fahrer für das Team Live Strip an den Start gegangen. Als die Teamchefs hörten, dass ich beim diesjährigen 24h-Rennen auf einen Start mit eigenem Auto verzichte, haben sie mir angeboten, bei ihnen mitzufahren. Nach kurzer Rücksprache mit meinen Sponsoren und deren Unterstützung konnte ich zusagen.“
Doch vorm Start galt es für alle Teilnehmer sich in zwei Trainingsläufen zu qualifizieren. Bei den im Training vorherrschenden Witterungsverhältnissen keine leichte Aufgabe. Kappeler erklärte nach dem Training: „Wir hatten beim Donnerstagnachttraining Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und beim Tagtraining am Freitag lagen die Temperaturen unterm zweistelligen Bereich. Hinzu kam ein eiskalter Wind, der heftige Regenschauer über den Nürburgring trieb. Bei solchen Witterungen schnell zu fahren, ohne das Auto zu beschädigen ist nicht einfach.“ Doch der Bad Saulgauer, der sich mit drei weiteren Fahrern das Cockpit des bärenstarken BMW teilte, meisterte die Aufgabe mit Bravour, während schon im Training zahlreiche Teilnehmer ihre Wagen beschädigten.

Sonne zum Start
Pünktlich zum Start des Rennens riss die Wolkendecke auf und ließ der Sonne freien Lauf. Der Wetterumschwung freute nicht nur die Rennfahrer, sondern auch die über 220.000 Zuschauer rund um die gut 25 Kilometer lange Rennstrecke. Kappeler sollte als dritter von vier Fahrern ins Rennen gehen, jeder Fahrer hatte bei optimalem Verlauf knapp zwei Stunden Rennzeit zu bewältigen. „Mein erster Stint ging in den Abend hinein und war geprägt von vielen Gelbphasen durch Unfälle. Ich fand nie so wirklich meinen Rhythmus, da ich ständig vom Gas gehen musste. An manchen Stellen mussten sogar die Leitplanken repariert werden“, so Kappeler nach dem Rennen.
Seinen zweiten Turn hatte der Bad Saulgauer Rennfahrer von 03:00 bis etwa 05:00 Uhr zu bewältigen. „Das Auto lief optimal, alle Komponenten arbeiteten tadellos zusammen“, so Kappelers Erklärungen. „Es war etwa gegen vier Uhr, als ich mich einer Unfallstelle am Streckenabschnitt Schwalbenschwanz näherte. Gelbe Flaggen signalisierten eine Gefahrenstelle und verboten jegliche Überholmanöver. Vor mir hatte ich einen Mini, der ebenso wie ich mit angemessenem Tempo die Gefahrenstelle passierte.“ Als die Streckenposten den Teilnehmern freie Fahrt signalisierten, gab Kappeler dem Mini per Lichthupe zu verstehen, dass er sofort überholen werde. Der Mini ließ eine Lücke, in die Kappeler hinein fuhr – dann zog der kleine Rennwagen plötzlich nach links und schob den BMW von Live Strip in die Leitplanke. „Ich hatte keine Chance“, erklärte Kappeler frustriert kurz vor seiner verfrühten Fahrt ins heimische Bad Saulgau, „der Mini schob mich in die Planken, was einen großen, irreparablen Schaden am BMW verursachte. Auszufallen ist immer ärgerlich. Wir hatten das schlimmste, nämlich die Nacht, fast hinter uns gebracht und wären bis zum Ende nur noch „durchgerollt“. Schade – es sollte offenbar nicht sein. Danke an das Team für ein wirklich gutes Auto und die tolle Zusammenarbeit. Danke meinen Sponsoren, ohne die ich hätte gar nicht an den Start gehen können.“
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

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Thomas Kappeler aus Bad Saulgau ging für das Team Live Strip Racing an den Start des 24h-Rennens auf dem Nürburgring und der Nordschleife. Ein Rammstoß kurz nach Halbzeit des Rennens beschädigte den Rennwagen so stark, dass für Kappeler und das Team frühzeitig Feierabend war.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 14.Jun, 2010 15:04

Ausfall in letzter Minute

Nürburgring / Würzburg: Das aus Bad Saulgau stammende Team Kappeler Motorsport hatte die Konkurrenz in der Klasse SP5 beim 3. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) fest im Griff. Erst ein Reifenschaden und ein vermutlich daraus resultierender Schaden an der Antriebswelle vereitelten die erste Zielankunft des schnellen WTCC-BMW.

Insgesamt sieben Wochen Pause hatte Kappeler Motorsport zwischen Lauf drei und vier der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Zeit, die das Team unter der Leitung von Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler keinesfalls nutzlos verstreichen ließ, sondern nutzte, um den BMW M3 weiter zu verbessern und standfest zu machen. Fahrerische Unterstützung erhielt Thomas Kappeler auch diesmal vom Holländer Donald Molenaar.
Auf zum Teil richtig nasser Strecke drehte Kappeler am frühen Samstagmorgen seine ersten beiden Trainingsrunden. Wissend um die schmierige Piste hielt er sich im Kampf um die Pole-Position in der Klasse SP5 zurück und überlies die Zeitenjagd seinem Fahrerkollegen Donald Molenaar. Dieser konnte zwei blitzsaubere Runden drehen und den ersten Startplatz in der Klasse einfahren – obwohl in seinem zweiten Trainingsumlauf schon zur Hälfte der Runden die Reifen ihre Leistungsgrenze erreichten.

Vom Start weg gut
Den Start und ersten Stint ging der Teamchef selbst an: Vom ersten Platz aus kontrollierte er über acht Runden das Feld der Klasse SP5 und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance, die Spitze zu erobern. Am Ende seiner achten Runde steuerte er den BMW M3 zum routinemäßigen Stopp an die Box. Nach weniger als zwei Minuten Standzeit verließ der BMW mit Molenaar hinterm Volant die Box und machte sich dran, den Spitzenplatz zu verteidigen. Doch der Holländer konnte nicht mal zwei Runden Führungsluft genießen: Im Streckenabschnitt Fuchsröhre platzte ihm bei mehr als 200 km/h der rechte hintere Reifen. Molenaar drehte sich mehrfach um die eigene Achse und kam ohne Berührung von Leitplanke oder Konkurrenz mit dem Schrecken davon. Auf der Felge schleppte er sich in die Box, wo Mechaniker einen neuen Satz Reifen bereit hielten und Thomas Kappeler parat stand, um den Wagen erneut zu übernehmen. Die Schleichfahrt in die Box nutzte die Konkurrenz aus und reichte den Kappeler-BMW immer weiter nach hinten durch.
Der Teamchef hatte in seinem folgenden Stint deutlich mehr Fortuna als sein holländischer Fahrerkollege. Kappeler drehte erneut acht schnelle Runden und konnte in Runde 14 mit einer Zeit von 9:02 Minuten die schnellste Runde für sich verbuchen. Im 20. Umlauf stand der BMW erneut in der Box. Molenaar übernahm den Wagen, um das Rennen nach Hause zu fahren. Der Holländer blies, genau wie sein Teamchef zuvor, zur Attacke, die jedoch nur zwei Runden hielt. Wieder strauchelte er über unkalkulierbare Tücken und diesmal war es die Technik, die versagte: Ohne Vortrieb rollte Molenaar aus, das Rennen endete für Kappeler Motorsport knapp 20 Minuten vorm offiziellen Schluss.

Der fünfte Lauf zur VLN findet am 03. Juli 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Stimmen nach dem Rennen

Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Vier Rennen, vier Ausfälle – eine traurige Bilanz. Das Auto ist zwar schnell, aber leider noch nicht standfest. Zum Überfluss kam auch noch die Reifenpanne hinzu. Ob der Antriebswellendefekt eine Folge des Reifenschadens und des anschließenden Drehers war, gilt nun herauszufinden. Grundsätzlich gilt es zu überlegen, ob das Konzept stimmig ist und wo wir Veränderungen durchführen müssen, um über die Distanz konkurrenzfähig zu sein.“

Donald Molenaar, Fahrer
„Den Reifendefekt vermute ich als Folge eines eingedrungenen Fremdkörpers, denn kurz zuvor musste ich eine Unfallstelle passieren. Dass ich bei den Drehern nicht eingeschlagen bin, war pures Glück. Pech hingegen war der Ausfall. Ich hoffe, dass Thomas den Wagen zum nächsten Rennen standfest bekommt, denn der BMW macht tierisch viel Spaß, ist schnell und durchaus problemlos zu fahren.“

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Nur etwas weniger als 20 Minuten fehlten dem aus Bad Saulgau stammenden Team Kappeler Motorsport zur ersten Zieldurchfahrt 2010. Das Pech blieb dem jungen Team auch beim 4. Rennen zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring treu: Ein Reifenschaden kostete den sicheren ersten Platz und die anschließende Aufholjagd wurde von versagender Technik gestoppt.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 06.Jul, 2010 16:25

Knoten geplatzt: Kappeler gewinnt überlegen

Nürburgring / Würzburg: Vier Rennen musste das aus Bad Saulgau stammende Team Kappeler Motorsport warten, ehe die erste Zieldurchfahrt in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) gefeiert werden konnte. Doch damit nicht genug: Das Team gewann die Klasse SP5 mit mehr als einer Runde Vorsprung.

Ein wahrhaft heißes Rennen stand Kappeler Motorsport beim 5. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) bevor: Die Wetterfrösche prophezeiten Temperaturen nur knapp unter der 40°-Marke und Fahrer Thomas Kappeler (Bad Saulgau) musste beim ausstehenden vier Stunden Rennen auf seinen schnellen Mitstreiter Donald Molenaar (Holland) verzichten.
Schon zum Training um 08:00 Uhr hatte die Quecksilbersäule die 20°-Markierung hinter sich gelassen. Für Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler kein Grund zu verzagen: Nur drei Trainingsrunden reichte Kappeler, um die Konkurrenz auf die Plätze zu verweisen – mit einer Rundenzeit von 8:59 Minuten setzte er sich an die Spitze der Klasse, die während des eineinhalbstündigen Trainings zu keiner Zeit gefährdet war.

Ankommen hieß das Ziel
Um 11:30 Uhr – wegen des Spiels der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM eine halbe Stunde früher als gewohnt – erfolgte der Start zum 5. Rennen der VLN. Einzelkämpfer Kappeler führte das Feld in der Anfangsphase an, ließ dann aber den mächtig drückenden Konkurrenten ziehen, wohl wissend, dass eine Zielankunft bei Kappeler Motorsport im Vordergrund stand. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Temperatur mit gut 37°C ihren Höhepunkt bereits erreicht, im BMW M3 von Kappeler Motorsport herrschte schon kurz nach dem Start mit gut 60°C subtropisches Klima. Völlig unbeeindruckt von den „heißen“ Umständen drehte Kappeler nahezu minutiös seine Runden: Mit niedrigen 9er-Zeiten hielt er Kontakt zum Vordermann und die nachfolgende Konkurrenz auf gleichmäßigem Abstand. In Runde sieben schied der Klassenführende nach einem Unfall aus und Thomas Kappeler übernahm nach taktisch klugem Rennen erneut die Führung. Er kontrollierte das Feld von der Spitze aus und der Abstand auf die Verfolger schmolz nie unter 30 Sekunden. In Runde zehn stand der erste planmäßige Boxenstopp an: Die Mechaniker tankten den Wagen, gaben Kappeler eine frisch gefüllte Trinkflasche und wechselten die Reifen, die aufgrund der Hitze und der forcierten Fahrt ordentlich leiden mussten.
Für den Einzelfahrer Kappeler standen nun weitere zehn Runden auf dem Programm, die allerdings nicht ganz so entspannt verliefen wie die ersten zehn. Grund: Kurz nach Verlassen der Boxengasse verspürte der Rennfahrer mächtig Druck auf der Blase und das Bedürfnis, sich im „kleinen Geschäft“ des überschüssigen Ballasts zu entledigen. Kappeler biss die Zähne zusammen und fuhr auch diesen Stint zu Ende. Die Hitze, der Blasendruck und der Druck, das Auto ins Ziel zu bringen, nagten an der Konzentration von Kappeler, die Rundenzeiten stiegen leicht an. Dennoch kontrollierte er die Klasse SP5 von der Spitze aus und geriet zu keiner Zeit in Bedrängnis. In Runde 19 stand der schnelle BMW erneut an der Box, um die routinemäßigen Arbeiten erledigen zu lassen.
Vier weitere Runden standen auf dem Tagesprogramm des schnellen Bad Saulgauer Fahrers, ehe sich die Rennleitung entschied, das Rennen abzubrechen. Was war geschehen? Während die Protagonisten unter sengender Hitze fleißig an ihren Volants drehten, braute sich ein Unwetter über der Nordschleife zusammen, das sich kurz nach 15 Uhr über der Rennstrecke entlud. Auf regennasser Piste ereigneten sich zahlreiche Unfälle, um Schlimmeres zu vermeiden, entschloss sich die Rennleitung zum Abbruch. Für Kappeler kam die Entscheidung zum rechten Zeitpunkt: Nach fast vier Stunden bei glühender Hitze war der Rennfahrer kurz vorm Ende seiner Kräfte – außerdem konnte er so dem nach wie vor dringenden, menschlichen Bedürfnis nachkommen.
Kappeler beendete das Rennen auf Platz eins der Klasse SP5 mit einer Runde Vorsprung auf den Zweitplatzierten. In der Gesamtwertung überquerte er als 15 von mehr als 175 gestarteten Autos die Ziellinie.
Der sechste Lauf zur VLN findet am 17. Juli 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Es war ein schweres Rennen, bei dem ich tatsächlich an den Rand meiner Fitness gelangte. Vier Stunden am Stück alleine im Rennauto bei dieser Hitze ist ein Kraftakt, der einem Fahrer alles abverlangt. Umso stolzer bin ich auf das Ergebnis, dass ich jedoch nicht zuletzt durch die gute Arbeit in der Box erreicht habe. Wir haben gezeigt, dass unser Auto standfest und gleichzeitig schnell ist. Unsere Aufgabe besteht nun darin, diesen Erfolg langfristig zu halten. Es stehen noch weitere fünf Rennen aus, darunter mit dem 6h-Rennen das Saisonhighlight. Ein großer Dank geht an meine Boxenmannschaft, die freiwillig ihre Zeit mit mir an der Rennstrecke verbringt und überwiegend aus Renn-Neuligen besteht. Natürlich danke ich auch meinen Sponsoren, die mir grundsätzlich diesen Erfolg erst ermöglicht haben.“

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Bei Kappeler Motorsport aus Bad Saulgau ist der Knoten im 5. Rennen zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) geplatzt: Thomas Kappeler fuhr alleine das auf vier Stunden angesetzte Rennen im BMW M3 und erreichte mit einer Runde Vorsprung auf Rang eins der Klasse SP5 liegend das Ziel. In der Gesamtwertung fuhr er auf Rang 15 von mehr als 170 gestarteten Autos.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 19.Jul, 2010 16:38

Deutschland-Holland gewinnt das Finale

Nürburgring / Würzburg: Mit viel Enthusiasmus startete das Bad Saulgauer Rennteam Team Kappeler Motorsport in den sechsten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Nach vier Stunden Renndistanz überquerte der BMW M3 als erster der Klasse SP5 die Ziellinie.

Es dauerte wahrhaftig lange, ehe Kappeler Motorsport seine erste Zielankunft feiern konnte: Beim 5. der VLN vor 14 Tagen platzte der Knoten und das Team gewann überragend seine Klasse. An diesen Erfolg wollten man anknüpfen, trainierte bereits im freien Freitagstraining fleißig, um selbst kleinste Störungen rechtzeitig zu erkennen und auszumerzen. Ein kluger Schachzug, denn die beiden Fahrer Thomas Kappeler und Donald Molenaar (Holland) verspürten leichte Vibrationen im Motor, die von einer defekten Zündspule ausgingen. Nach dem Tausch des Bauteils arbeiteten beide Fahrer gemeinsam mit der Mechanikercrew am Setup und konnten so weiter Verbesserungen der Fahreigenschaft herbeiführen.
Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler eröffnete das Training und drehte zwei Runden hintereinander. Den ersten Umlauf nutzte er, um die Strecke zu „erkunden“, in seiner zweiten Runde fuhr er auf Angriff und setzte mit 8:53 Minuten eine Top-Zeit, an der sich die Konkurrenz während des 1,5 Stunden dauernden Trainings die Zähne ausbiss. Donald Molenaar drehte nur eine Runde, um seiner Pflicht genüge zu tun und um einen weiteren Satz Reifen anzufahren.

Molenaar, der Unglücksrabe
Auf Rang eins der Klasse SP5 liegend und auf Platz 24 der Gesamtwertung von fast 150 gemeldeten Startern ging Thomas Kappeler ins Rennen. Ziemlich direkt nach dem Start beugte er sich dem Druck seines Verfolgers, ließ ihn vorbei und blieb dennoch stets in Schlagdistanz. Gleichzeitig setzte er sich vom Rest des Verfolgerfeldes der Klasse SP5 ab. Neun Runden fuhr Kappeler, ehe er den bärenstarken BMW M3 an seinen holländischen Fahrerkollegen übergab. Zeitgleich wechselten die Mechaniker die Reifen und tankten den Wagen randvoll. Molenaar drehte zunächst in fast gleicher Zeit wie Kappeler seine Runden, ehe er beim Überholen eines langsameren Autos einen Schlag aufs linke Hinterrad erhielt – obwohl dem Fahrer mehrfach ein schnelleres Fahrzeug durch die Streckensicherung angezeigt wurde. Der Schlag deformierte die Felge, woraufhin der Reifen begann Luft zu verlieren. Im Schleichtempo fuhr Molenaar an die Box, wo die Crew mit neuen Reifen bereitstand. Auch Teamchef und Fahrer Kappeler stand erneut bereit und übernahm den Wagen vom schnellen Holländer. Mit leicht verändertem Fahrverhalten machte er sich erneut auf die Strecke und drehte nun neun problemlose Runden. Da die Konkurrenz zu diesem Zeitpunkt bereits ausgefallen oder mit falscher Tankstrategie unterwegs war, führte die Rennleitung das Kappeler-Auto wieder auf Rang eins seiner Klasse. Am Ende von Runde 23 stand der BMW wieder in der Box, um für die letzten Runden Sprit zu fassen. Nach 26 Runden wurde der BMW von Kappeler Motorsport durch die karierte Flagge abgewinkt.
Für Kappeler Motorsport war es der zweite Klassensieg in Folge. Das Team bereitet sich jetzt akribisch auf den Saisonhöhepunkt, das 6h-Rennen, in 14 Tagen vor.
Der siebte Lauf zur VLN findet am 31. Juli 2010 statt, die Renndistanz beträgt sechs Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Eigentlich ein leichtes Rennen, da es mit rund 150 Teilnehmern ein kleines Starterfeld war. Das Auto lief tadellos und nach dem schlechten Saisonstart ist der zweite Platz in Folge der verdiente Loh. Mein Kompliment an Donald Molenaar, der ein einwandfreies Rennen fuhr und nur durch einen unglücklichen Umstand den zusätzlichen Stopp einlegen musste.“

Donals Molenaar, Fahrer
„Ein tolles Auto, bei dem das gesamte Team hervorragende Entwicklungsarbeit geleistet hat. Der Wagen lässt sich spielerisch fahren und macht mächtig Spaß. Ich habe mich extra aus allen brenzligen Situationen raus gehalten, bin den Curbs ferngeblieben und sehr defensiv gefahren, um das gute Ergebnis nicht zu gefährden. Der Fahrer des Autos, der mich anschubste, hat ganz klar die blauen Flaggen missachtet. Wir haben beide Glück gehabt, dass nicht mehr passierte. Über den ersten Platz der Klasse freue ich mich sehr.“

Bild
Nach Plan lief das 6. Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) für das Bad Saulgauer Team Kappeler Motorsport. Thomas Kappeler, Fahrer und Teamchef in Personalunion, fuhr gemeinsam mit dem Holländer Donald Molenaar einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein. Der zweite Spitzenplatz der Klasse SP5 in Folge für Kappeler Motorsport.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 04.Aug, 2010 13:12

Hattrick beim Saisonhöhepunkt

Nürburgring / Würzburg: Mit der Energie des letzten Sieges startete das junge Team Kappeler Motorsport aus Bad Saulgau in den 7. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Das Rennen mit einer Distanz von sechs Stunden ist das längste im VLN-Kalender und markiert den Saisonhöhepunkt. Für Kappeler Motorsport endete das Rennen auf dem Podium.

Kleine technische Probleme im freien Freitagstraining verlangten von Teamchef Thomas Kappeler (Bad Saulgau) und seinen Mechanikern zunächst etwas Kopfarbeit zur Fehlersuche und anschließend reichlich Fingerfertigkeit zur Fehlerbehebung. Bis tief in die Nacht arbeitete das junge Team aus Bad Saulgau am BMW M3, um im Rennen am nächsten Tag keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Nach kurzer Phase der Nachtruhe starteten Thomas Kappeler und Werner Weiss (Plochingen / Bad Saulgau) pünktlich am Samstagmorgen um 08:30 Uhr ins offizielle Zeittraining zum 7. Lauf der VLN. Der Teamchef selbst drehte die ersten beiden Runden im Training und markierte mit 8:54 die schnellste Zeit in der Klasse SP5, in der Kappeler Motorsport an den Start ging. Für Werner Weiss war es nicht nur das erste Rennen auf dem bärenstarken BMW, sondern auch das erste Rennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife: Der Rennfahrer geht üblicherweise mit einem eigenen Wagen bei Bergrennen an den Start und sollte in Vertretung für den Holländer Donald Molenaar an der Seite von Kappeler starten. Auch Weiss drehte zwei ausbaufähige Runden, mit denen Teamchef und Fahrer ganz zufrieden waren.

Wackelkontakt sorgte für Adrenalin-Schübe
Pünktlich um 12:00 Uhr wurde das Rennen gestartet. Startfahrer Kappeler wurde sofort in die Zange genommen und mit Karosserie-Kontakt in die erste Kurve geleitet. Um eine Kollision zu verhindern, steckte er zurück und ließ beide Kontrahenten zunächst ziehen, blieb jedoch ständig in Schlagdistanz und setzte sich zeitgleich von den Verfolgern ab. Wohl wissend, dass ein 6h-Rennen nicht in der Startphase entschieden wird, versuchte Kappeler so unspektakulär und defensiv als nur möglich zu fahren. Wie aus dem Nichts tauchten plötzlich Elektronik-Probleme auf: Immer wieder gab es für Bruchteile von Sekunden Aussetzer der gesamten Bordelektrik. Das verursachte nicht nur Thomas Kappeler hinterm Lenkrad Adrenalin-Schübe, sondern den per Funkt informierten Mechanikern auch Kopfzerbrechen. Nach zehn Runden kam der BMW M3 routinemäßig zum Boxenstopp, Werner Weiss stand zum Fahrerwechsel und die Mechaniker zum Tanken, Reifen wechseln und zur Fehlersuche bereit. Tatsächlich, die pfiffigen Schrauber von Kappeler Motorsport fanden die Ursache der Elektrikprobleme und konnten den Schaden mit wenigen Handgriffen beheben. Weiss wurde auf die Piste geschickt, um die gute Vorarbeit seines Teamchefs fortzuführen.

Platz eins mit etwas Glück
Für Werner Weiss, der bei Bergrennen üblicherweise alleine auf der Strecke ist, war es eine völlig neue Erfahrung, sich den Kurs mit gut 200 Wettbewerbern zu teilen. Trotz seines ersten Rennens macht er seine Sache gut und drehte vor den Augen des Teamchefs konstante Rundenzeiten. Gleichzeitig hielt er sich an die Order von Thomas Kappeler: Lieber einmal mehr zurück stecken als das Fahrzeug in einen Unfall zu verwickeln. Nach sieben Umläufen steuerte Weiss den Wagen an die Box, um seinem Teamchef das Feld zu überlassen. Durch den etwas längeren Boxenstopp mit Fehlersuche rutschte das Team auf Rang zwei der Klasse SP5. Zwar konnte Thomas Kappeler im folgenden Stint über zehn Runden wieder auf die Spitze aufschließen, zum echten Angriff reichte es jedoch nicht wirklich. Das Team entschied, dass Kappeler auch den letzten Stint fahren sollte. In Runde 28 steuerte er die Box an, die Crew reinigte Scheiben, wechselte Räder, kontrollierte Öl- und Wassserstände und tankte den Wagen erneut randvoll. Gleichzeitig ließ sich Kappeler mit frischem Getränk versorgen,, ehe er für weitere 12 Runden ins Rennen ging. Nach wie vor auf Platz zwei liegend versuchte er sich an die Spitze ran zu kämpfen. Und dann war dem Bad Saulgauer Team Fortuna hold: Das in Führung liegende Auto bekam technische Probleme, Kappeler witterte Morgenluft und startete einen letzten Angriff. Dabei fuhr er mit 9:01 seine schnellste Runde an diesem Tag. Das offenbar Unmögliche wurde am Ende doch noch Wahrheit: Trotz des relativ großen Rückstands konnte Kappeler den Führenden überholen und Platz eins der Klasse SP5 einfahren. Mit nur drei Runden Rückstand auf den Gesamtsieger beendete das Team den Saisonhöhepunkt auf Rang 14 der Gesamtwertung – von knapp 200 gestarteten Fahrzeugen!

Die VLN geht nun für acht Wochen in die Sommerpause, der achte Lauf findet am 25. September 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Zunächst mein Kompliment an die gesamte Mannschaft: Wenn nicht alle so engagiert mitarbeiten würden, wäre der Sieg nicht machbar gewesen. Danke dafür. Werner Weiss hat seinen Job gut gemacht, sich aus allem raus gehalten und den Wagen ohne Blessuren an die Box zurück gebracht. Ein toller Einstand für ihn. Aus eigener Kraft hätten wir den Sieg nicht mehr erlangen können. Die technischen Probleme der Konkurrenz haben uns in die Karten gespielt. Glück hatten wir bei der Fehlersuche, die hätte auch deutlich länger dauern können. Wir haben Reifen von Hankook getestet, die super funktionierten, wenn sie auch jeweils zur Mitte des Stints etwas Leistung verloren. Die Pause haben wir bitter nötig, um uns und den Wagen etwas Ruhe zu gönnen und alles wieder auf Vordermann zu bringen.“

Werner Weiss, Fahrer
„Ich bin zufrieden und auch wieder nicht: Meine Rundenzeiten waren ganz ok, ich weiß jedoch, dass ich durchaus deutlich schneller hätte fahren können. Allerdings wollte ich das Team unterstützen und nicht mit einer unüberlegten Situation ins Verderben reißen. Der Wagen ist erstklassig vorbereitet und ganz einfach zu fahren. Ich denke, mit ein paar Runden mehr werde ich auch schneller und kann Kappeler Motorsport noch mehr unterstützten. Fakt ist, dass ich reichlich Spaß an diesem Wochenende hatte. Mit dem Team und dem Auto.“

Bild
Klassensieg beim 6h-Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN): Das Bad Saulgauer Team Kappeler Motorsport mit Fahrer und Teamchef Thomas Kappeler (Bad Saulgau) und Werner Weiss (Plochingen / Bad Saulgau) als Fahrer fuhren für das junge Team den dritten Klassensieg in Folge ein.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 19.Okt, 2010 8:34

Erfolg geht auf Mechaniker-„Kappe“

Nürburgring / Würzburg: Nahezu unwirkliche Bedingungen herrschten beim 9. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN): Dauerregen und Temperaturen unterhalb des zweistelligen Bereiches verlangten von den Rennfahrern alles ab. Bei Kappeler Motorsport (Bad Saulgau) waren überdies die Mechaniker mehr als sonst gefordert.

Mit etlichen Minuten Verspätung gab die Rennleitung das Training zum 9. VLN-Rennen der Saison 2010 frei. Grund: Extrem starker Regen und dichte Nebelfelder erlaubten keine gefahrfreie Fahrt der Rennfahrer. Erst als sich der Nebel auflöste, konnten die Protagonisten ihr können unter Beweis stellen. Bei Kappeler Motorsport saß Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler zuerst hinterm Volant, um das Training in Angriff zu nehmen. Unter extrem schwierigen Bedingungen drehte Kappeler in 11:48 Minuten eine erste, verhaltene Runde. Sein zweiter Umlauf sollte wesentlich flotter absolviert werden, das Vorhaben endete jedoch nach etwa einer halben Nordschleifen-Runde. Im Bereich Wehrseifen verlor Kappeler auf einer Ölspur die Kontrolle über den BMW M3 und schlug heftig in die Streckenbegrenzung ein. Das Training war damit für das Bad Saulgauer Team schlagartig beendet. Eine genaue Diagnose konnten die Mechaniker gemeinsam mit ihrem Teamchef jedoch erst stellen, als ein Abschleppwagen den havarierten BMW im Fahrerlager ablieferte. Neben eher unwichtigen Karosserieteilen waren im Bereich Lenkung und Vorderachse jede Menge Spezialanfertigungen beschädigt und zerstört. Mit dem Mut und Willen der Verzweiflung machten sich die Mechaniker samt Teamchef Thomas Kappeler und dessen Mitfahrer Werner Weiss (Mengen) an die Reparatur. Nur etwas mehr als eine Stunde blieb dem Team, um den BMW fahrbereit zu machen und ins Rennen zu schicken. Kappeler Motorsport borgte sich bei anderen Teams fehlende Teile und improvisierte mit viel handwerklichem Geschick, bis der Schaden behoben und der Wagen startklar war und in die Startaufstellung fahren konnte.

Personeller Engpass macht Kappeler zum Einzelkämpfer
Mit etwa zehn Minuten Verspätung ließ die Rennleitung den Startern freien Lauf: Gut 180 Rennautos machen sich kurz nach 12 Uhr auf den Weg in den vier Stunden dauernden Kampf gegen Konkurrenz und Nürburgring Nordschleife. Der strömende Regen hatte auch das Rennen im Griff, nur wenige kurze Verschnaufpausen gönnte Petrus den Fahrern, Mechanikern und Zuschauern. Keiner vom Team Kappeler Motorsport wusste zu dem frühen Zeitpunkt, ob die Reparaturmaßnahmen Früchte tragen und die gesamte Renndistanz überstehen wird. So hing die gesamte Crew während der ersten Runden gebannt am Funk, um den Statusmeldungen von Startfahrer Thomas Kappeler zu folgen. Schon nach wenigen Runden gab er Entwarnung – das Auto lief, die Teile hielten und er konnte auf Angriff fahren, soweit das Wetter es zuließ. Kappelers Mitstreiter Weiss begann über Unwohlsein zu klagen, dass immer schlimmer wurde. Als der BMW des Bad Saulgauer Teams in Runde acht die Box ansteuerte, musste Thomas Kappeler hinterm Lenkrad sitzen bleiben: Auf Grund seiner körperlichen Beschwerden zog es Weiss vor, das Rennen nicht in Angriff zu nehmen, um sich und andere nicht unnötig in Gefahr zu bringen.
Schnell fertigte die Boxenmannschaft den M3 ab und schickte ihn voll getankt und mit neuen Regenreifen ausgestattet ins Rennen zurück. Nur fünf Runden später kam Kappeler erneut an die Box: Der Regen schien eine längere Pause einzulegen, die Strecke war fast überall trocken und Kappeler ließ sich profillose Slicks montieren. Als Kappeler ins Rennen zurückging, begann der Regen erst an ein paar Stellen, später erneut über der ganzen Rennstrecke einzusetzen. Wieder dauerte die Fahrt nur fünf Runden, dann wurden dem BMW M3 Regenreifen montiert. Den Grip der profilierten Spezialreifen konnte Kappeler jedoch nur eine Runde nutzen: In seiner 18. Runde setzte im Streckenabschnitt „Hocheichen“ ein heftiger Graupelschauer ein, der die Rennleitung zum Abbruch bewog. Gut zehn Minuten vor Beendigung der offiziellen Renndauer war für die knapp 150 verbliebenen Teilnehmer der vorletzte Lauf der Saison 2010 beendet. Trotz aller Turbulenzen konnte „Einzelkämpfer“ Thomas Kappeler den waidwunden BMW M3 in der starken Klasse SP5 auf den vierten Rang vor fahren.

Der 10. und letzte Lauf der VLN findet am 30. Oktober 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Der Unfall war echtes Rennpech: Ich habe die Ölwarnung der Streckenposten gesehen und dann war es auch schon zu spät. Mein Einschlag war heftig und zunächst dachte ich an eine verfrühte Heimfahrt. Im Fahrerlager haben die Mechaniker auf eine Reparaturversuch gedrängt und Unvorstellbares vollbracht: In der kurzen Zeit haben sie den Lenkungs- und Achsschaden mit viel technischem Geschick und Improvisationstalent repariert, die Karosserie zusammen geflickt, das Fahrwerk vermessen und eingestellt. Ohne diese großartige Leistung wäre der vierte Rang heute nicht möglich gewesen.
Für mich war es das schlimmste Rennen, das ich je gefahren bin. Keine Runde war wie die andere, ständig wechselten die Streckenverhältnisse, überall gab es Unfallstellen. Ich fand keinen Rhythmus und zu allem Überfluss erwies sich der Wechsel auf profillose Reifen als falsch, wodurch nicht nur ein zusätzlicher Stopp nötig war, sondern ich auch einmal ins Kiesbett rutschte – Gott sei dank ohne einen Schaden zu verursachen. Die eingefahrenen Punkte sind ausschließlich den Mechanikern zu verdanken. Ob wir ins letzte Rennen starten, hängt davon ab, wie schnell wir den Schaden reparieren können.“

Werner Weiss, Fahrer
„Eine tolle Leistung der Mechaniker und des Teamchefs. Leider konnte ich heute nur hinter den Kulissen helfen, da ich mich mehr als unwohl fühlte und meinen Stint nicht fahren konnte. Ich denke beim nächsten Lauf mit von der Partie zu sein – dann fit und mit jeder Menge Angriffslust. Nochmals mein Kompliment an das gesamte Team.“

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Nach einem Unfall im Training zum 9. Lauf der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) kämpfte das Bad Saulgauer Team Kappeler Motorsport mit stumpfen Waffen. Fahrer und Teamchef Thomas Kappeler plagte sich überdies mit extrem schlechten Bedingungen, die sein gesamtes Können abverlangten. Am Ende hieß es Platz vier in einer starken Klasse SP5.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 02.Nov, 2010 11:16

Frühes Einpacken zu Gunsten der Sicherheit

Nürburgring / Würzburg: Noch einmal einen Klassensieg in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) 2010 – das war das von Thomas Kappeler ausgegebene Ziel für das Saisonfinale am vergangenen Wochenende. Während die Crew alles Tat, um dem Ziel nahe zu kommen, zeigt die Technik, dass sie sich keiner Absprache unterwirft.

Nach dem freien Freitagtraining zum zehnten und letzten Rennen der VLN 2010 gab es noch einige Reparaturen am BMW M3 zu erledigen. In erster Linie war es das Fahrwerk, welches nach dem Unfall im Rennen vor 14 Tagen Schaden genommen hatte, das neu justiert werden musste. Für die Mannschaft rund um Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler (Bad Saulgau) keine große Herausforderung, so dass diesmal schon früh die Lichter in der Kappeler Box ausgingen.
Das offizielle Zeittraining am Samstagmorgen musste schon kurz nach dem Start wegen eines schweren Unfalls unterbrochen werden, so dass Thomas Kappeler und Werner Weiss (Mengen) – genau wie viele andere Protagonisten – mit rund 40 Minuten Verspätung ins Training starten konnten. Thomas Kappeler ging zuerst auf die Piste, kämpfte jedoch noch mit Fahrwerksproblemen und zahlreichen Unfallstellen, die seinen Fahrfluss immer wieder unterbrachen. Zwischen den einzelnen Trainingsrunden optimierten die Mechaniker nach Anweisung der Fahrer immer wieder das Fahrwerk, so dass Teamchef Kappeler mit einer Rundenzeit von 8:57 Minuten es schaffte, den Wagen auf Platz 1 der Klasse SP5 und an die Spitze der zweiten Startgruppe zu stellen. Werner Weiss drehte im Training nur eine Runde, die ebenfalls von reichlich Unfällen und schmieriger Piste geprägt war.

Reifen verhindern Sieg
Thomas Kappeler übernahm den Start und führte die zweite Startgruppe ins Rennen. Von seinem nicht optimalen Start profitierte der Gegner auf Rang zwei: Er überholt Thomas Kappeler und fuhr als erster über die Kurzanbindung der Grand Prix-Strecke auf die Nordschleife. Kappeler konnte die Geschwindigkeit problemlos mithalten, als er nach einer halben Runde merkte, dass der Wagen sich schwerer lenken ließ und an Geschwindigkeit verlor. Als er vom nächsten Konkurrenten überholt wurde, war klar, dass ein technisches Problem vorlag: Ein schleichender Plattfuß hinten links zwang Kappeler, seinen Speed weiter zu drosseln. Kurz vor Erreichen der Grand Prix-Strecke löste sich der Reifen in Fetzen von der Felge, zerschlug den Kotflügel, zerstöre Türgriff und Spiegel auf der linken Seite. Auf der Felge rettete sich der Teamchef in die Box, wo die Crew mit frischen Pneus bereitstand. Kappeler ging erneut ins Rennen und machte sich auf die Verfolgung der Konkurrenz. Thomas Kappeler konnte während der folgenden Runde ordentlich Boden gut machen und blieb der Konkurrenz hart auf den Fersen. Völlig problemlos drehte er auf dem BMW M3 seine Runden, ehe er erneut – diesmal planmäßig – zur Box kam, um neue Reifen zu fassen und zu tanken. Mit reichlich Elan wollte er die Hatz fortführen, merkte aber schnell, dass erneut etwas nicht stimmte. Diesmal machte der Reifen vorne links Probleme und verlor langsam Luft. Thomas Kappeler steuerte in Runde elf die Box an und stellte den Wagen enttäuscht ab. Um kein weiteres Risiko einzugehen und um größere Schäden zu vermeiden, beendete er das Rennen vorzeitig.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Das Auto lag nach dem Training gut und im Rennen hatte ich die Konkurrenz für eine halbe Runde im Griff. Dann verlor der Reifen Luft und ich fiel unendlich weit zurück. Meine Aufholjagd wurde durch einen zweiten, schleichenden Platten vorne links eingebremst. Um nicht mehr als nötig zu riskieren, habe ich das Auto abgestellt. Wir müssen die Ursache des Luftverlustes herausfinden und uns dazu auch mit dem Hersteller unterhalten. Beim 6h-Rennen haben die Reifen erstklassig funktioniert. Jetzt warten wir auf die Diagnose, um darauf reagieren zu können. Für Werner tut es mir leid, dass er wieder nicht fahren konnte. Aber ich denke, unsere Sicherheit geht auf jeden Fall vor. Mit dem Verlauf meiner ersten VLN-Saison auf eigenem Auto bin ich durchweg zufrieden. Im nächsten Jahr müssen wir noch standfester werden, um konstant vorne zu fahren. Danke an alle Teammitglieder für die gute Arbeit und das gute Klima. Danke an alle Sponsoren und Förderer, ohne die wir nicht hätten starten können.“

Werner Weiss, Fahrer
„Mein Rennwochenende bestand aus einer Trainingsrunde, die wegen vieler Unfallstellen nur mäßig war. Schade, dass ich nicht mehr ins Rennen eingreifen konnte, aber die Entscheidung von Thomas Kappeler war die richtige. Sicherheit geht vor.“

Bild
Beim 10. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) sollte es noch einmal für Kappeler Motorsport aufs Podest gehen. Doch enorme Reifenprobleme vereitelten das Vorhaben. Thomas Kappeler (Bad Saulgau) und Werner Weiss (Mengen) beendeten nach zwei Reifenschäden das Rennen vorzeitig zu Gunsten der Sicherheit.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 19.Dez, 2011 7:41

3322,88 Kilometer in Führung

Das Bad Saulgauer Team Kappeler Motorsport zählte in der Saison 2011 zu den erfolgreichsten Teilnehmern der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Mit dem BMW M3, ein ehemaliges Fahrzeug der Tourenwagen Weltmeisterschaft, ließ das Team nie einen Zweifel aufkommen, wem die Krone der Klasse SP5 gehört.

Harald Hennes (Eschweiler), Thomas Kappeler (Bad Saulgau) und Thomas Gerling (Uchte) teilten sich in der VLN-Saison 2011 das Cockpit des BMW M3 in der Klasse SP5, in der die „Spezialfahrzeuge von 2.500 bis 3.000 cm³ zusammen gefasst sind. Die drei Piloten kannten sich bisher überwiegend als Gegner: Sowohl im Ford-Fiesta Cup sowie bei den Rennen der VLN und beim 24h-Rennen sind sie gegeneinander angetreten – 2011 bildeten sie ein Team. Fahrer und Teamchef Thomas Kappeler: „Harald und Thomas sind mir schon lange bestens bekannt. Mit ihrem Fahrstil und ihrem Umgang mit dem Material waren beide die erste Wahl für das Fahrertrio. Schließlich wollten wir in diesem Jahr an der Spitze der Klasse SP5 mitfahren.“ Schon im ersten Rennen beeindruckte das neue Trio mit einer erstaunlichen Leistung: Im Training stand der BMW von Kappeler Motorsport auf dem 37. Startplatz der Gesamtwertung und auf Platz eins der Klasse. Dem folgenden Rennen drückten die drei ebenfalls ihren Stempel auf, gewannen die Klassenwertung der SP5 mit zwei Runden Vorsprung und landeten am Ende auf dem 23. Rang der Gesamtwertung. Ein Einstand nach Maß, der die Konkurrenz hellhörig werden ließ.

Sagenhafte Bilanz nach neun Rennen
„Dass es so weiter gehen sollte – gehofft haben wir es, aber nie ausgesprochen“, so der Teamchef nach der Saison. Der „Lauf“ sollte anhalten und zwar über die gesamte Saison. „Im Gegensatz zur Saison 2010 hatten wir in diesem Jahr so gut wie keine technischen Probleme, keine Unfälle zu beklagen und auch personell lief alles in ruhigem Fahrwasser. Auch nachdem wir das zweite Rennen mit klarer Überlegenheit gewannen, hielten sich Euphorie und Optimismus in Grenzen, denn die Saison dauert noch immer zehn und keine zwei Rennen.“ Auch wenn es in Rennen drei und vier nicht zum ersten Platz reichte, mit jeweils einem zweiten Platz heimste das Trio viele Punkte ein. Danach folgten wieder zwei Rennen, in denen die Konkurrenz nur das Heck des BMW zu sehen bekam, beide Läufe entschied das Team mit einer erdrückenden Dominanz für sich. Thomas Kappeler: „Besonders gut wird uns der fünfte Lauf in Erinnerung bleiben: Wir konnten nicht nur den ersten Platz der Klasse sichern, sondern sogar auf den elften Rang der Gesamtwertung vorfahren. Immerhin standen knapp 160 Autos in der Startaufstellung und viele davon mit deutlich mehr Leistung als unser BMW.“ Den siebten Lauf der Saison beendete das Team erneut auf einem zweiten Rang. Auch wenn die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt bereits erfolgsverwöhnt war – abgehoben hat niemand. „Im Gegenteil“, so Thomas Kappeler, „wir hatten zu jedem Zeitpunkt höchsten Respekt vor der Konkurrenz und wussten, dass selbst sicher geglaubte Siege im Langsteckensport in letzter Runde verspielt werden können. Außerdem rüstete der Wettbewerb kontinuierlich auf, während die Technik in unserem Auto fast ganz ausgereizt war.“ Rennen acht und neun liefen für Kappeler Motorsport wieder wie gewohnt: Beide Zeittrainings konnten das Bad Saulgauer Team für sich entscheiden, ebenso wie die folgenden Rennen. Im neunten Lauf überquerte der BMW von Kappeler Motorsport gar als einziger Teilnehmer der Klasse SP5 die Ziellinie – alle anderen Starter mussten unfallbedingt oder wegen technischer Mängel frühzeitig die Segel streichen. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon das Maximum an Punkten ausgebeutet. Aufgrund des Reglements, bei dem alle Teams zwei Streichergebnisse vorweisen müssen, wäre selbst bei einem Sieg in Rennen zehn kein größerer Sprung in der Tabelle zu erreichen gewesen.“ Die Konsequenz daraus: Beim letzten Rennen der Saison stand das Team versammelt an der Nürburgring Nordschleife, schaute entspannt und ohne Druck dem Wettbewerb zu und schmiedete Pläne für 2012. „Auch wenn das Auto verkauft werden soll – wir werden auch nächstes Jahr wieder am Start der Langstreckenmeisterschaft stehen. Wie genau, das will und kann ich noch nicht sagen, aber es gibt drei Varianten, die derzeit bei uns auf dem Prüfstand stehen.“
Teamchef Kappeler ergänzt abschließend: „Das sehr gute Trainingsergebnis war am Ende nicht ausschließlich ein Verdienst der Fahrer, auch wenn diese immer im Rampenlicht stehen. Wenn die Vorbereitung nicht reibungslos funktioniert, es bei den Boxenstopps klemmt, weder Essen noch Getränke gerichtet sind oder einfach nur Sponsoren fehlen – dann können wir Fahrer uns die Seele aus dem Leib rennen, dann wird’s nix mit dem Siegen. Daher bedanke ich mich an dieser Stelle bei unseren Sponsoren, freiwilligen Helfern vor und hinter den Kulissen und bei denjenigen die uns immer die Daumen gedrückt haben.“
Kappeler Motorsport hat gemeinsam mit allen Helfern, Mechanikern, Fahrern und Sponsoren mit einer sagenhaften Bilanz die Klasse SP5 im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft 2011 gewonnen und landete mit 71,57 Punkten auf dem achten Platz der Tabelle, in der mehr als 1.000 Fahrer gelistet sind. Nur 4,78 Punkte Rückstand auf das amtierende Meisterteam mussten die Bad Saulgauer einbüßen – mit insgesamt 3322,88 Sieges-Kilometer kann das Team zu Recht stolz auf sich sein.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand November 2011
Irrtümer und Änderungen vorbehalten
Belegexemplar erbeten
Foto bei Angabe der Quelle honorarfrei


Die Saison in Zahlen
Rennen 1:
Training – Startplatz gesamt 37, Startplatz Klasse 1
Rennen – Platz gesamt 23, Platz Klasse 1, Runden gesamt: 26, Vorsprung 2 Runden
Starter gesamt: 172

Rennen 2:
Training – Startplatz gesamt: 58, Startplatz Klasse: 1
Rennen – Platz gesamt: 27, Platz Klasse: 1, Runden gesamt: 26, Vorsprung: 1 Runde
Starter gesamt: 219

Rennen 3:
Training – Startplatz gesamt: 44, Startplatz Klasse: 1
Rennen – Platz gesamt: 21, Platz Klasse: 2, Runden gesamt: 37, Rückstand: 1 Runde
Starter gesamt: 201

Rennen 4:
Training – Startplatz gesamt: 52, Startplatz: Klasse 1
Rennen – Platz gesamt: 26, Platz Klasse: 2, Runden gesamt: 26, Rückstand: 24 Sekunden
Starter gesamt: 211

Rennen 5:
Training – Startplatz gesamt: 30, Startplatz Klasse: 1
Rennen – Platz gesamt: 11, Platz Klasse: 1, Runden gesamt: 23, Vorsprung 1 Runde
Starter gesamt: 155

Rennen 6:
Training – Startplatz gesamt: 26, Startplatz Klasse: 1
Rennen – Platz gesamt: 25, Platz Klasse: 1, Runden gesamt: 14, Vorsprung: vier Minuten
Starter gesamt: 167

Rennen 7:
Training – Startplatz gesamt: 55, Startplatz Klasse: 3
Rennen – Platz gesamt: 43, Platz Klasse: 2, Runden gesamt: 30, Rückstand: 24 Sekunden
Starter gesamt: 200

Rennen 8:
Training – Startplatz gesamt: 26, Startplatz Klasse: 1
Rennen – Platz gesamt: 14, Platz Klasse: 1, Runden gesamt: 26, Vorsprung 2 Runden
Starter gesamt: 176

Rennen 9:
Training – Startplatz gesamt: 33, Startplatz Klasse: 1
Rennen – Platz gesamt: 37, Platz Klasse: 1, Runden gesamt: 21, als einziger der Klasse SP5 im Ziel
Starter gesamt: 190

Meisterschaftsendstand
Team Kappeler Motorsport (T.Kappeler/T.Gerling/ H.Hennes): Platz: 8, Punkte: 71,57


Bild
Langstreckensport ist Teamsport: Nicht nur die Fahrer müssen für ein perfektes Rennen alles geben, auch Mechaniker, Helfer und Sponsoren sind gefordert. Bei Kappeler Motorsport aus Bad Saulgau wurde in der Saison 2011 Hand in Hand gearbeitet und nur so konnte das private Rennteam den 8. Platz in der Meisterschaft erringen.

Bild
Mit dem BMW M3, einem Auto aus der Tourenwagen Weltmeisterschaft, gelang dem Team Kappeler Motorsport (Bad Saulgau) der Sprung unter die Top Ten der Meisterschaft. Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler teilte sich mit den Profis Harald Hennes (Eschweiler) und Thomas Gerling (Uchte) das Cockpit. Auch beim Boxenpersonal konnte Kappeler auf ausgesprochenes Fachpersonal zurückgreifen.

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Beitrag von Harald Tiesler » Mo 19.Dez, 2011 21:16

Glückwunsch zu der tollen Saison!

Und auch danke für das Geniale Video, dass ihr eingestellt habt!
http://www.youtube.com/watch?v=XzkHVrC2oHM

Viele Grüsse vom See (Gar nicht so weit weg von Euch ;-)

Harald

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 14.Mär, 2012 9:33

2011er Leistung ist Maßstab

Die vergangene Rennsaison im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) zählte für das Bad Saulgauer Team Kappeler Motorsport zu den besten seit der Teamgründung: Absolute Dominanz der Klasse SP5 sowie Platz acht in der Gesamtwertung zeugten von guter Arbeit über das gesamte Jahr. Jetzt soll dort angeknüpft werden, wo man letztes Jahr aufhörte.

Ob Thomas Kappeler sein Team erneut an die Spitze der Langstreckenmeisterschaft Gesamt- und Klassenwertung führen kann, hängt von zahlreichen, noch unbekannten Faktoren ab. „Wir wissen nicht, wie viel Starter in unserer Klasse sich dem Kampf stellen, wodurch die mögliche Punkteausbeute noch in der Schwebe ist. Außerdem werden wir mit einem neuen Auto an den Start gehen, bei dem ich keine technische Verantwortung mehr trage“, so der Teamchef kurz und knapp zu der am 31. März beginnenden Saison der VLN. Kappeler Motorsport hat sich keineswegs vom bewährten BMW M3 WTCC getrennt, sondern hält ihn auf Abruf bereit, wenn es mit dem neuen Wagen nicht so funktionieren sollte wie geplant. Auch das erklärt Thomas Kappeler: „Der Grundstein für erfolgreichen Motorsport ist ein technisch einwandfreies Auto – besonders während der Langstreckenrennen auf der materialmordenden Nürburgring Nordschleife. Den Wagen immer so in Schuss zu halten, erfordert jede Menge Zeit, die ich aufgrund meines Berufes eigentlich nicht über habe. Daher habe ich die Fahrzeug-Verantwortung in die Hände von Thomas Mueskens gelegt.“ Mueskens sei absoluter Profi und schon seit Teamgründung als Chefmechaniker bei Kappeler Motorsport. Jetzt habe er einen gebrauchten BMW M3 gekauft, den er gemeinsam mit dem Kappeler Team in der Klasse SP5 einsetzen wolle, so die Ergänzungen des Teamchefs zu den Fahrzeugplänen der kommenden Saison. Noch arbeitet Mueskens am Auto, um letzte Detailverbesserungen zu erledigen. Der erste Rollout ist für den 16. März geplant, erste ernstzunehmende Runden auf der Nordschleife absolviert Kappeler Motorsport mit dem neuen Auto am 24. März im Rahmen der VLN-Test- und Einstellfahrten.

Alte und neue Gesichter
Nicht nur der Wagen des Team Kappeler Motorsport ist neu, ein neues Gesicht ergänzt das Erfolgstrio der Saison 2011. Neben Teamchef Thomas Kappeler greifen erneut Harald Hennes (Eschweiler) und Thomas Gerling (Uchte) ins Lenkrad. Mike Jäger (Kaiserslautern) wird das Trio 2012 ergänzen. Der 41jährige Rennfahrer sagt über sich: „Ich habe erst vor vier Jahren mit Motorsport angefangen – bis dahin hatte ich mit Rennsport nichts am Hut. Bereits nach den ersten Rennen fand ich mächtig Spaß am Sport und man sagte mir ein gewisses Talent nach. Aufgrund dessen bin ich dem Motorsport auf der Nürburgring Nordschleife treu geblieben. Über meine ehemaligen Teamkollegen Harald Hennes und Thomas Gerling kam der Kontakt zu Kappeler Motorsport zustande. Bisher habe ich ausschließlich frontgetriebene Rennautos gefahren – auf den BMW mit Heckantrieb werde ich mich erst einstellen müssen. Was auf Anhieb gepasst hat, ist die Sympathie zum Team Kappeler Motorsport.“
Kappeler Motorsport wird mit wenigstens einem Auto an die Rennen im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft an den Start gehen. Man stehe mit weiteren Fahrern in Kontakt, und eventuell würde man hin und wieder sogar zwei Autos ins Rennen schicken, erklärt Kappeler eine weitere Neuerung für die kommende Saison. Auch ein eventueller Start beim 24h-Rennen habe man ins Auge gefasst: „Auch hier verhandeln wir derzeit noch mit potentiellen Fahrern. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, wird aber sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn die Einschreibefrist für das 24h-Rennen nähert sich rasch.“
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren

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Der BMW M3 WTCC, das Siegerfahrzeug der Saison 2011, bleibt zunächst im Stall: Kappeler Motorsport setzt in diesem Jahr auf einen BMW M3 der von Thomas Mueskens aufgebaut und betreut wird. Neben Teamchef Thomas Kappeler (Bad Saulgau) greifen mit Harald Hennes (Eschweiler) und Thomas Gerling (Uchte) zwei alte Bekannte ins BMW Lenkrad. Neu ins Team gekommen ist Mike Jäger (Kaiserslautern), der als bekennender „Fronttrieb-Fahrer“ sicher viel Freude mit dem neuen Auto und Team haben wird.

Uwe Meuren
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Beitrag von Uwe Meuren » Di 03.Apr, 2012 11:29

Gelungenes Debüt

Zum ersten Mal, seit Kappeler Motorsport (Bad Saulgau) im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) um Punkte kämpft, setzte das Team zum Saisonauftakt am vergangenen Wochenende zwei Autos ein. Die von Thomas Mueskens vorbereiteten Autos dominierten ihre Klasse, das Training und das Rennen – bis zum Abbruch durch die Rennleitung.

Typisches Eifel-April-Wetter herrschte zum ersten Rennen der VLN-Saison 2012: Sprühregen und Temperaturen deutlich unter der zehn Grad-Marke schafften ein schwieriges Geläuf für die Protagonisten und ließen die Zaungäste ordentlich frieren. Das Wetter hatte zunächst keinen Einfluss auf Kappeler Motorsport, denn das Team schickte sich an, dort weiter zu machen, wo es letztes Jahr aufgehört hatte: Beim dominieren der Klasse SP5 und beim Siegen. Teamchef Thomas Kappeler setzte erstmalig zwei Autos in der Klasse ein, nicht zuletzt um zu beweisen, wozu ein kleines, privat geführtes Rennteam in der Lage ist, wenn Strukturen, Stimmung und Taktik im Team perfekt sind.
Kappeler teilte sich mit Mike Jäger (Kaiserslautern) den Neuzugang, einen blauen BMW M3, Harald Hennes (Eschweiler) und Thomas Gerling (Uchte) pilotierten den BMW M3 WTCC – den Klassensieger des letzten Jahres. Jäger und Kappeler drehten jeder zwei Runden, die vom Teamchef zur Pole Position umgemünzt wurden und von Jäger zur Sammlung von Erfahrungen genutzt wurde. Der „Blaue“ beendete das Training auf dem ersten Platz der Klasse und stand im gesamten Starterfeld auf Rang 34.. Das weiße Schwesterauto stand auf Platz zwei der Klasse und dem 53. Startplatz der Gesamtwertung. In dieser Reihenfolge starteten die BMW aus Bad Saulgau pünktlich um 12 Uhr in den Saisonauftakt, hinter den Lenkrädern saßen Mike Jäger im blauen und Harald Hennes im weißen BMW M3.

Bilderbuchrennen – bis zum Abbruch
Mike Jäger durfte den Start im Neuzugang fahren, trotz geringer Erfahrung auf dem Auto machte er seine Sache sehr gut, musste aber im Startgetümmel dem Schwesterauto den Vortritt lassen. Jäger ließ sich dadurch jedoch nicht beirren, drehte konstant seine Runden und konnte sich im Schatten des weißen BMW M3 kontinuierlich vom Rest des Feldes absetzen. Der aus Kaiserslautern stammende Unternehmer kam mit dem Wagen Runde für Runde besser zurecht und lieferte im fünften Umlauf mit 9:21 Minuten die Tagesbestzeit auf dem neuen Auto. In seiner zehnten Runde erhielt er die Order, den Wagen zur Box zu steuern, um ihn an Thomas Kappeler zu übergeben. Mit neuen Slicks bewaffnet ging der Teamchef ins Rennen, konnte noch zwei schnelle Runden drehen, ehe er von starkem Regen an die Box gezwungen wurde, um sich Regenreifen montieren zu lassen. Nur eine Runde blieb Kappeler, um sein Können im Regen auszuspielen als das Rennen von den Verantwortlichen abgebrochen wurde. Grund waren die sich dramatisch verschlechternden Witterungsverhältnisse, die ein sicheres Rennen unmöglich machten.
Auf dem weißen BMW war es Thomas Gerling, der sich im Startgetümmel bewähren musste, Platz eins einheimste und diesen auch nicht mehr hergab. Von der Spitze aus kontrollierte er geübt das Geschehen in der Klasse SP5 und konnte bequem mit den Rundenzeiten variieren, um das Material zu schonen. Er hielt sich aus allen Rangeleien raus und konnte so nach zehn Runden den Wagen ohne einen Kratzer an Harald Hennes übergeben. Ähnlich wie dem Teamchef erging es auch Hennes: Nur zwei Runden, nachdem er das Auto übernommen hatte, musste er die Box aufsuchen, um sich Regenreifen montieren zu lassen. Auch er konnte noch zwei Runden drehen, ehe der Rennabbruch folgte. Mit einer Zeit von 9:06 Minuten markierte Gerling die schnellste Runde auf dem weißen BMW. In der Klasse standen die beiden Autos von Kappeler Motorsport auf Rang eins und zwei, im Gesamtklassement beendete der weiße das Rennen auf Platz 33, der blaue auf Platz 38 das Rennen.
Der nächste Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) findet am 14. April statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand April 2012
Irrtümer und Änderungen vorbehalten


Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer (#251)
„Ich kann nur Lob aussprechen. Zunächst an Thomas Müskens, der beide Autos perfekt vorbereitet und betreute – beide Autos waren eine echte Wucht und heute unschlagbar. Dann an Harald Hennes und Thomas Gerling, die ein sensationell gutes Rennen ablieferten und trotz vieler Unfälle den Wagen schnell und sicher über die Ziellinie fuhren. An Mike Jäger, der uns alle überraschte – trotz geringer Erfahrung auf einem heckgetriebenen Auto kam er auf Anhieb bestens mit dem Wagen zurecht und musste sich nur uns selbst geschlagen geben. Auch die Mechaniker sowie die Boxencrew haben Lob und Anerkennung verdient, denn alle Reifenwechsel klappten hervorragend und die Boxenstopps liefen wie am Schnürchen. Der Rennabbruch war die richtige Entscheidung, denn die vorherrschenden Verhältnisse hätten durchaus Schlimmeres zur Folge haben können.“

Mike Jäger, Fahrer (#251)
„Wow, was soll ich sagen – der Wagen ist echt Klasse, hat ordentlich Kraft und ist leichter zu fahren als ich zunächst dachte. Meine Befürchtungen viel langsamer zu sein als die Teamkollegen, haben sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Dennoch muss ich Einiges lernen. Beispielsweise, dass mir im BMW nur ein ganz schmales Drehzahlband zur Verfügung steht und dass ich jetzt drei statt nur zwei Pedale habe und bedienen muss. Es hat riesigen Spaß gemacht, das Team ist perfekt und trotz lockerer Stimmung eine professionell arbeitende Truppe. Ich freue mich schon jetzt auf das kommende Rennen.“

Thomas Gerling, Fahrer (#250)
„Ein für uns perfektes Rennen auf einem super Auto, das noch besser als in der letzten Saison ist. Ich denke, das Paket wird 2012 unschlagbar sein. Ich hatte im Rennen eigentlich nur mit den vielen Unfallstellen zu kämpfen, die zum Teil sogar durch Pylonen auf der Strecke abgesperrt waren. Nahezu keine freie Runde bot sich mir, aber da die Konkurrenz ohnehin außer Sichtweit war, konnte ich frühzeitig das Tempo drosseln und ohne Druck auf die Rundenzeiten des Wettbewerbs reagieren.“

Harald Hennes, Fahrer (#250)
„Richtig viel und richtig schnell konnte ich nicht fahren – das Wetter hat alles über den Haufen geworfen. Nachdem ich das Auto übernommen hatte konnte ich eine Runde im Trocknen fahren und schon die folgende Runde war von Regen geprägt. Mit Regenreifen ging es dann deutlich besser, aber dann kam der Abbruch. Der BMW fühlte sich im Regen gut an, leicht zu händeln, stabil und sicher. Ich hoffe, beim nächsten Mal mehr fahren zu können.“

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Mit dem BMW M3 WTCC dominierte Kappeler Motorsport (Bad Saulgau) beim ersten Rennen der Saison die Konkurrenz der Klasse SP5. Harald Hennes (Eschweiler) und Thomas Gerling (Uchte) machten in einem von Unfällen geprägten Rennen alles richtig und konnten sich problemlos in der Klasse behaupten.

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Auch das zweite Auto von Kappeler Motorsport schlug sich wacker beim Saisonauftakt zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Thomas Kappeler (Bad Saulgau) und Mike Jäger (Kaiserslautern) fuhren unter schwierigen Bedingungen auf den zweiten Platz der Klasse SP5.

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