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Firma RSR von Nordschleife verbannt

Verfasst: Fr 31.Dez, 2010 16:33
von Uli Paffenholz
Nach dem Urteil des Landgerichts muss Ron Simons, Inhaber der RSR Nürburgring, die Aussperrung von der Nordschleife hinnehmen.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

NÜRBURG/MAINZ. Die Nürburgring Automotive GmbH darf Mietfahrzeugen der Firma RSR Nürburgring die Zufahrt zur Nürburgring-Nordschleife verwehren. Das hat das Landgericht Mainz am heutigen Donnerstag in erster Instanz entschieden. Seit mehr als zehn Jahren vermietet RSR am Nürburgring Pkw und Rennfahrzeuge. Inhaber Ron Simons setzt dazu mehr als 40 Fahrzeuge ein, die er Kunden aus der ganzen Welt zum Befahren der Nordschleife zur Verfügung stellt. Daneben bietet Simons eine Vielzahl weiterer Dienstleistungen rund um das Thema Motorsport an.

Um das Unfallrisiko bei den Touristenfahrten am Ring zu senken, begleiten Mitarbeiter der RSR Nürburgring Kunden, die Fahrzeuge gemietet haben, durch Mit- oder Vorausfahren über die Nordschleife. Außerdem machen sie die Kunden mit Besonderheiten der Eifelrennstrecke vertraut. Simons bietet darüber hinaus 90-minütige Fuß- und Minibus-Touren an, bei denen die Kunden über die Historie der Strecke, über technische Aspekte des Rennfahrens sowie über die bei Touristenfahrten geltenden Sicherheitsbestimmungen informiert werden.

Am 12. Juni 2009 kündigte die Nürburgring GmbH zunächst den Kooperationsvertrag mit Ron Simons. Und am 2. August 2010 erteilte sie ihm ein unbefristetes Hausverbot. Mit dem gleichen Schreiben informierte sie Simons darüber, dass sie seinen Mietfahrzeugen künftig die Zufahrt zur Nordschleife verwehrt.

Hintergrund des Haus- und des Befahrungsverbots dürfte sein, dass die Nürburgring GmbH nach dem Erwerb sämtlicher Anteile an der ehemaligen Zakspeed Rennfahrerschule GmbH die bislang von Ron Simons angebotenen Dienstleistungen selber offerieren möchte, vermutet Simons‘ Rechtsanwalt Dr. Tim O. Vogels (Köln).

Meiner Meinung nach ist das Landgerichtsurteil von heute nicht nur für Simons, sondern auch für viele weitere kleine Unternehmer am Nürburgring ein Schlag ins Gesicht. Das Urteil bestätigt, dass die neuen Herren am Nürburgring Hausverbote einsetzen dürfen, um etablierte Unternehmern aus dem Markt zu drängen. Jetzt ist zu befürchten, dass die Nürburgring Automotive GmbH auf dem gleichen Weg weitere Konkurrenten ausschaltet. Deshalb hoffe ich umso mehr, dass Klageführer Ron Simons Berufung einlegt und sich an das Bundeskartellamt wendet.

Quelle: http://eveline-lemke.de/meine-themen/nuerburgring

Verfasst: So 02.Jan, 2011 14:20
von Karsten Schmidt
bin sprachlos, was soll man dazu noch sagen...

"wo leben wir"...

Verfasst: Mo 03.Jan, 2011 6:56
von Julian Weiß
Es ist einfach nurnoch traurig was da oben abgeht. Nurnoch Monopol und Komerzscheiße und schickimicki drumherum als Motorsport. Man müsste vielleicht mal am Ring demonstrieren

Verfasst: Mo 03.Jan, 2011 11:45
von Hans J. STEEG
Hallo ,

Es ist doch heute normal, das Sachen , die Generationen mit Können,Gedult ,Wissen und Aussdauer aufgebaut haben, von "MODERNEN" Managern in ganz kurzer Zeit vernichtet werden.
Gruss
Hans

Verfasst: Mo 03.Jan, 2011 13:00
von Martin Korth
Manchmal kann ich Menschen verstehen, die Bomben schmeißen.

Eine Demonstration wäre sicher sehr nett, aber mangels Menschenmasse vor Ort nicht durchführbar. Da machen eher schon Sitzblockaden auf der Rennstrecke in Guerillataktik (10 Minuten irgendwo blockieren und dann in die Eifelwälder verschwinden) Sinn, ist aber höchst illegal.
Auch die Sache mir Facebook ist zwar ganz nett, aber um da mal aus „Leben des Brain“ zu zitieren: Es juckt keinen Römer, wenn wir da was beschließen.

Aber es gibt eine Sprache, die da oben auch verstanden wird, und das ist die des Geldes. Daher kann ich jedem nur immer wieder dringend anraten, konsequent den Geldhahn abzudrehen. Und das gilt insbesondere für die einzig verlässliche sprudelnde Einnahmequelle, und das sind die Touristenfahrten.

Denn es ist sicher, dass der Laden in der jetzigen Kombination irgendwann den Bach runter geht. Und da sollte sich jeder überlegen, ob es nicht besser ist, aktuell mal zwei Jahre auf die Nordschleife zu verzichten um dann unter neuen Vorzeichen mit immer noch bestehender Reputation der Nordschleife neu anfangen zu können oder ob man darauf wartet, bis in zehn Jahren auch der treueste Fan nicht mehr kommt und der Name gänzlich ruiniert ist und dann die Lichter für immer ausgehen.

Im Prinzip ist das nichts anderes, als die Behandlung eines Drogenabhängigen. Den muss man auch so schnell wie nur irgend möglich an seinen absoluten Tiefpunkt bringen. Von da kann man aufbauen. Wenn man ihm erst einmal Gelegenheit gibt, sich in seiner Situation einzurichten, dann führt das irgendwann zum schleichenden Ende, oder falls man ihn doch noch herausbekommt, ist er für immer schwer gezeichnet.

Also, auch wenn das etwas kurios klingt, die absolute Verweigerungshaltung gegenüber dem Ring ist m.E. z.Zt. die gesündeste Entscheidung für den Ring.

Martin

Verfasst: Di 04.Jan, 2011 10:56
von Gast
Ich bin ganz entschieden ein Gegner dieser "dann mache ich da nicht mehr mit"- Taktik. Ich habe letztes Jahr viele Tage bei RSR verbracht und ausgeholfen. Schau dir die Klientel an, die da bei den Tourifahrten mitmischt. Es ist doch so, dass gar nicht mehr so viele AW, MYK und was weiß ich Privatautos da fahren. Die Kunden bei RSR sind zu 95% Ausländer. Und mit Ausländern meine ich so richtige Ausländer, da sind dann oft nicht mal mehr Europäer bei. Die kommen von weit her um sich ihren Wunsch zu erfüllen und mal über den Ring zu hämmern, Kohle spielt sowieso überhaupt gar keine Rolle. Wenn ich mir die Kennzeichen bei den Tourifahrten so betrachte, spiegelt das einen allgemeinen Trend wieder. Immer die gleichen ausländischen Kennzeichen, die ihre Autos die Saison über hier parken und mit Jahreskarten fahren. Niemand von denen liest hier im Forum mit. Es interessiert den Betrieber nicht, dass hier eine Gruppe eingefleischter Fans ihren Boykott durchzieht. Es fällt deswegen auch leider nicht ins Gewicht. Ich persönlich möchte so lange wie möglich noch auf dem Ring fahren, wer weiß wie lange ich das noch darf?

Verfasst: Di 04.Jan, 2011 21:15
von Stefan Blank
Ein Verbot des Befahrens im Sinne eines Hausverbots käme einem Berufsverbot gleich. Das hieße, dieses Team dürfte auch nicht an Rennveranstaltungen teilnehmen. Da würde es mich doch sehr wundern, wenn RSR sich eine derartige Behandlung ohne Widersprucch gefallen ließe. Ich bin mal gespannt, wann die Lindner-Truppe den umliegenden Übernachtungsbetrieben den Hotel- und Gaststättenbetrieb untersagen lässt, oder gar den gesamten Ort Nürburg kauft und alle Einwohner enteignen lässt. Es ist unfassbar, was dort in der eigentlichen Einöde passiert...

Verfasst: Di 04.Jan, 2011 21:58
von Darius Müller
Hallo Leute,
ich habe bei WKW in der
Gruppe: save the ring
auch das hier besprochene
Thema: RSR Nürburg darf nicht mehr auf den Ring!
gefunden...und dort hat ein
Thorsten Kreischer - 01.01.11, 20:39 geschrieben:
Bei aller Kritik an dem Handeln der Ringverantwortlichen,
hinterfragt bitte auch mal, warum RSR Hausverbot erteilt wurde.

Ein klein wenig mehr Hinterfragen würde vielen hier gut tun, auch wenn es grade schick ist, die Herren Lindner/Richter abzuwatschen.

Jede Medaille hat zwei Seiten, die RSR-Geschichte auch.

Und hier noch was dazu:
Thorsten Kreischer - 01.01.11, 21:16
Simons ist öfter als einmal mit der GmbH aneinandergeraten,
u.a. wg. mäßig gewarteter Fahrzeuge oder wegen geführter Runden, die nicht genehmigt waren.

Und hier noch der rest:
Thorsten Kreischer - Heute, 17:38
Die übereifrigen unter uns dürfen sich gerne im Touriforum zu diesem Thema belesen; da hat Manfred Strack von der NA GmbH (unser Kommunikationsdraht zur GmbH) mal niedergeschrieben, warum Hausverbot erteilt wurde.

Vielleicht überdenkt der eine oder andere dann seinen Kommentar nochmal.



Dachte vielleicht interessiert das euch :wink:
Gruß Darius

Verfasst: Mi 05.Jan, 2011 7:05
von Thorsten Kreischer
Hallo Darius,
das sollte auch hier mittlerweile zur Genüge bekannt sein.
:wink:
Gruß,
Thorsten

Verfasst: Mi 05.Jan, 2011 9:47
von Darius Müller
Ah OK :wink: