[VLN / 24h] Patrik Kaiser

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Uwe Meuren
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[VLN / 24h] Patrik Kaiser

Beitrag von Uwe Meuren » Di 03.Apr, 2012 11:54

Des Kaisers neue Kleider

Der aus Schellenberg/Liechtenstein stammende Rennfahrer Patrik Kaiser fuhr am vergangenen Wochenende sein erstes Rennen bei seinem neuen Team auf einem neuen Auto. Statt langer Eingewöhnungsphase fuhr Kaiser gemeinsam mit seinen drei Teamkollegen auf den zweiten Platz in der Klasse SP4T.

Eigentlich hätte Patrik Kaiser bei Götz Motorsport bleiben und fahren wollen, dort, wo er im vergangenen Jahr echtes Teamwork und richtige Rennautos kennenlernen durfte. Doch Götz Motorsport musste wegen eines geplatzten Fahrzeugdeals wenigstens die ersten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) absagen. Kaiser, der sich als talentierter Rennfahrer einen Namen am Nürburgring geschaffen hatte, fand rasch ein neues Team, mit dem er auf die Jagd nach Punkten und schnellen Runden gehen konnte. Bei Raeder Motorsport sitzt Patrik Kaiser nun hinterm Volant eines Audi TT RS, der in der Klasse SP4T an den Start geht. In dieser Klasse starten Rennwagen mit einer Motorleistung über 2 bis 2,6 Liter Hubraum und Turboaufladung. Zum Saisonauftakt gingen in der SP4T fünf Autos ins Rennen, insgesamt nahmen fast 180 Autos am ersten Rennen teil.

Gut eingeschossen
Nach einem Training von insgesamt 1,5h wurde der Audi mit Kaiser auf dem dritten Startplatz der Klasse geführt. Mit einer Trainingsbestzeit von 8:59 Minuten, gefahren von Patrik Kaiser bei rutschiger Piste mit „Intermediates“, lag der Audi TTRS nur einen Wimpernschlag hinter dem Zweitplatzierten und damit in guter Aussicht auf einen Podiumsplatz bei dem auf vier Stunden angesetzten Langstreckenrennen. Die Wetterlage war alles andere als renntauglich: Temperaturen deutlich unter zehn Grad und eine drohende Regenfront machten aus der Reifenwahl einen echten Poker – wann der Regen einsetzen würde, wusste zu diesem Zeitpunkt niemand. Patrik Kaiser durfte den Start fahren und sich als erster ins Getümmel auf der Eifelachterbahn werfen. Auf profillosen Slicks startete er zunächst ganz manierlich, drehte sich aber schon in der vierten Kurve und musste zahlreiche Teilnehmer passieren lassen, ehe er wieder ins Renngeschehen eingreifen konnte. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch machte sich der Liechtensteiner an die Verfolgung und konnte schon weniger Meter später zu ersten Überholmanövern ansetzen. Nach dem Rennen erklärte Kaiser: „Nicht nur, dass ich mich überflüssigerweise gedreht habe – dabei ist auch noch der Motor abgestorben. Bis ich das Aggregat wieder in Gang und den Wagen in die richtige Richtung gestellt hatte, sind einige Autos durchgeschlüpft. Ab dann folgte die beste Fahrt meines Lebens: Wie im Slalom-Parcour bin ich um die langsameren Autos gefahren, habe ständig überholt und reichlich Boden gut gemacht. Bis ich wieder am direkten Gegner dran war, hat es dennoch einige Zeit gedauert.“ Nicht zuletzt, weil das Rennen von vielen Unfällen geprägt war und kein Teilnehmer wirklich frei fahren konnte. „Durch Unfälle“, so Kaiser weiter zu seinem Rennen, „musste die Strecke sogar mit Pylonen verengt werden. Im Schritttempo mussten wir durch diese Passagen. Dennoch konnte ich mich stetig weiter vor kämpfen. Nicht zuletzt ein Verdienst eines perfekt vorbereiteten Autos.“ Mit einer Zeit von 8:52 Minuten drehte er in seinem fünften Umlauf die team-intern schnellste Runde. Diese Gangart hielt er fast konstant bei, wodurch er immer weiter nach vorne kam – sowohl in der Klasse als auch in der Gesamtwertung. Nach acht Runden jedoch war Schluss für Patrik Kaiser: Er musste den schnellen Audi an die Box steuern, um ihn an seinen Teamkollegen Heinz Schmersal zu übergeben. Zwei schnelle Runden schaffte Schmersal, ehe Regen einsetzte und der Audi TT RS erneut in der Box stand, um Regenreifen montieren zu lassen. Danach waren für den Raeder Audi nur noch zwei Runden möglich: Das Rennen wurde abgebrochen. Kaiser zum Abbruch: „Ich hatte wahnsinniges Glück, meinen Stint im Trocknen mit Slicks fahren zu können. Als der Regen einsetzte, kam gleichzeitig Nebel auf. Die Sichtweite lag stellenweise unter 20 Meter – es war richtig, das Rennen vorzeitig zu beenden.“

Fitness trainiert
Nach seinem Einsatz bei Raeder Motorsport auf seinem neuem Arbeitsgerät dem Audi TTRS sah Patrik Kaiser lange nicht so erschöpft aus wie er es noch im vergangenen Jahr tat. Grund dafür ist die gesteigerte Fitness des Liechtensteiners. Über Winter hat er hart an sich und seiner Kondition gearbeitet – mit großem Erfolg, wie nach dem Rennen zu sehen war. Er erklärte: „Ich habe mit dem Personalcoach Thomas Loretz aus Liechtenstein viel gearbeitet, war laufen, im Fitnessstudio und habe mit Bernd Österle, dem Fitnessweltmeister und Mister Universum meine Ernährung komplette umgestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nicht nur mein Gewichtsverlust von annähernd 30 Kilo, sondern auch eine deutlich gesteigerte Kondition erleichtern mir das Rennfahren erheblich. Dafür danke ich den beiden. Außerdem freue ich mich schon jetzt auf das zweite Rennen in 14 Tagen. Dann, so hoffe ich, fahren wir die gesamte Distanz und können Beweisen, auch über vier Stunden schnell zu sein.“ Der Audi überquerte auf Platz zwei der Klasse und Rang 19 der Gesamtwertung die Ziellinie.
Das nächste Rennen startet am 14. April 2012, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand April 2012
Irrtümer und Änderungen vorbehalten


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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) fuhr am vergangenen Wochenende sein erstes Rennen auf einem neuen Auto, bei einem neuen Team: Er pilotierte einen Audi TTRS, eingesetzt von Raeder Motorsport bei dem auf vier Stunden angesetzten Langstreckenrennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife. Trotz eines kleinen Patzers in der Startphase konnte Kaiser mit seinen Kollegen den zweiten Rang der Klasse SP4T sichern.
Zuletzt geändert von Uwe Meuren am Mi 22.Mai, 2013 11:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 17.Apr, 2012 8:16

Zweites Rennen, zweiter Platz

Angespornt durch den Erfolg im ersten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) wollte Patrik Kaiser (Schellenberg/Liechtenstein) mit dem Audi TTRS erneut aufs Podium. Diesmal, so der Plan, sollte es aber noch eine Stufe höher gehen.

Mit dem von Raeder Motorsport aufgebauten, eingesetzten und betreuten Audi TTRS hat sich Patrik Kaiser längst angefreundet. Wenn er einsteigen darf oder nach dem Rennen aussteigen muss, umspielt seine Mundwinkel stets ein entspanntes Lächeln. So auch beim zweiten Lauf der VLN am vergangenen Wochenende: Voller Vorfreude wartete der Liechtensteiner schon beim offiziellen Zeittraining um 08:30 Uhr auf seinen Einsatz in der Box. Kaiser hatte, gemeinsam mit seinen beiden Mitstreitern Heinz Schmersal und „C Tiger“ (beide Wuppertal /D), 1,5 Stunden Zeit, eine aussichtsreiche Startposition im fast 190 Teilnehmer starken Fahrerfeld herauszufahren. „C Tiger“, so das Pseudonym des Dritten im Bunde, eröffnete für die drei den Trainingsreigen, Heinz Schmersal griff als zweiter ins Volant und Patrik Kaiser war dritter Trainingsfahrer. Alle drei fanden auf der Piste ähnliche Bedingungen vor, die Kaiser so beschreibt: „Schon früh im Training gab es reichlich Unfälle mit gelben Phasen, bei denen wir das Tempo laut Reglement sichtbar drosseln müssen, weil sonst harte Strafen drohen. Hinzu kam, dass es an einigen Stellen noch extrem nass war. Alles in allem keine wirklich guten Bedingungen. Unser Plan sah vor, dass ich am Ende des Trainings fahren sollte, um bei trockner Strecke den Startplatz herauszufahren. Auf Intermedia-Bereifung machte ich mich auf den Weg, als es nach einer halben Runde derart zu regnen begann, dass ich nur in langsamer Fahrt mein Training beenden konnte. Für mich sprang lediglich eine Zeit von 10:24 Minuten raus.“ Am Ende stand das Trio mit dem Audi TTRS auf dem dritten Startplatz der Klasse SP4T und dem 43. Startplatz im gesamten Starterfeld. „Damit waren wir im Grunde genommen zufrieden, denn bei einem Vier-Stunden-Rennen spielt der Startplatz eine eher untergeordnete Rolle – ein stabiles Auto und eine ausgewogene Fahrerpaarung sind von weitaus größerer Bedeutung. Und das haben wir auf jeden Fall“, kommentierte Patrik Kaiser die Situation.


Rennabbruch verhindert Top-Platzierung
Von Startplatz eins der Klasse ging das Schwesterauto des Trios Kaiser – Schmersal – „C Tiger“ ins Rennen, ebenfalls ein Audi TTRS von Raeder Motorsport. Während „C Tiger“ den Start und die ersten neuen Runden unter die Räder des Audis nahm, fieberte der Liechtensteiner seinem Einsatz als zweiter Fahrer entgegen. „Während der Wartedauer verfolgt man das Rennen über den Zeitenmonitor und hört sich den Funkverkehr zwischen Fahrer und Teamchef an, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Sollte der Fahrer aus irgendwelchen Gründen früher die Box ansteuern, muss man immer parat stehen um das Auto übernehmen zu können“, erklärt er seine rennfreie Zeit in der Box. Mit Argwohn stellt Kaiser fest, dass „C Tiger“ offenbar nicht ganz das Tempo der Wettbewerber halten kann und so wird die Lücke zum zweiten Platz der Klasse immer größer. „C Tiger“ dreht seine Runden deutlich hinter seiner Leistung. Grund dafür waren unter anderem viele, zum Teil schwere Unfälle, die sich bereits ab der ersten Rennrunde ereigneten. Und noch ein Umstand zwang ihn zur besonnenen Fahrt: Für „C Tiger“ war es das erste Rennen auf einem für ihn völlig neuen Auto, an das er sich erst gewöhnen muss. In Runde zehn rollte der Audi TTRS an die Box und Patrik Kaiser übernahm den Wagen auf Rang 33 der Gesamtwertung und Platz zwei der Klasse, denn das lange führende Schwesterauto war mit technischem Defekt ausgeschieden. Kaiser gab dem Audi ordentlich die Sporen und überzeugte das gesamte Team mit konstant schnellen Runden. Seinen Einsatz kommentierte er so: „Ich hatte nicht eine freie Runde: Wenigstens eine Unfallstelle gab es pro Umlauf, zum Teil war über mehrere Kilometer Überholverbot wegen verschmutzter Fahrbahn und havarierter Fahrzeuge. An einigen Stellen wurde die Fahrbahn sogar mit Pylonen verengt, weil Berge-, Abschlepp- und Löschfahrzeuge im Einsatz waren. Eine derartige Materialschlacht habe ich noch selten erlebt. Dennoch konnte ich auf den vor mir liegenden Konkurrenten aufschließen und ihn auch überholen.“ Neun Runden drehte Kaiser, in denen er auf Platz eins der Klasse liegend einen deutlichen Abstand zum Wettbewerb herstellen konnte. Im Gesamtklassement hatte er den Audi auf Platz 17 vorgefahren. Als Kaiser in der Box stand, um den Wagen an Heinz Schmersal zu übergeben, schaffte es der Wettbewerb, sich am Raeder Audi vorbeizuschieben. „Das war unser letzter Stopp und wir wussten, dass die auf Rang eins liegende Konkurrenz noch einmal tanken musste und wir dann wieder auf Rang eins fahren würden. Soweit zur Theorie. Das Wetter war jedoch anderer Ansicht, als etwa 15 Minuten vor Rennende heftiger Hagel einsetzte und die Rennleitung das Rennen abbrechen musste. Damit blieben wir auf Rang zwei, was extrem ärgerlich ist. Hinzu kam, das Heinz Schmersal von einem Porsche über drei Runden blockiert wurde und er so nie in Schlagdistanz zur Konkurrenz fahren konnte.“
Auch wenn es erneut „nur“ für den zweiten Rang in der Klasse reichte, zeigte sich Kaiser mit dem Ergebnis zufrieden: „Für mich ist jeder Kilometer auf der Nordschleife lehrreich und mit jeder Runde werde ich schneller. Selbst die heute vorherrschenden Mischbedingungen – in einigen Abschnitten der 25 Kilometer langen Rennstrecke regnete es, während ein paar Kilometer weiter die Sonne schien – haben mir neue Erkenntnisse gebracht. Zwar hätte ich gerne ganz oben gestanden, was aber nicht ist, kann noch werden.“ Stolz kann er trotz verpassten ersten Platzes sein, denn mit 8:48 Minuten drehte er die schnellste Runde im teaminternen Duell und war damit acht Sekunden schneller als Heinz Schmersal mit seiner schnellsten Runde von 8:55 Minuten. „Und dabei,“ ergänzt Patrik Kaiser, „hatte ich in meiner schnellsten Runde drei Passagen in denen doppelt gelb geschwenkt wurde. Ohne die Störung wäre es ein vielfaches schneller gegangen.“
Der dritte Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) findet am 28. April statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand April 2012
Irrtümer und Änderungen vorbehalten


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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) kam auch beim zweiten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) mit dem von Raeder Motorsport eingesetzten Audi TTRS nicht über einen zweiten Rang hinaus: Ein vorzeitiger Abbruch des Rennens wegen einsetzendem Hagel vereitelte die Boxenstrategie und so landete Kaiser mit seinen Mitstreitern Heinz Schmersal und „C Tiger“ auf dem zweiten Rang der Klasse und Platz 21 der Gesamtwertung von fast 190 gestarteten Autos.

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Hochkonzentriert und voller Vorfreude wartet Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) auf seinen Einsatz beim zweiten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Mit dem von Raeder Motorsport aufgebauten, eingesetzten und betreuten Audi TTRS hat sich Kaiser längst angefreundet und fährt im Trio seiner Mitstreiter die schnellsten Rundenzeiten.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 23.Apr, 2012 18:28

Kaiser im Porsche

Nach zwei erfolgreichen Rennen in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) auf dem von Raeder Motorsport vorbereiteten und eingesetzten Audi TTRS startet Patrik Kaiser aus Schellenberg / Liechtenstein beim nächsten Rennen auf einem Porsche.

Gleiches Team, anderes Fahrzeug: In Vorbereitung auf das 24h-Rennen am Nürburgring dreht sich bei Raeder Motorsport das Fahrerplatz-Karussell: Patrik Kaiser darf – oder muss – beim dritten Lauf zur VLN hinterm Volant eines Porsche 911 GT3 Cup Platz nehmen. Den Grund liefert der passionierte Rennfahrer: „Normalerweise sitzt Thomas Sluis auf dem Porsche. Sluis ist der vierte Mann unserer Audi-Crew für das 24h-Rennen im Mai. Heinz Schmersal, „C Tiger“ (Pseudonym), Thomas Sluis und ich werden beim Rennen zweimal rund um die Uhr den Audi TTRS fahren. Sluis braucht noch ein paar Kilometer Rennerfahrung auf dem Audi und aus diesem Grund übernimmt er beim dritten Rennen der VLN meinen Platz. Dafür starte ich auf dem Porsche.“
Für Patrik Kaiser eine neue Erfahrung, denn bislang war er ausschließlich auf frontgetriebenen Autos auf der längsten und anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt unterwegs. „Es wird schon eine Umgewöhnung werden und ich werde wohl kaum direkt Bäume ausreißen. Ich bin jedoch überzeugt, auf Anhieb gut mit dem Auto zurecht zu kommen und vor allem viel Spaß zu haben.“ Damit er nicht ganz unvorbereitet ins Rennen am Samstag den 28. April startet, stehen am Tag zuvor ausgiebige Tests auf dem Programm.
Tex: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Foto: Werner Röder
Stand April 2012
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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) geht beim dritten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) auf einem Porsche an den Start. Sein „normales“ Arbeitsgerät, der Audi TTRS, wird von seinen drei Mitstreitern des 24h-Rennen gefahren, die noch ein paar Kilometer auf dem schnellen Ingolstädter sammeln müssen

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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 07.Mai, 2012 18:03

Kaisers sprichwörtlich neue Erfahrungen

Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) ging beim dritten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) auf einem Porsche von race&event an den Start. Obwohl Kaiser einen guten Job machte, konnte ihn der Zuffenhausener Bolide nicht überzeugen – die Sehnsucht nach „seinem“ Audi TTRS wuchs von Runde zu Runde.

Mit nur wenigen Runden Nordschleife im Gepäck ging Patrik Kaiser sehr früh ins Training des dritten VLN-Laufes am vergangenen Wochenende. Die Strecke war durch nächtlichen Regen noch nass, dennoch wagte er sein Training auf profillosen Slicks in Angriff zu nehmen. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein rausstellte: „Zwar war die Ideallinie an einigen Stellen schon trocken, dafür an anderen noch extrem nass. Mit einem Porsche auf Slicks ist das nun wirklich kein Vergnügen. Ich habe es entsprechend langsam angehen lassen, um den Wagen nicht kaputt zu machen. Meine Zeit von 10:25 Minuten spricht Bände über die Streckenverhältnisse.“ Eine Zeit von 9:28 Minuten reichte für den 60. Startplatz in der Gesamtwertung und den siebten Platz in der Klasse SP7, in der Kaiser mit seinen Mitstreitern Thomas Schmid (Willich) und Uwe Kolb (Bad Homburg vdH.) auf dem Porsche 911 GT3 an den Start ging.

Vertrauen und Erfahrungen fehlten
Patrik Kaiser saß als erster hinterm Volant des Porsches und übernahm den Start des auf vier Stunden angesetzten Rennens. Insgesamt 219 Fahrzeuge stellten sich der Herausforderung Nürburgring Nordschleife, doch schon ab der ersten Runde begann das Feld merklich zu schrumpfen. „Ich weiß nicht, woran es lag“, so Kaiser nach seinem Stint, „aber ab der ersten Runde waren alle mit dem Messer zwischen den Zähnen unterwegs. Schnell gab es überall Unfallstellen und Schrottplätze mit entsprechenden Gelbphasen, bei denen wir das Tempo sichtlich rausnehmen müssen.“ Kaiser bekommt die zum Teil rüde Fahrweise am eigenen Leib – oder besser an der eigenen Karosserie – zu spüren: Zwei Rammstöße konnte er nur unter Aufgebot allen fahrerischen Könnens parieren und den Porsche auf der Strecke halten. Kaiser konnte sich vom anklopfenden Verfolger absetzen, lief aber schnell auf einen langsameren Fahrer aus gleicher Klasse auf. „Der Kollege hat mich fünf Runden blockiert. Ich fand kein Mittel, um gefahrlos vorbeifahren zu können. Immer, wenn ich zum Überholen ansetzte, warf er mir die Tür zu. Ich habe dann immer wieder zurück gesteckt, um keinen Unfall zu provozieren.“ Kaiser presst sich dann doch am Konkurrenten vorbei und hatte für eine Runde freie Fahrt, die durch die Boxencrew beendet wurde: In Runde neun pilotierte der Liechtensteiner Rennfahrer den Porsche durch die Boxengasse, um den Wagen an seinen Kollegen Thomas Schmid zu übergeben.
Auch wenn Kaiser mit dem Rennen nicht zufrieden war, lieferte er einen erstklassigen Job ab: Er verbesserte für die Mannschaft die Gesamtposition um über 30 Plätze und schaffte in der Klasse SP7 den Sprung auf Platz drei. „Es war für mich eine gewaltige Umstellung vom Audi TTRS auf den Porsche. Die wenigen Runden am Freitag haben mir zwar gezeigt, wie das Auto funktioniert, aber nicht gereicht, um wirklich schnell zu fahren. Sequentielles Getriebe und Heckantrieb erfordern eine gänzlich andere Fahrweise – ich bräuchte wenigstens noch zwei, besser drei Rennen, um einigermaßen Vertrauen ins Auto zu gewinnen und um Erfahrungen zu sammeln. Mir hat der Audi gefehlt, das Vertrauen und das Wissen, wie der Wagen funktioniert. Aber es war am Ende eine interessante Erfahrung – wer weiß, wie ich diese mal gewinnbringend nutzen kann.“ Das Trio beendet das Rennen auf dem sechsten Rang der Klasse und dem 38. Platz der Gesamtwertung.
Das nächste Rennen für Patrik Kaiser findet vom 19. bis 20. Mai am Nürburgring statt. Dann startet er auf „seinem“ Audi TTRS ins 24h-Rennen.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand April 2012
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Nicht wirklich viel Freude hatte Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein)auf dem Porsche 911 GT3 von race&event beim dritten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). „Mir fehlten Runden und Vertrauen, um tatsächlich richtig schnell zu sein. Dennoch eine interessante Erfahrung, die auf dem sechsten Rang der Klasse endete. Ich freue mich auf das 24h-Rennen und den Audi – das ist meine Welt.“

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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 14.Mai, 2012 8:59

Voller Vorfreude und Respekt

Zur Krönung einer Motorsportkarriere gehört zweifelsfrei die Teilnahme am härtesten Langstreckenrennen der Welt – dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife. Mit seiner ersten Teilnahme an diesem Rennen will Patrik Kaiser aus Schellenberg / Liechtenstein dem bislang guten Saisonverlauf die Kaiser-Krone verleihen.

Für Patrik Kaiser laufen die Vorbereitungen auf das 24h-Rennen schon seit Jahresbeginn. Auch wenn der Liechtensteiner regelmäßig an den Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) teilnimmt, so weiß er doch, dass der Saisonhöhepunkt seine ganze Kraft und Konzentration fordern wird. „Es ist nicht so, dass die VLN-Rennen nicht anstrengend wären, aber mit vier Fahrern zweimal rund um die Uhr zu rennen, ist schon eine andere Hausnummer“, erklärt Kaiser mit leuchtenden Augen. Kondition, Kraft, Fitness und Koordination hat er unter fachmännischer Anleitung trainiert. Und er fühlt sich topfit: „Schon das letzte VLN-Rennen, bei dem ich erstmals auf einem Porsche gefahren bin, hat mir gezeigt, dass ich gut in Form bin. Ich werde mein Training bis zum letzten Tag durchziehen, damit ich die Strapazen schadlos überstehe.“ Aber auch mental hat er sich auf die große Herausforderung vorbereitet. So fährt er nicht mehr mit dem selbst aufgebauten Druck, jede Runde seine eigene Bestzeit zu unterbieten und ständig auf Messers Schneide unterwegs zu sein, sondern der Spaß steht nun im Vordergrund. Kaiser erklärt: „Ich habe einen Zettel in meiner Helmtasche, den ich etwa zehn Minuten vor dem Start auspacke und lese. Dort steht die Devise, mit der ich ins Rennen gehe: Ernsthaft, zielstrebig - aber mit dem nötigen Spaß an der Sache. Das verinnerliche ich und kann so wesentlich entspannter ums Eck fahren. Damit ist auch die große Gefahr eines Unfalls gebannt.“
Trotz aller Entspannungsübungen verliert Kaiser sein Ziel nicht aus den Augen. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht dabei das unfallfreie Durchfahren über die 24 Stunden. Doch zuvor hat er sich ein Trainingsziel gesetzt, das er unbedingt verwirklichen will: „Die schnellsten 40 Autos im Feld bekommen ein blaues Blinklicht in die Frontscheibe. Das ist zum einen ein Prestigeobjekt, zum anderen hilft es ungemein, wenn man langsamere Fahrzeuge überrundet: Taucht das Blinklicht im Rückspiegel auf, fahren die Fahrer kleinerer Klassen sofort zur Seite. Überdies treten die 40 schnellsten Autos im letzten Qualifying im direkten Vergleich gegeneinander an – ein ausnahmsloses Spektakel, das für reichlich Spannung unter Teams und Zuschauern sorgt.“ Die Aussichten auf die „Wunderlampe“ sind wahrlich nicht die schlechtesten: Der von Raeder Motorsport vorbereitete und eingesetzte Audi TT RS hat wahrlich ausreichend Potential, um unter die ersten 40 des knapp 180 starken Teilnehmerfeldes zu fahren.

Schnelles Quartett trotzt starker Konkurrenz
Doch nicht nur der Wagen bietet fruchtbaren Boden für ein erfolgreiches 24h-Rennen – auch die Fahrer haben das Zeug dazu, am Ende weit vorne zu landen. Kaiser teilt sich das Cockpit mit Heinz Schmersal und „Tiger“ (Pseudonym) (beide Wuppertal) und Thomas Sluis (Schwelm). Sie alle liegen fahrerisch auf einem Niveau, nur weniger als zehn Sekunden liegen zwischen den Rundenzeiten der einzelnen Piloten – das haben die drei Rennen der VLN deutlich bewiesen. Die Vier haben bereits einen Plan ausgetüftelt, der ebenfalls ein Bestandteil des Erfolges ist: Maximal neun Runden können die Piloten am Stück drehen, dann muss die Box angesteuert werden, um zu tanken. Nur mit konstanter Fahrweise, stabiler Technik und einer ausgeglichenen Fahrerpaarung hat Kaiser die Chance, am Ende in der Klassenwertung auf dem Podest zu stehen. Denn – die Konkurrenz ist groß und stark und wird den Vieren nicht den Hauch einer Chance lassen, das Zepter in die Hand zu nehmen.
Bei der Frage nach dem Wetter, das den Ausgang eines 24h-Rennens maßgeblich beeinflussen kann, sitzt Kaiser sprichwörtlich zwischen den Stühlen. Zum einen wünscht er sich Nässe, denn: „Mit dem frontgetriebenen Audi sind wir bei nassen oder feuchten Bedingungen deutlich besser dran als die Fraktion der heckgetriebenen Boliden. Andererseits ist die Nordschleife bei Nässe ein tatsächlich gefährliches Pflaster und so lässt sich bei Trockenheit deutlich entspannter und mit wesentlich mehr Spaß fahren.“ Aber Kaiser ist sich ohnehin bewusst, dass die Eifel ihr eigenes Wetter hat. Während im Rest der Republik die Sonne scheint, kann es am Ring regnen, hageln oder gar schneien – selbstverständlich auch umgekehrt. Selbst an der gut 25 Kilometer langen Rennstrecke kann es an einer Stelle pulvertrocken sein, während der andere Streckenabschnitt im Regen versinkt.
Was treibt Kaiser an, sich diesen Strapazen zu stellen? „Es ist die Faszination aus Strecke, Konkurrenz, Zuschauer und Herausforderung, die mich teilnehmen lässt. Ich habe mich gezielt auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet und versucht, schon im Vorfeld alle Unwegsamkeiten auszuschalten. So habe ich mir eine spezielle Brille anfertigen lassen, die ich bei der Nachfahrt tragen werde.“ Apropos Nacht: Vor ihr hat Kaiser größten Respekt, denn dann ist die Strecke nicht mehr die gleiche wie beim Tageslicht. Auch das Fahrerfeld wird dann anders: Müdigkeit überkommt die Piloten, Fahrfehler häufen sich und nicht selten endet das Spektakel noch vor Sonnenaufgang. Zum Schluss erklärt er: „Während der gesamten Vorbereitung, die sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat, hat mir meine Frau den Rücken gestärkt. Sie unterstützt mich, fiebert mit mir und hat größten Respekt vor dem, was ich tue. Gerade weil sie weiß, wie hoch der Anspruch auf der Nordschleife ist, hat sie auch immer Angst um mich und ist froh, wenn ich meinen Stint ohne Blessuren hinter mich gebracht habe.“
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand: Mai 2012
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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) startet beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife auf dem von Raeder Motorsport vorbereiteten Audi TT RS. Gemeinsam mit seinen drei Mitstreitern, Heinz Schmersal, „Tiger“ (Pseudonym) und Thomas Sluis (Schwelm) hat Kaiser berechtigte Chancen auf ein gutes Endergebnis: Fahrerpaarung und Fahrzeug haben das Potential fürs Podium.

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Akribisch hat sich Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) auf das diesjährige 24h-Rennen vorbereitet. Neben seiner körperlichen Fitness hat er sich auch mental gestärkt: „Ohne selbst fabrizierten Druck im Nacken kann ich entspannter fahren – das senkt das Unfallrisiko und die Rundenzeiten gleichermaßen. Denn ich gehe unverkrampft ins Rennen.“

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Beitrag von Uwe Meuren » Fr 18.Mai, 2012 18:23

Wenn die Generalprobe …

… schlecht läuft, wird die Premiere umso besser. Darauf baut auch Patrik Kaiser aus Schellenberg / Liechtenstein: Der schnelle Mann wurde im ersten Zeittraining abgeschossen und fand im zweiten Qualifikationstraining auch keine rechten Mittel, um den Audi TTRS weiter nach vorne zu bringen.

Patrik Kaiser hatte sich das Training für seine 24h-Premiere deutlich anders vorgestellt: Statt reichlich Runden zu drehen und sich an die Strecke in Dunkelheit zu gewöhnen, wurde der Liechtensteiner bereits nach einigen hundert Metern auf der Grand Prix-Strecke von einem übermotivierten Kontrahenten abgeschossen. „Der Kollege ist mir mit Vollgas ins Heck geschossen. Ich bin dann durch ein Kiesbett und frontal in einer Mauer eingeschlagen. Damit war das Training beendet“, so Kaiser zu seiner ersten Qualifikationsrunde im Rahmen des 24h-Rennens. Zurück in der Box begannen die Mechaniker sofort mit der Reparatur des Audi TTRS. Um sieben Uhr am Freitagmorgen stand der Audi völlig faltenfrei in der Box, die Mechaniker hatten über Nacht ganze Arbeit geleistet und alle Schäden behoben. „Eine wahnsinnige Leistung, die nicht hoch genug einzuschätzen ist“, so Kaisers Kommentar zur Handwerkskunst der Mechaniker von Raeder Motorsport, das Team, das den Audi aufgebaut hat und betreut. Ins zweite Qualifikationstraining konnte Kaiser dann bedenkenlos starten und stellte erstaunt fest, dass „der Wagen ein Verhalten wie vor dem Unfall an den Tag legte und ohne Einschränkungen zu fahren ist.“ Kaiser drehte zunächst eine Runde auf Regenreifen, um festzustellen, dass die Strecke für diese Reifen zu trocken war, kehrte in die Box zurück, um sich vorne Slicks und hinten Intermedias montieren zu lassen. Die nächste Runde nutzte er zur Streckenbesichtigung, um danach auf Zeit zu fahren. „Zuerst dachte ich, der Unfall habe seine Spuren hinterlassen. Doch wider Erwarten konnte ich gleich angreifen, fand schnell meinen Rhythmus und konnte mit viel Freude auf Angriff fahren. Dass am Ende nur eine Zeit von 9:14 Minuten rauskam, lag am vollen Tank und den vielen nassen Stellen auf der Strecke.“
Die prestigeträchtige „blaue Lampe“, die die schnellsten 40 Starter im Feld der über 170 Protagonisten kennzeichnet, konnte Kaiser jedoch nicht einfahren. „Ich hatte mir fest vorgenommen, die Lampe zu bekommen, das wäre aber ohne hohes Risiko heute nicht möglich gewesen, ohne einen Abflug zu riskieren. Ich selbst fühle mich topfit und freue mich riesig aufs Rennen. Wenn wir es schaffen, die 24 Stunden durchzurollen, haben wir berechtigte Chancen auf das Podium. Die Konkurrenz jedoch ist groß und auch sehr schnell. Am Sonntagabend wissen wir alle mehr.“
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand: Mai 2012
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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) auf dem Weg zu seinem Qualifikationstraining beim 24h-Rennen 2012 auf dem Nürburgring: Seine erste Runde endete noch Vorabend im Kiesbett nachdem ein Konkurrent ihn von der Strecke rammte. Bis Freitagmorgen 07:00 Uhr reparierten die Mechaniker den Audi TTRS der von Raeder Motorsport eingesetzt und betreut wird. Danach konnte Kaiser mit einer Rundenzeit von 9:14 Minuten eine erste Marke setzen, aber nicht an seine Wunschzeit gelangen.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 23.Mai, 2012 10:13

Am Ende blieb der Plan

Nach seinem 24h-Rennen-Debüt auf dem Nürburgring und der Nordschleife wollte der Schellenberger Patrik Kaiser königlich feiern. Doch die materialmordende Eifelachterbahn mit ihrem gut 25,5 Kilometer langen Asphaltband hatte etwas gegen Kaisers Plan.

Nach einem nicht ganz optimalen Trainingsverlauf, bei dem Patrik Kaiser völlig grundlos und noch wesentlich überflüssiger von einem übermotivierten Mitbewerber regelrecht abgeschossen wurde, musste der Liechtensteiner ohne Nachttraining ins 24h-Rennen starten. Kaiser sollte als dritter Fahrer des Quartetts Heinz Schmersal, „Tiger“ (Pseudonym) (beide Wuppertal) und Thomas Sluis (Schwelm) auf dem von Raeder Motorsport vorbereiteten und betreuten Audi TT RS in der Klasse SP4T ins Renngeschehen eingreifen. Vom vierten Startplatz der Klasse und vom 53. Gesamtrang des knapp 170 Teilnehmer starken Feldes ging Schmersal unter strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen ins Rennen. Die Teamstrategie, pro Fahrer bis zu zehn Runden zu absolvieren, wurde schon in der Anfangsphase zu Nichte gemacht: Bereits in der Anfangsphase des Rennens wurde übermäßig hart gekämpft, was zahlreiche, zum Teil heftige Unfälle zur Folge hatte. Das zehrte in Verbindung mit den hohen Temperaturen im Fahrzeuginnern an der Kondition von Schmersal, der deutlich früher die Box ansteuerte als geplant. Thomas Sluis übernahm den Wagen, kämpfte aber mit gleichen Problemen wie Schmersal und auch er musste seinen Stint früher als geplant beenden. Damit saß Kaiser bereits gegen 18:30 Uhr im Auto und legte sofort wie die Feuerwehr los. „Der Wagen lief wie eine eins und ich konnte sofort auf Angriff fahren. Die schnellen Runden währten jedoch nur kurz: Plötzlich hatte der Motor keine Leistung mehr, nahm kein Gas mehr an und ich musste mich an die Box schleppen. Über Funk hatte ich die Mechaniker informiert, so dass der Boxenstopp niemanden überraschte. Nach gefühlter Unendlichkeit wurde ein defektes Bauteil in der Kraftstoffversorgung lokalisiert und ausgetauscht. Gleichzeitig erhielt ich neue Reifen und der Wagen wurde vollgetankt – ich sollte nun solange fahren, bis ich an die reglementierte Zeit stoße und dann den Wagen an Tiger übergeben.“

Erst das Getriebe, dann der Unfall
Trotz Reparatur entfaltete der Audi nicht seine volle Leistung; Meter um Meter musste Kaiser die Konkurrenz ziehen lassen. „Da ich privat auch einen Audi TT RS fahre und vor einiger Zeit ein ähnliches Problem hatte, erinnerte ich mich an die damals erledigte Abhilfe: Motor aus und wieder starten, um auf diese Weise das gesamte System zu „reseten“. Über Funk fragte ich den Teamchef Frank Budde, ob ich das beim Rennauto auch machen könne. Budde gab grünes Licht, ich schaltete den Motor aus, wartete einige Augenblicke, um den Wagen erneut zu starten und hatte sofort volle Leistung in allen Drehzahlbereichen.“ Was Kaiser dann hinlegte ist ein echte Husarenstück: Durch die technischen Probleme bis auf Rang 53 des Feldes zurück gefallen, kämpfte sich der Liechtensteiner binnen zwölf Runden auf Rang 30 der Gesamtwertung und Rang eins der Klasse vor. Nach insgesamt 12 Runden kehrte der Schellenberger in die Box zurück: Völlig entkräftet und nahe der Dehydrierung steigt Kaiser aus dem Wagen und Tiger ein. Die folgenden 30 Minuten war Patrik Kaiser zu keiner Reaktion fähig – lediglich dem Teamchef Frank Budde gab er einige Infos zu Auto und Strecke, der diese an Tiger weiterleitete. „Das Trinksystem hatte einen Fehler und so bin ich den gesamten Stint ohne einen Tropfen Getränk gefahren. Ich wollte den Wagen wieder nach vorne bringen und bin entsprechend an die Sache ran gegangen. Dabei habe ich zum Beispiel einen deutlich stärker motorisierten Porsche ständig hinter mir gehabt – auf der Nordschleife habe ich ihn abgehängt, auf der Geraden hat er wieder aufgeschlossen. Zwei Runden vorm Ende meines Stint musste ich ihn jedoch ziehen lassen, denn die Reifen kamen mehr und mehr an ihre Leistungsfähigkeit und der Wagen begann immer stärker zu rutschen. Die Piste glich während der 12 Runden einem Schlachtfeld. Ich hatte keine freie Runde und musste mehrfach bis auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen. Dabei musste man aufpassen, sich bei der Fahrt durch die Trümmerfelder seine Reifen nicht zu ruinieren – überall lagen Carbonteile, die einen Reifen schnell aufschlitzen können.“ Nach kurzer Erholung stand Kaiser wieder in der Box, um bei Bedarf zu helfen. Gegen 22 Uhr meldete Thomas Sluis Getriebeprobleme und kehrte vorm Ende seines Stints in die Box zurück. Fieberhaft suchten die Mechaniker nach dem Fehler, fanden ihn nicht und entschlossen sich kurzerhand das Getriebe zu tauschen. Beim Audi TT RS keine einfache Arbeit, denn um das Bauteil zu wechseln, muss der Motor ausgebaut werden. „Insgesamt stand unser Auto gut zwei Stunden in der Box, ehe Thomas Sluis erneut ins Rennen starten konnte“, so Kaiser zum weiteren Verlauf. Weit kam Sluis jedoch nicht: Der Streckenabschnitt Adenauer Forst war von einer Ölspur durchzogen und noch ehe Sluis die Warnungen der Sicherheitskräfte realisierte, rutschte der Audi auf der Ölspur aus und schlug mehrfach in die Leitplanke ein. Damit war das Rennen für Patrik Kaiser und seine drei Fahrerkollegen beendet. „Schade, dass es so enden musste – aber das ist nun mal Motorsport. 24h-Rennen haben ihre eigenen Gesetze und dazu hat die Nordschleife immer ein paar Überraschungen parat. Wir konnten ein ungeheuerliches Tempo gehen, denn nach meinem Stint hatte ich bereits zwei Runden Vorsprung auf den zweiten Platz. Ich bin überzeugt, dass wir alleine aufgrund der Performance einen Podiumsplatz hätten locker erreichen können. Schade, dass es beim Plan das Ziel zu sehen und vielleicht noch eine gute Platzierung zu erreichen, geblieben ist,“ so Kaiser sehr enttäuscht nach dem Ausfall. Zum Schluss bemerkte er: „Beim nächsten Langstreckenrennen in fünf Wochen bin ich wieder am Start. Dann will ich es wirklich wissen und zeigen, was der Audi kann.“
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand: Mai 2012
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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) wurde während seines kurzen Rennens von seiner Frau begleitet. Das erste Mal am Ring zeigte sie sich beeindruckt von dem Rennen, hatte aber zu keiner Zeit Angst um ihren Mann: „Patrik hat sich körperlich und mental speziell auf das Rennen vorbereitet um die Aufgabe problemlos meistern zu können. Schade dass die Jungs so früh ausgefallen sind, da wäre sicherlich ein Podiumsplatz möglich gewesen.“


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Der Audi TT RS von Raeder Motorsport, mit dem sich Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) der Herausforderung 24h-Rennen Nürburgring stellte, war mehr als konkurrenzfähig, haderte aber mehrfach mit der Technik und rutschte später mit Thomas Sluis hinterm Lenkrad auf einer Ölspur aus. Kaiser zeigte sich enttäuscht aber sportlich: „Das kann jedem Rennfahrer passieren. Gerade in der Nacht, wenn du Öllachen nur schwer oder gar nicht erkennst, ist die Gefahr eines Ausrutschers groß.“

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 03.Jul, 2012 7:36

Endlich: Kaiser siegt am Ring!

Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) hat seine Ankündigung, zeigen was er und der Audi TTRS von Rader Motorsport zu Leisten in der Lage sind, wahr gemacht. Schon im Training zum vierten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) hat er mit einer Rundenzeit von 8:39 Minuten gezeigt dass er es ernst meint. Beim anschließenden Rennen brannte er ein echtes Feuerwerk der guten Rundenzeiten ab. Belohnt wurde sein Engagement mit einer Top-Platzierung.

Akribisch, nahezu schon pedantisch war die Vorbereitung von Patrik Kaiser zum vierten Lauf der VLN auf dem Nürburgring und der Nordschleife. Mit Videoanalysen des eigenen Fahrstils im direkten Vergleich zum ehemaligen DTM-Piloten, 5-fachen Le Mans Gewinner und Audi Werksfahrer Fahrer Frank Biela versuchte der Liechtensteiner die fehlenden Sekunden zu finden. Denn Biela pilotierte den Audi TTRS auf dem Kaiser in dieser Saison fährt im vergangenen Jahr. Gleichzeitig arbeitete er weiter an seiner körperlichen Fitness. „Ich fühlte mich physisch und psychisch n der Lage die Klasse SP4T in der wir mit dem von Raeder Motorsport eingesetzten Audi an den Start gehen zu gewinnen. Allerdings war mir von vornherein aber auch klar, dass die Konkurrenz nicht minder schnell sein wird und das Wetter erheblichen Einfluss auf den Rennverlauf haben kann.“ Das Wetter zeigte sich jedoch äußerst stabil – zum Trainingsbeginn war es noch relativ kühl, zum Start kletterten die Temperaturen auf rund 25°C, was für die Fahrer Temperaturen von bis zu 50°C im Wageninnern bedeutete.
Kaiser nahm als dritter Fahrer des Trios C Tiger (Pseudonym – Wuppertal) und Kurato Hisonao (Japan) auf. Der Grund dafür war ein ganz einfacher, wie Kaiser erklärte: „Mir bot sich die Möglichkeit ein kleines, privates Team als Fahrer zu unterstützen. Ich drehte also zuerst auf dem BMW 325i meine Pflichttrainingsrunde und danach auf dem Audi. Im Rennen sollte es genau anders rum laufen: Start auf dem Audi, letztes Renndrittel als dritter Fahrer auf dem BMW. Dazu kam es aber leider nicht.“ Im Training hatte Kaiser nahezu perfekte Bedingungen, aber eben nur nahezu: In seinen beiden Runden wurden die Fahrer im Streckenabschnitt „Fuchsröhre“ mit doppelt geschwenkter gelber Flagge eingebremst. Dennoch konnte er eine unglaubliche Runde hinlegen die alle Teammitglieder aufhorchen ließ: Mit 8:39 Minuten stellte der Liechtensteiner den Audi auf den dritten Startplatz der Klasse – vom zweiten Platz trennten ihn weniger als 4/100 Sekunden, auf Platz eins fehlten lediglich vier Sekunden! „Ohne die Unfallstelle in der Fuchsröhre hätten wir am Ende weiter vorne gestanden“, so Kaiser überzeugt zwischen Training und Rennen.

Vollgas von Anfang bis Ende
Der Start verlief für Kaiser völlig Problemlos: In der zweiten Startgruppe war er weit vorne positioniert, hielt sich aber zunächst aus dem üblichen Gerangel der ersten Kurven raus ohne den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Gleichzeitig musste der Führende der Klasse mit einem Technischen Problem die Box aufsuchen und konnte diese erst nach knapp 30 Minuten wieder verlassen. Kaiser fuhr also schon ab Runde eins auf Platz zwei der Klasse und stellte rasch den Anschluss an den neuen Primus her. Ohne seine Reifen zu überfordern konnte er problemlos seine Position halten und den Vorsprung auf die Verfolger locker ausbauen. Neun Runden lang ging es für Kaiser und seinen Kontrahenten nahezu im Parallelflug über die gut 25 Kilometer lange Strecke – sehr zur Freude der vielen Zuschauer. „Wir hatten einen harten aber stets fairen Kampf bei dem kein Zentimeter Boden verschenkt wurde. Wir fuhren nahezu die gesamte Distanz Stoßstange an Stoßstange, lediglich die vielen Unfallstellen rissen uns hin und wieder auseinander. Ich hatte mächtig viel Spaß und habe mich nach meinem Stint beim Konkurrenzfahrer für den tollen Kampf bedankt.“ Um exakt 14:40 Uhr rollte der bis dahin Führende der Klasse mit technischen Problemen auf der „Döttinger Höhe“ aus – das schnelle Trio Kaiser, „C Tiger“, Hisonao lag dicht dahinter und erbte die Führung der Klasse. „Es ist natürlich immer schöner die Führung im Kampf zu erobern, die Unterstützung streikender Technik beim Gegner kommt zwar gelegen, ist aber nicht wirklich ehrenhaft. Andererseits zeigt es eindrucksvoll, dass Raeder Motorsport unseren Wagen erstklassig vorbereitet hat“, lässt der Schellenberger wissen. Unter Einhaltung aller Regeln, ohne Kopf und Kragen zu riskieren schaffte es Kaiser im regen Verkehr des fast 180 Teilnehmer starken Feldes ohne Mühen die teamintern schnellste Runde zu drehen. Nur 8:41 Minuten benötigte der Liechtensteiner im schnellsten Umlauf. „Nur eine brenzlige Situation gab es,“ so Kaiser nach dem Rennen, „Ein zur Überrundung anstehender Teilnehmer hat mich offenbar zu spät gesehen, mir die „Tür zugemacht“ und ich musste über die Wiese ausweichen. Selbst auf dem Gras ließ sich der Audi leicht beherrschen was die Situation schnell entschärft hat. Ich unterstelle dem Kollegen keine Absicht, sondern lediglich Unachtsamkeit.“
Nachdem Kaisers Teamkollegen die Führung der Klasse übernommen hatten, gaben sie diese auch nicht mehr her. Nach vier Stunden Renndistanz beendete das schnelle Trio auf dem Audi TTRS die Hitzeschlacht auf Rang eins der Klasse SP4T und auf dem 16 Rang der Gesamtwertung.Unterstrichen wird die Leistung durch den herausgefahrenen Vorsprung auf die Verfolger, der vier Runden betrug! Kaisers Fazit zum vierten Rennen der Saison: „Wir konnten jederzeit das Tempo der Spitze halten, ohne dabei uns oder das Auto zu überfahren. Ob wir auch auf der Strecke Platz eins geholt hätten – ich weiß es nicht. Fakt ist, dass wir das stabilere Auto hatten und so über die gesamte Distanz die hohe Geschwindigkeit fahren konnten. Am Ende fragt keiner wie du den ersten Platz erkämpft hast – du hast ihn und fertig. Es wäre sogar noch Rang 12 möglich gewesen – unser japanischer Kollege versäumte jedoch nach jeder Runde den aktuellen Kraftstoffverbrauch an die Box zu übermitteln. Aus Sicherheitsgründen beorderte das Team den Wagen zwei Runden vor Schluss nochmal in die Box um zu verhindern dass wir mit Kraftstoffmangel liegen bleiben. Ich danke Raeder Motorsport für das wirklich geniale Auto und freue mich auf das kommende Rennen. “ Übrigens: Zum Einsatz auf dem BMW 325i von Peeters Racing kam es nicht mehr. Das Auto wurde bereits in der ersten Runde völlig grundlos von einem direkten Konkurrenten von der Strecke gerammt und so stark beschädigt, dass an eine Weiterfahrt nicht mehr zu denken war.
Das nächste Rennen findet am 07.07.2012 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand Juni 2012
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Der Knoten ist geplatzt: Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein)konnte am vergangenen Wochenende seinen ersten Klassensieg dem von Raeder Motorsport vorbereiteten und eingesetzten Audi TTRS von Raeder Motorsport einfahren. Nach vier Stunden Renndistanz überquerte der Audi mit vier Runden Vorsprung auf den dritt Platzierten die Ziellinie.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 17.Jul, 2012 14:07

10 Kilometer zwischen Sieg und Niederlage

Vor 14 Tagen feierte der Liechtensteiner Patrik Kaiser mit dem von Raeder Motorsport vorbereiteten und eingesetzten Audi TTRS seinen ersten Klassensieg in der SP4T. Entsprechend gelaunt und motiviert startete Kaiser ins 5. Rennen der Saison. Aus Personalgründen musste er jedoch auf das Nummer-1-Auto des Teams, ebenfalls ein Audi TTRS wechseln. Den Sieg vor Augen trat er trotz souveräner Leistung nach vier Stunden Renndistanz ohne Pokal und Punkte die Heimreise ins heimische Schellenberg (Liechtenstein) an.

„Eigentlich“, so Patrik Kaiser nach dem Rennen am vergangenen Samstag auf dem Nürburgring und der Nordschleife, „ist Raeder Motorsport nicht von Personalengpässen geplagt. Doch einer der Fahrer musste kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen und so wurde ich ebenso kurzfristig auf das auf Nummer eins gesetzte Auto eingeschrieben.“ Damit hatte Kaiser auch neue Teamkollegen für das auf vier Stunden angesetzte Rennen. Elmar Deegener (Stelzenberg) und Christoph Breuer (Nettersheim) teilten sich den Audi TTRS mit Kaiser. Ins offizielle Zeittraining startete Patrik Kaiser als Zweiter und war nach zwei gezeiteten Runden alles andere als glücklich: „Heute lief es nicht rund. Ich hatte vier Unfallstellen zu passieren und fast überall lagen Trümmerteile auf der Strecke oder sie war extrem nass. Ständig musste ich neu anfahren – meinen Rhythmus habe ich nicht gefunden und ich wollte nicht auf Gedeih und Verderb eine schnelle Runde fahren mit der Gefahr im Nacken zu verunfallen. Also habe ich mich mit der Zeit zufrieden gegeben.“ Die Topzeit fuhr Christoph Breuer. Mit 8:33 Minuten stellte er den Wagten zunächst auf Platz eins der Klasse, doch dann zuckten alle zusammen: Noch im Ausrollen nach seiner schnellen Runde begann der Motor Öl zu verlieren. Grund dafür war ein Turbolader-Schaden. Sofort begannen die Mechaniker mit der Reparatur, die jedoch mehr Zeit in Anspruch nahm als geplant. Kaiser erklärte nach dem Rennen: „Die Mechaniker haben das Bauteil zum ersten Mal bei eingebautem Motor gewechselt. Als der Wagen lief, durften wir nicht mehr in die Startaufstellung – das Zeitfenster war geschlossen und wir mussten aus der Box nachstarten.“

Fulminante Aufholjagd bleibt unbelohnt
Nur 30 Sekunden, bevor die zweite von drei Startgruppen die Startampel erreichte, zogen die Mechaniker von Raeder Motorsport die letzte Schraube an. Elmar Deegener, Startfahrer auf dem Nummer-1-Audi, konnte so reglementkonform dem Feld hinterher hetzen und begann eine Aufholjagd, die ihresgleichen sucht. Er kämpfte sich durch das gesamte Feld, wissend, dass das Gesamtpaket in der Lage war aufs Podium zu fahren. Unzählige Überholmanöver musste Deegener durchführen – bei mehr als 50°C im Wagen eine kräfteraubende Angelegenheit. Kaiser: „Elmar Deegener kam eine Runde früher als geplant in die Box – ich musste also eine Runde früher übernehmen. Auf der Strecke ging es richtig verrückt zu: Selbst langsame, zur Überrundung anstehende Autos blockierten die Linie, schlugen einem die Tür der Ideallinie vor der Nase zu. Es gab nicht einen Abschnitt, bei dem ich mich hätte entspannen können.“ Wie scharf gefahren wurde, beschreibt eine haarige Situation am Streckenabschnitt „Flugplatz“: Als Kaiser ein langsames Auto überholt, zieht dies unmittelbar hinter dem Audi TTRS nach rechts, unterschätzt die Längen beider Fahrzeuge und berührt das Heck des Audi. Kaiser kann sein Auto mit viel Geschick stabil halten, die Sache geht glimpflich ab. „Das hätte aber auch anders ausgehen können“, weiß Kaiser zu berichten. Dann, etwa vier Runden, bevor er seinen Stint offiziell beenden sollte, setzte bei Kaiser Atemnot ein: Ähnlich einem Asthma-Anfall beginnt der Rennfahrer um Luft zu ringen, muss seine Atmung bewusst flachhalten, um nicht zu hyperventilieren. Keine leichte Aufgabe, zumal Kaiser die gute Arbeit von Deegener fortsetzt und den Audi weiterhin wie ein Berserker durch das Feld treibt. „Da ich auf einige Sachen allergisch reagiere, nehme ich präventiv Medikamente ein – diesmal habe ich vergessen, mich vor meinem Stint zu präparieren. Überdies war offensichtlich die Lüftung nicht in Ordnung – denn im Fahrzeug kam nicht der Hauch einer frischen Brise an“, beschreibt Kaiser die Situation im Auto. In Runde 18 kommt er an die Box. Kaiser konnte den Audi bis auf Rang zwei der Klasse vorfahren und lag nun auf Rang zwei unmittelbar hinter dem Führenden der Klasse – getrennt durch Sekundenbruchteile. Christoph Breuer übernimmt das Auto, kann Platz eins der Klasse SP4T erobern und sich mit großen Schritten von den Verfolgern absetzen. „Wir lagen mit einigen Minuten unangefochten auf Rang eins der Klasse, als uns in der letzten Runde per Funk die Hiobsbotschaft erreicht: Breuer war in einer schnellen Kurve mit einem anderen Fahrzeug kollidiert und hart in die Leitplanke eingeschlagen. Damit war das Rennen für uns beendet – weniger als zehn Kilometer trennten mich von meinem zweiten Klassensieg“, so ein enttäuschter Kaiser nach dem Rennen. Einen schwachen Trost hat Kaiser dennoch: Sein eigentliches Einsatzauto von Raeder Motorsport holte sich die Lorbeeren und fuhr auf Rang eins der Klasse. Schon in 14 Tagen will Kaiser erneut angreifen, um dann seinen zweiten Klassensieg gebührend feiern zu dürfen.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand Juli 2012
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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) hatte mit dem Audi TTRS von Raeder Motorsport den zweiten Klassensieg vor Augen: In der letzten Runde, zehn Kilometer vor dem Ziel verunfallte der Fahrerkollege von Kaiser. Der Fahrer blieb, Gott sei Dank, unverletzt – das Auto war so beschädigt, dass eine Weiterfahrt unmöglich war.

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Beitrag von Uwe Meuren » Do 26.Jul, 2012 9:04

Fehlerfreie Fahrt aufs Podium

Nach vier Stunden Renndistanz hatte Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) allen Grund zu jubeln: Gemeinsam mit seinen Fahrerkollegen schaffte er zum zweiten Mal in dieser Saison den Sprung aufs oberste Treppchen. Auch wenn es zu Beginn nicht danach aussah, so hatte das schnelle Trio am Ende die Nase weit vor der Konkurrenz.

Im offiziellen Zeittraining am Samstagmorgen waren für das Trio Patrik Kaiser, „C Tiger“ (Pseudonym) und Heinz Schmersal (beide Wuppertal) sechs Runden von Nöten, um den zweiten Startplatz der Klasse SP4T zu festigen. Diesmal war es nicht Kaiser, der die Top-Zeit in den Asphalt brannte, sondern „C Tiger“. Der Schellenberger kommentierte nach dem Training: „Die Strecke war extrem schmierig, nicht richtig nass, aber auch nicht trocken. Wie ein Film lag die Feuchtigkeit auf dem Asphalt. Zudem begann es während meiner Trainingsrunden an einigen Streckenabschnitten zu regnen. Egal wo man gerade war – man hatte immer die falschen Reifen montiert. Hinzu kamen einige Unfallstellen und jede Menge Öl auf der Straße – das ist die einfache Erklärung für meine doch mäßigen Rundenzeiten. Aber „C Tiger“ hat die Kohlen ja Gott sei Dank aus dem Feuer geholt.“ Mit einer Rundenzeit von 9:20 Minuten stellte der Wuppertaler den Audi TTRS auf den zweiten Startplatz der Klasse und auf den 22. der Gesamtwertung.

Rückstand komplett ausgebügelt
Den Start übernahm, wie beim Team Raeder Motorsport üblich, der Trainingsschnellste: „C Tiger“ überquerte pünktlich um 12 Uhr zum ersten Mal die Start-Ziel-Linie. Wohl wissend, dass ein 4h-Rennen nicht in der ersten Kurve gewonnen wird, hielt er sich entsprechend zurück. Das allerdings hatten einige Wettbewerber vergessen und verursachten prompt eine Startkollission. Der Wuppertaler Rennfahrer musste den Audi bis fast zum Stillstand zusammen bremsen, da ein Wettbewerber rutschend seine Fahrlinie kreuzte. Mit deutlichem Platzverlust ging das Rennen für das Trio auf dem Audi TTRS erst jetzt richtig los: „C Tiger“ machte sich auf die Verfolgung des Klassenführenden, der vorm Startgerangel verschont geblieben war. Runde um Runde kämpfte er sich ran, nach acht Runden übergab er den Wagen an Patrik Kaiser.
„Ich begann sofort voll auf Angriff zu fahren“, erklärte Kaiser nach dem Rennen, „uns war klar, dass der Sieg greifbar war – aber nur wenn wir uns nicht zurück halten. „C Tiger“ hatte die Lücke bis auf 1:46 Minuten geschlossen, es war an mir, diese Zeit aufzuholen und wenn möglich vorbeizufahren.“ Das tat der Liechtensteiner auch: Kaiser gab sprichwörtlich alles, nutzte jeden Zentimeter der Rennstrecke aus und tobte wie ein Besessener durchs Feld. Nach nur sechs Runden hatte er die Lücke zum Führenden geschlossen und ihn im Sichtfeld. „Im Streckenabschnitt Schwedenkreuz steckte der Führende in einer Gruppe zu überrundender Fahrzeuge fest. Ich fuhr mit reichlich Schwung in diesen Abschnitt und habe völlig unkonventionell die gesamte Gruppe rechts überholt. Unser direkter Gegner hatte keine Möglichkeit sich aus der Gruppe zu lösen, und so musste er mich ziehen lassen. Die folgenden fünf Runden habe ich alles aus mir und dem Auto rausgeholt, um den Abstand zu vergrößern, was mir auch deutlich gelungen ist.“ Begünstigt wurde die Flucht nach vorne durch arge Probleme der Klassenkonkurrenz: Der eigentliche Primus schied mit Getriebeschaden aus, der bis dahin Führende bekam kurz nach Kaisers Überholmanöver ebenfalls Getriebeprobleme. In seinem Stint konnte Kaiser einen Puffer von zwei Minuten schaffen – das sollte für Heinz Schmersal reichen. Der Senior des Trios erledigte trotz Magenproblemen einen erstklassigen Job, lieferte sogar die schnellste Rundenzeit (8:43 Minuten) im teaminternen Duell ab. Schmersal schaffte es problemlos die Platzierung bis ins Ziel zu behalten – das Trio stand erneut ganz oben auf dem Treppchen. Kaisers Resümee nach dem Rennen: „Ich bin wahnsinnig glücklich über diesen Sieg, der gezeigt hat, dass Langstreckenrennen echte Teamrennen sind. Nach meinem Einsatz fühlte ich mich trotz der Anstrengung richtig fit – obwohl ich 12 Runden am Stück gefahren bin, um den gesundheitlich angeschlagenen Heinz Schmersal zu entlasten. Ich denke, dass zum einen mein neuer Helm mit Kühlsystem mir einen sprichwörtlich kühlen Kopf beschert hat, zum anderen bringt mein permanentes Training richtig viel. Mit dem Fitnessweltmeister und Mister Universum Bernd Österle und dem Personalcoach Thomas Lorez habe ich deutlich an Fitness und Kraft gewonnen, was mir sehr hilft. Ich danke Raeder Motorsport für das tolle Auto, die gute Betreuung und das professionelle Team, dass uns Fahrern nahezu jeden Wunsch von den Lippen abliest.“ Übrigens: In der Gesamtwertung beendete das Trio den 6. Lauf auf einem überragenden 14. Gesamtplatz von gut 140 gestarteten Teams. Beim nächsten Rennen wird Patrik Kaiser nicht an den Start gehen, private Termine zwingen ihn nach London. „Obwohl ich schon viel lieber in der Eifel wäre“, erklärt er schmunzelnd.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand Juli 2012
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Zum zweiten Mal stand Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) in der laufenden Saison ganz oben auf dem Podium. Gemeinsam mit „C Tiger“ (Pseudonym) und Heinz Schmersal (beide Wuppertal) pilotierte er den Audi TTRS fehlerfrei aufs Treppchen.

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Nach einer furiosen Aufholjagd steigt Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) aus dem Audi TTRS des Team Raeder Motorsport aus. Der Liechtensteiner konnte in seinem Stint nicht nur die Lücke zum Erstplatzierten schließen sondern ihn auch überholen. Nach seinem Einsatz lag Kaiser mit seinen Teamkollegen C Tiger (Pseudonym) und Heinz Schmersal (beide Wuppertal) mit zwei Minuten Vorsprung auf Rang eins.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 17.Sep, 2012 7:36

Eine Sekunde fehlte zum Sieg

In einem von Aus- und Unfällen geprägten vier Stunden Rennen im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) musste sich Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) mit Rang zwei zufrieden geben. Auf dem Audi TTRS von Raeder Motorsport fehlte ihm am Ende ein Wimpernschlag auf den obersten Podestplatz – dabei waren die Vorzeichen ganz andere.

Zum achten Rennen der VLN-Saison setzte Raeder Motorsport nur einen Audi TTRS ein – den teilten sich Patrik Kaiser und Christoph Breuer (Nettersheim) während des 1,5 stündigen Trainings und des danach anstehenden 4h-Rennens am vergangenen Samstag. Auf nasser Strecke, bewaffnet mit Regenreifen, drehte Patrik Kaiser die erste Trainingsrunde: Die schlechten Streckenverhältnisse nutzte er in langsamer Fahrt, um sich ein Gefühl zu Piste und Auto zu verschaffen. Danach ließ er sich „Intermedias“, eine Mischung zwischen Slicks und Regenreifen, montieren und blies mit großem Erfolg zur Attacke. Mit einer Rundenzeit von 9:49 Minuten über die gut 25 Kilometer lange Rennstrecke stellte er den Audi zwischenzeitlich auf den achten Gesamtrang – von rund 160 ins Training gestarteten Autos! Sein Kollege Breuer erwischte danach eine noch bessere Runde, drehte auf profillosen Slicks bei fast trockener Ideallinie mit 8:44 die schnellste Runde, die bis zum Abtrocknen der Strecke sogar für den vierten Startplatz der Gesamtwertung reichte. Kaiser beschreibt danach: „Schon im Training ereigneten sich zum Teil sehr schwere Unfälle. Da es eine neue Regel gab, Unfallstellen mit maximal 60 km/h zu passieren, wurde ich immer wieder aufgehalten. Christoph hatte etwas mehr Glück und legte eine astreine Zeit hin. Nachdem die Strecke mehr und mehr abtrocknete, kamen die „dicken“ Autos besser mit der Strecke zurecht und wir wurden bis auf Rang 18 zurück gereicht. In der Klasse SP4T konnten wir die Pole-Position einfahren. Diese ist bei einem vier Stunden Rennen nicht unbedingt entscheidend, hat aber einen großen Prestigewert.“

Zurück, vor, zurück
Den Start um 12 Uhr und die anschließenden neun Rennrunden fuhr Patrik Kaiser. Der Schellenberger wurde direkt nach Passieren der Startlinie buchstäblich von den Konkurrenten überrumpelt, bog als Dritter in die erste Kurve ein und machte sich mit entsprechender Wut im Bauch an die Verfolgung. Im Streckenabschnitt „Hatzenbach“ rutschte er zu allem Überfluss von der Strecke, musste weitere Gegner passieren lassen, ehe er seinen ersten Stint wirklich aufnehmen konnte. Kaiser nach dem ersten von zwei Einsätzen an diesem Wochenende: „Durch den Ausritt über die Wiese sind auch etliche langsamere Fahrzeuge an mir vorbei gefahren. Ich musste mich dadurch wieder nach vorne kämpfen und wurde ein ums andere Mal wirklich aufgehalten. Hinzu kam die neue 60km/h-Regelung bei Unfallstellen – manche Fahrer haben bis auf Schrittgeschwindigkeit runtergebremst, woraus zum Teil sehr gefährliche Situationen entstanden. Auf der Jagd bin ich dann nochmals über die Wiese gerumpelt. Dabei wurde der Ladeluftkühler mit Gras verstopft, was rund 25 km/h Spitzengeschwindigkeit kostete.“ Beide Ausrutscher führte Kaiser auf mangelnde Haftung der Hinterräder zurück. Etwas weniger als eine halbe Minute betrugt der Rückstand auf die Führenden der Klasse, als Kaiser die Box ansteuerte, um den Audi an Christoph Breuer zu übergeben. Auch Breuer bemängelte den fehlenden Grip auf der Hinterachse, konnte sich aber im Laufe seiner acht Runden an die Spitze der Klasse SP4T setzen. In Runde 18 kam er für einen kurzen Tankstopp an die Box, ehe er für weitere vier Runden ins Renngeschehen eingriff. Mehr als 55 Sekunden betrug der Vorsprung, als Kaiser zum zweiten Mal den Wagen übernahm. Doch auch dann hatte der Liechtensteiner keine freie Fahrt und mit großen Schritten näherte sich der stärkste Wettbewerber und konnte auf der Start-Ziel-Geraden an Kaiser vorbeifahren. Im Parallelflug, getrennt durch einen Wimpernschlag, drehten beide ihre Runden. Weder konnte sich der Führende deutlich absetzen, noch konnte Kaiser überholen. „Es war wie verhext“, schilderte er seine Eindrücke nach dem Rennen, „auf den Geraden ist der Gegner immer einen Hauch schneller, in den Kurven können wir mehr aufs Tempo drücken. Bei mir kam hinzu, dass ich erneut ständig von langsameren Autos ausgebremst wurde und in dichtem Verkehr feststeckte.“ Nach 27 Runden war für das schnelle Duo das Rennen beendet: Auf Rang zwei der Klasse liegend überquerte Kaiser die Ziellinie – knapp eine Sekunde hinter dem Sieger. „Das wurmt einen schon richtig: Zuerst übernimmst du den Wagen mit sattem Vorsprung und musst dich dann, bedingt durch äußere Umstände, mit dem zweiten Rang zufrieden geben. Ich habe lange gebraucht, bis meine Wut verraucht war. Auch wenn der zweite Platz nicht schlecht war – hinter mir liegt ein persönlich verkorkstes Wochenende“, so der Liechtensteiner Rennfahrer.
Zwei Rennen sind noch offen, ehe die Saison 2012 Geschichte ist, Autos und Fahrer in die Winterpause gehen. Beide Rennen wird Kaiser auf dem Audi TTRS von Raeder Motorsport bestreiten. Was danach kommt, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Fakt sei, dass er auch weiterhin auf der schönsten Rennstrecke der Welt fahren wolle. Das nächste Rennen startet am 29. September, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Foto: Daniel Peter
Stand Juli 2012
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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) und Christoph Breuer (Nettersheim) teilten sich beim 8. Lauf der VLN den Audi TTRS von Raeder Motorsport. Trotz größter Mühen musste sich das schnelle Duett mit dem zweiten Rang der Klasse zufrieden geben. Kaiser haderte in seinen beiden Stints mit langsameren Autos, die ihm immer wieder die Linie versperrten und er sich zeitaufreibend vorbeikämpfen musste.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 02.Okt, 2012 9:17

Furiose Teamleistung für Rang zwei

Grundsätzlich zeigte sich der Liechtensteiner Rennfahrer Patrik Kaiser mit dem Ergebnis des neunten Laufs zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) zufrieden. Fragt man ihn nach Details, macht sich allerdings Unmut breit: Kleinigkeiten verhinderten ein perfektes Rennen, das trotzdem mit einem tollen zweiten Rang der Klassenwertung endete.

Nur dem Schwesterfahrzeug des Team Raeder Motorsport mussten sich Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein), Heinz Schmersal (Wuppertal) und Thomas Schmid (Willich) nach vier Stunden Renndistanz geschlagen geben. Bis dahin jedoch hatte gerade der Liechtensteiner einige Herzschlagmomente zu überstehen.
Schon im Training am Samstagmorgen zeigte sich, dass es ein hartes Rennen werden würde: Viele Unfälle, Ölspuren und Trümmerfelder verhinderten eine wirklich freie Fahrt von Kaiser auf dem Audi TTRS. Überdies galt es ein neues Reglement zu beachten: Gefahrenstellen, die durch Streckenposten mit gelber Flagge markiert wurden, durften mit maximal 60 km/h durchfahren werden. „Das hat mir meine Rundenzeiten immer wieder verhagelt. Überdies bildeten sich schon im Training wahre Kampfgruppen kleinerer Fahrzeuge, auf die ich dort auflief, wo man Schwung für den nächsten Streckenabschnitt aufnehmen muss. Die Rundenzeit von 8:40 Minuten ist nicht überragend, aber auch nicht wirklich schlecht“, kommentierte Kaiser sein Trainingsergebnis. Verschweigen wollte er nicht, dass er sich in seiner ersten Trainingsrunde auf dem Grand Prix-Kurs drehte und mit einer Pirouette für Zuschauerapplaus sorgte. Seine Zeit hatte bis Trainingsende Bestand und konnte von seinen Mitfahrern weder verbessert noch eingestellt werden. „Das Auto lief schon im Training perfekt, lediglich der zu tief eingestellte Splitter sorgte für eine Schrecksekunde: Immer wieder setzte der Wagen mit dem Aerodynamikteil auf, was zur kurzfristigen Blockade der Lenkung führte. Zum Rennen haben die Mechaniker die Einstellung des Splitters geändert.“

Aufholjagd nach Dreher
Als Trainingsschnellster durfte Kaiser den Start und die folgenden acht Runden fahren. Pünktlich um 12 Uhr überquerte er erstmalig die Start-Ziel-Linie und konnte durch ein geschicktes Manöver sofort einen Platz gut machen und das Schwesterauto, gestartet vom Platz eins, überholen. Allerdings schob sich ein weiterer Kandidat an den beiden Audi TTRS von Raeder Motorsport vorbei und Kaiser ging als zweiter in die erste Kurve. Dann kam es zum üblichen Startgerangel, der bisweilen Führende drehte sich, Kaiser erbte den ersten Rang und wollte sich mit dem Schwesterauto im Schlepptau aus dem Staub machen. Daraus wurde jedoch nichts: In der „Warsteiner Kurve“ drehten sich Kaiser und sein Teamkollege beide von der Piste, wobei Kaiser deutlich mehr Pech hatte und ein Kiesbett durchqueren musste. Nach seinem Einsatz schilderte er: „Ich habe noch während der Drehung versucht, den Wagen in einer Rollbewegung zu halten – wenn man im Kiesbett erst einmal zum Stehen kommt, ist Feierabend. Dann muss man rausgeschleppt werden und kann das Rennen im Grunde schon beenden. Ich hatte Glück und rollte durch den Kies, konnte den abgestorbenen Motor wieder starten und mich langsam in das Feld einreihen – etwa auf Rang 60. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch nahm ich die Verfolgung auf.“ Wie entfesselt pflügte Kaiser durch das Feld, kämpfte sich Rang für Rang nach vorne, im Schlepptau nach wie vor das Schwesterauto. Als sich den beiden Audis freie Fahrt bot, wurde Kaiser vom Teamkollegen überholt. „Wir hatten einfach nicht genügend Topspeed, da es aber der eigene Teamkollege war, empfand ich es nicht wirklich als Schmach. Allerdings versucht man dennoch, dranzubleiben – aber eben nicht mit letzter Konsequenz.“ Kaiser schaffte das Husarenstück und fuhr bis auf den 14. Gesamtrang nach vorne. Durch technische Probleme der Konkurrenz erbten beide Raeder Audis Platz eins und zwei. Den letzten „Aufreger“ hatte Kaiser in der Box: Das vor ihm fahrende Schwesterauto steuerte in der gleichen Runde die Box zum Fahrerwechsel an. Damit war der erforderliche Platz an der Zapfsäule belegt und Kaiser musste die nächste ansteuern, was am Ende wertvolle Sekunden kostete.
Seine Mitstreiter Heinz Schmersal und Thomas Schmid konnten in ihren Runden die von Kaiser herausgefahrene Position nicht ganz festigen. Zwar drehten beide jeweils acht problemlose Runden, dennoch rutschten sie auf Rang 16 in der Gesamtwertung zurück. „Allerdings“, kommentiert Kaiser den gesamten Einsatz, „hatte keiner von uns wirklich freie Fahrt. Es gab in jeder Runde eine neue Unfallstelle zu passieren, immer neue Gelbphasen, die nur mit 60 km/h durchfahren werden durften. Wir alle wären sicherlich eine gute Ecke schneller unterwegs gewesen, aber die vielen Unfälle haben uns wirklich aufgehalten.“ Die beispielhafte Teamleistung reichte im Ziel für den zweiten Platz in der Klasse SP4T und den 16. Gesamtrang von 182 gestarteten Fahrzeugen – nur 119 Autos sahen nach vier Stunden das Ziel!
Dieser zweite Platz brachte Kaiser reichlich Punkte ein und zwischenzeitlich rangiert der Liechtensteiner Rennfahrer auf dem 54. Platz der Tabelle, in der immerhin mehr als 950 Fahrer registriert sind.
Der 10. und letzte Lauf findet am 27. Oktober 2012 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand Juli 2012
Irrtümer und Änderungen vorbehalten


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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) legte nach „Startschwierigkeiten“ in der ersten Runde eine furiose Aufholjagd aufs Parkett: Nach einem frühen Dreher rollte er das Feld von hinten auf und konnte in der Klasse SP4T den zweiten und im Gesamtklassement den 16. Rang einfahren. Seine Mitfahrer Heinz Schmersal (Wuppertal) und Thomas Schmid (Willich) festigten die Position bis zum Ende des 4h-Rennens.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 13.Mär, 2013 10:39

Zwei Hochzeiten, ein Ziel

Angeblich, so das Sprichwort, könne man nicht perfekt auf zwei Hochzeiten tanzen. Dass dies mit entsprechender Vorbereitung dennoch möglich ist, will der Liechtensteiner Rennfahrer Patrik Kaiser in der in wenigen Wochen startenden Motorsportsaison beweisen und in zwei Rennserien parallel antreten.

Heuer startet Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) in seine vierte Saison der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, kurz VLN. Gleichzeitig ist es jedoch erst seine zweite Saison, bei der er bei allen zehn Rennen und beim 24h-Rennen an den Start gehen will. „In der ersten Saison bin ich nur ein Rennen gefahren, in der zweiten Saison auf dem Audi von Götz Motorsport waren es fünf Rennen. Erst 2012 habe ich eine komplette VLN-Saison hinter mich gebracht“, erinnert sich Kaiser. Im vergangenen Jahr startete er, mit nur einer Ausnahme, ausschließlich auf dem von Raeder Motorsport eingesetzten Audi TTRS.
Auch 2013 ist sein Einsatzwagen wieder der Audi TTRS, der wieder von Raeder Motorsport betreut wird. Teamintern gibt es jedoch einige Änderungen: Das Auto wird von Patrik Kaiser und seinem Teamkollegen Heinz Schmersal für die gesamte Saison gemietet. „Heinz Schmersal wird auch fester Fahrerpartner von mir sein, gemeinsam wollen wir alle Rennen bestreiten“, so Kaiser in seinem Ausblick auf die Saison 2013, „wir verstehen uns sowohl als Teamkollegen als auch als Freunde, liegen auf der Rennstrecke und privat auf einer Wellenlänge und verfolgen das gleiche Ziel: gute Platzierungen im Gesamtergebnis. Gemeinsam haben wir das Auto gemietet, was uns in vielen Belangen ein stärkeres Mitspracherecht einräumt. Beispielsweise in der Fahrerfrage: Hier mussten wir uns 2012 oft dem Willen des Teamchefs beugen, heuer können wir ein gewichtiges Wort bei der Fahrerwahl mitreden.“

In einem gesunden Körper …
Patrik Kaiser weiß schon jetzt, dass er sein Vorhaben, alle VLN-Rennen auf der Nordschleife zu fahren, nicht ganz umsetzen kann. Grund ist eine Terminüberschneidung mit der zweiten Serie, in der der schnelle Liechtensteiner starten wird. „In diesem Jahr werde ich im Porsche Sportscup starten. Der Wagen, ein Porsche GT3 Cup wird von GetSpeed vorbereitet, gewartet und eingesetzt. In der Endurance-Serie des Sportscup teile ich mir den Wagen mit Adam Osieka, dem Geschäftsführer von GetSpeed.“ Eine Doppelbelastung, die nicht nur jede Menge Zeit in Anspruch nimmt, sondern auch Körper und Geist bis ins Letzte fordert. Aus diesem Grund hat Patrik Kaiser über die Wintermonate hart an sich gearbeitet. Wie schon im vergangenen Jahr überlässt er auch heuer nichts dem Zufall und seine pedantische Vorbereitung hat bereits erste Früchte gezeigt: „Ich habe ein Kraft-Ausdauer-Training absolviert – unter Aufsicht eines Personal-Trainers. Überdies habe ich meine Ernährung komplett umgestellt. Alles zusammen hat mir ein paar Kilo Gewichtsverlust eingebracht und meine Kondition erheblich gesteigert. Überdies habe ich mit mentalem Training und Koordinationsschulung meine Konzentrationsfähigkeit steigern können – gerade im Bereich lang andauernder Belastung bringt das Vorteile.“ Der gewisse „Kick“ durfte aber auch beim Training nicht fehlen. Seit zwei Monaten trainiert Kaiser im Verbund mit dem „Berserker Fight Team“, einem Multi Martial Arts-Kampfsport-Club. „Was das ist? Ganz einfach: Das sind die Mädels und Jungs, die ihre Kämpfe unter den Augen von Schiedsrichtern in Arenen austragen, die Käfigen ähneln. Was wie eine wüste Schlägerei ausschaut, ist in Wirklichkeit Kampfsport auf höchstem Niveau. Das Training hat mir gerade in Sachen Kondition jede Menge gebracht“, so Kaiser.
Sein persönlicher Saisonhöhepunkt ist selbstverständlich das 24h-Rennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife. Im Quartett will Kaiser in diesem Jahr das Ergebnis deutlich verbessern, was angesichts des letztjährigen Ausfalls kurz nach Mitternacht kein wirkliches Problem sein dürfte. Kaiser: „Im letzten Jahr hatten wir wirklich Pech: Nach einem technischen Defekt und langer Reparaturzeit rutschte der Wagen auf einer Ölspur im Bereich Adenauer Forst in die Leitplanken – Feierabend. 2013 will ich die Zielflagge sehen.“
Kaiser befindet sich im Zwiespalt, fragt man ihn, welche Serie ihm die größere Vorfreude bereitet. Zum einen liebt er die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt, die Nordschleife. „Hier wurden Helden geboren und Karrieren zerstört. Eine Strecke, der man mit höchstem Respekt begegnen muss, die keine Fehler verzeiht. Auch das bunte Fahrerfeld und die vielen Starter sind durchaus reizvoll. Was fehlt ist häufig der direkte Kampf, Rad an Rad, Stoßstange an Stoßstange. In der VLN und beim 24h-Rennen werden Klassenkämpfe häufig über die Uhr ausgetragen. Beim Sportscup hingegen geht es zwei Stunden lang mit gleichem Material um jeden Zentimeter Boden. Außerdem werde ich erstmalig auch in Spa fahren – darauf freue ich mich besonders.“
Wie dem auch sei: Der passionierte Rennfahrer aus Liechtenstein wird beweisen, dass man sehr wohl auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann – und das sehr gut sogar!

Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand: März 2013
Irrtümer und Änderungen vorbehalten



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Patrik Kaiser aus Schellenberg / Liechtenstein geht 2013 in zwei verschiedenen Rennserien an den Start: In der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) nimmt er mit einem Audi TTRS an zehn Rennen und dem 24h-Rennen teil. Auf einem Porsche GT3 Cup kämpft er im Porsche Sportscup um Siege und Punkte. Kaiser zeigt damit eindrucksvoll, dass man sehr wohl auf zwei verschiedenen Hochzeiten tanzen kann – vorausgesetzt, die Vorbereitung stimmt!

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Beitrag von Uwe Meuren » Fr 22.Mär, 2013 10:44

Schneeräumen statt Punktesammeln

Eigentlich sollten ab morgen die Rennfahrer das Zepter am Nürburgring wieder übernehmen. Auch Patrik Kaiser aus Schellenberg war hochmotiviert und praktisch schon auf dem Sprung in die Eifel, bis er vom Schnee eingebremst wurde.

„Ich bin total frustriert“, lässt Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) in einem kurzen Statement wissen. Was den eigentlich stets gut gelaunten und fröhlichen Rennfahrer derart niederschlägt, sind die derzeit unkalkulierbaren Wetterkapriolen. „Das Wetter scheint es heuer nicht gut mit den Rennfahrern zu meinen. Die Testfahrten mit GetSpeed in Vorbereitung auf den Porsche Sportscup mussten wegen des Schnees verschoben werden. Die offiziellen Test- und Einstellfahrten im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring hätten am vergangenen Wochenende stattfinden sollen und wurden ersatzlos gestrichen.“
Auch der Saisonauftakt, der morgen mit dem ersten freien Training hätte starten sollen, ist dem Schnee zum Opfer gefallen. Der Veranstalter sah keine Möglichkeit, das Rennen gefahrlos abzuhalten und erklärte in einer Stellungnahme: „An vielen Streckenabschnitten liegt noch Schnee, vor allem in den Auslaufzonen auf der Nordschleife. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Situation bis Samstag ändert und die Strecke komplett schneefrei sein wird. Zum Wohl der Teilnehmer und Helfer haben wir das Rennen abgesagt.“ Ob das erste Rennen nur verschoben oder komplett abgesagt ist, steht zum derzeitigen Augenblick noch nicht fest.
„Nun muss ich weiter auf meinen ersten Start warten. Bis dahin arbeite ich an meiner Fitness und freue ich auf den 30. März. Dann werde ich für GetSpeed im Rahmen der offiziellen Eröffnung Taxifahrten auf dem Grand Prix-Kurs des durchführen. Das ist zwar kein Rennen, aber immerhin sitze ich im Rennauto“, erklärt Patrik Kaiser.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand: März 2013
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Bis Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) wieder auf dem Audi TTRS Rennen fahren kann, dauert es noch ein Weilchen: Schnee auf dem Nürburgring haben die Organisatoren des ersten Rennens veranlasst die Veranstaltung abzusagen. Der Audi von Patrik Kaiser muss in der Garage bleiben und hoffen, dass sich die Witterungsverhältnisse bis zum zweiten Rennen am 13. April stabilisieren.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 16.Apr, 2013 7:18

Von der Poleposition ins Aus

Mit Startposition eins seiner Klasse und Platz 25 in der Gesamtwertung von mehr als 200 Fahrzeugen war der Schellenberger Patrik Kaiser mehr als zufrieden. Auch im Rennen lief zunächst alles für ihn, seine Fahrerkollegen und sein Team. Bis der Defektteufel zuschlug.


Unter schwierigen Bedingungen gingen die Protagonisten des ersten Rennens der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) am vergangenen Samstag in das erste Training der Saison: Eine stellenweise feuchte und extrem rutschige Piste erwartete die Rennfahrer – auf der mit mehr als 70 Kurven gespickten Nordschliefe eine ernsthafte Herausforderung für Mensch und Material. Patrik Kaiser stellte sich dieser Herausforderung mit seinen beiden Rennfahrerkollegen Heinz Schmersal (Wuppertal) und „C-Tiger“ (Wuppertal). Kaiser ging als letzter des Trios auf dem Audi TTRS des Teams „Race&Event“ in der Klasse SP4T ins Training. Der Liechtensteiner, der über den langen Winter nicht nur an seiner Fitness, sondern auch an seinem Fahrstil gearbeitet hat, stellte binnen zwei Runden den Audi auf Startplatz eins der Klasse und den 25. Rang der Gesamtwertung. „Es war alles andere als einfach: Die Strecke war teilweise trocken, teilweise nass und schon früh mit vielen Unfällen gespickt. Die so entstandenen „Gelbphasen“ bremsten mich immer wieder ein, ließen weder Rhythmus noch Fahrfluss zustande kommen. Überdies waren viele Fahrer ohne Streckenkenntnisse unterwegs, die mit sich, ihrem Auto, den vielen Teilnehmern und der anspruchsvollen Strecke völlig überfordert waren.“

Nicht einzufangen
Mit einer halben Stunde Verspätung startete das auf vier Stunden angesetzte Rennen um 12:30 Uhr. Kaiser legte einen fulminanten Start hin, ohne im Getümmel der vielen Autos in einen Unfall verstrickt zu werden. Sofort konnte er sich etwas absetzen, hatte allerdings seinen ärgsten Verfolger im Nacken, den er bereits nach wenigen Kilometern ziehen lassen musste. Der erfahrene Rennfahrer Kaiser war sich bewusst, dass ein Langstreckenrennen nicht mit einer schnellen Runde entschieden wird. „Ich habe mich an sein Heck gehängt und ordentlich Druck ausgeübt. Nach zwei Runden hatte ich ihn mir zurechtgelegt und konnte ihn auf der Döttinger Höhe überholen.“ Ab dann gab es kein Halten mehr für Kaiser: Mit einem Feuerwerk an guten Rundenzeiten ließ er den Verfolgern nicht den Hauch einer Chance, auch nur in die Nähe der Führung zu gelangen. Mit 8:56 Minuten markierte er die schnellste Runde der teaminternen Wertung und setzte auch die Bestzeit in der Klasse. Sein härtester Gegner musste indes den vielen Trümmerfeldern Tribut zollen und schied nach einem Reifendefekt vorzeitig aus, hatte aber bis dahin nicht den Hauch einer Chance Kaiser wieder einzufangen. Nach neun Runden übergab Patrik Kaiser den Wagen an „C Tiger“, der die Vorarbeit des schnellen Liechtensteiners fortsetzen sollte. Zunächst sah auch alles danach aus – in Runde 13 dann das Aus für den Audi TT RS und das Deutsch-Liechtensteiner Trio: Der Wagen blieb mit Getriebeproblemen liegen. „Das ist mehr als ärgerlich, zumal ich sowohl im Training als auch im Rennen alles gegeben habe. Wir müssen unbedingt ein standfestes Getriebe haben, wenn wir beim nächsten Rennen und vor allem beim 24h-Rennen ein Wörtchen mitreden wollen. Die Strecke glich während meines Stints einem Schlachtfeld: In jeder Runde gab es wenigstens eine Unfallstelle, an der die gelben Fahnen doppelt geschwenkt wurden – das heißt für uns Rennfahrer, das Tempo bis auf 60 km/h drosseln. Überall lagen Trümmerteile, es gab Ölspuren und viele defekte Autos – einfach irre.“
Übrigens: In seinem Stint fuhr Kaiser mit dem Audi TT RS richtig weit nach vorne – in der Gesamtwertung von Platz 25 ins Rennen gestartet übergab er den Wagen auf Platz 11 liegend an seinen Kollegen.
Das nächste Rennen startet am 27. April 2013, die Renndistanz beträgt 4 Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand: April 2013
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Da war die Welt für Patrik Kaiser noch in Ordnung: In seinem Stint beim ersten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) fuhr er die Konkurrenz in Grund und Boden. Die Mühen seiner Arbeit wurden jedoch nicht belohnt, denn in Runde 13 versagte das Getriebe seinen Dienst und das Team schied aus.

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