[VLN / 24h] Patrik Kaiser

Informationen und Hintergründe.
Uwe Meuren
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Beitrag von Uwe Meuren » Di 30.Apr, 2013 9:05

Vom Pech verfolgt, vom Unglück überholt

„Ich habe zu viel gewollt, im Rennen muss ich mich etwas zügeln, damit wir nach vier Stunden endlich das Ziel sehen“, erklärte der Schellenberger Patrik Kaiser zwischen Training und Rennen zum zweiten Lauf der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring VLN am vergangenen Wochenende. Trotz seiner Ankündigung sah der Audi TTRS des Team Race&Event das Ziel nicht.

Fuchsteufelswild war Kaiser nach dem Training zum zweiten Rennen der Saison, ebenso aufgebracht kehrte er nach seinem Renneinsatz der Eifel den Rücken. „Es war wie verhext an diesem Wochenende. Nichts ging zusammen, weder im Training noch im Rennen. Ich frage mich, ob der Audi TTRS das richtige Material für die Zukunft ist“, so Kaiser kurz und bündig. Was brachte den eigentlich ruhigen, gelassenen und immer fröhlichen Rennfahrer derart in Rage? Das Training stand unter keinem besonders guten „Wetter-Stern“: Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, starker Regen, Graupel, eisiger Wind – weder Reifen noch Bremsen kamen auf Betriebstemperatur, was Kaiser sofort zu spüren bekam. Schon in seinen beiden „Besichtigungsrunden“ auf der Grand Prix-Strecke drehte er sich viermal. „Zwar hatte ich Glück, nicht eingeschlagen zu sein und keinen Unfall verursacht zu haben, aber mein Rhythmus war gestört, mein Vertrauen in die Technik futsch und der Angriff auf die Poleposition dahin.“ Trotz Unbehagen schaffte es Kaiser die schnellste Zeit im teaminternen Duell zu fahren und den Audi TTRS auf Platz zwei der Klasse SP4T zu stellen. Erst nach seinem Training war klar, dass Kaiser nicht ganz so langsam war, wie es sich für ihn hinterm Volant angefühlt haben muss: Nur zwei Sekunden trennten ihn vom ersten Startplatz der Klasse – im Feld der fast 230 ins Training gestarteten Autos belegte Kaiser mit seinen Mitstreitern Heinz Schmersal (Wuppertal) und Peter Schmid (Willich) den 59. Platz.

Kaiser mit gutem Stint – Ausfall in Runde 15
Nach Kaisers Anweisung änderten die Mechaniker das Setup des Audi TTRS, um auf diese Weise trotz kalter Asphalttemperaturen die Reifen auf Betriebstemperatur zu bekommen. Der Schellenberger durfte als Polesetter auch den Start fahren. Eigentlich eine spannende Phase für Zuschauer und Fahrer, doch diesmal: „Es war einfach nur grauenhaft: Ich bin als Zehnter der zweiten Startgruppe ins Rennen gegangen und habe nichts gesehen. Zu der heftigen Gischt gesellte sich auch noch Nebel – die ersten Rennrunden kamen einem Blindflug gleich. Ich sah meine Chance nur in der Flucht nach vorne, die ich auch rasch antrat. Schon nach der ersten Kurve lag ich auf Platz drei der dritten Startgruppe.“ Kaiser konnte sich auf extrem rutschiger Piste vorarbeiten, übernahm die Führung in der Klasse und damit eine bessere Sicht nach vorne. Trotz Unzufriedenheit über Traktion und Reifenleistung schraubte er seine Rundenzeiten kontinuierlich runter. „Ich musste meinen Fahrstil komplett ändern. Weicher fahren, das Drehzahlband besser ausnutzen, den Motor nicht so hoch drehen und dosierter mit der Bremse arbeiten. Das war ein schweres Stück Arbeit – für alle, nicht nur für mich. Dennoch hatte ich Nachteile im Vergleich zu den Wettbewerbern: Sie sind mir beim Beschleunigen einfach davon gefahren und ich musste hart kämpfen, um sie wieder zu überholen.“ Hart kämpfen und dennoch vorsichtig fahren – das zehrt an körperlichen und geistigen Kräften, Kaiser war froh, den Wagen in Runde elf an Heinz Schmersal übergeben zu dürfen. „Wir lagen auf Rang eins der Klasse und Rang 25 der Gesamtwertung, das Auto lief zu dieser Zeit problemlos und wir waren guter Dinge, das Ziel zu erreichen. Das Unglück überrannte uns in Runde 16, als der Wagen erneut mit einem Getriebeschaden ausrollte“, gibt Kaiser frustriert zu Protokoll. Er ergänzt: „Das war das zweite Rennen mit gleichem Problem, in drei Wochen wollen wir beim 24h-Rennen starten. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich dann den Audi pilotieren werde.“ Kaisers Plan: Nach Hause fahren, abschalten, sich mit seiner Frau beraten und am Montag nach dem Ausfall mit seinen Teamkollegen weitere Schritte in Richtung 24h-Rennen planen. „Starten werde ich auf jeden Fall, fragt sich nur, auf welchem Auto. Gerne will ich mit dem Audi und meinen Teamkollegen ins Rennen gehen, aber die Unzuverlässigkeit des TTRS wird das Vorhaben am Ende vereiteln.“ Vielleicht, so prognostiziert der schnelle Liechtensteiner, werde er auf einem Ferrari das 24h-Rennen angehen. Die Finale Entscheidung über sein Renngerät wird in den kommenden Tagen fallen.
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand: April 2013
Irrtümer und Änderungen vorbehalten



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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) strauchelte erneut über die Unzulänglichkeiten des Audi TTRS: Nach guter Vorarbeit unter schwierigsten Bedingungen rollte der Wagen zum zweiten Mal in Folge mit Getriebeschaden aus. Für Kaiser ist es nun fraglich, ob er auf diesem Wagen in das 24h-Rennen am Pfingstwochenende startet.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 24.Jun, 2013 8:22

Glücklich in traurigem Rennen

Ohne den Druck der Teamschnellste zu sein, ging Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) gelassen in den dritten Lauf der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Mit dem bärenstarken Ferrari F458 des Teams GT Corse holte er gemeinsam mit seinen Fahrerkollegen die Lorbeeren der Klasse SP8. Der Sieg jedoch hatte einen bitteren Beigeschmack.

Strahlend das Gesicht von Patrik Kaiser nach Bekanntgabe des Ergebnisses: „Damit war nun wirklich nicht zu rechnen – wir sind davon ausgegangen, dass der Lauf ohne Wertung erfolgte, weil er abgebrochen wurde und unserer Rechnung nach nicht die nötige Distanz erreicht hatte, um voll gewertet zu werden.“ Gemeinsam mit Alexander Mattschul (Bad Homburg/D) und Maximilian Götz (Uffenheim/D) ging Kaiser am vergangenen Samstag an den Start des dritten Rennens der Saison. Im Training hatte Kaiser nicht viel Glück: Viele Unfallstellen zwangen ihn immer wieder, Tempo rauszunehmen, reichlich Schmutz auf der Fahrbahn erforderte ständig die Ideallinie zu verlassen. Außerdem herrschte während seiner beiden Trainingsrunden reger Verkehr auf der Piste. „Immerhin waren mehr als 180 Autos ins Training gestartet. Selbst bei einer Streckenlänge von mehr als 25 Kilometern verteilt sich die große Starterzahl nicht gleichmäßig, wodurch ich immer wieder aufgehalten wurde“, beschreibt der Schellenberger sein Training. Die schnellste Runde drehte Alexander Mattschull mit einer Zeit von 8:26 Minuten, was für Startplatz eins der Klasse und Platz 18 der Gesamtwertung genügte.
Den Start zum Rennen übernahm der Polesetter Mattschull, der sich aus den starttypischen Rangeleien raushielt und sich dennoch sofort von den Gegnern der Klasse absetzen konnte. Danach war die Reihe an Patrik Kaiser. „In meinem Stint“, so der Rennfahrer nach seinem Einsatz, „regnete es fast am kompletten Kurs. Die Unfälle häuften sich, die Gelbphasen wurden mehr, dennoch konnte ich nicht nur mit der Konkurrenz Schritt halten, sondern sie auch überholen. Grund war eine perfekte Fahrzeugabstimmung und ein erstklassiger Satz Reifen.“ Als Kaiser so richtig in Fahrt kam, wurde das Rennen von der Rennleitung abgebrochen. Der Fahrer eines Opel Astra erlitt am Lenkrad einen internistischen Tod, alle lebensrettenden Maßnahmen blieben erfolglos, der Fahrer verstarb noch an der Rennstrecke. „Ich freue mich über den Klassensieg, endlich ist der Knoten geplatzt. Das Team hat super gearbeitet und uns ein perfektes Auto zur Verfügung gestellt. Der Sieg verliert angesichts der Umstände an Wert. Mein Beileid gilt den Angehörigen des verstorbenen Fahrers.“ In der Gesamtwertung landete der Ferrari auf dem 13. Rang von mehr als 180 gestarteten Fahrzeugen, der Vorsprung auf den zweitplatzierten der Klasse betrug am Ende mehr als eine Runde.
Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren
Stand: Juni 2013
Irrtümer und Änderungen vorbehalten


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Auf dem Ferrari F458 des Team GT Corse gelang Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) endlich der lang ersehnte Klassensieg. Das Rennen wurde nach gut 2,5 Stunden abgebrochen, da ein Fahrer einem internistischen Tod erlag.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 24.Jul, 2013 9:08

Patrik Kaiser wird das Pech nicht los

Für den aus Schellenberg (Liechtenstein) stammende Rennfahrer Patrik Kaiser begann das Rennjahr 2013 alles andere als verheißungsvoll: Bei zwei Starts auf dem Audi TTRS musste er zwei Ausfälle hinnehmen, zum 24h-Rennen im Mai wechselte er Rennstall und Fahrzeug. Ohne Glück – der nächste Ausfall ließ beim Mega-Event am Nürburgring nicht lange auf sich warten. Beim Juni-Rennen schien mit dem Klassensieg der Knoten geplatzt. Falsche Annahme, wie das Rennen am 20. Juli zu beweisen wusste.

Mit einigen Trainingsstunden im Gepäck, gedreht unter den Augen des Profirennfahrers Piere Kaffer, ging Patrik Kaiser am sonnigen Morgen des 20. Juli euphorisch in das Training: „Ich konnte am Vortag etliche Runden auf dem Grand Prix-Kurs und auf der Nordschleife drehen. Dabei hat mir der Profi gezeigt, wo und wie man Sekunden gut machen kann“, so Kaiser vor seinem Einsatz beim offiziellen Zeittraining auf dem Ferrari F458 GT Corse. Gemeinsam mit Alexander Mattschul (Bad Homburg/D) und Maximilian Götz (Uffenheim/D) wollte Kaiser den Erfolg vom vorherigen Lauf wiederholen, entsprechend hoch waren seine Anforderungen an sich selbst. Doch kam es schon im Training, wie es kommen musste: Kaiser drehte zwei Runden, hatte jedoch zu keiner Zeit freie Fahrt und wurde immer wieder aufgehalten. „Ich bin“, erzählte er nach dem Training, „schon auf dem Grand Prix-Kurs nicht vorangekommen, auf der Nordschleife ging es von einer Gelbphase zur nächsten. Immer wieder musste ich Gas rausnehmen, was mir beide Runden verhagelte.“ Statt seiner drehten die Teamkollegen die schnellsten Runden, Maximilian Götz trieb den Ferrari F458 GT Corse am schnellsten um den gut 25 Kilometer langen Kurs. Mit einer Rundenzeit von 8:22 Minuten sicherte er dem Trio den ersten Startplatz in der Klasse SP8 und den elften Startplatz im Gesamtklassement, das erneut mehr als 180 Autos umfasste.

Startfahrer Alexander Mattschull ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance und zog mit riesigen Schritten von dannen. Schnell hatte er ein ordentliches Polster zwischen sich und seine Verfolger gelegt. Insgesamt 14 Runden, lediglich unterbrochen durch einen kurzen Tankstopp, drehte Mattschull. In seiner letzten Runde spürte er jedoch einen Leistungsverlust, in der Box übernahm Kaiser den Ferrari und fuhr noch keine 500 Meter. Ohne Leistung, mit unrundem Motorlauf kam Kaiser nach einer Runde über die Grand Prix-Strecke erneut an die Box, ließ den Wagen prüfen und versuchte sein Glück erneut – das Ergebnis blieb das gleiche, der Ferrari lief nicht. Wieder in der Box entdeckten die Mechaniker den Fehler: Ein Riss im Deckel der Kraftstoffpumpe war schuld am Leistungsverlust und dem draus resultierenden, frühen Ende. Kaiser war extrem frustriert: „In diesem Jahr bin ich erst einmal ins Ziel gekommen. Ich komme nicht dazu, auf dem Ferrari Renn-Kilometer zu sammeln – beim nächsten Rennen fahre ich den Start, damit ich auch mal zum Fahren komme.“ Das nächste Rennen findet am 24. August statt, die Renndistanz beträgt 6 Stunden.

Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren
Stand: Juli 2013
Irrtümer und Änderungen vorbehalten


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Das Ende der Dienstfahrt: Erneut musste Patrik Kaiser vorzeitig die Segel streichen. Ein Riss im Deckel der Benzinpumpe des Ferrari F458 GT Corse ließ schlagartig die Motorleistung schwinden. „Ich bin, hochgerechnet, etwa 500 Meter Rennen gefahren. Dann war Feierabend“, so ein frustrierter Kaiser. Er hofft nun auf mehr Fortune beim 6h-Rennen am 24. August.

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Beitrag von Uwe Meuren » Di 27.Aug, 2013 16:11

Kaiser feiert zwei Zielankünfte bei Saisonhöhepunkt

Nach einer langen Durststrecke bei der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) konnte Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) beim fünften Rennen der Saison gleich zwei Zielankünfte feiern.

Mit sechs Stunden Renndauer markiert das „Opel ADAC Ruhr-Pokal-Rennen“ den Saisonhöhepunkt der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Eindeutiger Beweis dafür ist die beachtliche Teilnehmerzahl: Mehr als 205 Autos nahmen am Samstagmorgen um 08:30 Uhr das eineinhalbstündige Training auf. Der Schellenberger Rennfahrer Patrik Kaiser hatte für das Rennen einen besonderen Plan: Er wollte nicht nur mit Alexander Mattschul (Bad Homburg/D), Pierre Ehret (Tegernsee) und Maximilian Götz (Uffenheim/D) auf dem F458 GT Corse starten, sondern auch auf dem Audi TTRS von Raeder Motorsport. Patrik Kaiser erklärte nach dem Training: „Nachdem Raeder Motorsport den Audi komplett umgebaut hat und mir versichert wurde, dass der Wagen standfest ist, habe ich meinem Start auf dem Auto zugestimmt. Im Freitagstraining erlitt der Motor jedoch einen Totalschaden – Heinz Schmersal, einer meiner Fahrerkollegen auf dem Audi schmiss alle Pläne über den Haufen und setzte kurzerhand sein eigenes Auto ein. Einen Porsche 911 GT3 Cup in der Klasse SP7. Dieses Auto ist mir völlig fremd, daher entschieden wir, dass ich nur eine Trainingsrunde auf dem Ferrari, dafür ein paar mehr auf dem Porsche fahre.“ In seiner ersten Porsche-Runde brachte Kaiser eine Rundenzeit von 9:09 Minuten zustande, eingebremst von vielen Unfallstellen schien zunächst nichts mehr möglich. „Das Team allerdings bat mich noch eine „Schippe“ drauf zu packen – um dem Team wenigstens im Training zu etwas Glanz zu verhelfen, möge ich bitte eine Runde unter neun Minuten drehen. Also drehte ich noch eine Runde und schaffte es, den Wagen mit einer Rundenzeit von 8:52 Minuten auf Rang sieben der Klasse und den 40. Gesamtstartplatz zu stellen“, ergänzte Kaiser nach seinem Training. Seine Ferrari-Trainingsrunde beurteilte Kaiser selbstkritisch als nicht zu gut - auch hier sei er aufgehalten worden und aus genannten Gründen habe er keine Zeit gehabt, um sich zu verbessern. „Die Kollegen haben es gerichtet: Startplatz 20 von mehr als 200 Starter ist nicht die schlechteste Ausbeute.“

Kleine Patzer und Regen – dennoch zufrieden
Als Doppelstarter hatte Kaiser das Privileg auf dem Ferrari als erster ins Rennen gehen zu dürfen und er legte von Beginn an gleich richtig los: In der zweiten Rennrunde drehte er die schnellste Runde im Team: 8:45 Minuten reichten Kaiser, um den Nürburgring und die Nordschleife zu umrunden. Dennoch lief es nicht wirklich nach Plan: „Ich hatte einen großen Patzer in der Startrunde: Schon in der zweiten Kurve war ich auf der falschen Linie, musste weit von der Ideallinie weg. Die Gegner zögerten keinen Augenblick, um meinen Fehler auszunutzen und eh ich mich versah, hatte ich ein paar Plätze verloren. Im Laufe meiner sieben Runden konnte ich den Fehler bis auf zwei Plätze wieder gut machen und den Wagen auf Rang 22 übergeben.“ Bis dahin seien jedoch nahezu alle Runden mit wenigstens einer Gelbphase zu absolvieren gewesen. Schon in der ersten Runde habe es schwere Unfälle gegeben, die Crash-Serie habe sich bis zum Ende seines Stints durchgezogen. „Dennoch war ich mit meiner Leistung zufrieden, insbesondere wegen der extrem starken Klassengegner: Wir hatten neue Starter in der Klasse, die meiner Meinung nach hier nicht hin gehören, sondern in einer stärkeren Gruppen starten müssten.“
Bevor Kaiser seinen Rennoverall ausziehen konnte, musste er den Schlussturn im Porsche absolvieren. Insgesamt neun Runden hatte er abzuspulen, ehe ihn die schwarz-weiß karierte Flagge ins Parc fermè schickte. Kaiser zu seinem Porsche-Einsatz: „Ich habe den Porsche auf Platz 36 der Gesamtwertung übernommen und konnte während meiner Runden sechs Plätze gut machen. Allerdings war mein Rennen auf dem Porsche alles andere als einfach: Bereits nach einer Stunde Renndistanz setzte an verschiedenen Streckenabschnitten Regen ein. Zuerst harmlos, danach immer heftiger. Am Ende regnete es entlang des gesamten Kurses – ich musste mit Regenreifen meinen Porsche-Stint überstehen. Der Wagen war nicht richtig abgestimmt, mir völlig fremd und die Bedingungen schwierig, was die Sache nicht einfacher machte. Zu allem Überfluss hatte ich drei Runden vor Rennende hinten rechts einen Reifenschaden, der uns am Ende wenigstens vier Minuten gekostet hat. Ich habe mein Bestes gegeben und zur Zufriedenheit von Heinz Schmersal den Wagen weiter nach vorne gebracht.“
Der Ferrari wurde auf Rang 13 des Gesamtklassements und als Dritter der Klasse gewertet. Insgesamt schaffte es das Quartett 36 Runden zu absolvieren. Auf dem Porsche überquerte Kaiser mit seinen Teamkollegen Heinz Schmersal, Tiger (Pseudonym) und Thomas Schmid (alle Wuppertal) auf Rang 30 liegend die Ziellinie. In der Klasse SP7 genügte die Leistung für den sechsten Platz von 19 gestarteten. Kaisers Resümee: „Ein anstrengendes aber zufriedenstellendes Wochenende liegt hinter mir. Mit meinen Leistungen bin ich zufrieden: In einem schwierigen Rennen mit sehr starker, direkter Konkurrenz habe ich zwei Autos pilotiert und ohne Schäden jeweils übergeben oder ins Ziel gefahren. Beim Ferrari wäre vielleicht noch etwas mehr möglich gewesen – das Risiko damit aber auch deutlich größer. Ein letzter Stopp kurz vor Rennende hat uns bestimmt zwei Plätze gekostet. Der Halt war aber unbedingt erforderlich. Ich brauche auf dem Ferrari noch mehr Routine, dann werde ich auch schneller. Wenn der Porsche richtig abgestimmt ist und ich noch ein paar Trainingsrunden mehr auf dem Buckel habe, dann werde ich sicherlich auch deutlich an meinen Rundenzeiten feilen können.“ Die nächsten beiden Läufe der VLN, so Kaisers Plan, bestreitet er jedoch ausschließlich auf dem Ferrari.
Text: Redaktionsbüro Meuren
Fotos: Daniel Peter – cardocs-foto.de
Stand: August 2013
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Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) fuhr beim Saisonhöhepunkt auf zwei Autos. Im Ferrari F458 GT Corse wurde Kaiser Dritter der Klasse und 13. in der Gesamtwertung. Mit seinem Rennen auf dem Ferrari war er zufrieden – trotz eines kleinen Patzers, den er sich noch in der frühen Phase des sechs Stunden dauernden Rennens erlaubte.

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Mit guten Rundenzeiten bei schwierigen Verhältnissen glänzen – Patrik Kaiser hat mit dem Porsche bei Regen sechs Positionen gut gemacht und den Wagen von Rang 36 auf 30 vorgefahren. In der Klasse reichte die Leistung aller Fahrer für den sechsten Platz.

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Beitrag von Uwe Meuren » Do 19.Sep, 2013 14:01

Das Ende lauerte in der Ex-Mühle

Extrem schwierige Bedingungen herrschten beim sechsten Lauf der Langstreckenmeisterschaft Ferrari F458GT Corse, doch diesmal konnte Patrik Kaiser den „schwarzen Hengst“ nicht bändigen und sein Rennen endete vorschnell in der Ex-Mühle.

Nebel hatte die Rennstrecke rund um die Nürburg fest im Griff: Das Training zum sechsten Rennen der Saison konnte erst mit gut 45 Minuten Verspätung gestartet werden. Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) und sein Mitstreiter Mike Jäger (Kaiserslautern) warteten gemeinsam mit weiteren gut 180 Piloten auf die Eröffnung der Trainingssitzung am vergangenen Samstagvormittag. Nach dem sich der Nebel gelichtet hatte, ging Mike Jäger als erster auf dem Ferrari auf Zeitenjagd. Kaiser startete danach ins Training: „Die Strecke war rundum nass vom Nebel. Ich bin entsprechend vorsichtig gefahren, um keine unnötige Gefahr einzugehen. In meiner zweiten Runde wollte ich angreifen, wurde aber durch eine Ölspur eingebremst, die sich fast um die gesamte Strecke zog. Das Öl in Verbindung mit der Nässe des Nebels verwandelte die Strecke in eine Rutschbahn mit Schmierseife. An eine gute Zeit war nicht zu denken.“ Das schnelle Duo gab sich mit dem 36. Startplatz zufrieden. Die Besatzung des Schwesterautos hatte indes mehr Glück im Training und ging von Startplatz 17 ins Rennen.

Mit etlichen Minuten Verspätung, deren Ursache im verzögerten Training lag, wurde das auf vier Stunden angesetzte Rennen unter trockenen Bedingungen gestartet. Kaiser saß als erster hinterm Volant des Ferrari. Die Wetterprognosen verhießen nichts Gutes und so ging Kaiser mit Regenreifen ins Rennen. Unmittelbar nach dem das Rennen freigegeben war, pflügte der Schellenberger durch das Feld – nach zwei Runden klebte er dem Schwesterfahrzeug bereits am Heck und konnte es mit einer geschickten aber ungefährlichen Aktion überholen. Der trockene Asphalt nagte an den weichen Regenreifen, so dass diese schon bald an ihre Leistungsgrenze gelangten. Am Ende der dritten Runde steuerte Kaiser die Ferrari-Box an, um sich mit neuen, profillosen Slicks ausstatten zu lassen. Eine Fehlentscheidung, wie sich schon kurze Zeit später rausstellen sollte. „Kurz nach der Einfahrt auf die Nordschleife begann es leicht zu nieseln. Mit jedem Meter, den ich fuhr, wurde der Regen stärker. Die neuen Slicks waren weder angewärmt noch angefahren – wie auf rohen Eiern fuhr ich über die Strecke.“ Bis zum Streckenabschnitt Ex-Mühle hatte Kaiser den Ferrari im Griff, auch wenn er sich dabei von vielen Wettbewerbern überholen lassen musste. „In der Ex-Mühle“, erklärt der versierte Rennfahrer, „beschleunigte ich ganz sachte, offenbar aber noch zu viel. Schlagartig brach der Wagen aus, ich war nur noch Passagier. Das Auto schlug mit der rechten, vorderen Spitze in die Leitplanke ein. Ich lenkte das Auto auf die Strecke zurück, stellte fest, dass es fahr- und lenkbereit war und wollte in langsamer Fahrt die Box erreichen.“ Daraus wurde jedoch nichts: Einige hundert Meter weiter, im Bereich der „Mutkurve“, brach ein Teil des offenbar beschädigten Achsträgers und der Ferrari schlug unvermittelt ein weiteres Mal in die Leitplanke ein. Diesmal sei der Einschlag extrem heftig gewesen, weil er keine Möglichkeit gehabt hätte, den Wagen zu verzögern, erklärte Kaiser nach dem Rennen. Diesen zweiten Abflug steckte der Ferrari nicht so einfach weg: Der gesamte Vorderbau wurde abgerissen, Rahmenteile bohrten sich in den Stahl der Schutzplanke. Ohne Blessuren konnte Kaiser dem Unfallwagen entsteigen und sah sofort, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. „Der Ausfall war extrem ärgerlich und eigentlich völlig überflüssig. Wäre ich weiter auf Regenreifen gefahren, hätte ich den Ausfall vermeiden können. Es tut mir für das gesamte Team leid, dass wir das Rennen nicht beenden konnten. Am meisten jedoch für meinen Teamkollegen Mike Jäger, der dadurch nicht eine Rennrunde drehen konnte.“

Aber auch die Tatsache, dass er keine Möglichkeit hatte, die insgesamt gute Performance von Mensch und Maschine unter Beweis stellen zu können, ärgerte Kaiser im Nachhinein. „Ich war das ganze Wochenende extrem gut unterwegs, die Rundenzeiten des Freitagstrainings lagen weit unter den Zeiten des letzten Rennens. Der Wagen war extrem gut vorbereitet und ich war extrem gut drauf. Während der drei von mir gefahrenen Runden habe ich mich sehr gut gefühlt.“ Gut fühlte sich Kaiser auch nach dem Rennen: Nicht einmal Kopfschmerzen habe er gehabt, gab er zu Protokoll. Von Glück im Unglück redete er. Gleichzeitig bedankte er sich beim Team von GT Corse. „Die Jungs und Mädels haben professionelle Arbeit abgeliefert und müssen sich mit ihrer Leistung keinesfalls verstecken. Danke für die gute Betreuung.“
Das nächste Rennen ist trotz des Unfalls nicht in Gefahr: GT Corse war schon unmittelbar nach dem Unfall sicher, den Wagen bereits in 14 Tagen zum Start des siebten Laufs ins Rennen schicken zu können. „Ich freue mich extrem auf das Rennen und werde alles daran setzen, diesmal den Wagen am Stück ins Ziel zu bringen.“

Text: Redaktionsbüro Meuren
Foto: Daniel Peter
Stand: September 2013
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Extrem schlechte Witterungsverhältnisse herrschten während des sechsten Laufs zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Nebel verzögerte das Zeittraining am Morgen, während des Rennens wechselten sich Sonne und Regen ständig ab. Patrik Kaiser (Schellenberg / Liechtenstein) haderte mit den schwierigen Bedingungen und rutsche schon in der Anfangsphase von der Strecke in die Leitplanke. Ein zweiter Ausrutscher auf seinem Weg zur Box warf ihn im Ferrari F458 GT Corse vollends aus dem Rennen.

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