[24h] Buße für Klaus Ludwig

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Marc Schmitz
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[24h] Buße für Klaus Ludwig

Beitrag von Marc Schmitz » Di 05.Jun, 2012 17:38

Busse für Ludwig

Wegen tätlichen Angriffs auf seinen Unfallgegner, den Seat-Piloten Dr. KLaus Weigner, beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wurde McLaren Pilot Klaus Ludwig zu einer Geldstrafe in Höhe von € 10.000 verurteilt. Deswegen und weil er daraufhin noch zwei Mal über die Strecke gelaufen ist, hat der DMSB zudem ein "sportrechtliches Ermittlungsverfahren" eingeleitet.

(Quelle: Speedweek Printausgabe)

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Oliver Wegen
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Beitrag von Oliver Wegen » Mi 06.Jun, 2012 10:46

Hier noch ein Youtube Video dazu, inkl. O-Ton:

http://www.youtube.com/watch?v=9RLg4ePaM30

Gast

Beitrag von Gast » Mi 06.Jun, 2012 13:42

Gerade schon auf Facebook entsprechend kommentiert: Eine Schande, dass sowas mal das Aushängeschild des deutschen Tourenwagensports war. Ich hoffe der kommt nicht wieder.

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Gerrit Bisping
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Beitrag von Gerrit Bisping » Do 07.Jun, 2012 10:53

Ludwigs Verhalten geht gar nicht!. Mein Motorsportidol der 90er DTM Jahre... Echt schade, wie der von der Motorsportbühne abtritt

Rudi Izdebski
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Beitrag von Rudi Izdebski » Do 07.Jun, 2012 14:50

Ich hatte Ludwig schon ab 1980 eher kritisch gesehen. Damals schoß er Axel Plankenhorn am HHRing ab. Ab Mitte der achtziger Jahre war Ludwig dann charakterlich entgültig bei mir durch.

Insofern überrascht mich sein Verhalten vom 24h-Rennen nicht.

Frank Nysten
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Beitrag von Frank Nysten » So 10.Jun, 2012 2:35

Rudi Izdebski hat geschrieben:Ich hatte Ludwig schon ab 1980 eher kritisch gesehen. Damals schoß er Axel Plankenhorn am HHRing ab. Ab Mitte der achtziger Jahre war Ludwig dann charakterlich entgültig bei mir durch.

Insofern überrascht mich sein Verhalten vom 24h-Rennen nicht.
Wie immer hat der Rudi seine Schubladen und Vergleiche. Auch wenn die schon sehr alt sind, hat er jetzt ja mal Recht. Das Verhalten von KL nach dem Unfall war absolut nicht akzeptabel.

Beim Unfallhergang sehe ich es jedoch etwas differenzierter. Der Seat-Fahrer hatte (Onboard) keine Anzeichen gemacht, den schnelleren Ludwid von hinten gesehen zu haben. Er fuhr sein Tempo und seine Linie. Hätte er ihn nicht schon vor dem Flugplatz sehen kommen können? Und warum will Ludwig da so konsequent überholen? Die Fragen finden doch deutliche Antworten, wenn man es neutral versucht zu sehen.

Es ist die Ausgeglichenheit der Spitze. Die SP9 darf keine Sekunde beim Überrunden verlieren, sonst sind wichtig erfahrene Meter weg. Wem gibt man jetzt die Schuld an solch einem Unfall?

Natürlich KL, weil er sich falsch verhalten hat. Aber der Unfall muss aus einer ganz anderen Perspektive untersucht werden. Kann die NS noch weiter für diese GT3 (SP9) zugelassen werden, wenn kleinere Fahrzeuge unterwegs sind? Ich meine ganz klar nein.

Entweder GT3 Fahrzeuge mit über 500 PS zulassen ohne die Kleinen, oder die Leistung der top Fahrzeuge auf deutlich unter 500 PS reduzieren und wieder die Breitensprotklasse am Nürburgring einführen.

Nur meine Meinung

Gruß

Herbert Bersch
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Beitrag von Herbert Bersch » So 10.Jun, 2012 10:31

Frank Nysten hat geschrieben:
Rudi Izdebski hat geschrieben:Ich hatte Ludwig schon ab 1980 eher kritisch gesehen. Damals schoß er Axel Plankenhorn am HHRing ab. Ab Mitte der achtziger Jahre war Ludwig dann charakterlich entgültig bei mir durch.

Insofern überrascht mich sein Verhalten vom 24h-Rennen nicht.
Wie immer hat der Rudi seine Schubladen und Vergleiche. Auch wenn die schon sehr alt sind, hat er jetzt ja mal Recht. Das Verhalten von KL nach dem Unfall war absolut nicht akzeptabel.

Beim Unfallhergang sehe ich es jedoch etwas differenzierter. Der Seat-Fahrer hatte (Onboard) keine Anzeichen gemacht, den schnelleren Ludwid von hinten gesehen zu haben. Er fuhr sein Tempo und seine Linie. Hätte er ihn nicht schon vor dem Flugplatz sehen kommen können? Und warum will Ludwig da so konsequent überholen? Die Fragen finden doch deutliche Antworten, wenn man es neutral versucht zu sehen.

Es ist die Ausgeglichenheit der Spitze. Die SP9 darf keine Sekunde beim Überrunden verlieren, sonst sind wichtig erfahrene Meter weg. Wem gibt man jetzt die Schuld an solch einem Unfall?

Natürlich KL, weil er sich falsch verhalten hat. Aber der Unfall muss aus einer ganz anderen Perspektive untersucht werden. Kann die NS noch weiter für diese GT3 (SP9) zugelassen werden, wenn kleinere Fahrzeuge unterwegs sind? Ich meine ganz klar nein.

Entweder GT3 Fahrzeuge mit über 500 PS zulassen ohne die Kleinen, oder die Leistung der top Fahrzeuge auf deutlich unter 500 PS reduzieren und wieder die Breitensprotklasse am Nürburgring einführen.

Nur meine Meinung

Gruß

Diese Meinung vertrete ich auch schon seit geraumer Zeit. Die GT3 werden, oder sind zu schnell für die kleineren Fahrzeuge, egal ob 24H oder VLN.
Irgendwann kommt es mal zum "GAU".

Nur meine Meinung

Achim Lanser
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Beitrag von Achim Lanser » So 10.Jun, 2012 12:48

Das Problem liegt m.E. nicht hauptsächlich an den großen Leistungsunterschieden sondern an dem enormen wirtschaftlichen und sportlichen Druck, der auf Profis und Profiteams liegt. Der trägt maßgeblich dazu bei, dass teilweise ähnlich brutal gefahren wird wie in einem Markenpokal. Würden die "Schnellen" nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen fahren, wäre die breite Leistungsstreuung bei Fahrzeugen und Piloten nicht so problematisch.

Ralf Terliesner
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Beitrag von Ralf Terliesner » So 10.Jun, 2012 13:32

-Habe mir das Video auch des öfteren angeschaut. Was mir aufgefallen ist, es wird keine "Blaue Flagge" geschwenkt ! Zumindest kann ich keine erkennen.
Dieses entlastet den Seat Fahrer noch zusätzlich.

-Natürlich sind schnelle und langsamere Fahrzeuge auf einer Strecke gefährlich.
Aber wenn man das dann hier beim 24h-Rennen am Ring verbieten soll, aus Sicherheitsgründen, dann muß man das auch in Le Mans beim 24h-Rennen machen. Dort sind die Geschwindigkeitsunterschiede der unterschiedlichen Klassen auch nicht ohne. Wichtiger ist das gegenseitig Rücksicht genommen wir.

Nur mal so zum Vergleich. Habe mal die schnellste/langsamste Rennrunde des entsprechenden Fzg. aus 2002 und 2012 gegeneinandergesetzt. (Keine Garantie auf Richtigkeit) Aber hier ist der Geschwindigkeitsunterschied nicht mehr so groß.

Geschwindigkeiten 2002:
Viper 9,18.811 VS. Polo 16V 13,05.441 = Unterschied 3,86.630 Minuten pro Runde

Geschwindigkeiten 2012:
Z4 Schubert 8,27.161 VS. BMW i30 Cup 12,00.262 = Unterschied 3,73.101 Minuten pro Runde

Gast

Beitrag von Gast » So 10.Jun, 2012 17:02

Die Diskussion ist wahrscheinlich so alt wie VLN und 24h Rennen auch. Ich bin definitiv nicht der Meinung, dass die Dicken limitierter gehören, oder die Kleinen weg. Selbst wenn alle Autos auf dem selben Leistungsstand wären, würden durch Missverständnisse, Übermüdung, Unkonzentriert sein, oder fehlendem "Skill" solche Situationen passieren können.

Es gab auch dieses Jahr im 24h Rennen noch am nächsten Morgen SP9 Autos ohne einen einzigen Kratzer und die lagen noch immer in den Top10. Von daher können diese Fahrer ja nicht alles falsch gemacht haben.

Ich sehe es aber ähnlich, dass der Druck der ganz großen Teams enorm ist und deswegen deutlich härter im Verkehr gefahren wird, als es sicher wäre. Das ist meiner Meinung das eigentliche Problem, nicht der Unterschied unterschiedlicher Autos.

Was wäre denn der nächste Schritt, wenn die Autos auf dem selben Level wären? Dürfen dann Amateure nicht mehr mit Profis fahren, weil die Rundenzeiten der Fahrer (nicht der Autos) noch unterschiedlich wären?
Bei gleichen Autos hätte man die Situation eines Markenpokals, wie hart da gefahren wird, kennt man ja aus jeder Markenserie. unterm Strich würde rauskommen, dass einfach die Nordschleife zu gefährlich ist. Auch die ist aber nicht zu gefährlich, wenn jeder Fahrer nicht für sich alleine da rumballert, sondern entsprechend defensiv unterwegs ist. Das sind definitiv ne ganze Menge Fahrer nicht.

Alexander Keller
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Beitrag von Alexander Keller » So 10.Jun, 2012 18:18

Frank Nysten hat geschrieben: Der Seat-Fahrer hatte (Onboard) keine Anzeichen gemacht, den schnelleren Ludwid von hinten gesehen zu haben. Er fuhr sein Tempo und seine Linie. Hätte er ihn nicht schon vor dem Flugplatz sehen kommen können? Und warum will Ludwig da so konsequent überholen? Die Fragen finden doch deutliche Antworten, wenn man es neutral versucht zu sehen.
Klar hätte er ihn sehen und auch Platz machen können. Aber auch der Seat fährt sein Rennen. Meiner Meinung nach muss der schnellere zusehen wir er sicher vorbeikommt und nicht der langsamere. Der Seat hat ja keine Tür oder sowas zugeschmissen. Aber er hat sie auch nicht geöffnet.
Leider wollte der "König der Nordschleife" mit dem Kopf durch die Tür.

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Wolfgang Förster
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Beitrag von Wolfgang Förster » Mo 11.Jun, 2012 13:16

Achim Lanser hat geschrieben:Das Problem liegt m.E. nicht hauptsächlich an den großen Leistungsunterschieden sondern an dem enormen wirtschaftlichen und sportlichen Druck, der auf Profis und Profiteams liegt. Der trägt maßgeblich dazu bei, dass teilweise ähnlich brutal gefahren wird wie in einem Markenpokal. Würden die "Schnellen" nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen fahren, wäre die breite Leistungsstreuung bei Fahrzeugen und Piloten nicht so problematisch.
Alexander Keller hat geschrieben: Klar hätte er ihn sehen und auch Platz machen können. Aber auch der Seat fährt sein Rennen. Meiner Meinung nach muss der schnellere zusehen wir er sicher vorbeikommt und nicht der langsamere. Der Seat hat ja keine Tür oder sowas zugeschmissen. Aber er hat sie auch nicht geöffnet.
Leider wollte der "König der Nordschleife" mit dem Kopf durch die Tür.
Vollkommen richtig! Auch der Zeitenvergleich 2002/2012 spricht eine deutliche Sprache.
Natürlich gab es auch früher ab und an ein Problemchen beim Überholen, aber meistens hat der Stärkere bis nach der gefährlichen Situation gewartet und dann gefahrlos überholt.
Das Problem sind heute aber nicht die unterschiedlichen Fahrzeuge, sondern die Fahrer, die sie nicht "zielgerecht" bedienen. Sowohl der Mies- als auch der Ludwig-Unfall sind dafür gute Beispiele.
Die Schuld an der undisziplinierten Fahrweise liegt m.E. aber auch zum Teil am Veranstalter, der vor einigen Jahren lauthals die Devise rausgegeben hat: Wir fahren hier ein Sprintrennen! Man verlangt von den Fahrern einen Befähigungsnachweis für die Nordschleife, fordert sie dann aber indirekt auf, auf diesem Kurs ein Sprintrennen zu fahren. Paradox!
Auf dem GP-Kurs, bei einem Sprintrennen, wären derartige Überhollmanöver mit der Brechstange (nicht das, was nach den Unfällen geschah) evt. noch tolerierbar gewesen, aber nicht auf der Nordschleife.

Thomas Mundorf
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Beitrag von Thomas Mundorf » Mo 11.Jun, 2012 16:10

Wenn man den Vergleich der schnellsten und der langsamsten Runde zwischen 2002 und 2012 heranzieht, dann sollte man aber auch nicht vergessen, dass es 2002 vielleicht 3 bis 5 Autos gab, die diese Topzeiten fahren konnten, während 2012 so ziemlich alles, was SP9,SP7 oder Cup-Porsche fährt, also sowas um die 50 Autos, zumindest vom Auto her das Potenzial hat, unter 8:30 min zu fahren. Das erhöht natürlich die Anzahl der potentiell gefährlichen Situationen wenn "sehr langsam" auf "sehr schnell" trifft. Und wenn dann in "sehr schnell" noch jemand drinsitzt, der in dieser Situation emotionell nicht sonderlich gefestigt ist, dann passieren halt solche Unfälle.

Jörg Ufer
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Beitrag von Jörg Ufer » Mo 11.Jun, 2012 23:00

Nach Auswertung sämtlicher bekannter Unfälle und den Meldungen an die Rennleitung muß festgehalten werden, daß wir ein richtig unfallarmes 24h-Rennen hatten:

2012: 73
2011: 122
2010: 108
2009: 53
2008: 82

Die Zahlen beziehen sich aufs Rennen ohne Trainings. Aber auch die Trainings waren ruhig, nur der übliche 23 Uhr-Knaller war dabei.

Es gab sogar mehrere volle Stunden, wo es nicht einen Unfall gab! Selten hat das Zusammenspiel aller Fahrer so gut geklappt wie dieses Jahr.

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Daniel Menze
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Beitrag von Daniel Menze » Di 12.Jun, 2012 10:52

Jörg Ufer hat geschrieben:Nach Auswertung sämtlicher bekannter Unfälle und den Meldungen an die Rennleitung muß festgehalten werden, daß wir ein richtig unfallarmes 24h-Rennen hatten:

2012: 73
2011: 122
2010: 108
2009: 53
2008: 82

Die Zahlen beziehen sich aufs Rennen ohne Trainings. Aber auch die Trainings waren ruhig, nur der übliche 23 Uhr-Knaller war dabei.

Es gab sogar mehrere volle Stunden, wo es nicht einen Unfall gab! Selten hat das Zusammenspiel aller Fahrer so gut geklappt wie dieses Jahr.
Hallo Jörg,

Deine Aussage ist leider nicht richtig.
Wenn ich Deine Zahlen (die ich mal als korrekt voraus setze / kann ich nicht kontrollieren) ins Verhältnis mit den Startern setze, dann kommt folgende Tatsache dabei heraus:

Pro Auto gab es in den Jahren demnach durchschnittlich:

2012 - 0,43 (169 Starter)
2011 - 0,60 (202 Starter)
2010 - 0,55 (197 Starter)
2009 - 0,31 (170 Starter)
2008 - 0,38 (216 Starter)

Unfälle.

Man sieht also deutlich, das es alles andere als ein unfallarmes Rennen war.
Es war weniger extrem schlimm, als in den beiden Jahren davor.
2009 ist übrigens das erstemal die Klasse SP9 an den Start gegangen.
Das die Statistik nach unten ging, kann einfach mit den geringen Startern erklärt werden. Das führt ja auch zu deutlich weniger Überholvorgängen.
Rechnerisch hatten also 43% aller gestarteten Fahrzeuge einen Unfall, und das trotz der geringen Starterzahl :!:

Im Jahr 2007 gingen übrigens 220 Fahrzeuge an den Start, von denen 156 gewertet wurden. Da würde mich die Zahl der Unfälle auch interessieren. Vielleicht kannst Du ja mal die Quelle nennen.

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