[VLN / 24h] HRT Performance - Hamburg Racing Team

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Uwe Meuren
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[VLN / 24h] HRT Performance - Hamburg Racing Team

Beitrag von Uwe Meuren » Di 30.Apr, 2013 9:25

Erster Klassensieg mit neuem Auto

Eindrucksvoll sind die Männer der Nordseeküste in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) der Saison 2013 angekommen: Mit mehr als einer Runde Vorsprung gewinnt das Hamburger Racing Team HRT die Klasse SP8 beim zweiten Rennen der Saison. Was sich einfach liest, war nach vier Stunden Renndistanz als schweres Stück Arbeit zu bewerten. Äußere Bedingungen und eine starke Konkurrenz machten den Sieg alles andere als einfach.

In der Klasse SP8 der VLN starten Fahrzeuge mit einem Hubraum von mehr als 4 bis maximal 6,25 Liter – echte Kracher sind hier zu finden: Corvette C6, Porsche 911 GT3, Ferrari F458, Lexus LFA und Aston Martin Vantage. Hier hat auch das in Winsen an der Luhe ansässige Motorsportteam HRT Performance eine Heimat für die Saison 2013 gefunden. Mit seinen Stammfahrern Kim Hauschild (Horneburg), Thomas Kappeler (Bad Saulgau), Michael Pflüger (Schweiz), Harald Hennes (Eschweiler) und Thomas Gerling (Uchte) kämpft das Team mit der starken Konkurrenz um Punkte und Pokale im Rahmen der Meisterschaft. Das Team unter der Leitung von Michael Budde setzt eindeutig auf das hohe fahrerische Potential, er erklärt: „Im Vergleich zu unseren Klassengegnern sind wir eindeutig untermotorisiert: Der seriennahe Motor leistet nur 460PS. Dafür sind wir in der komfortablen Situation fünf sehr gute Fahrer zu haben. Da nicht alle fünf bei den 4h-Rennen starten können, haben wir uns für ein rollierendes System entschieden, so dass jeder Fahrer einmal aussetzen muss.“
Der mehrmals abgesagte Saisonauftakt fand letztendlich vor 14 Tagen statt und lief für HRT Performance alles andere als glücklich: Völlig unverschuldet wurde der Wagen bereits in der frühen Anfangsphase in einen Unfall verwickelt und musste auf Rang eins der Klasse liegend verfrüht die Heimreise antreten. Beim zweiten Rennen der Saison, am vergangenen Wochenende, lief es für das Team deutlich besser, was sich schon im Training abzeichnete. Temperaturen um den Gefrierpunkt, heftiger Regen, Graupel- und Schneeschauer vermischten sich mit Nebel und schufen für alle Teilnehmer gleichermaßen schwierige, äußere Bedingungen. Nicht jeder der fast 230 Starter kam damit zurecht, anders das Quartett von HRT: Eindrucksvoll drückten sie dem Training ihren Stempel auf und hievten den Aston Martin Vantag auf Startplatz eins der Klasse und Rang 43 der Gesamtwertung. Dabei war es Thomas Kappeler, der in seiner Runde das Glück auf seiner Seite hatte und ungehindert durch Unfallstellen oder langsamere Fahrzeuge sich mit 12 Sekunden Vorsprung auf Rang eins festsetzen konnte. Teamchef Michael Budde nach dem Training: „Es war für alle ein echtes Zittern und Bangen, denn die Streckenverhältnisse waren extrem schwierig. Doch alle kamen prima mit den Verhältnissen zurecht, wenn man von dem kleinen Ausrutscher von Michael Pflüger in der letzten Trainingsrunde absieht. Das war einfach nur Pech, Pflüger hat alles richtig gemacht und ist ein Opfer widriger Umstände geworden. Der Schaden war relativ gering und konnte in der Pause zwischen Training und Rennen rasch von unseren Mechanikern behoben werden konnte.“

Platz zwei – aber nur kurz
Den Start übernahm der Polesetter Thomas Kappeler, der nach seinem Einsatz von extrem schwierigen Bedingungen sprach. Im dichten Feld habe eine derartige Gischt geherrscht, dass man nur einige Meter Sicht gehabt hätte, hinzu kam Nebel, der sich über die 25 Kilometer lange Piste legte und seinen Teil zur schlechten Sicht beitrug. Nach wenigen Runden zog sich das Feld auseinander, die Sicht wurde besser und Kappeler suchte sein Heil in der Flucht. Er ließ dem Zweitplatzierten nicht den Hauch einer Chance, setzte sich Runde um Runde ab und konnte nach sieben Runden den englischen Boliden mit gutem Polster an Harald Hennes übergeben. Der konnten zunächst den Vorsprung verteidigen, kämpfte dann jedoch mit abtrocknender Ideallinie und Grip-Verlust der Regenreifen. Das Team entschied, Hennes eine Runde länger als üblich fahren zu lassen, um so den Vorsprung auszubauen. Stattdessen kam der Zweitplatzierte immer näher und konnte den Aston Martin von HRT sogar überholen, ehe Hennes den Wagen zum Fahrer- und Reifenwechsel in die Box steuerte. Jetzt war die Reihe an dem Youngster des Teams, Kim Hauschild. Er begann eine furiose Aufholjagd, nahm dem nun erstplatzierten Lexus LFA pro Runde einige Sekunden ab und konnte ihn binnen kürzester Zeit sogar überholen. Damit nicht genug: Er begann sich mit riesen Schritten vom Verfolger abzusetzen und führt die Klasse mit mehr als einer Minute Vorsprung an. Das reichte, um einen letzten Boxenstopp ungefährdet durchführen zu können. Michael Pflüger hatte die verantwortungsvolle Aufgabe, die gute Vorarbeit seiner Kollegen in einen Sieg umzumünzen und den Wagen heil über die Ziellinie zu fahren. Am Ende schaffte er dies mit 20 Sekunden Vorsprung.
Teamchef Budde nach dem Rennen: „Trotz der schwierigen Bedingungen waren wir zunächst auf Nässe immer einen Hauch schneller als die Konkurrenz. Wir hatten das richtige Setup gefunden und offenbar das glücklichere Händchen bei der Reifenwahl. Dass wir kurzfristig auf Platz zwei zurück fielen war uns klar, denn wir stoppten einmal mehr und sind auch länger mit Regenreifen auf abtrocknender Strecke geblieben. Dass jedoch Kim Hauschild eine derartige Attacke reitet, in wenigen Runden Platz eins zurück erobert und sich dann auch noch deutlich absetzen kann – damit haben wir nicht gerechnet. Der Sieg war keinesfalls geerbt oder geschenkt, das war ein echtes und hartes Rennen mit einer starken Konkurrenz. Ich bin stolz auf die Truppe, die alle erstklassig gearbeitet haben. Für uns war es nach dem Ausfall in Rennen eins die erste echte Bewährungsprobe vor dem 24h-Rennen in drei Wochen. Ich muss aber sagen, dass alle, die das Rennen ohne Blessuren beendet haben, zu den Gewinnern zählen.“
Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand: April 2013
Irrtümer und Änderungen vorbehalten


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Mit einer Runde Vorsprung gewann HRT Performance die Klasse SP8 beim zweiten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) am vergangenen Wochenende. Unter extremen Witterungsbedingungen machten das Fahrerquartett Hauschild / Pflüger / Kappeler / Hennes alles richtig und kontrollierte die Klasse von der Spitze aus.

Uwe Meuren
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Beitrag von Uwe Meuren » Mo 13.Mai, 2013 8:11

Klassensieg ist nicht unmöglich

Zum achten Mal startet das Hamburger Motorsportteam HRT Performance unter diesem Namen beim ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring und der Nordschleife. Mit akribischer Vorbereitung von Mensch und Material will das Team aus Norddeutschland in diesem Jahr ein gehöriges Wörtchen bei der Vergabe von Pokalen und Platzierungen mitreden.

Es gibt beim 24h-Rennen bei HRT Performance kein A- oder B-Fahrzeug – alle eingesetzten und betreuten Autos genießen höchste Aufmerksamkeit des gesamten Teams. Darauf legt Teamchef Michael Budde äußersten Wert: „Unsere Speerspitze ist der Aston Martin Vantage, mit dem wir in der Klasse SP8 starten. Mit ihm haben wir die größten Chancen, nach 24 Stunden im gesamten Starterfeld weit vorne zu liegen. Aber auch unsere anderen Fahrzeuge, der Aston Martin Vantage GT4 sowie der von uns betreute Cup Porsche haben große Chancen, in den jeweiligen Klassen weit vor zu fahren.“
Auf dem Weg zur Spitze – sowohl in der Gesamt- als auch in der Klassenwertung – gibt es jedoch etliche Stolperfallen, die es zu beachten gilt. Zum Beispiel das eigenwillige Eifelwetter: Jedes Team, ob privat oder vom Werk eingesetzt, muss sich den Wetterkapriolen beugen. „Und das kann“, so Michale Budde, „am Ende erheblichen Einfluss auf den Zieleinlauf haben. Bestes Beispiel war die Generalprobe, der zweite Lauf zur Langstreckenmeisterschaft, bei dem es in der Eifel nur knapp über null Grad hatte und es wechselweise regnete, graupelte oder hagelte.“ Auch die Konkurrenz, die heuer am Start ist, sei alles andere als schwach. In allen Klassen, in denen HRT Performance an den Start geht, setzt der Wettbewerb bestes Material mit erstklassigen Fahrern ein: „In der Klasse SP8 kämpfen wir mit den Werksteams von Lexus, mit dem bärenstarken Ferrari F458, einer schnellen Corvette, den standfesten Porsche und weiteren richtig guten Autos. Auch die Fahrer der Konkurrenz sind alles andere als langsam. Was wir brauchen, was jedes Team braucht, ist das nötige Quäntchen Glück.“ Beim 24h-Rennen lässt sich das erforderliche Glück exakt definieren: Gutes Wetter, standfeste Technik, schnelle und gleichzeitig materialschonende Fahrer sowie vom Unfallpech verschont zu bleiben.

Speerspitze mit reichlich Erfahrung
Der in der Klasse SP8 startende Aston Martin soll dem Team die gewünschte Platzierung im Gesamtklassement einfahren. Michael Budde, bis vor wenigen Jahren selbst noch aktiver Fahrer, setzt dabei nicht nur auf bewährte Technik, sondern auch auf gute Fahrer: „Mit dem Quartett Shaw Ric aus Australien, dem Österreicher Dieter Svepes, dem Münchener Tom Moran und meinem Sohn Kim Hauschild habe wir ein ausgewogenes Gespann, das reichlich Nordschleifenerfahrung vorweisen kann. Wichtig ist nicht eine schnelle Runde, die am Ende im Kiesbett oder in der Leitplanke endet, sondern eine konstant zügige und gleichzeitig materialschonende Fahrt. Ich rechne damit, dass aufgrund der enormen Leistungsdichte in der Klasse SP8 das Langstreckenrennen zu Beginn einem Sprintrennen ähneln wird.“ Man wolle sich davon jedoch nicht anstecken lassen und konstant das eigene Programm abspulen, so die Ergänzung von Budde. Alle Fahrer von HRT Performance haben sich gewissenhaft auf die Hatz zweimal rund um die Uhr vorbereitet. Die deutschen Fahrer haben neben Testfahrten auch an den Langstreckenrennen der VLN teilgenommen, der Mann von Down Under hat sich in seiner Heimat bei einigen Rennen bewährt. Auch der Österreicher war nicht untätig in seiner Vorbereitung und hat einige Rennen absolviert. Was alle gleichermaßen hinter sich gebracht haben, ist eine körperliche Vorbereitung zur Steigerung der körperlichen und geistigen Fitness. „Ohne entsprechende Ausdauer beim 24h-Rennen anzutreten, gleicht zumindest in den Klassen der schnellen Autos einem Himmelfahrtskommando. Wenn Fahrer gezwungen sind, einen Doppelstint zu fahren oder einfach nur zu pushen, um verlorene Zeit und Plätze gut zu machen, ist eine entsprechende Fitness unerlässlich“, so der Teamchef.
Die Vorfreude auf das Rennen ist im ganzen Team groß und sprichwörtlich mit Händen zu greifen: Alle fiebern dem Mega-Event in der Eifel entgegen, die Vorbereitungen sind weitestgehend abgeschlossen, lediglich Kleinigkeiten gibt es noch zu organisieren. „Ich spreche für alle Teammitglieder wenn ich sage, dass wir uns ein unfallfreies Rennen mit gutem Ausgang wünschen. Trocken soll es bleiben und kein Zwischenfall die gute Stimmung trüben. Wir wünschen allen Teilnehmern eine unfallfreie Zielankunft!“

Autos, Klassen, Fahrer
Aston Martin Vantage – Klasse SP8 – Startnummer 72
- Kim Hauschild / Horneburg
- Tom Moran / München
- Shaw Ric / Australien
- Dieter Svepes / Österreich

Aston Martin Vantage GT4 – Klasse SP10 – Startnummer 62
- Stefan Kenntemich / Wettenberg
- Michael Pflüger / Schweiz
- Olvier Muytjeus / Belgien

Porsche 997 GT3 Cup – Klasse SP7 – Startnummer 51 (Fahrzeug wird von HRT betreut!)
- Sergio Negroni
- Alessandro Cremascoli
- Massimo Colnago
- Andrea Sapino
(alle Italien)

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Die Speerspitze von HRT Performance: Mit dem Aston Martin Vantage strebt das Team von der Nordseeküste den Klassensieg an und will im Gesamtklassement soweit als möglich vor fahren. Mit den Fahrern Shaw Ric (Australien), Kim Hauschild (Horneburg), Tom Moran (München) und Dieter Svepes (Österreich) ist der Wagen durchaus schlagfertig besetzt.

Text und Foto: Redaktionsbüro Uwe Meuren
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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 22.Mai, 2013 11:30

Durchwachsenes Training für Hamburger Jungs

Nach dem Training zum 41. Internationalen ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring herrschten beim Hamburg Racing Team Performance, kurz HRT, gemischte Gefühle: Pech und technische Probleme vereitelten einen guten Startplatz, dennoch blicken alle Teammitglieder optimistisch in Richtung Rennen das am Sonntag um 17 Uhr gestartet wird.

Ein freies und zwei gezeitete Trainingssitzungen hatten die fast 200 Teilnehmer des internationalen ADAC Zurich 24h-Rennen zu bewältigen. HRT schickte gleich drei Autos in drei verschiedenen Klassen in die Trainingseinheiten. Doch nur die Speerspitze konnte, wenn auch vom Rennpech eingebremst, überzeugen: Kim Hauschild (Horneburg) stellte mit einer Rundenzeit von 9:21 Minuten den Aston Martin Vantage in der Klasse SP8 auf den fünften Startplatz und den 56 Platz der Gesamtwertung. „Wir hatten,“ so Hauschild, „echt Pech: Im freien und ersten Zeittraining am Freitag herrschten extrem schwierige Bedingungen. Wir sind offenbar zu vorsichtig zu Werke gegangen um bei Regen und Nebel den Wagen nicht kaputt zu machen. Unsere Hoffnung lag auf dem zweiten Training am Samstagmorgen.“ Auch hier hatte die Mannschaft nicht wesentlich mehr Glück: Als die Strecke optimalen Grip bot und Kim Hauschild mit speziellen Trainingsreifen auf Angriff fahren und die Startposition verbessern wollte, brach die Rennleitung das Training wegen eines schweren Unfalls ab. Teamchef Michael Budde: „Damit waren wir um die letzte Chance gebracht den Wagen weit vorne zu positionieren. Dennoch bin ich mit der Leistung des internationalen Quartetts auf dem SP8-Boliden zufrieden.“ Kim Hauschild teilt sich den Aston Martin Vantage der Hatz zweimal rund um die Uhr mit Tom Moran (München), Dieter Svepes (Österreich) und Ric Shaw (Australien).

Technische Probleme bei dem Rest der Hamburg-Flotte
Der zweite von HRT eingesetzte Aston Martin Vantage mit den Fahrern Stefan Kenntemich (Wettenberg), Michael Pflüger (Schweiz), Olivier Muytjens (Belgien) und Donald Molenaar (Holland) haderte derweil mit streikender Technik. Die Nockenwellenverstellung des Aggregats arbeitete nicht wie nötig um die gesamte Motorleistung abzurufen. Bereits im ersten Zeittraining am Freitagabend trat das Problem auf und die Mannschaft wechselte über Nacht die entsprechenden Bauteile. Doch auch danach, wie man im zweiten Zeittraining schnell herausfand, war der Motor alles andere als kraftstrotzend. „Wir haben nun bei Aston Martin noch einige neue Steuergeräte angefordert die wir bis zum Rennstart am Sonntag einbauen werden. Danach sollte der Motor wieder die volle Leistung bringen.“
Auch der von HRT betreute Porsche 997 GT3 Cup litt während des gesamten Trainings unter technischen Problemen. Das italienische Quartett Sergio Nagroni, Alessandro Cremascoli, Massimo Colnago und Andrea Sapino konnte wegen Getriebeprobleme nicht wirklich angreifen. Teamchef Budde: „Wir haben nach dem ersten Zeittraining vorsorglich das Getriebe gewechselt und nach dem Einbau festgestellt, dass ein kleines Bauteil an der Kupplung undicht ist. Während des zweiten Zeittrainings mussten wir das Getriebe erneut ausbauen – während dessen kämpfte die Konkurrenz um Rundenzeiten und einen guten Startplatz. Am Ende blieben uns nur wenige Runden über den Grand Prix-Kurs um die Technik zu testen. Das Auto geht als letzter der Klasse SP7 ins Rennen.“
Text: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Foto: Martin Berrang
Stand: Mai 2013
Irrtümer und Änderungen vorbehalten


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Der Aston Martin Vantage von HRT Performance markiert die Speerspitze des Teams der Nordseeküste: Startplatz fünf für Shaw Ric (Australien), Kim Hauschild (Horneburg), Tom Moran (München) und Dieter Svepes (Österreich). Die beiden anderen, von HRT eingesetzten und betreuten Autos strauchelten einstweilen über technische Unzulänglichkeiten.

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Beitrag von Uwe Meuren » Mi 22.Mai, 2013 11:34

Gesteckte Ziele nicht erreicht

Mit Klassensiegen und wenigstens einer Positionierung unter den Top 50 im Visier reiste das Hamburg Racing Team (HRT) zum 41. Internationalen ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring an. Im Gepäck zwei Aston Martin Vantage der Klassen SP8 und SP10 sowie einen Porsche 997 GT3 Cup. Gewonnen hatte das Team nach einem turbulenten Rennen vor allem an Erfahrung: Nur eins der drei Fahrzeuge kam ins Ziel.

Nach einem eher durchwachsenen Training blickte das Fahrerquartett des Aston Martin Vantage der Klasse SP8 Kim Hauschild (Horneburg), Tom Moran (München), Dieter Svepes (Österreich) und Ric Shaw (Australien) zuversichtlich in Richtung Rennen. Mit einer Trainingsbestzeit von 9:21 Minuten ging Startfahrer Kim Hauschild von Starplatz 56 von insgesamt 176 ins Rennen. Der Youngster des Fahrerquartetts erledigte seinen Job mit der Routine eines alten Hasen: Sich aus allem raushalten, seinen Platz im Feld finden und halten, bis die Hektik der ersten Runden sich legen und dann auf Angriff fahren. Dabei konnte er auf Anhieb einen direkten Gegner noch in der ersten Runde überholen, sich von ihm absetzen und den Aston Martin Vantage von HRT auf Position 40 vorfahren. Nach seinem Stint durfte der Australier Ric Shaw seine Runden drehen – auch er blieb vom angekündigten Starkregen verschont und konnte auf trockner Piste vor mehr als 210.000 Zuschauern die gute Arbeit von Kim Hauschild fortsetzen. Tom Moran, dritter Fahrer des Quartetts, hatte zunächst gleiche Bedingungen wie seine Kollegen, doch diese änderten sich kurz vor 21 Uhr schlagartig als der Himmel seine Pforten öffnete: Zwischen 30 und 40 Liter Regen gingen über der Eifel nieder. Moran passte seine Fahrweise den veränderten Bedingungen an, was sich jedoch als extrem schwierig erwies, da er bei einsetzendem Regen auf Slicks unterwegs war und noch gut die Hälfte der 25 Kilometer langen Strecke bis zur Box vor sich hatte. Selbst unter Aufgebot aller fahrerischer Leistungen blieb Moran ohne Chance: Im Streckenabschnitt Bergwerk schwamm der Aston Martin Vantage schlagartig auf, das Heck brach aus und Moran war nur noch Passagier. Seine Pirouette endete mit einem heftigen Einschlag in die Leitplanke. Waidwund schleppt sich die einstige Speerspitze von HRT in die Boxengasse, wo Teamchef Michael Budde gemeinsam mit Technikchef Thomas Müskens eine Reparatur für aussichtslos erklärte und den Wagen im Lkw verstauen ließ. Michael Budde: „Kim hat einen lupenreinen Start hingelegt und in der schwierigen Startphase alles richtig gemacht. Auch Ric hat erstklassige Arbeit geleistet und einen fehlerfreien Stint absolviert. Leider hatte Tom Moran nicht das Glück auf seiner Seite. Ich bin überzeugt, dass er nichts falsch gemacht hat, sondern lediglich ein Opfer der Umstände wurde. Schade, wir waren gut unterwegs und hätten durchaus den Klassensieg holen können.“ Der immer stärker werdende Regen zwang die Rennleitung dazu, das Rennen um 22:44 abzubrechen: Nebel, Regen und Gischt beeinträchtigen die Sicht und damit Leib und Leben der Protagonisten derart, dass die Organisation diesen Schritt gehen musste.

SP10-Aston Martin im Ziel aber hinter den Erwartungen
Schon im Training haderte der zweite von HRT eingesetzte Aston Martin Vantage mit der Technik: Eine nicht funktionierende Nockenwellenverstellung kostete den Fahrern Stefan Kenntemich (Wettenberg), Michael Pflüger (Schweiz), Olivier Muytjens (Belgien) und Donald Molenaar (Holland) reichlich Topspeed auf den Geraden, so dass sie mit nur geringer Chance auf eine Topplatzierung ins Rennen gingen. Den Kopf in den Sand stecken ist beim 24h-Rennen jedoch die falsche Taktik: Mit einer fehlerfreien Fahrt lässt sich immer eine gute Platzierung einfahren – selbst wenn die Motorleistung hinter der Konkurrenz liegt. Olivier Muytjens stellte das eindrucksvoll unter Beweis. Auf Rang 100 liegend startete der junge Belgier in seinen zweistündigen Stint, bei dem es schon heftig regnete. Nach seinem Einsatz wurde der Aston Martin auf Platz 56 geführt. Das Glück war Muytjens jedoch nicht ständig hold, denn nach dem Re-Start rutschte er auf einem Öl-Wasser-Gemisch im Bereich der Steilstrecke in die Leitplanke. Mit beschädigten Lenkungsteilen und deformiertem Frontbereich fuhr er langsam in die Box, wo die Mechaniker von HRT den Wagen binnen kürzester Zeit fahrfertig machten. Erneut auf Angriff fahrend, erwischte es nur kurz danach Stefan Kenntenich. Er wurde auf dem GP-Kurs völlig unschuldig „abgeschossen“ und musste den Wagen neben der Strecke stehen lassen, erneut waren Lenkung und Aufhängung beschädigt. Der Wagen wurde geborgen, repariert und erneut ins Rennen geschickt. Den letzten Schrecken musste das Team kurz vor Rennende verkraften als der Aston Martin weniger als einen Kilometer vorm Ziel antriebslos ausrollte. Den Ausfall vor Augen schaffte es Schlussfahrer Stefan Kenntemich dennoch, den Wagen über die Ziellinie zu bugsieren. Da auch die Konkurrenz nicht von Ausfällen verschont blieb, schafften es die vier Fahrer als Vierter der Klasse das Rennen zu beenden. Michael Budde: „Die erste Rennhälfte lief wie geschmiert: Schnell und materialschonend trotz mangelnder Motorleistung waren die Vier unterwegs. Der Ausrutscher und der Treffer durch den Konkurrenten sind als normale Rennunfälle zu verbuchen. Warum der Antrieb kurz vorm Ziel ausblieb, wissen wir noch nicht, werden es aber rausfinden. Eine tolle Leistung von Fahrern und Mechanikern! Ich bin wirklich begeistert.“

Porsche ohne Antrieb
Der komplett in italienischer Hand startende Porsche 997 GT3 Cup wird von HRT vorbereitet, eingesetzt und betreut – im Kundenauftrag. Mit der Routine von Profis drehten Sergio Negroni, Alessandro Cremascoli, Massimo Colnago und Andrea Sapino ihre Runden und ließen sich selbst vom Unwetter der Nacht nicht beeinflussen. Auch der unter extremen Regenfällen erfolgte Re-Start warf die Vier nicht aus der Bahn. Erst die Technik brachte sie ins Straucheln: Etwa zwei Stunden vor Rennende erhielt die Boxencrew die Info, dass der Wagen mit defektem Differentialgetriebe im Bereich der Steilstrecke steht. Der vor Ort geeilte Reparatur-Trupp bestätigte die Aussage des Fahrers und verwarf eine Reparatur. Michael Budde: „Die Jungs haben funktioniert wie ein Uhrwerk und sich keine Fehler geleistet. Nach 19 Stunden wurden sie auf Platz 53 geführt – da wäre noch was nach vorne gegangen. Schade für die Fahrer, aber das Rennpech kennt keine Gnade.“
Rückblickend ist Michael Budde nicht wirklich zufrieden: „Wir sind mit anderen Erwartungen angereist, entsprechend groß ist die Enttäuschung beim gesamten Team. Wirkliche Fehler haben wir uns nicht geleistet, wir hatten nur nicht das nötige Glück auf unserer Seite. Das Rennen ist schon jetzt Geschichte und wir blicken nach vorne. Unsere Konzentration gilt der restlichen Saison der Langstreckenmeisterschaft und schon jetzt planen wir für das 24h-Rennen 2014. Danke an alle Helfer, Fahrer, Beteiligte und Sponsoren. Trotz allen Unzulänglichkeiten hatten wir doch reichlich Spaß und das ist mindestens genauso wichtig wie der Erfolg.“
Text / Fotos: Redaktionsbüro Uwe Meuren
Stand: Mai 2013
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Das Top-Fahrzeug von HRT Performance konnte in der Anfangsphase des 41. Internationalen ADAC Zurich 24h-Rennen am vergangenen Wochenende ordentlich Boden gut machen und sich unter den Top 50 des gut 180 starken Teilnehmerfeldes festsetzen. Kim Hauschild (Horneburg) und Ric Shaw (Australien) erlebten jeweils trockene Stinst, während Tom Moran (München) von heftigem Regen überrascht wurde, bei Aquaplaning den Wagen verlor und irreparabel beschädigte. Leidtragend war das gesamte Team sowie der vierte Fahrer Dieter Svepes (Österreich) der nicht eine Runde im Rennen drehen konnte.

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Der „kleine“ Aston Martin Vantage, startend in der Klasse SP 10 sah als einziges Fahrzeug der HRT Performance-Flotte das Ziel: Stefan Kenntemich (Wettenberg), Michael Pflüger (Schweiz), Olivier Muytjens (Belgien) und Donald Molenaar (Holland) kämpften sich durch die unsäglichen Bedingungen, hatten einige Probleme und Einschläge zu verkraften und wurden dennoch als vierte der Klasse gewertet.

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Bis kurz vor Rennende hielt das italienische Quartett Sergio Negroni, Alessandro Cremascoli, Massimo Colnago und Andrea Sapino auf dem Porsche GT3 Cup gut mir, dann versagte das Differentialgetriebe seinen Dienst. Die Zeit für eine Reparatur reichte nicht mehr aus und so mussten die vier das Rennen vorzeitig beenden.

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