[ 24h & VLN ] RehsRaceTeam 2013

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Rene Graff
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[ 24h & VLN ] RehsRaceTeam 2013

Beitrag von Rene Graff » Mi 08.Mai, 2013 16:08

24h-Rennen 4.0

2013 wird sich das REHSRACETEAM zum vierten Mal dem Marathon zweimal rund um die Uhr stellen. Die Zusammensetzung des Teams ist auch dieses Mal nur in wenigen Positionen geändert worden. Augenscheinlichste Neuerung ist der vierte Fahrer. Neben den Stammfahrern Patrick Rehs (Leipzig), Sascha Rehs (Bochum) und Konstantin Wolf (Unterschleißheim) greift dieses Jahr Michael Holz (Rödermark) ins Volant des BMW 130i GTR.

Auch am Fahrzeug wurden nach den erheblichen Änderungen vor dem Rennen 2012 nur Feinheiten geändert. „Nach dem Ausfall durch einen Schaden am Differential im letzten Jahr, haben wir die offenbar vorhandene Schwachstelle ausgemerzt und sollten dieses Thema jetzt abhaken können. Darüber hinaus hat der 130i etwas abgespeckt und eine leichtere Kofferraumhaube bekommen“, erläuterte Patrick Rehs die Änderungen am Fahrzeug. Die Testfahrten, die das Team am 02. und 03. April durchführte, stimmten dann auch sehr zuversichtlich, dass die erfolgten Arbeiten erfolgreich waren und eine erneute Verbesserung des Einsatzfahrzeugs darstellen.

Mit nur noch vier gemeldeten Fahrzeugen ist die Klasse SP5, in der auch das REHSRACETEAM startet, dieses Jahr leider zahlenmäßig nur noch recht schwach besetzt. Allerdings sind mit den beiden unter der Bewerbung des MSC Rhön startenden Fahrzeugen dennoch zwei starke und erfahrene Teams in der Klasse unterwegs. Den Anschluss an diese beiden zu erreichen, gehört zur Zielsetzung des REHSRACETEAM für 2013. Oberstes Ziel ist aber das Erreichen der Zielflagge am 20.05.2013 um 17.00 Uhr. „Der Ausfall im letzten Jahr war doch recht schmerzlich“, merkte Sascha Rehs an. „Das ganze Team hat jetzt wieder ein Jahr hart gearbeitet um alles für das 24h-Rennen vorzubereiten, da wäre die erfolgreiche Zielankunft für alle der verdiente Lohn!“


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Rene Graff
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Beitrag von Rene Graff » Mo 27.Mai, 2013 16:06

Beschwerlicher Weg ins Ziel

Die Zielsetzung bei der vierten Teilnahme am legendären 24h-Rennen auf der Nordschleife, war für das REHSRACETEAM nach den Erfahrungen aus dem letzten Jahr recht eindeutig: ANKOMMEN! Und das möglichst problemfrei. Doch wie bekannt ist, kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.

Bereits vor der Abfahrt nach Nürburg mussten die ersten Hürden überwunden werden. Auf Grund eines Sterbefalls in der Familie, konnte Stammfahrer Konstantin Wolf (Unterschleißheim) nicht am Rennen teilnehmen. Mit Ralf Reinolsmann (Essen) konnte aber schnell und unbürokratisch Ersatz gefunden werden. Reinolsmann, der dieses Jahr eigentlich pausieren wollte, ist bereits zwei Jahre hintereinander auf dem BMW 130i GTR angetreten und war damit die optimale Ergänzung des Fahrerteams mit Patrick Rehs (Leipzig), Sascha Rehs (Bochum) und Michael Holz (Rödermark).

Als kleines Zwischenhoch für die Veranstaltung, verlief der Aufbau des Materials im Fahrerlager und in der Box genauso reibungslos, wie die technische Abnahme und die Prüfung der Papiere und Fahrerausrüstungen. Dies ließ Optimismus aufkommen, der aber schnell wieder eingebremst werden sollte. Grund dafür war das Eifelwetter, das sich direkt zum Beginn der Rennveranstaltungen von seiner herben Seite zeigte. Der Lauf der Rundstrecken Challenge Nürburgring (RCN) musste auf Grund starken Nebels abgesagt werden. Für die 24h-Teilnehmer bedeutete das schlechte Wetter ebenfalls erstmal banges Warten, denn eine Wetterbesserung ließ lange auf sich warten. Dennoch konnte das erste freie Training schließlich mit etwas Verzögerung gestartet werden.

Im freien Training konnte das Team dann nur wenige Runden zurücklegen, bevor ein Defekt der heizbaren Frontscheibe eintrat. Bedingt durch die ins Fahrzeug dringende Feuchtigkeit beschlug die Frontscheibe im Sichtfeld des Fahrers, was ein zu großes Sicherheitsrisiko darstellte. Dementsprechend brach das REHSRACETEAM das freie Training ab und tauschte für das erste Qualifikationstraining die Frontscheibe.

Um möglichst wenig Risiko zu gehen, sollten die Fahrer zunächst alle Ihre Pflichtrunden erfüllen. Die dann noch verbleibende Zeit sollte dann vor allem Michael Holz zu Gute kommen, der den BMW 130i GTR am wenigsten kannte. Zunächst konnten auch Ralf Reinolsmann und Sascha Rehs ihre Pflichtrunden absolvieren. Als dritter Fahrer ging dann Michael Holz ins Pflichtprogramm. In seiner zweiten gezeiteten Runde schlug das Schicksal aber bereits erneut zu. Ein Antriebswellenschaden führte zu einem Dreher, den Michael Holz trotz seiner ganzen Erfahrung nicht abfangen konnte. Und als ob das nicht genug war, ließ sich der Einser BMW am Streckenrand stehend auch nicht mehr vom Auto aus starten. Erst unter Zuhilfenahme der Sicherungsstaffel, konnte das Fahrzeug wieder zurück zur Box gebracht werden. Die Boxenmannschaft fand dann sehr schnell den Schaden an der Antriebswelle, die offensichtlich einen Materialfehler hatte, da sie erst kürzlich als Neuteil eingesetzt wurde und auch den Elektrikdefekt: Ein kleines Relais am Starter hatte den Dienst quittiert. Trotz des großartigen Einsatzes der Schraubermannschaft nahm das Team das Training nicht mehr auf und konzentrierte sich auf das zweite Qualifikationstraining am Samstag.

Das Training am Samstag verlief dann äußerst problemlos. Zunächst konnte Michael Holz seine zweite Pflichtrunde absolvieren, bevor er an Patrick Rehs übergab. Auch in seinen Pflichtrunden gab es keine Vorkommnisse, die das REHSRACETEAM betrafen. Nachdem Patrick Rehs zurück in der Box war, bekam Michael Holz nochmals die Gelegenheit, sich bei einigen weiteren Runden an das Auto zu gewöhnen. Das Pech hatte sich offensichtlich an diesem Tag andere Teilnehmer ausgesucht, denn es gab leider sehr viele Unfälle während des gesamten Trainings. Trotz der reduzierten Anzahl an gefahrenen Runden, reichte es am Ende für die zweitschnellste Zeit in der zusammengelegten Klasse SP4+SP5.

Der Rennsonntag stimmte alle Teammitglieder des REHSRACETEAM zunächst sehr optimistisch. Strahlender Sonnenschein über der Rennstrecke und die guten Erfahrungen aus dem zweiten Qualifikationstraining verbreiteten eine gute Grundstimmung. Eine kleine Überraschung hielt der Morgen dann für das REHSRACETEAM noch bereit: Auf Grund eines Regelverstoßes wurde das in der Klasse vor dem Team liegende Fahrzeug in der Startaufstellung zurückversetzt. Der BMW 130i GTR ging somit vom ersten Startplatz in der SP4+SP5 in die Startaufstellung. Das Wetter zeigte dann aber schnell an, dass es gar nicht vor hatte, weiterhin für gute Stimmung zu sorgen. Je näher die Startaufstellung rückte, desto bewölkter wurde es. Bei sämtlichen Teams startete das große Grübeln: Regenreifen oder Slicks? Das war wohl die meistdiskutierte Frage in diesem Moment. Zunächst sollte das Wetter aber noch halten und Michael Holz konnte sich zusammen mit der gesamten dritten Startgruppe auf den Weg ins Rennen machen.

Die Einführungsrunde läutet den Zeitpunkt ein, bei dem wohl bei allen Teammitgliedern die Anspannung am höchsten ist. Doch der nachfolgende Start verlief reibungslos und Michael Holz konnte sich sehr gut im Feld behaupten. Doch die Freude darüber sollte nicht lange währen. Bereits in der zweiten Runde kam es leider zu einem Zwischenfall, der vermeidbar gewesen wäre. In der Anfahrt zum Streckenabschnitt „Schwalbenschwanz“ lief die Gruppe, in der sich Michael Holz befand, auf ein verhältnismäßig langsam fahrendes Intervention Car der Streckensicherung auf, welches durch die Sportwarte entsprechend mit der weißen Flagge signalisiert wurde. In dem Moment, als Michael Holz den Wagen passieren wollte, stach ein Mitbewerber mit seinem Audi R8 in eine offensichtlich nicht vorhandene Lücke und versuchte sich unter Zuhilfenahme des Grünstreifens am BMW 130i GTR in voller Fahrt vorbeizupressen. Dabei fuhr er dem BMW des REHSRACETEAM auf die hintere rechte Ecke und beförderte ihn damit in die Leitplanke, wo der Wagen zunächst entgegen der Fahrtrichtung zum Stehen kam. Auf Grund der Enge an dieser Stelle, konnte Michael Holz den Wagen nicht wenden, da zu diesem Zeitpunkt nicht feststand, wie schwer die Beschädigungen waren und keine Gefährdung anderer Teilnehmer dadurch entstehen sollte. Die Gefährdung hatte im Vorfeld ja schon jemand anderes übernommen. Nachdem die Sicherungsstaffel den Wagen in eine Position geschleppt hatte, von der aus eine Rückfahrt auf die Strecke möglich war, machte sich Michael Holz mit dem Einser auf den Rückweg zur Box. Hier machte sich die Boxenmannschaft sofort ans Werk und verschaffte sich zunächst einen Überblick über den nicht unerheblichen Schaden.

Die hintere rechte Ecke war durch den Treffer des überholenden Fahrzeugs und den anschließenden Einschlag in die Leitplanke stark beschädigt und das Blech bis kurz vor den Tank eingedrückt. Zusätzlich waren Aufhängungs- und Fahrwerksteile beschädigt und die Anbauteile auf der rechten Fahrzeugseite und der Front erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Mit viel Einsatz, dem Einbau etlicher Ersatzteile und unter Verwendung unzähliger Meter Tape wurde der Wagen wieder fahrtauglich gemacht. Nach einer kurzen Einrollrunde über die Grand Prix Strecke mit anschließender Sichtprüfung in der Boxengasse, konnte nach der Reparaturpause Sascha Rehs das Rennen wieder aufnehmen.

Trotz der Reparatur im 24h-Stil konnte Sascha Rehs dann ordentlich im 24h-Feld mithalten. Doch es wäre ja zu einfach gewesen, wenn es einfach nur rund gelaufen wäre. In der achten Runde bemerkte Sascha Rehs stärker werdenden Leistungsverlust und musste sich in langsamer Fahrt an die Box retten. Hier diagnostizierte der Technikchef Markus Schaufuß schnell eine defekte Zündspule und tauschte das betroffene Teil aus. Mit wieder voller Leistung ging dann Patrick Rehs am Steuer des BMW 130i GTR wieder auf Zeitenjagd. Zunehmend verschlechternde Wetterbedingungen bremsten das gesamte Feld dann aber immer stärker ein. Kurz vor dem nächsten planmäßigen Fahrerwechsel wurde das Rennen dann von der Rennleitung auf Grund der schlechten Sichtverhältnisse unterbrochen. Diese Unterbrechung sollte dann bis zum frühen morgen anhalten. Erst kurz vor 8.00 Uhr morgens konnte das REHSRACETEAM dann Michael Holz im BMW 130i GTR wieder auf die Strecke schicken.

Im Gegensatz zum Startturn verlief der Einsatz von Michael holz nach dem Re-Start problemlos und er konnte sehr gute Rundenzeiten mit dem reparierten Einser fahren. Planmäßig konnte anschließend Ralf Reinolsmann den Wagen übernehmen und einen zunächst ebenfalls problemlosen Stint antreten. Wie der aufmerksame Leser schon gemerkt haben dürfte, hielt die Problemfreiheit nur bedingt. Kurz vor der planmäßigen Übergabe an Sascha Rehs, verlor der BMW erneut an Leistung. Vorgewarnt durch die bisherigen Erkenntnisse lag eine neue Zündspule schon bereit und konnte während des Boxenstopps getauscht werden, so dass sich der Zeitverlust noch in Grenzen hielt.

Sascha Rehs konnte somit mit vollem Tank, frischen Regenreifen und sechs funktionierenden Zündspulen wieder auf die Strecke fahren. Der Einser lief danach einwandfrei und die Funksprüche aus dem Wagen vermittelten, dass der Fahrer entsprechend viel Spaß hatte. Für den Schlussturn übernahm dann Patrick Rehs den BMW 130i GTR erneut von seinem Bruder. Damit die Zeit bis zur Zielflagge nicht ganz so langweilig für die Boxencrew wurde, entschied sich erneut eine Zündspule, den Dienst zu quittieren. Frei nach dem Motto: „Aller guten Dinge sind drei“, wurde diese routiniert gewechselt. Damit sollten dann aber auch die Probleme ein ende haben und die letzten Runden verliefen ohne weitere Zwischenfälle. Patrick Rehs konnte mit dem Einser aus eigener Kraft auf Position 119 im Gesamtklassement und auf dem fünften Platz in der Klasse die Ziellinie überfahren. Die Freude im REHSRACETEAM war in diesem Moment dennoch riesig und ein Großteil der Strapazen schon fast wieder vergessen. Aufmerksame Fans konnten im Vorbeigehen mithören, dass noch beim Ausräumen der Box die Gespräche schon auf die Vorplanungen für das 24h-Rennen 2014 schwenkten. Nach dem Rennen ist halt vor dem Rennen!

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