RIP Nordschleife?

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Markus Berndt
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RIP Nordschleife?

Beitrag von Markus Berndt » Sa 28.Mär, 2015 17:27

Erst einmal mein Beileid an die Angehörigen und Freunde des heute verstorbenen Zuschauers, der durch einen tragischen Unfall auf der Nordschleife im Bereich Flugplatz, ums Leben gekommen ist!


Ich weiß, dass einige jetzt denken, dass ich die Diskussion, um die Folgen dieses tragischen Unfalls, nun viel zu früh anstoße. Aber ich denke, dass es hier einige User gibt, die sich gerade ebenfalls ihre Gedanken über die Geschehnisse und die möglichen Folgen machen und diese gerne mitteilen möchten.

Die Nordschleife ist bereits angezählt gewesen und nun dürfte dieser Unfall heute der KO-Schlag gewesen sein.

Heißt für mich, langfristig wird der Rennbetrieb auf der Nordschleife eingestellt.

Vor allem deswegen, weil einige Leute nur auf diesen Tag gewartet haben. Das hört sich nicht schön an, ist aber aus meiner Sicht so. Man hat jetzt alle Trümpfe und Argumente in der Hand, der Nordschleife die Daseinsberechtigung zu nehmen. Und ich glaube nicht, dass in der momentan unübersichtlichen Gemengelage, jemand bereit ist mehr Geld in die Sicherheit der Nordschleife zu stecken und selbst, wenn doch so würde das, was danach passiert letztlich mit den gleichen Konsequenzen enden. Sprich, um die Ausgaben für mehr Sicherheit wieder einzunehmen, würden Gebühren und Preise so extrem steigen, dass das kaum noch jemand tragen möchte. Und, dass die Zuschauer dabei auch eine große Rolle spielen würden ist auch klar. Da ist nichts mehr mit für "Lau" zuschauen. Und da das Interesse an Motorsport in Deutschland immer mehr abnimmt, würde man dieser Entwicklung damit eine Bärendienst erweisen.

Die breite Öffentlichkeit interessiert sich schon lange nicht mehr für den Motorsport und damit auch nicht für den Nürburgring, das merkt man auch an der Berichterstattung heute. Den ganzen Nachmittag läuft die "Sportzeit" auf WDR2, ja der Radiosender aus Köln, der gerade mal 75 km vom Ring entfernt ist. Einziges Thema ist dort Fußball und (am Rande) ein wenig Eishockey und Sport in der Freizeit). Nicht ein Wort von Herrn Pistor zu den Vorkommnissen am Nürburgring. Wäre das Auto in die Zuschauerränge eines Fußballstadions geflogen, hätte das sicher zig Sondersendungen zur Folge gehabt. Ich glaube das sagt alles über den Zustand des Motor-"sports" in Deutschland.

Wie auch immer, Konsequenzen wird der heutige Tag haben.

Und am Anfang stehen da sicherlich die GT3 Fahrzeuge und ich bin mir nicht sicher ob man nun den Schritt geht, diese extrem einzubremsen. Denn dann macht ein GT3 Auto keinen Sinn mehr, weil man teuer und über Jahre entwickelte Fahrzeuge nicht einfach für eine Rennstrecke extrem zurückentwickelt. Das ist zumindest mein Gefühl, bei dieser Frage.

Der nächste Punkt wird der Zuschauerbereich der Nordschleife sein. Man wird wohl eher viele kritische Bereiche schließen, als dort etwas in die Sicherheit zu investieren. Was dann zur Folge hätte, dass sich andere Bereiche stark überfüllen und was das nächste Problem bezgl. Sicherheit mit sich bringen würde und damit auf Dauer generell weniger Zuschauer an der Strecke stehen.

Ich sehe im Zuge der generellen Entwicklungen rund um den Ring einen immer größer werdenden Sog, der alles mit sich reißt und nach dem heutigen Tag die Nordschleife dem endgültigen "Aus" näher bringt.

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Mike Frison
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Re: RIP Nordschleife?

Beitrag von Mike Frison » Sa 28.Mär, 2015 20:46

Markus Berndt hat geschrieben:Ich sehe im Zuge der generellen Entwicklungen rund um den Ring einen immer größer werdenden Sog, der alles mit sich reißt und nach dem heutigen Tag die Nordschleife dem endgültigen "Aus" näher bringt.
Das ist auch meine Befürchtung. Es sind inzwischen so viele Baustellen - das ist kaum zu schaffen.

Die breite Masse wird so argumentieren wie immer: erst heißt es "so schlimm ist es nicht" und später sagt man dann "jetzt kann man eh nichts mehr ändern".

Thomas Morper
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Beitrag von Thomas Morper » Sa 28.Mär, 2015 20:48

Das Ganze ist auf jeden Fall extrem tragisch. Mein Mitgefühl für alle Geschädigten.

Mein spontaner Gedanke als ich vorhin vom Unfall erfahren habe: Das kommt davon, wenn man Leute in einem GT3 auf die NS lässt, die ihr Popometer vor zwei Jahren noch an der Playstation trainiert haben. Einerseits alte Hasen zum NS-Führerschein trainig schicken, andererseits Leute die durch eine Marketing-Aktion von der Playstation in kurzer Zeit in so ein Cockpit kommen, das passt nicht zusammen.

Ich bin sehr gespannt, wie es nun weiter geht. Das sich da mit dem extremen GT3 Wettkampf "etwas zusammenbraut" hat man ja schon eine Weile befürchtet. Weiter wie bisher geht nicht, aber hat man den Mut auch einen Einschnitt zu machen, der für die VLN und die Sicherheit gut wäre, der den Werken aber weh tun würde?
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Dirk Fuhrmann
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Beitrag von Dirk Fuhrmann » Sa 28.Mär, 2015 22:22

Hat sich eigentlich mal einer das Video angesehen?
Was hatten die Leute zwischen den Zäunen zu suchen?
Warum standen nach dem Unfall an der Stelle wieder Zuschauer zwischen den Zäunen?
OK es war ein tragischer Unfall, aber der Zaun ist mit Sicherheit nicht zur Zierde. Er hat schon seinen Grund. Diese 2-3 Meter hätten vielleicht ein Leben retten können.

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Mike Frison
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Beitrag von Mike Frison » Sa 28.Mär, 2015 22:37

Thomas Morper hat geschrieben:Mein spontaner Gedanke als ich vorhin vom Unfall erfahren habe: Das kommt davon, wenn man Leute in einem GT3 auf die NS lässt, die ihr Popometer vor zwei Jahren noch an der Playstation trainiert haben.
Bitte nicht Jann Mardenborough unterschätzen - ist ein ganz großes Talent. Auch wenn er erst durch die Nissan Academy die Chance zum Rennfahren bekommen hat. Er hat in seiner jungen Karriere schon auf dem Le Mans Podest gestanden (LMP2) und ein GP3 Rennen gewonnen.

Bild

Da gehört schon was dazu und das ist für ihn jetzt auch eine schwere Zeit.

(Edit: GP3 Rennen gewonnen - nicht GP2)
Zuletzt geändert von Mike Frison am So 29.Mär, 2015 11:17, insgesamt 1-mal geändert.

Volker Vetter
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Beitrag von Volker Vetter » Sa 28.Mär, 2015 23:20

Ja die Frage stelle ich mir gerade auch. Ich denke der andere Zaun stand nicht nur zur Zierde Rum.
Der Nissan ist ja leider auch nicht das Erste Auto das in Richtung Zuschauern fliegt. (1993 Elen Lohr).
Aber Irgendwas musste ja mal passieren. Das ständige GT3 Wettrüsten der letzten Jahre hat nun leider ein unschuldiges Opfer gefordert.

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Gerrit Bisping
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Beitrag von Gerrit Bisping » So 29.Mär, 2015 8:40

Mein erster Gedanke gestern, als bei Instagram die ersten Bilder zu sehen waren... Hey, wieso stehen die alle "zwischen" den Zäunen? Der Zuchauerbereich ist doch hinter dem zweiten Zaun... Egal, auch wenn es geklärt wird, das bringt das Leben des Zuschauers nicht zurück und wird auch sicherlich in den Medien nicht so propagiert... "sie" werden jetzt weiterhin alles unternehmen um uns unsere Nordachleife weiter zusammenzustreichen

Dirk Stallmann
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Beitrag von Dirk Stallmann » So 29.Mär, 2015 9:55

Das ganze hat ja mehrere Komponenten.

Wir saßen bei Pommes im alten Fahrerlager als es passierte. Wir haben uns angesehen und sagten wie aus einem Mund...."bestimmt der Nissan". Ich frag mich, wenn alle wissen das das "Ding" am Flugplatz Probleme macht, wieso weiß der Fahrer das nicht, oder ignoriert das ???

Nordschleifen Permit:

Wieso gibt es die Möglichkeit, dass man egal wieviel Profi man ist, direkt auf nem GT3 in den Rennbetrieb einsteigt. In dem Fall brauch ich die Permit nicht.
Beim DMSB Lehrgang im März, ist der Fahrer wohl nicht durch übermäßigen Respekt vor der Strecke aufgefallen "sagen beiwohnende des Lehrgangs".

Nichts desto trotz hat der Fahrer nur "seinen Job" gemacht und weißt seit Jahre (4) nach das er diesen in der Regel beherrscht.

Rennstrecke:

Wenn man an der Stelle über Sicherheit und zu schnelle gt3 auf der Nordschleife diskutieren möchte, bitte. ABER dann lasst uns die fia-lizensierte f1 Strecke von Spa gleich mit abschließen. Da ist allein bei den letzten 2 24h rennen mit den gt3 deutlich mehr passiert.

Zuschauer:

Der Zuschauer will möglichst nah dran sein. Das ist ein Bestandteil der Faszination Motorsport. diesmal leider "mal wieder" zu nah. Diese Art von Unglück gibt es leider nicht das erste mal im Motorsport.

Ralf Waldmann hat mal gesagt "Motorsport is dangerous das steht schon auf der Eintrittskarte."

Man kann sicherlich nicht die schlimmste aller unglücklichen Konstellationen berechnen, aber....... Der Mix aus Technik Umgebung Zuschauerplatz oder eben nicht, Wind und so weiter und sofort.........

Meine Wünsche und Gedanken sind bei allen, denen gestern Leid erfahren ist.

mfg,

Dirk

Thomas Morper
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Beitrag von Thomas Morper » So 29.Mär, 2015 10:31

Volker Vetter hat geschrieben:Aber Irgendwas musste ja mal passieren. Das ständige GT3 Wettrüsten der letzten Jahre hat nun leider ein unschuldiges Opfer gefordert.
Sehe ich auch so. Und wenn ich den neuen R8 anschaue bekommt die Aerodynamik da eine immer größere Rolle. Diese Entwicklung finde ich nicht gut.
Mike Frison hat geschrieben: Bitte nicht Jann Mardenborough unterschätzen - ist ein ganz großes Talent. Auch wenn er erst durch die Nissan Academy die Chance zum Rennfahren bekommen hat. Er hat in seiner jungen Karriere schon auf dem Le Mans Podest gestanden (LMP2) und ein GP2 Rennen gewonnen.
Ich will ihm nicht das TALENT absprechen. Aber gerade zur BEHERRSCHUNG des Autos im GRENZBEREICH gehört eben neben viel Talent auch unbedingt viel ERFAHRUNG dazu. Und diese spreche ich ihm ganz klar ab und dazu stehe ich.
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Beitrag von Thomas Morper » So 29.Mär, 2015 10:33

Dirk Stallmann hat geschrieben: Nordschleifen Permit:

Wieso gibt es die Möglichkeit, dass man egal wieviel Profi man ist, direkt auf nem GT3 in den Rennbetrieb einsteigt. In dem Fall brauch ich die Permit nicht.
Da stimme ich 100% zu. Das führt den NS-Permit der in dieser Saison eingeführt wurde komplett ad absurdum.
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Andreas Singe
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Beitrag von Andreas Singe » So 29.Mär, 2015 10:48

Thomas Morper hat geschrieben:
Dirk Stallmann hat geschrieben: Nordschleifen Permit:

Wieso gibt es die Möglichkeit, dass man egal wieviel Profi man ist, direkt auf nem GT3 in den Rennbetrieb einsteigt. In dem Fall brauch ich die Permit nicht.
Da stimme ich 100% zu. Das führt den NS-Permit der in dieser Saison eingeführt wurde komplett ad absurdum.
Diese Meinung möche ich auch tatkräftig unterstützen.

Aber auch gleichzeitig zu bedenken geben, dieser arme Kerl hat mit dieser Aktion ein Menschenleben auf dem Gewissen und andere verletzt!!

Sollten sich doch die Verantwortlichen im Team überlegen ob die Idee das Auto mit diesem Fahrer zu besetzen so gut war ! ? !

Thomas Morper
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Beitrag von Thomas Morper » So 29.Mär, 2015 11:14

Andreas Singe hat geschrieben: Sollten sich doch die Verantwortlichen im Team überlegen ob die Idee das Auto mit diesem Fahrer zu besetzen so gut war ! ? !
Zumal das Thema eh schon kritisch gesehen wurde, z. B. hier:
http://www.speedweek.com/fiawec/news/72 ... amage.html
Aus dem ohnehin kurios kombinierten Fahrerkader haben fünf von neun (!) Fahrern (Mardenborough, Buncombe, Ordonez, Matsuda, Tincknell) noch kein Rennen in einem LMP1 gefahren. Drei der Nissan-LMP1-Piloten (Buncombe/Matsuda/Chilton) sind noch Le-Mans-Rookies. Hoffentlich geht das alles gut.

Nico Kowalski
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Beitrag von Nico Kowalski » So 29.Mär, 2015 11:42

Was wird hier diskutiert?

Es steht nicht fest warum der Nissan so abgeflogen ist. Es ist unklar, ob das Fahrzeug nicht vorher schon einen Schaden hatte.
Leute, bleibt auf dem Teppich, sucht nicht jetzt schon nach einem Schuldigen, vor allem nicht beim Fahrer. Der muss damit klarkommen, dass ein Mensch durch ihn das Leben verloren hat!!

Als erstes sind alle Beteiligten und Angehörigen zu unterstützen.

Dann muss geklärt werden warum es zu diesem Unfall gekommen ist.
Danach kann man sich über Konsequenzen Gedanken machen.
Es wird wohl keinen Lehrgang geben bei dem gesagt wird, dass man mit einem GT3 über Zäune fliegen kann.

Bei Winkelhocks Unfall mit F2 an gleicher Stelle hätte sowas auch passieren können. Es war großes Glück, dass nicht mehr passiert ist.

Ich bin sehr dafür, dass das Gutachten abgewartet wird und man sich danach überlegt, was gemacht wird.

Jens Polzin
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Beitrag von Jens Polzin » So 29.Mär, 2015 11:58

Finde die Diskussion auch zu früh.

Fakt ist aber auch das die Rundenzeiten zu schnell werden, auch ein Cup Porsche fährt mittlerweile schon 8.20!

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Mike Frison
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Beitrag von Mike Frison » So 29.Mär, 2015 12:01

Die Spirale ist überdreht meiner Meinung nach. Man muss sich mal überlegen, dass es die GT3 auf der Nordschleife (als SP9) erst seit 2009 gibt. Das ist noch nicht so lange her.

Damals hat man sich dem Druck gebeugt, der vom ADAC Nordrhein erzeugt wurde. Auf der einen Seite hat man sich möglichst viele Hersteller erhofft, die dann mit Werksteams antreten und sich vom Veranstalter viel besser melken lassen (VIP Zonen, Sponoring z.B. Audi-Brücken, Werbung, etc.).

Auf der anderen Seite hat man auch dem Druck der Hersteller nachgegeben, die für ihre GT3 einen Käufermarkt haben wollten, damit sie den Motorsport als Profitcenter aufziehen können. Vom Renn-R8 z.B. sind um die 150 (!) Autos verkauft worden.

Hat alles prächtig funktioniert, die SP Klassen wurden ausgerottet, damit die GT3 auch brav Gesamtsiege fahren und alle haben sich die Hände gerieben.

Dabei wurden aber die Risiken außer Acht gelassen. Das Reglement und die Homologation der GT3 hat man nämlich nicht mehr unter Kontrolle, aber was immer auch an GT3 zugelassen wird, darf dann auf die Nordschleife. Ursprünglich waren die GT3 mal als kostengünstig angedacht - preislich in der Größenordnung eines Cup Porsche. Das ist heute eher das 3-fache.

Und - Überraschung! - die GT3 wurden technisch weiterentwickelt. Sie mussten zwangsläufig irgendwann aus den Möglichkeiten der Nordschleife herauswachsen. Auf einer Rundstrecke, die auch Formel 1 tauglich ist, ist das alles kein Problem. Aber bei der Nordschleife ist die Luft nach oben aber sehr dünn.

Und somit hat man mit dem ursprünglichen Gedanken zwar an vielen Stellen viel Geld verdient, die Nordschleife aber auch in große Gefahr gebracht. Jetzt prallen moderner Werkssport und antike Strecke mit voller Wucht aufeinander - die Folgen sind noch gar nicht abzusehen. Da ist alles möglich: von Sperrung der Nordschleife über Absage 24h-Rennen bis Ausschluß von Zuschauern.

Denkt mal ein paar Wochen weiter zum 24h-Rennen, wenn um die 40.000 Besucher die Strecke bevölkern (vergesst die "200.000" Zuschauerlüge - dann sähe es nochmal komplett anders aus). Wie will man denn da auf die Schnelle Gebiete abregeln?

Eine Frage möchte ich aber noch in den Raum werfen: der Technikkommission sind doch immer alle Daten aus den Fahrzeugen bekannt - hat man die Gefahr der Unterluft nicht vorher erkennen können? Die Bilder von mehreren Autos waren eindeutig: der GTR, SLS, Aston Martin - alle mit Riesen-Wheelie über die Kuppe.

Ich fand das ja auch immer spektakulär - mit dem Motorrad geht das ähnlich. Nur da geht man dann leicht vom Gas, wenn man den Wheelie beenden möchte. Beim Unterboden-Auto hat man gesehen: das verliert den Bodenkontakt und wenn sich genug Luftpolster bildet fliegt es unkontrollierbar durch die Luft.

Die Zeiten, die heutzutage gefahren werden, entsprechen in etwa schon denen des 1000km Rennens 1983, bei dem Bellof im Training 6:11 gefahren ist. Das war eine Ausnahmezeit. Bei Rudi kann man lesen, dass selbst im Quali die anderen eher so 6:30 bis 7:00 Min. gefahren sind.

http://www.i-t-d.net/Fahrer/Stefan_Bell ... ing_83.php

Zieht man grob 1:30 für GP-Strecke ab, dann sieht man, dass die GT3 das 1000km Rennen ordentlich aufgemischt hätten, denn die sind heute alle in der Lage 8:00 Min. zu fahren.

Damals hat Bellof das Rennen auch mit Unterluft-Abflug beendet - da schließt sich der Kreis.

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