RIP Nordschleife?

Informationen und Hintergründe.
Rob Semmeling
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Beitrag von Rob Semmeling » So 29.Mär, 2015 12:10

Thomas Morper hat geschrieben: Mein spontaner Gedanke als ich vorhin vom Unfall erfahren habe: Das kommt davon, wenn man Leute in einem GT3 auf die NS lässt, die ihr Popometer vor zwei Jahren noch an der Playstation trainiert haben.
Was für eine blöde Bemerkung. Hast Du die Bilder gesehen ? Das hat mit einem Fahrfehler nichts zu tun und mit Playstation schon gar nichts. Leute wie Mardenborough, Ordóñez und co sind nicht Rennfahrer, weil sie ein Spielkonsolewettbewerb gewonnen haben, sondern weil sie echtes Talent besitzen. Und bitte Fakten prüfen: Mardenborough ist schon seit 4 Jahren Rennfahrer (und das übrigens recht erfolgreich).

Das Problem mit dem Abheben der GT3 Fahrzeuge spielt schon seit Jahren, mit Nissan aber auch mit den Mercedes und Audis (und genauso der neue SCG 003, wie man auf YouTube sehen kann). Bisher ist es immer gutgegangen, gestern passierte der Supergau. Das kann man Veranstalter und Herstellern wesentlich mehr anrechnen als die Fahrer.

Auf dem Slovakiaring gab es auch eine Kuppe wo sich ein GT3 Auto überschlagen hat (Link: www.youtube.com/watch?v=rFFJ-ns8o1Q) - da hat man Konsequenzen gezieht und die Kuppe abgeflacht.

Am Nürburgring hat man nichts gemacht - nicht mit den Autos und nicht mit der Strecke - obwohl das Problem schon seit Jahren bekannt war und die Autos immer schneller geworden sind. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis es schiefgehen würde.

Martin Korth
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Beitrag von Martin Korth » So 29.Mär, 2015 12:29

Ich bin immer noch schockiert.
Da ich nicht vor Ort war, habe ich nachdem die ersten Meldungen rum gingen nach Informationen gesucht und dann das allseits bekannte Video gefunden. Auch ich hab im ersten Moment gedacht, was machen die Zuschauer da zwischen den Zäunen. Bei weiterem Suchen habe ich dann aber auch Fotos gefunden (ich glaube beim ZDF) die zeigen, dass auch der zweite Zaun auf einer Länge von rund 8 Metern niedergewalzt war. Insofern relativiert sich die im Raume stehende Frage, ob die Zuschauer selber für ihr Schicksal verantwortlich waren.

Grundsätzlich muss und wird man sich aber auch die Frage stellen müssen, wie sicher die Nordschleife ist und wie kompatibel die darauf stattfindenden Rennserien sind.
Vor der FIA-Zaun Zeit bin ich an den VLN Wochenende immer mit der Kamera an der Nordschleife gewesen. Und oft genug habe ich sie auch umrundet. Dabei kann man schnell feststellen, dass es Bereiche gibt, die sich nach gesundem Menschenverstand aus Sicherheitsgründen eigentlich als Zuschauerbereich verbieten. Und eben diese Stelle ist eine davon.
Dann muss man auch das Bewusstsein der Zuschauer stärken selber für die eigenen Sicherheit zu sorgen, es gibt eben diesen FIA-Zaun und zusätzlich auch den alten Zuschauerzaun, der immer noch als vorderste Linie gilt. In diesem Fall gaukelt der FIA-Zaun eine nicht vorhandene Sicherheit vor.
Und darüber hinaus muss man auch das alte Thema der richtigen Anbringung des Zaunes wieder ausgraben, das ist bis heute nicht geklärt. Meiner Meinung nach gehört der Zaun direkt an die Strecke.
Auch die Rennserien müssen diskutiert werden. Es war meiner Meinung nach ein Fehler, aufzurüsten und immer potentere Fahrzeuge anzulocken und gleichzeitig die kleineren Klassen auszugrenzen. Nicht nur, dass das dem Breitensportgedanken wiederspricht, man zieht auch höhere Risiken an. Wie sich nun deutlich zeigt.
Und am Fahrerpersonal herumzudoktern bringt auch nicht viel. Ja, die Nordschleife braucht Erfahrung, nur schützt die nicht vor solchen Unfällen. Ich kann da immer nur an den Bellof-Unfall im Pflanzgarten erinnern. Solche Dinge passieren auch mit viel Erfahrung wenn man zu viel will.
An eine kurzfristige Schließung der Nordschleife glaube ich aber nicht.
Man wird eher die öffentliche Zugänglichkeit beschränken und Zuschauerareale ausweisen, auf denen man dann auch kassieren kann.
Was den Rennbetrieb angeht, so sehe ich da eher schwarz für die VLN. Man müsste eine 180 Grad Kehrtwende machen um in ein sicheres Fenster zu kommen. Nur wohin? Der Unterbau ist weg, wenn man den Oberbau kappt, dann bleibt da nicht viel. Ich glaube, die VLN hat sich am Samstag selbst den ersten Sargnagel eingeschlagen.

Ich hoffe mal, dass ich unrecht habe.

Lutz Goerke
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Beitrag von Lutz Goerke » So 29.Mär, 2015 12:51

Rob Semmeling hat geschrieben:Da war es nur eine Frage der Zeit, bis es schiefgehen würde.
Sehe ich ähnlich - hier ging es 2013 gerade nochmal gut...

https://www.youtube.com/watch?v=7chVNbiSV7k

Ich finde auch nicht ok Fahrer mit "der hat jemanden auf dem Gewissen" zu bashen. Könnte mir vorstellen, dass auch alte Hasen mit so einem giftigen extrem schnellen Nissan GT3 (kaum noch langsamer als die Gruppe C?) und wechselndem, starkem Wind an dieser Stelle in die Unterluftproblematik kommen können...

Außerderm sollte man den Aspekt *warum* der Wagen überhaupt in die Zuschauer fliegen konnte nicht vergessen...

Marc Hennerici schrieb auf Facebook dazu:

-snip-

Das ein GT3 ein Backflip am Flugplatz macht ist absolut inakzeptabel und muss verhindert werden. Dennoch frage ich mich, warum niemand, weder die vielen Experten auf fb, noch die komplette Medienwelt die wahren Ursache für die Katastrophe von gestern benennt.

1. Der Wagen ist nicht durch die Unterluft über den FIA Zaun geflogen.

2. Man hat in den letzten Jahrzehnten im Motorsport erkannt, dass Reifenpakete oftmals negative Auswirkungen haben, da die Energie wieder unkontrolliert abgegeben wird, wie auch im gestrigen Fall. Hier wurde das Auto erst nach dem Einschlag in die Reifenpakete nach oben über den Zaun katapultiert und hätte genauso auch ohne den vorherigen Backflip geschehen können.

3. Der stumpfe Winkel der Leitplanke im hinteren Bereich des Flugplatzes ist gefährlich. Auch hier hat man in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass eine Leitplanke, die zwar nahe an der Strecke entlang führt zwar weniger Spielraum lässt, dafür jedoch die Autos im Fall eines Einschlags besser führen. Am Schwedenkreuz wurde in diesem Sinne vor einigen Jahren die Führung der Leitplanken angepasst, um stumpfe Einschlagswinkel zu verhindern.

Daher sollten aus dieser schrecklichen Tragödie, die mich unendlich traurig macht, die richtigen Schlüsse gezigen werden um zukünftige Unfälle solcher Art zu verhindern.

(...)

-snap-

Thomas Morper
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Beitrag von Thomas Morper » So 29.Mär, 2015 15:09

Dirk Stallmann hat geschrieben:Beim DMSB Lehrgang im März, ist der Fahrer wohl nicht durch übermäßigen Respekt vor der Strecke aufgefallen "sagen beiwohnende des Lehrgangs".
Wenn das so stimmt stellt sich aber auch die Frage, warum er den Lehrgang bestanden hat.
Alles rund um Rennsportmodelle im Maßstab 1/43 -> http://www.1zu43.net

Thomas Morper
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Beitrag von Thomas Morper » So 29.Mär, 2015 15:18

Mike Frison hat geschrieben:Damals hat man sich dem Druck gebeugt, der vom ADAC Nordrhein erzeugt wurde. Auf der einen Seite hat man sich möglichst viele Hersteller erhofft, die dann mit Werksteams antreten und sich vom Veranstalter viel besser melken lassen (VIP Zonen, Sponoring z.B. Audi-Brücken, Werbung, etc.).
Und gerade deswegen fürchte ich, dass nun auch nur halbherzig gehandelt wird.
Dabei wurden aber die Risiken außer Acht gelassen. Das Reglement und die Homologation der GT3 hat man nämlich nicht mehr unter Kontrolle, aber was immer auch an GT3 zugelassen wird, darf dann auf die Nordschleife. Ursprünglich waren die GT3 mal als kostengünstig angedacht - preislich in der Größenordnung eines Cup Porsche. Das ist heute eher das 3-fache.
Anfangs waren es ja nicht nur preislich Autos auf GT3 Cuo Niveau. Auch sportlich! Im ersten Jahr GT Masters waren ganz normale GT3 Cup am Start, und per BoP Einstufungsfahrten wurden alle Autos auf dieses Niveau gebracht. Dann kam der GT3 Cup S, GT3 R, GT3 R Breitbau und so weiter. Und wo stehen wir jetzt? Man muss sich nur die Bilder des neuen R8 LMS anschauen um zu sehen, wie viel Bedeutung die Aerodynamik gewonnen hat. Leider hat sich die FIA das Thema BoP von den Herstellern auch komplett aus der Hand nehmen lassen. Das ein Hersteller wie damals Reiter einen Performance Kit nicht homologiert bekommt mit der Begründung, das Auto sei schnell genug - heute wohl undenkbar.
Eine Frage möchte ich aber noch in den Raum werfen: der Technikkommission sind doch immer alle Daten aus den Fahrzeugen bekannt - hat man die Gefahr der Unterluft nicht vorher erkennen können? Die Bilder von mehreren Autos waren eindeutig: der GTR, SLS, Aston Martin - alle mit Riesen-Wheelie über die Kuppe.
Es ist doch wie überall: Reagiert, vor allem wenn es unbequem ist weil man den Leuten auf den Fuß treten müsste, deren Häppchen man gerade verspeist, wird immer erst, wenn etwas passiert ist.
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Beitrag von Thomas Morper » So 29.Mär, 2015 16:21

Fahrzeuge der Klassen SP7, SP8, SP9, SP10 und SP-X sind bei DMSB-genehmigten Veranstaltungen auf der Nordschleife des Nürburgrings bis auf weiteres nicht mehr startberechtigt.
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Bernd Steinbeck
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Beitrag von Bernd Steinbeck » So 29.Mär, 2015 16:45


Werner Röder
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Zuschauerzaun

Beitrag von Werner Röder » So 29.Mär, 2015 17:26

Ich schreibe ja in der Regel wenig muss mich hier aber mal zu wort melden. Erstmal mein Beileid den Angehörigen und Gute Besserung den Verletzten.

Der zweite Zaun ist der alte Zuschauerzaun und wird seit Jahren nicht mehr instantgesetzt bzw erneuert, also wenn es eine Linie für den Zuschauer sein sollte dann bitte anders und jetzt einem Zuschauer vorzuwerfen das er vor einem verrostetem oder niedergetrampelten Zaun sitzt ( Wird unteranderem auch im Social Network behauptet), finde das ich unterste Schublade.

Zum Thema Unterluft ( Wenn es die Unfallursache war), kann ich nur sagen das viele dort in der Luft sind und es gibt nicht nur die eine Stelle wo die Fahrzeuge mit Unterluft zu kämpfen haben.

Gruß Werner

Klaus Sack
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Beitrag von Klaus Sack » Mi 01.Apr, 2015 18:57

Auf vln.de findet sich die folgende Meldung...

DMSB lädt zum „runden Tisch” zur Nordschleife ein

Das DMSB-Präsidium hat auf einer Sondersitzung den vorläufigen Entzug der Streckenlizenz für die Nürburgring-Nordschleife für einige Fahrzeugklassen grundsätzlich bestätigt und zugleich Präzisierungen vorgenommen. Nach einem schweren Unfall im Bereich Flugplatz, in dessen Folge ein Zuschauer tödlich verletzt worden war, sind die Fahrzeugklassen SP7, SP8, SP8T, SP9, SP-Pro, SP-X sowie Cup-2, die GT-Klassen der H4, die E1-XP1, E1-XP2 und E1-XP Hybrid bis auf Weiteres nicht mehr bei DMSB-genehmigten Veranstaltungen auf der Nordschleife startberechtigt. Die seriennahe Klasse SP10 ist hingegen ab sofort wieder zugelassen.

Derzeit arbeitet der DMSB an der Analyse des Unfallhergangs. Dazu werden die Daten aller der Charakteristik des Unfallfahrzeugs ähnlichen Fahrzeuge untersucht. „Ziel ist es dabei, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, die sicheren und fairen Motorsport auf der Nordschleife auch in Zukunft ermöglichen. Dabei wird es keine Denkverbote geben”, erklärt DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck. „Wir setzen uns schon in der nächsten Woche mit allen Beteiligten an einen Tisch, um zu klären, welche Voraussetzungen für einen für alle Beteiligten sicheren Rennbetrieb notwendig sind. Rennstrecke, Zuschauerplätze, Fahrzeuge, sportliches Reglement: Alles kommt auf den Prüfstand, wobei wir kurzfristige Lösungen für die nächsten Wochen ebenso diskutieren werden wie langfristige, die den Sport auf dieser weltweit einzigartigen Rennstrecke auch in zehn und zwanzig Jahren noch ermöglichen sollen.” An diesem für den kommenden Dienstag (7. April) geplanten „runden Tisch”, werden neben DMSB-Experten für Sicherheit und Technik erfahrene Profirennfahrer und Breitensportler ebenso teilnehmen wie Vertreter der beteiligten Automobilhersteller, der Rennstreckenbetreiber sowie Vertreter der Veranstalter von VLN und 24h-Rennen.

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Selber fehlen mir derzeit einfach die Worte, um meine Gedanken nach dem furchtbaren Vorfall vom Wochenende zu formulieren. Daher schweige ich in stillem Gedenken für das tödlich verletzte Unfallopfer.

Gruß
Klaus

Günther Rösch
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Beitrag von Günther Rösch » Di 07.Apr, 2015 15:43

DMSB beschließt Sicherheitsmaßnahmen für Nordschleife

Das Präsidium des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) hat auf einer Sondersitzung umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für die Nürburgring-Nordschleife beschlossen. „Dazu gehören Leistungsreduktionen für einige Fahrzeugklassen ebenso wie eine Art 'Tempolimit' in bestimmten Streckenabschnitten”, erklärte DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck. „Außerdem sind einige Zuschauerbereiche vorerst nicht im gewohnten Umfang zugänglich.” Damit soll ein sicherer Rennbetrieb gewährleistet werden, bis die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach dem tödlichen Unfall am letzten März-Wochenende abgeschlossen und weitere DMSB-eigene Untersuchungen erfolgt sind. Vor der Entscheidung des DMSB-Präsidiums hatte eine Expertenrunde aus Vertretern des Rennstreckenbetreibers, der Automobilhersteller, von Profirennfahrern und Breitensportlern, der Veranstalter sowie DMSB-Sicherheits- und Technikexperten in Frankfurt getagt, um Lösungsvorschläge zu erarbeiten. „Alle Beteiligten waren sich einig, dass das alles getan werden muss, um Unfälle, bei denen Zuschauer zu schaden kommen können, zu verhindern”, so Stuck. „Nun haben wir Maßnahmen beschlossen, die kurzfristig den Rennbetrieb wieder erlauben – wenn auch im eingeschränkten Umfang. Gleichzeitig setzt der DMSB eine Expertenkommission ein, die mittelfristige Lösungen erarbeiten soll, die dann möglichst unmittelbar nach der Rennsaison umgesetzt werden sollen. Dazu könnten umfassende Reglementänderungen ebenso gehören wie eventuelle Baumaßnahmen.”

Im Einzelnen sind zur sofortigen Umsetzung folgende Maßnahmen vorgesehen: Die Fahrzeuge der Top-Klassen werden eingebremst, indem die Motorleistung um fünf Prozent reduziert wird. Um ein gefährliches Abheben zu verhindern, muss die Geschwindigkeit an den kritischen Streckenabschnitten Flugplatz, Schwedenkreuz und Antoniusbuche reduziert werden. Dies erfolgt, indem jeweils einige Hundert Meter vor diesen Streckenabschnitten eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h gilt (auf der Döttinger Höhe von 250 km/h). Diese wird – ähnlich wie bei Warnsignalen durch die 'gelbe Flagge' – per GPS kontrolliert und bei Verstößen mit drastischen Strafen belegt. Nach Passieren der Tempo-Zone darf wieder beschleunigt werden, so dass die Fahrzeuge mit ihrer individuellen Geschwindigkeit die kritischen Bereiche befahren. Da die Beschleunigung vermindert wird, erreichen die Fahrzeuge die Streckenabschnitte Flugplatz, Schwedenkreuz und Antoniusbuche mit deutlich geringerer Geschwindigkeit, als bisher. Gleichzeitig wird ein plötzliches Bremsen ausgeschlossen.

Daneben werden in den Streckenabschnitten Flugplatz, Schwedenkreuz, Metzgesfeld und Pflanzgarten einige Teile des Zuschauerbereichs vorerst nur eingeschränkt zugänglich sein, bis bauliche Veränderungen den Zugang zu diesen Bereichen wieder ermöglichen. Das vorläufige Verbot für die bislang ausgesetzten Fahrzeugklassen SP7, SP8, SP8T, SP9, SP-Pro, SP-X sowie Cup-2, die GT-Klassen der H4, die E1-XP1, E1-XP2 und E1-XP Hybrid auf der Nürburgring-Nordschleife an DMSB-genehmigten Rennveranstaltungen teilzunehmen, wurde aufgehoben.

„Mit dem beschlossenen Maßnahmenpaket können die in den nächsten Wochen auf der Nordschleife geplanten Veranstaltungen zunächst stattfinden. Gleichzeitig wird der DMSB den Rennbetrieb ganz besonders im Blick behalten und in einer Expertenkommission nach geeigneten Maßnahmen suchen, die sicheren und fairen Motorsport auf der Nordschleife auch in den kommenden Jahren ermöglichen sollen”, so Hans-Joachim Stuck.

Marc Dorow
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Beitrag von Marc Dorow » Di 07.Apr, 2015 17:32

was soll man davon halten? Rennstrecke mit geschwindigkeitsbegrenzung :-D "eventuelle Bauliche Maßnahmen" das finde ich gefährlich. In Zuschauerbereichen ok, da kann evtl optimiert werden, aber an dem Kulturgut NS anzusetzen und stellen wie am flugplatz einebnen oder ähnlich wäre für mich wieder einer der schlimmst anzunehmenden fälle. wäre dann wieder was für das berühmte "und es kam noch schlimmer"

Thomas Morper
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Beitrag von Thomas Morper » Di 07.Apr, 2015 18:20

Wie erwartet gab es nur winzige Alibi-Maßnähmchen und keine richtige Maßnahme.

Tempolimit 200 / 250 an 4 Stellen und lächerliche 5% weniger Motorleistung. Kein Wort zur Aerodynamik.

M. E. hätten es mindestens 10%, eher 20% weniger Motorleistung werden müssen und dazu spätestens zur Saisonmitte eine Kappung der Aerodynamik, insbesondere der Splitter. Womit ich die GT3 nicht verbannen will sondern einfach 5 Jahre zurück gehen. Mal zur Verdeutlichung, die R8 LMS Front 2009 vs. 2014 (exemplarisch am Audi, gilt aber ja an sich für alle GT3):

Bild

In LM hat man nach den '99er Saltos die vorderen Überhänge gekappt, und genau das gleiche wäre hier in Form der Splitter angebracht.

Es soll mir jetzt bitte keiner damit kommen, dass das die Show spürbar beeinflussen würde.

Peter Beckers
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...und das soll effektiv was bewirken????

Beitrag von Peter Beckers » Di 07.Apr, 2015 19:00

Günther Rösch hat geschrieben:DMSB beschließt Sicherheitsmaßnahmen für Nordschleife

Das Präsidium des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) hat auf einer Sondersitzung umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für die Nürburgring-Nordschleife beschlossen. „Dazu gehören Leistungsreduktionen für einige Fahrzeugklassen ebenso wie eine Art 'Tempolimit' in bestimmten Streckenabschnitten”, erklärte DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck. „Außerdem sind einige Zuschauerbereiche vorerst nicht im gewohnten Umfang zugänglich.” Damit soll ein sicherer Rennbetrieb gewährleistet werden, bis die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach dem tödlichen Unfall am letzten März-Wochenende abgeschlossen und weitere DMSB-eigene Untersuchungen erfolgt sind. Vor der Entscheidung des DMSB-Präsidiums hatte eine Expertenrunde aus Vertretern des Rennstreckenbetreibers, der Automobilhersteller, von Profirennfahrern und Breitensportlern, der Veranstalter sowie DMSB-Sicherheits- und Technikexperten in Frankfurt getagt, um Lösungsvorschläge zu erarbeiten. „Alle Beteiligten waren sich einig, dass das alles getan werden muss, um Unfälle, bei denen Zuschauer zu schaden kommen können, zu verhindern”, so Stuck. „Nun haben wir Maßnahmen beschlossen, die kurzfristig den Rennbetrieb wieder erlauben – wenn auch im eingeschränkten Umfang. Gleichzeitig setzt der DMSB eine Expertenkommission ein, die mittelfristige Lösungen erarbeiten soll, die dann möglichst unmittelbar nach der Rennsaison umgesetzt werden sollen. Dazu könnten umfassende Reglementänderungen ebenso gehören wie eventuelle Baumaßnahmen.”

Im Einzelnen sind zur sofortigen Umsetzung folgende Maßnahmen vorgesehen: Die Fahrzeuge der Top-Klassen werden eingebremst, indem die Motorleistung um fünf Prozent reduziert wird. Um ein gefährliches Abheben zu verhindern, muss die Geschwindigkeit an den kritischen Streckenabschnitten Flugplatz, Schwedenkreuz und Antoniusbuche reduziert werden. Dies erfolgt, indem jeweils einige Hundert Meter vor diesen Streckenabschnitten eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h gilt (auf der Döttinger Höhe von 250 km/h). Diese wird – ähnlich wie bei Warnsignalen durch die 'gelbe Flagge' – per GPS kontrolliert und bei Verstößen mit drastischen Strafen belegt. Nach Passieren der Tempo-Zone darf wieder beschleunigt werden, so dass die Fahrzeuge mit ihrer individuellen Geschwindigkeit die kritischen Bereiche befahren. Da die Beschleunigung vermindert wird, erreichen die Fahrzeuge die Streckenabschnitte Flugplatz, Schwedenkreuz und Antoniusbuche mit deutlich geringerer Geschwindigkeit, als bisher. Gleichzeitig wird ein plötzliches Bremsen ausgeschlossen.

Daneben werden in den Streckenabschnitten Flugplatz, Schwedenkreuz, Metzgesfeld und Pflanzgarten einige Teile des Zuschauerbereichs vorerst nur eingeschränkt zugänglich sein, bis bauliche Veränderungen den Zugang zu diesen Bereichen wieder ermöglichen. Das vorläufige Verbot für die bislang ausgesetzten Fahrzeugklassen SP7, SP8, SP8T, SP9, SP-Pro, SP-X sowie Cup-2, die GT-Klassen der H4, die E1-XP1, E1-XP2 und E1-XP Hybrid auf der Nürburgring-Nordschleife an DMSB-genehmigten Rennveranstaltungen teilzunehmen, wurde aufgehoben.

„Mit dem beschlossenen Maßnahmenpaket können die in den nächsten Wochen auf der Nordschleife geplanten Veranstaltungen zunächst stattfinden. Gleichzeitig wird der DMSB den Rennbetrieb ganz besonders im Blick behalten und in einer Expertenkommission nach geeigneten Maßnahmen suchen, die sicheren und fairen Motorsport auf der Nordschleife auch in den kommenden Jahren ermöglichen sollen”, so Hans-Joachim Stuck.

Frank Schülter
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Beitrag von Frank Schülter » Di 07.Apr, 2015 19:17

wäre es nicht einfacher die gefährlichen Stellen mit einer variablen (Reifen)Schikane zu entschärfen,den laufenden Verkehr könnte mann dann mit gezogenen Lienien langsam an die Schikane ranführen,dann bräuchte man an den Autos und vor allen Dingen an der Strecke nichts zu verändern.
ist nur eine Anmerkung von mir
Gruss Frank

Nico Kowalski
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Beitrag von Nico Kowalski » Di 07.Apr, 2015 19:17

Tempolimit? Im Rennen?
Oh, die armen Sportkommissare.
Das wird doch unendliche Diskussionen geben, wer, wann, wo 10 m zu spät oder zu früh das Geschwindigkeitsfenster verlassen hat. Oder ob einer 252 statt 250 auf der Döttinger Höhe gefahren ist. Sowas hat für mich mit Motorsport nichts zu tun.

Für mich ist das ausgemachter Blödsinn.

Ich bin auch Fan der großen SP-Klassen. Aber nach dem Unfall hätte ich darauf verzichten können. Die entzogene Startberechtigung wäre für mich o.k. gewesen.
Spannenden Sport bieten auch die "Kleinen", wenn sie frei fahren dürfen.

Ich bin gespannt, wie das in der Praxis ausschaut. Aber erstmal bin ich mehr als skeptisch und enttäuscht.

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