Motorradunfälle im Kreis teils rückläufig

Selberfahren auf der Nordschleife.
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Zeitungsartikel
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Motorradunfälle im Kreis teils rückläufig

Beitrag von Zeitungsartikel » Fr 14.Jul, 2006 13:22

Motorradunfälle im Kreis teils rückläufig

Im Bereich der Polizeiinspektion Adenau verunglückten weniger Zweiradfahrer - Nordschleife auf dem Nürburgring kostete bereits zwei Biker das Leben

Tausende Motorradfahrer zieht es jährlich zum Nürburgring. Viele verunglücken bereits auf dem Weg dorthin. Doch auch auf der Nordschleife ließen jüngst zwei Biker ihr Leben.

ADENAU. Der Anteil an schwer verletzten Zweiradfahrern ist - im Vergleich mit dem gesamten Ahrkreis - im Verantwortungsbereich der Polizeiinspektion Adenau besonders hoch. Doch es gibt eine positive Entwicklung: Im ersten Halbjahr 2006 sind die Motorradunfälle im Vergleich zum ersten Halbjahr 2005 zurückgegangen.

Der Statistik zufolge sind 2005 innerhalb von sechs Monaten 61 Personen verunglückt, ein Mensch starb, 15 Biker wurden schwer verletzt. Im gleichen Zeitraum dieses Jahres verunglückten 44 Zweiradfahrer, einer starb, 19 wurden schwer verletzt. Anders fällt die Bilanz in Sachen Nürburgring aus: Die Adenauer Polizeiinspektion hat die Unfälle, die ihnen von dort gemeldet wurden, separat aufgelistet. Demnach kam es im Jahresverlauf 2004 zu insgesamt 77 Unfällen, bei denen 69 Mal Motorräder involviert waren. 2005 waren es 88 Unfälle mit 78 beteiligten Zweirädern.

Während 2004 weder Auto- noch Motorradfahrer getötet, jedoch 35 Personen schwer und 34 leicht verletzt wurden, waren 2005 auf dem Ring zwei Tote zu beklagen, 27 schwer und 41 leicht Verletzte. Auch dieses Jahr ließen dort bereits zwei Biker ihr Leben. Als schwer verletzt gilt nach den polizeilichen Unfallaufnahmerichtlinien jemand, der zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert wird - unabhängig von der Schwere der Verletzungen. Eine stationäre Unterbringung kann daher mit einfachen Verletzungen wie einem Schleudertrauma, aber auch mit schweren inneren Verletzungen einhergehen.

Wer selbst mit dem Motorrad über die Nordschleife fahren möchte, wird vorab ausgiebig instruiert. So gibt es mehrsprachige Broschüren, in denen die Vorschriften für die "Touristenfahrt" dargelegt werden. In gekennzeichneten Gefahrenbereichen besteht eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Kritische Passagen sind zusätzlich mit einem rot umrandeten Dreiecksschild, in dem ein Ausrufezeichen abgebildet ist, gekennzeichnet. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass man sich den Nordschleifen-Notruf im Handy speichern soll, damit im Fall der Fälle sofort Hilfe gerufen werden kann.

Nur Maschinen, die der Straßenverkehrszulassungsordnung entsprechen, dürfen auf die Nordschleife. Ähnliche Regeln gelten für die Biker: Sie dürfen nur mit kompletter Schutzkleidung an den Start gehen. Das ist nicht gerade günstig: Eine Runde kostet pro Motorrad 16 Euro, vier Runden kosten 56, 25 Runden 305 und eine Jahreskarte schlägt mit 798 Euro zu Buche. Trotzdem strömen aus allen Ländern Europas jedes Wochenende Biker zur Nordschleife, um sich und ihre Maschinen dort auszutesten.

Einige Fahrer absolvieren vorab ein Training im Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring. Mitarbeiterin Fabienne Carnott berichtet: "Die Nachfrage ist besonders am Anfang der Motorradsaison, also im April und Mai, besonders hoch." Angeboten werden Tages- oder Zweitagestrainings. Geübt wird nicht auf der Nordschleife, sondern ausschließlich auf dem Testgelände. Mehr Männer als Frauen nehmen das Angebot wahr. "Letztlich wissen wir aber nicht, wie viele Motorradfahrer im Anschluss oder am nächsten Tag noch eine Runde auf dem Ring drehen", so Carnott.

Im April dieses Jahres hat die Straßenmeisterei Adenau an besonders gefährlichen Streckenabschnitten für Motorradfahrer tiefe Schutzplanken installiert. Sie sorgen dafür, dass die Zweiräder und ihre Fahrer nicht - wie bei normalen Leitplanken - bei einem Crash unter der Planke durchrutschen, wobei große Verletzungsgefahr droht. Insgesamt wurden auf 15 Kilometern Strecke solche Schutzplanken zwischen Dümpelfeld und Adenau angebracht. Die Maßnahme kostete 200 000 Euro und war eine freiwillige Leistung des Landesbetriebes Straßen und Verkehr. (sto)

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