Unfallbilanz Polizei Adenau

Selberfahren auf der Nordschleife.
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Zeitungsartikel
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Unfallbilanz Polizei Adenau

Beitrag von Zeitungsartikel » Fr 17.Nov, 2006 10:52

Polizei Adenau: Weniger Unfälle

Inspektion zieht vorläufige Bilanz: Fünf Tote und mehr Schwerverletzte als im Vorjahr - Rasern den Kampf angesagt

Zwar rumste es in den Verbandsgemeinden Altenahr und Adenau seltener als im vergangenen Jahr, aber Grund zum Aufatmen gibt es deshalb nicht. Die Polizei hat nun den Rasern den Kampf angesagt.

ADENAU/ALTENAHR. 875 Unfälle hat die Polizeiinspektion Adenau in ihrem Verantwortungsbereich (Verbandsgemeinden Altenahr und Adenau) vom 1. Januar bis zum 31. Oktober dieses Jahres verzeichnet. Das sind 23 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ein Fall für sich ist die Nordschleife am Nürburgring - die Statistik wird gesondert erhoben.

"Die Unfallzahlen gehen leicht zurück - gerade die mit Personenschäden", bestätigt Eugen Linden, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Adenau. Hinter den nüchternen Zahlen verbirgt sich der Blechschaden, der beim Einparken passiert, genauso wie das Unglück mit tödlichem Ausgang. Von diesen 875 Unfällen passierten 239 in der VG Altenahr und 636 in der VG Adenau.

Fünf Menschen gestorben

Bei jedem vierten Unfall kamen Menschen zu Schaden (221; im Vorjahreszeitraum 259). Fünf Menschen starben in diesem Jahr im Straßenverkehr, 2005 waren es sechs. 75 wurden schwer verletzt (61), 141 leicht (192). Was schwer, was leicht verletzt heißt, ist eine Frage der Definition: Wer 24 Stunden lang im Krankenhaus liegt, gilt als schwer verletzt, unabhängig davon, ob er wegen Verdachts auf Gehirnerschütterung beobachtet oder wegen Schädelbruchs behandelt wird.

Ursache jedes fünften Unfalls war zu hohe Geschwindigkeit. Weitere Gründe: Wild (29 Prozent), Vorfahrt (27), zu geringer Abstand (16), ferner Wendemanöver oder Rückwärtsfahren. 17 Unfälle kamen unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol zustande (2005: 25). Darüber hinaus wurden 35 Fahrer erwischt, die Drogen konsumiert hatten, während es im Vorjahr noch 21 gewesen waren. Ein Umstand, den Linden auf verstärkte Kontrollen zurückführt: "Wenn ich mehr kontrolliere, fällt mir mehr auf. Drogen sind ein dunkles Feld, das wir allmählich aufhellen."

18- bis 24-Jährige waren an jedem vierten Unfall beteiligt. Ein Toter, zwölf Schwer- und 27 Leichtverletzte waren 2006 in dieser Risikogruppe zu beklagen. Im Vorjahr gab es drei Schwer- und 40 Leichtverletzte, aber keinen tödlichen Unfall. Bei einer weiteren, besonders gefährdeten Gruppe, den Motorradfahrern, gab es bisher zwei Tote (Vorjahr: fünf), 44 Schwer- (33) und 43 Leichtverletzte (54).

In all den Zahlen findet sich eines nicht wieder: die Unfälle in der berühmt-berüchtigten "Grünen Hölle", der Nordschleife auf dem Nürburgring. Die knapp 21 Kilometer lange, mautpflichtige Einbahnstraße ist im Besitz der Nürburgring GmbH und bleibt - statistisch gesehen - außen vor. Das Unternehmen wird die Unfallzahlen erst in den nächsten Wochen bekannt geben.

Leichtsinn in "Grüner Hölle"

Zu viele Nutzer glauben offenbar, dass sie auf der ehemaligen Rennstrecke, auf der Niki Lauda 1976 fast verbrannte, fahren können wie sie wollen. Dabei gilt die Straßenverkehrsordnung, sind Geschwindigkeitsbeschränkungen in besonders gefährlichen Zonen ausgewiesen, hat die Nürburgring GmbH Hausrecht. Streckenpersonal kann denjenigen, die sich nicht an die Spielregeln halten, Hausverbot erteilen oder Geldstrafen ab 250 Euro verhängen. Auch die staatlichen Ordnungshüter sind hier des Öfteren vor Ort. "Wir kooperieren eng mit der GmbH", sagt Linden. "Wir tauschen uns permanent aus und vereinbaren beispielsweise Kontrolltermine." Im nächsten Jahr sind gemeinsame Aktionen zur Unfallprävention angedacht. Am Konzept wird derzeit noch gefeilt. "Man muss an die Vernunft der Leute appellieren - da wollen wir ansetzen", erklärt Linden.

Wenn's aber mit der Vernunft hapert und an Einsicht mangelt, müssen andere Saiten aufgezogen werden: Neben Prävention setzt Linden auf Repression, also Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen. Ziel ist, dort zu überwachen, wo Unfallschwerpunkte sind oder sich entwickeln könnten. Raser sollen rausgepickt werden.

Gefährliche Bundesstraßen

"Unfallhäufungsstellen", wie es offiziell heißt, sind die B 257 im Ahrtal und die B 258 zwischen der Abzweigung von der B 412 und Barweiler, also entlang des Nürburgrings. Weitere Unfallschwerpunkte befinden sich auf der Landesstraße 10 und in mehreren Gemeindestraßen in der Stadt Adenau. Weil vier von zehn Unfällen auf den Bundesstraßen passieren, will die PI Adenau sich verstärkt diesen Strecken widmen. Linden bevorzugt Geschwindigkeitsmessungen mit Laserpistolen, weil die flexibler einzusetzen und zu handhaben sind als Radargeräte.

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