[VLN / 24h] Aus VLN555.de wird VLN600.de

Aus dem Cockpit an die Tastatur.
Benutzeravatar
Sabine Hogreve
Beiträge: 240
Registriert: Mi 30.Jun, 2004 19:52
Wohnort: Kerpen

Beitrag von Sabine Hogreve » Do 29.Mai, 2008 13:28

Hallo Peter,

auch von meiner Seite allerherzlichsten Glückwunsch zum guten Ergebnis beim härtesten Rennen der Welt !!!!!

Ihr habt euch wacker geschlagen und ich freue mich für dich das dein "erstes Mal" doch noch geklappt hat nachdem es am Anfang ja nicht so rosig für dich aussah.

Auf der BMW Fahne stand übrigens " Hannes" und damit war Johannes Scheid gemeint und natürlich (das kannst du mir glauben) stellvertetend für alle anderen Fahrer dieses Fabrikates.

Und die Kusshände waren natürlich only for you..........habe mich echt für Euch gefreut als ihr morgens noch unterwegs wart.

Zu deinem Bericht kann man wieder nur sagen"Klasse".
Besser geht es nicht............danke dafür,das du uns an deinen Erfahrungen teilhaben läßt.

Freue mich auf den nächsten VLN Lauf und hoffe dich dann freitags an der Box mal feste drücken zu können.

Liebe Grüße

Sabine

Benutzeravatar
Marc Schmitz
Beiträge: 858
Registriert: Fr 21.Mär, 2003 19:42

Beitrag von Marc Schmitz » Do 29.Mai, 2008 20:09

Hallo Peter,

herzlichen Glückwunsch - auch an das gesamte Team - zum guten Abschneiden!

Im Gegensatz zu vielen Big-Bangern, die nicht verstanden haben, dass sie an einem Langstreckenrennen und nicht an einem Sprintrennen zwei Mal rund um die Uhr teilnehmen, seid ihr mit der Prinzessin ohne größere Probleme und Blessuren über die Distanz gekommen.

Dein Bericht ist wieder einmal große Klasse! Mittendrin statt nur dabei.
Danke, dass du uns Fans so intensiv am Renngeschehen teilnehmen lässt.

Gruß - Marc

Frank Ullrich
Beiträge: 99
Registriert: Di 11.Jul, 2006 23:09
Wohnort: Maikammer
Kontaktdaten:

Beitrag von Frank Ullrich » Fr 30.Mai, 2008 21:10

Hallo Peter,

erst mal herzlichen Glückwunsch an dich und das ganze Team.
Dein Bericht einfach Klasse.

Übrigens das mit dem Tape kenne ich das wirkt echt Wunder :D
Trotzdem gute Besserung dem Fuß.

Es sind die genau die Teams wie das euere, dass mich auch dieses Jahr trotz Zäunen wieder zum 24h - Rennen getrieben hat.

Gruß

Frank

Dennis Schüler
Beiträge: 169
Registriert: Do 27.Jul, 2006 22:10
Wohnort: Döttesfeld

Beitrag von Dennis Schüler » Sa 31.Mai, 2008 2:05

Hallo Peter!

Kenne dich und dein Team zwar nicht - wird sich hoffentlich mal ändern, bitte nicht auf der Strecke bin Sportwart, aber nach all deinen Texten und Geschichten bin ich süchtig danach!
Mach weiter so!

Gruß aus dem Westerwald
Dennis

Andreas Wittmers
Beiträge: 94
Registriert: Di 06.Apr, 2004 19:43
Wohnort: Hagen
Kontaktdaten:

Beitrag von Andreas Wittmers » Sa 31.Mai, 2008 12:19

Dem kann ich nur zustimmen! Diese Berichte machen Süchtig! Vielen Dank für die tollen Einblicke ins Renngeschehen!

Gute besserung für den Fuss... Frei nach dem alten Werbeslogan: "Damit Du auch morgen noch kraftvoll Bremsen kannst" :wink:

Friedhelm Rogies
Beiträge: 72
Registriert: Di 27.Jan, 2004 11:59
Wohnort: Dinslaken

Beitrag von Friedhelm Rogies » Sa 31.Mai, 2008 20:13

Hallo Peter,
auch von mir allerherzlichste Glückwünsche zum erfolgreichen Verlauf der 24h. Deine Berichte sind immer das Highlight hier im Forum. Man kann wirklich sagen "mittendrin statt nur dabei". Ich kann mir jetzt gut vorstellen, was nach der Zielankunft bei Euch in der Box abgegangen ist....

Ich hoffe, Deinem Fuß geht es bald wieder besser, und dass ihm zum nächsten VLN-Lauf nix mehr "im Wege steht".

Evtl bin dann auch mal wieder am Ring und versuche euer Team in der Box zu besuchen.

Bis dann und viele Grüße

Friedhelm

Benutzeravatar
Peter_Hoffmann
Beiträge: 237
Registriert: Mo 03.Apr, 2006 14:58
Wohnort: Schlitz
Kontaktdaten:

Beitrag von Peter_Hoffmann » So 22.Jun, 2008 23:45

Der Slalom um die brennenden Mülltonnen.

Die Bilder im Text sind von Martin Berrang und Markus Zander. Danke dafür!

„Und wieder eine Top-Ten Platzierung der Startnummer 600“ oder so ähnlich würde die Heissluft- und PR-Abteilung irgendeines beliebigen Automobilherstellers wohl schreiben, um den Tag Gestern zu feiern. Unserer Lillifee hat das 24-Stunden Rennen offenbar gut getan, unser Motörchen rennt jetzt pestilenz-artig. Mir sind die Paar Tage Pause eher nicht bekommen. Ich bin Gestern, dem eigenen Empfinden nach, rumgefahren wie Mutter Beimers Oma. Aber, bleiben wir bei der Chronologie der Ereignisse.

Freitag Abend zum ersten Mal unser neues Quartier bezogen, im „Alten Forsthaus“ in Nürburg. Fahrerlager-Party war leider nicht, weil wir einfach zu spät waren. Aufschlag am Ring gegen 22:30, da haben wir es lieber bei 'nem Cappu und 'ner Cola im Hotel bewenden lassen und haben uns dann zur Ruhe gebettet. Samstag Morgen der erste Schritt vor die Tür... Regen. Örks! Es folgt ein Kurz-Frühstück (irgendwie kamen die Mädels nicht in die Strümpfe) und dann ab ins Lager der Fahrer. Danke übrigens nochmal an Hans-Joachim Schella für den aktuellsten Eifel-Wetterbericht zum Frühstücksei!

Dort erstmal das Übliche. Papierabnahme mit anschliessender Fahrerbesprechung. Danach in die Box und ich bereite mich seelisch, geistig und moralisch auf meine ersten Runden im Nassen mit der Prinzessin vor. Ich erstmal raus und zwei Runden mit Regenreifen gefahren. Äh ja. Mein persönliches Fazit war: ist nicht ganz unlustig, schult die Fahrzeugbeherrschung, könnte man beim Testen mal ausprobieren, 'n trockenes Rennen wäre mir aber deutlich lieber. Dann ist Thomas raus. Auch nochmal zwei nass, dann der Wechsel auf Slicks. Das Team hat wohl erwartet, dass ich dann nochmal auf Zeitenjagd gehe, aber das war mir zu gefährlich. Eine echte Quali-Runde fahren zu müssen, wenn ich nicht weiß, wo die feuchten Stellen sind... so was gibt auch ganz schnell verbogenes Blech. Deswegen ist Thomas dann noch zwei Runden auf Slicks gefahren und gut war's. Thomas (Simon) ist mein neuer Teampartner. Reiner möchte gerne mal etwas Grösseres als einen V2 fahren und deswegen fahren Thomas und ich jetzt zusammen.

Bild
Im Training.

Turnusmäßig war ich mit „Start fahren“ dran, somit war die Aufgabe klar definiert. Von fast ganz hinten zusehen, dass ich so viele Plätze gut machen kann, wie es geht. In der kurzen Pause zwischen Training und Startaufstellung habe ich dann mein Fahrergeraffel vorbereitet und auch meinen Trinksack befüllt und eingehängt. Dann mit dem Rausfahren in die Startaufstellung gewartet so lange es ging, damit uns auch ja nicht noch ein Schauer auf dem falschen Fuß und auf Schlickes erwischt. In der kurzen Pause war Manfred Hogreve (einer der Fahrer der Sicherheits-Staffel) zum Glückwünschen da und es kamen noch zwei Freunde von mir zu Besuch, Bernd und Horst. Bei so vielen gedrückten Daumen musste das ja was werden.

Bild
Helm auf und los.

In der Startaufstellung angekommen wird mir schnell klar, dass die Aufgabe nicht ganz einfach wird. Vor mir 2 Yarisse. Die Dinger sind mit unserem V2 recht schwer zu knacken, wenn der Yaris-Fahrer nicht mitspielt. Vom Speed über die gesamte Runde ist Lillifee schneller, aber eben in den Ecken und auf der Bremse. Geradeaus sind wir ebenbürtig. Ok... also muss ich zusehen, dass ich möglichst auf der GP Strecke noch an beiden vorbeikomme. Auf in die Einführungsrunde!

Wie ich schon mal an dieser Stelle schrub, ich mag sie nicht, die Einführungsrunden. Ich habe Hans-Joachim und seinen Junior, Sabine Hogreve und Erik Kindermann (von den MSFBlern) gegrüßt und mir dann so langsam das Messer zurechtgelegt. Blöderweise war es stumpf oder ich hatte es nicht richtig zwischen den Zähnen und es ist leicht verrutscht. Eigentlich wollte ich Eingangs Haug-Haken drei Plätze weiter vorne sein. War aber nicht. Ich habe den Start klassisch vergeigt. Einmal V2 Corsa und zweimal Yaris vor mir. Grrrmmmpf! Der Corsa ging recht einfach, weil die Fahrerin auch sehr fair mitgespielt hat. Dann erstmal das Memminger Auto aus unserem eigenen Team durchgelassen, die aus der Box starten mussten. Ich hatte die Hoffnung, dass wir dann zu zweit besser und schneller an den Yarissen vorbeikommen. Pustekuchen. Der erste der beiden hat alles versucht, uns hinter sich zu halten. Ich kann es ja grundsätzlich verstehen. Es war auch nicht unfair. Aber clever war es auch nicht. Hättest Du uns fahren lassen und Dich stattdessen an uns drangehängt, dann hätten wir Dich gezogen und wir hätten den Anschluss an unsere Klasse nicht verloren. So haben wir beide aber 'ne gute Runde hinter dem Yaris verloren bis es endlich geklappt hat. Geklappt hat es schlussendlich bei mir auch nur Dank Dirk Adorf (bzw. wer auch immer zu dem Zeitpunkt auf dem Gallardo saß). Wir haben Eingang Hatzenbach beide dem Gallardo Platz gemacht und dann bin ich hinter dem Gallardo in das gleiche Loch mit rein. Der Yaris hat dann noch einen Konter versucht, den ich aber geblockt habe. Dann war ich weg. Der zweite Yaris-Pilot hat mitgespielt und fair Platz gelassen. Auf zur Jagd auf den Rest unserer Klasse.

Bild
Ist das etwas Leistungs-Übersteuern? 8O :wink: :lol:

Das erste richtige Duell war das mit dem Rank-Corsa. Hat Spass gemacht! Er kam immer näher (wo auch immer er HINTER uns herkam) und ich dachte, ich würde ihn nicht halten können. Zu dem Zeitpunkt waren meine Reifen alles andere als optimal. Übersteuern, Untersteuern, beim Einlenken, in den Ecken, beim Rausbeschleunigen, alles zusammen und ohne jede erkennbare Logik. Deswegen habe ich dem Fahrer ein Handzeichen gegeben und habe Eingangs Hohe Acht aufgemacht und ihn durchgelassen. Es bringt nichts die Kiste zu plätten, wenn es nicht geht, geht es nicht. Doch dann kamen die Reifen zurück und wurden immer besser. Ich habe fast eine Runde gebraucht, um wieder in Schlagdistanz zu sein. So was ist ein Kampf um jeden Zentimeter. Ende Start-Ziel habe ich mir die letzten 10 Meter dann auf der Bremse geholt und bin innen durch. Er hat Platz gelassen und sich direkt an mein Heck gehängt. Nun war mir klar, dass er den kleinsten Fehler nutzen würde um wieder durchzugehen. Also musste ich beissen, um den Abstand so schnell wie möglich wachsen zu lassen. Es ging relativ schnell. Von hinten kamen die ganzen Cup-Porsche. Ich hatte Glück und sie liefen immer an Stellen auf, an denen ich kaum Zeit verloren habe, er hatte Pech und der Abstand wurde schnell grösser.

Bild
La Lillifee.

Danach war es eigentlich ein einsames Rennen. Ein trockenes, einsames Rennen. Ich führ's nicht aus... der Schlauch... Ihr kennt das schon. Es gab ein Paar „Aha-Erlebnisse“. Das erste müsste so Runde 5 gewesen sein. Der Diekriede e30 318. Eingangs Breitscheid lasse ich einen Seat durch. Unten in der Senke und geradeaus vorm Rechts-Knick Doppelgelb geschwenkt. Im Windschatten des Seat um die Ecke Bergauf und da steht der e30 quer und genau mittig auf der Strecke. Der Fahrer war raus. Der Seat Rechts vorbei, ich Links. Danach saßen wir beide kopfschüttelnd im Auto. Das war knapp, viel Platz war da nicht.

Dann kam das Erlebnis, dass dem Bericht Heute seinen Titel gegeben hat. Es muss ein oder zwei Runden nach dem e30 Schreck gewesen sein. Aus dem Bergwerk raus den Hang hoch. Plötzlich traue ich meinen Augen nicht. Im Kesselchen brennt's. Ich dachte im ersten Moment wirklich da steht eine brennende Mülltonne mitten auf der Strecke. Ich war so perplex, dass ich voll auf das Ding zugefahren bin und es fast überfahren hätte. Der brennende Teil einer Unterboden Verkleidung. Dann noch ein brennendes Teil, entweder ein Kunststoff Heckdeckel oder ein Flügel und dann der „Manheim“ Porsche links auf dem Grünstreifen. Lichterloh in Flammen und die Posten rannten von zwei Seiten aus mit Löschern zu ihm. Es war sicher nicht witzig, weder für den Fahrer, noch für die Posten. Aber das Bild dieser brennenden Teile mitten auf der Strecke war schon mehr als bizarr. Die nächste Runde waren die Teile übrigens weg. Ein Dank an die mutigen Posten, die sie weggezerrt haben. Die Teile waren nicht ganz klein und sicher auch gut vorgewärmt.

Dann gab es noch ein kleines Erlebnis im Schwalbenschwanz. Die MFSBler mussten auf die andere Seite um dem gestrandeten Porsche dort zu helfen. Blöderweise kamen wir zu Dritt um die Ecke. Zwei Autos, die mich überrunden wollten und ich. Der Posten war halb auf der Bahn als wir ums Eck kamen. Ich habe die Flagge und ihn fast gleichzeitig gesehen. Meine Bremse und seine flinken Füsse haben schlimmeres verhindert. Aber knapp war's.

Ansonsten bleibt meiner Meinung nach festzustellen, dass der Umgang zwischen Gross und Klein wieder deutlich besser funktioniert. Vielleicht lag es an "mehr Platz auf der Strecke", vielleicht lag es an "die Plätze Vorn waren recht früh bezogen". Woran auch immer, mir hat es so deutlich mehr Spass gemacht.

Viel mehr gab es aus meiner Sicht nicht zu berichten. Na ja... meine Arbeitsverweigerung vielleicht. Eigentlich sollte und wollte ich 11 Runden fahren, es wurden aber nur 10. Die Hitze, der „er-war-mal-wieder-weg-Schlauch“, die Tatsache, dass ich wegen des Fusses seit dem 24-Stunden-Rennen kein Konditions-Training mehr gemacht hatte und/oder der zickende Fuss (mein eigenes Basteln mit Tape war nicht ganz so gut)... alles zusammen hat dazu geführt, dass es mir im Auto die letzten drei Runden immer schlechter ging. Ich habe gemerkt, dass ich an den Punkt komme, an dem die Kondition nachlassen würde und habe deswegen beschlossen nach 10 Runden reinzukommen. Nun haben wir kein Funk oder ähnliches im Auto. Der Teamchef meint sowas däht kein Mensch brauchen. „Was macht der denn schon hier?“ konnte ich auf Thomas Lippen lesen, als ich auf die Box zugefahren bin und dann ist er hektisch weggerannt um sein Geraffel anzuziehen. Ich bin aus dem Auto raus, in die Box und habe dann erstmal abgebaut. Das Team war wieder Klasse. Vater Obermeier hat mich gewässert und sich um mich gekümmert, die Jungs haben Wasser beigekarrt und mich betüddelt wie meine Mama. Aber so nach 10 Minuten war alles ok.

Thomas hat derweil draussen seine Runden gedreht wie ein Uhrwerk und hat die Position verteidigt. Blöderweise hat mein „unangemeldeter“ Stop uns Zeit gekostet, aber wohl keinen Platz. So wurde es P9 von 16. Nix weltbewegendes, aber an sich völlig in Ordnung.

Bild
Thomas in seinem Stint.

Bloß... ich war und bin selber mit mir nicht zufrieden. Mir haben konstant 10 Sekunden gefehlt. Am Auto lag es nicht, die „Hoffmänner“ haben die Prinzessin wie immer top vorbereitet. Es lag an mir und ich weiss nicht warum. Ich habe Heute den ganzen Tag gegrübelt und bin immer noch nicht schlauer. Egal, haken wir es ab... beim nächsten Rennen greifen wir wieder an! Ob ich in zwei Wochen fahren kann, weiss ich noch nicht, eventuell werde ich das nächste Mal erst zum 6-Stunden-Rennen starten.

Bild
Nochmal Thomas.

Bis zum nächsten Mal wünsche ich allen, alles Gute und... wir sehen uns grinsend am Ring!

Peter

Uli Paffenholz
Beiträge: 288
Registriert: Mi 03.Nov, 2004 7:24
Wohnort: Meckenheim

Beitrag von Uli Paffenholz » Mo 23.Jun, 2008 9:01

Moin Peter,

Gott sei Dank, es ist wieder Montag und Dein Bericht steht wieder im Forum!
Erstmal gut zu lesen, dass es Deinem Bein wieder "halbwegs" besser geht. Das sind bestimmt 8 der 10 fehlenden Sekunden. Die anderen 2 schieben wir dann mal auf "den Schlauch". Ist doch ein passables Ergebnis und schön, dass Lillifee den 24H-Ritt gut weggesteckt hat. Der Rest kommt wieder. Euch allen eine gute Woche und weiter gute Besserung.

Mit sportlichen Grüßen

Uli Paffenholz

Erik Kindermann
Beiträge: 152
Registriert: Mi 13.Jun, 2007 9:17
Wohnort: Oberhausen
Kontaktdaten:

Der Nagel wird kürzer

Beitrag von Erik Kindermann » Mo 23.Jun, 2008 9:30

Hallo Peter,

ich muß hier einmal was richtig stellen. Nicht die MSFB-ler waren im Einsatz, sonder die Jungs und Mädels des AMC Burbach. Ich bin also mehr oder weniger fremd gegangen.
Aber wenn schon ein Club aus Burbach an der Schleife steht, dann sollte auch einmal ein waschechter Burbacher dabei sein. Bis 1999 habe ich ja noch in Burbach gewohnt und bin dann erst ins Ruhrgebiet ausgewandert. Man könnte auch sagen, dass ich jetzt ein Ruhr-Dilldappe bin. Was jetzt ein Dilldappe ist, werden nur die Eingeborenen wissen.


Auch ich bin der Meinung, dass 95% der Fahrer sich vorbildlich verhalten hat. Aber es gibt immer noch einige, die nicht wissen was „deutlich die Geschwindigkeit verringern“ heißt. Da wird an zwei Stellen doppelt Gelb gezeigt, ein ONS Fahrzeug, ein Intervention Car und ein Abschleppwagen stehen an der Strecke, Ihr kommt mindestens zum dritten mal an der Stelle vorbei und könnt immer noch nicht wirklich langsamer werden. Überdenkt Euer Verhalten noch einmal.

In 14 Tagen sehen wir uns wieder im gewohnten Abschnitt.

Gruß, Erik

Claudia Kindermann
Beiträge: 12
Registriert: Mi 16.Apr, 2008 8:53
Wohnort: Oberhausen
Kontaktdaten:

Beitrag von Claudia Kindermann » Mo 23.Jun, 2008 12:44

Hallo Peter,

das ist mal wieder ein toller Bericht.
Wir sollten mal einen Aufruf starten: " Sichere Trinkversorgung für Peter gesucht....!! " :wink:

Gruß Claudia

Benutzeravatar
Peter_Hoffmann
Beiträge: 237
Registriert: Mo 03.Apr, 2006 14:58
Wohnort: Schlitz
Kontaktdaten:

Vom Fluch der sechs Stunden.

Beitrag von Peter_Hoffmann » Mo 21.Jul, 2008 9:39

Guten Morgen zusammen. Mein DSL Modem daheim ist leider ein gewestes DSL Modem. Daher den Bericht erst jetzt. Die Bilder reiche ich Morgen nach. Ich habe insgesamt 46 Bilder von Erik Kindermann bekommen, die ich erstmal auf meinen Webserver packen muss. Danke dafür Erik!

=========================================================

Vom Fluch der sechs Stunden.

Ein Bild im Text ist von VLN.de geborgt, die beiden anderen aus der Forengallerie.

Eigentlich finde ich es genial das sechs Stunden Rennen. Eigentlich. Zweimal bin ich bis Gestern angetreten und zweimal bin ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren, ohne einen einzigen Renn-Meter. So ähnlich begann auch Gestern der Tag. Aller guten Dinge sind Drei? Genau! Und so habe ich den Fluch Gestern gebrochen, trotz einiger, klitzekleiner Hindernisse.

Freitag Abend sind wir im Forsthaus in Nürburg aufgelaufen. Dort haben wir mit Markus Zander (http://www.zms-picture.de) noch ein Gläschen Cola getrunken und ein wenig geratscht. War schön! Dann ab ins Bett um am Samstag bereit zu sein.

Samstag Morgen galt der erste Blick dem Himmel über der Nürburg. Nicht gut! Alle erzählen etwas von 50% Regenwahrscheinlichkeit und von Zentimetern an Niederschlag die innerhalb von Minuten herab prasseln sollen. Bah, alles Schwarzmaler! Ich habe einfach beschlossen, dass wir mal wieder einen herrlich trockenen Tag in der Eifel verbringen!

Frühstück und dann ab in die Box und zum Team. Ich lerne meinen neuen Mitfahrer kennen, Karl-Heinz Willmann. Thomas (Simon) und ich konnten uns nicht einigen, wer zweimal Zwei Stunden fährt, also fährt jeder von uns mit einem neuen Partner und jeder fährt zwei Turns. Eine kurze Diskussion zur Taktik. Ich soll zuerst raus, in drei Runden eine Zeit setzen und dann Karl-Heinz den Rest des Trainings fahren. Es ist Karl-Heinz erstes Rennen im Langstreckenpokal. Er hat jede Menge Nordschleifen-Erfahrung und seine Zeiten sind gut, also hat der Teamchef uns zusammengetan. Papierabnahme, Fahrerbesprechung... ohne besondere Vorkommnisse. Dann ab ins Auto.

Der Rennleiter erwähnte „feuchte Abschnitte“, daher bin ich in der ersten Runde erstmal vorsichtig mit den Slicks. Runde zwei gibt es dann eine Runde zur Sicherheit und Runde drei eigentlich Attacke. Eigentlich. Blöderweise hatte ich an einigen entscheidenden Ecken Verkehr und so blieb es bei der „Sicherheits-Zeit“. Nun ja... wenn man sieht, dass die Klassen-Pole mit Abstand in der Endabrechnung auch nur für den Platz vor uns gereicht hat, dann sieht man, wie egal das Zeittraining Gestern war. Wir hatten eine Zeit und das Auto war ganz.

In der Zwischenzeit sind Erik und Claudia von den MFSBlern eingetrudelt und wir stehen vor der Box und ratschen über dies und das. Da fällt mir ein... habe ich Ochse Euch beiden eigentlich etwas angeboten? Wir lachen miteinander und ich fühle mich einfach wieder Zuhause mit der „VLN-Familie“.

Doch dann kommt der Anruf. Karl-Heinz hat das Auto in seiner ersten Runde in der Eiskurve weggeschmissen. Seine erste Diagnose lautet „Kernschrott“ und „nix mehr zu machen“. Er hat mich wieder eingeholt, der Fluch der sechs Stunden! Es scheint, als würde ich wieder keinen Meter Rennen fahren. Allerdings habe ich diesmal die Rechnung ohne das Team vom Team Hoffmann Motorsport gemacht. Aufgeben gibt’s nicht! Wir warten nägelkauend bis das Auto endlich auf dem Abschlepper reinkommt. Ein Vorderrad ist ab, scheint aber alles reparabel. Aber es wird zeitlich eng werden, wir werden wohl aus der Box starten müssen. Aber ganz ehrlich... ob ich jetzt als Elfter von Vierzehn losfahre oder aus der Box nachstarte, ist mir sowas von egal! Hauptsache wir können fahren.

Die Jungs haben von ca. 10:30 Uhr bis zu den berühmten „5 Minuten vor 12“ geschraubt. Ohne Hektik und ohne laute Worte. Einfach präzise und Hand in Hand. Perfekt und getoppt von einer zeitmässigen Punktlandung. Als ich mich am Ende der Boxengasse anstelle brüllt gerade die zweite Startgruppe an mir vorbei. Einen Mega-Dank an das Team! Ohne Euch hätte ich zu dem Zeitpunkt mit einem Hals in der Dimension „Wasserdurchlass, einfach, 4-spurige Autobahn“ auf der Tribüne gesessen und dieser Rennbericht wäre recht übersichtlich geworden. Startgruppe drei rauscht vorbei und ich bin mit 8-10 anderen Nachzüglern im Rennen. Rock 'n Roll!

Schon in der Mercedes Arena ist mir klar, dass der Teamchef und ich richtig gepokert haben. Wir haben Slicks montiert. Fast die gesamte V2 ist auf Regenreifen gestartet, ich nicht. Die anderen Nachzügler vor mir wohl auch nicht und so eiern wir alle mehr oder weniger elegant dem Feld hinterher. Noch ist es feucht aber es wird von Meter zu Meter trockener. Eins ist mir jetzt allerdings schon klar: Rekordrunden gibt es Heute keine. Prinzessin Lillifee sieht nach der Notreparatur aus wie eine einäugige und zahnlose Variante von Quasimodo. Aus einem windschnittigen 318er ist ein einseitig mit Tape zusammengeklebtes Auto geworden, dass den CW-Wert eines durchschnittlichen, panamesischen Containerschiffs haben dürfte. Und... ich merke es in der Bit-Kurve auf der GP Strecke... schnelle Rechtskurven werden adrenalinfördernd. Spur und Sturz hinten Links stimmen nicht. Die Aufhängung war dazu einfach zu verbogen und zum wechseln war die Zeit zu kurz. Alles Makulatur! Hauptsache ich fahre!

Bild

In Runde drei zeigt sich, dass das Poker-Spiel Früchte trägt. Ich überhole den ersten V2. Meinen Teamkollegen Thomas. Ich muss grinsen. Ich weiss genau, wie er jetzt im Auto sitzt und die Welt nicht mehr versteht, weil ich an ihm regelrecht vorbeifliege. „Tja... 'schhapp Schlickäs, Thomas und Du Regen.“ In dieser und der nächsten Runde muss fast die gesamte V2 zum Reifenwechsel an die Box und ich gewinne Platz um Platz. Kurzzeitig bin ich sogar mal Dritter! Aber mir ist klar, dass ich den Platz nicht halten kann. Bei 11 Minuten ist Heute Schluss. Beim harten ankern schaukelt sich das Auto auf und ich habe z.B. am Aremberg und Eingangs Breitscheid ein Paar Mal Mühe auf der Piste zu bleiben. In den schnellen Rechts-Ecken mache ich mir fast in den Fahreranzug. Es ist eine Art waberndes Übersteuern. Das Auto fängt nach dem Einlenken an zu pumpen und irgendwann kommt das Heck. Eingangs Hatzenbach, Flugplatz, Aremberg, die dreifach Rechts... Mann, hat die Nordschleife viele, schnelle Rechtskurven! Und so kommt, was kommen muss... als erstes kommt das Bonk Auto, die 601 von hinten, dicht gefolgt von drei weiteren Top-Autos aus der V2. Nun ist es ein Kampf um Plätze und zum allerersten Mal müssen die Jungs an mir vorbei. Trotzdem mache ich Platz. Es bringt mir ja nichts, sie aufzuhalten und ihr Tempo kann ich nicht mitgehen. Nicht Heute, mit der waidwunden Prinzessin und auch sonst nur mit deutlichen Abstrichen. Ich glaube, die waren alle etwas erstaunt ob der geringen Gegenwehr. Doch dann naht eine Runde später von hinten der Rank-Corsa und ich beschliesse, dass egal wie krank die Prinzessin sich Heute fühlt, wir DEN Platz nun mit allem verteidigen werden, was wir haben! Nicht falsch verstehen, ich habe ihn nicht einmal geblockt. Wäre er nahe genug an mich herangefahren um anzugreifen, hätte ich ihn durchgelassen. Er kam aber nie Nahe genug heran. Der zweite, direkte Zweikampf mit einem Klassengegner Heute und 2:0 für Lillifee!

Mehr Zweikämpfe gab es in meinem ersten Turn nicht. Na ja... schon ein Paar, aber nicht mit V2s. Lillifees Inkontinenz hatte auch etwas positives: Wenn ich aufgelaufen bin, dann sorgte die Front aus Panzerband für ein unglaubliches Überholprestige! Nach dem Blick in die Spiegel dachten sich die Vorderleute wohl „der macht keine Gefangenen“. So schnell war die Bahn vor mir noch nie frei! Hätte ich den Kollegen mit dem Yaris aus meinem letzten Rennen getroffen, dann hätte ich in der Tat auch nicht für das Wohlbefinden seiner Heckstoßstange garantiert. Habe ich aber nicht.

Bild

Was dieses Mal gar wunderprächtig geklappt hat, war die durchgängige Versorgung mit kühlem Nass. Nein, nicht von oben, mein erster Turn war bis auf die erste Runde komplett trocken. Im Auto klappte die Bereitstellung des mitgeführten, wässerigen Kaltgetränks. Die Beutel-Konstruktion mit Koljas patentierter „Isa-Racing-Schlüsselband-Aufhängung“, ergänzt um einen von mir handverlesenen 2-Meter-Schlauch aus der Baumarkt-Aquaristik-Ecke, tat. Vom Start, bis ins Ziel. Ich werde mir in Zukunft einen neuen gespielten Witz suchen müssen, es scheint als hätte der sich erledigt. Aber ganz ehrlich... ich habe es mir beim schreiben selber schon nur noch fast geglaubt. Ich trank, freute mich des Lebens und schipperte auf ganz neuen Linien glücklich um die Nordschleife, bis ich ein „Fuel In“ gezeigt bekam. Zeit zum Fahrerwechsel!

Karl-Heinz ist dann raus, nachdem ich ihn noch vor Lillifees Rechtskurven-Allergie gewarnt habe und ist von Anfang an recht zügige Zeiten gefahren. Ich mache mich erstmal schlau, ob meine Rechnerei im Auto tatsächlich gestimmt hat. Ja, ich habe das Auto auf P5 übergeben. In zwei Stunden von Platz 14 nach dem Start aus der Boxengasse auf Platz 5. Es scheint, als sei ultimativer Speed eben doch nicht alles. Ich grinse ganz, ganz breit und träume heimlich von einem Pokal.

Bild

Draussen vor der Box ratsche ich dann wieder ein wenig mit Claudia und Erik und wir lachen viel. War echt schön, dass Ihr da gewesen seit! Nebenbei noch ein Tellerchen Nudeln, ein Müsli Riegel und 'ne Banane verdrückt, den Wasserbeutel befüllt und es kann wieder losgehen. Die zwei Stunden gingen recht schnell rum, sicher auch Dank Claudia und Erik. Meine persönliche, wie auch Zeitnahme-Chefin kommt und informiert mich, dass das Auto in 20 Minuten kommt. Das ist dann der Punkt, an dem ich anfange mich zu sammeln und zu konzentrieren. Dann ist Schluss mit lustig und ich fahre geistig schon wieder Rennen.

Ich weiss, dass es regnen wird. Ich weiss es einfach. Ein Paar Tropfen, aber nichts wesentliches. Ich rede mit Conny. Pokern wir nochmal? Wechseln wir jetzt direkt auf Regenreifen? Wir entscheiden uns für Slicks. Trotz der Tropfen. Karl-Heinz kommt, ich steige ein, werde betankt, angeschnallt bekomme mein Durst-Säcklein eingehängt und fahre los. Ich bin direkt hinter Thomas, die beiden Autos sind zeitgleich in die Box gekommen, aber Thomas ist wegen eines gebrochenen Auspuffs eine Runde zurück.

Blöderweise hat Karl-Heinz vergessen eine Kleinigkeit zu erwähnen. Er war in der Zwischenzeit nochmal eingeschlagen! Die rechte Seite hatte einen weg und das Rad hinten Links stand sonstwo. Sorry... man kann viel mit mir machen, aber einen Fahrer ohne Vorwarnung in so einem Auto raus zu lassen grenzt an versuchte Körperverletzung! Nicht falsch verstehen... das Team trifft keine Schuld. Klar sehen die die optischen Schäden, aber woher sollen die wissen, dass Lillifee ein Rad ab hat? So konnten sie nichts kontrollieren, da sie von nichts wussten. In der Mercedes Arena merke ich, dass die Sitzkonsole gebrochen ist und das linke Hinterrad fühlt sich an, als wenn es sich bewegt. Es ist schwer es präzise auseinanderzuhalten, wenn sich Dein Sitz in jeder Kurve bewegt und wir reden hier von Zentimetern und nicht von Millimetern.

Nun gut... es gibt zwei Möglichkeiten: reinfahren und das Rennen beenden bzw. die Jungs überhaupt erstmal nachschauen lassen oder weiterfahren. Ich entscheide mich für's weiterfahren. Das Auto ist eigentlich unfahrbar und das schlimme ist, es wurde von Runde zu Runde schlimmer. Ok... ich habe mich entschieden zu fahren, dabei bleibt's! Solange das Auto irgendwie fahrbar ist fahre ich. Wenn ich das Gefühl habe, dass es gefährlich wird, gebe ich auf. Aber eben nicht vorher. Während ich all das geistig aussortiere bin ich hinter Thomas. Ich muss vorbei. Ich weiss, es klingt völlig bescheuert. Ich fahre ein Auto, dass man eigentlich mit Samthandschuhen ins Ziel trägt und mich interessiert nur an dem Teamkollegen vorbeizukommen.

Ich grinse plötzlich wieder. Drei Kurven war er jetzt vor mir das reicht. Ausgangs Mercedes Arena bremse ich mich einfach daneben. Der Plan war, ihn bis zur NGK abzuschütteln. Normalerweise kein Problem, aber ich erwähnte ja die leichten Zuckungen in Rechtskurven. Bis zur NGK sind mit einer Ausnahme nur Rechtskurven. Dumm gelaufen! So sind wir Stoßstange an Stoßstange auf die Nordschleife. Sobald ich ausreichend Linkskurven hatte, hatte ich einen kleinen Vorsprung in der nächsten Rechts oder auf der nächsten Geraden war Thomas wieder dran. So ging das, bis wir auf die Döttinger Höhe kamen. Mitten auf der Geraden hat dann einer die Schleusen geöffnet und es kam ein Regenguss vom feinsten. Null Sicht und plötzlich überall Sturzbäche. Nicht vergessen... wir sind auf Slicks. Ich nehme den Fuss vom Gas, Thomas bleibt drauf und überholt. Ihr kennt das. „Was der kann, kann ich auch.“ Also wieder drauf. Auf einer der Bodenwellen fängt mein Heck plotzlich an sich nach Links zu bewegen. Ganz langsam. Ich habe den linken Fuss schon über der Kupplung, lenke gegen und trete die Kupplung. Keine Chance. Ein ein sauberer Dreher und ich sehe wieder das Heck von Thomas. Ich bin deutlich weiter Links als vorher, fahre aber noch, ausserdem in die richtige Richtung und habe nichts getroffen. Jetzt nehme ich Geschwindigkeit raus und fahre ganz, ganz vorsichtig in die Box. Noch mit Ach und Krach durch die Hohenrain Schikane und ich bin drin. Ich fluche vor mich hin. „Wäre ich doch blos mit Regenreifen losgefahren!“

Regenreifen drauf und raus. Thomas war früher drin aber ich bin eher weg. Was nun kommt ist unbeschreiblich. Ich fahre aus der Box und neben mir kommt der Frikadelli Porsche. Vor mir sind 3-4 Cup Porsche. Vor der NGK sind alle so weit hinter mir, dass ich sie in den Spiegeln nicht mehr sehe. Ich weiss nicht, wieviele Autos ich in den nächsten zwei Runden überholt habe, aber es war einfach nur geil. Es war wie Slalom fahren. Und das Schöne war... durch den Regen war das Auto besser zu fahren als vorher. Deutlich besser! Für mich war jetzt klar, dass ich auf den Regen ins Ziel fahre, egal ob es trocknet oder nicht. Ausserdem konnte ich beim einbiegen in die Mercedes Arena eine Regenfront sehen, die auf uns zu kam. Es musste also noch mindestens einmal regnen. Hat es auch getan... ungefähr vier Runden nach dem ersten Guss, aber leider nicht lange genug. Zu dem Zeitpunkt war ich wahrscheinlich der einzige im ganzen Feld, der Regenreifen drauf hatte und so bin ich wieder Slalom gefahren, allerdings nur ungefähr eine halbe Runde. Dann wurde es trocken, die Sonne begann zu scheinen und ich zu verzweifeln.

Mein Hauptproblem war mittlerweile der Sitz. In Rechtskurven (wir erinnern uns... die, die eh ganz, ganz toll zu fahren waren) hat sich der Sitz nach Links bewegt, meinen Helm vor den Käfig gedrückt und mein gesamtes Körpergewicht lag dahinter. Zumindest kam es mir so vor. Der Muskelkater, den ich Heute in meinen Nackenmuskeln habe, spricht dafür, dass es auch zumindest annähernd so war. In Rechtskurven konnte ich deswegen meinen rechten Aussenspiegel nicht mehr sehen. Richtig, richtig ungut! Ich hätte fast einen Porsche gerammt, den ich so nicht sehen konnte, als er mich Rechts überholt hat. Tut mir leid, Kollege, es war keine Absicht! Er musste ins Grüne um mir auszuweichen, hat es aber geregelt bekommen. Ein klasse Stück Fahrkönnen!

Je trockener es wurde, desto höher wurden die Kurven-Tempi und desto mehr verstärkte sich das Problem mit dem Sitz. Ausserdem hatte ich hinten Links keinen Grip mehr. Ich nehme an, dass der Linke hintere Regenreifen durch die verstellte Spur und ohne Kühlung durch Wasser gnadenlos überhitzt ist. Ich habe nur noch mit zwei Fingern gelenkt, trotzdem gab es Ecken in denen ich quer gefahren bin. Zwei Runden vor Schluss bin ich rein um mir Slicks zu holen in der Hoffnung, dass es besser wird. Mein einziger, wirklicher taktischer Fehler in dem Rennen. Ich hätte mir hinten Links einen neuen Regenreifen holen sollen, statt auf Slicks zu wechseln. Mit Slicks auf der trockenen Piste war das Auto katastrophal zu fahren. Ein Reifen beisst und drei kriegst Du nicht warm, weil Du zu langsam bist. Und dann gab es zu allem Überfluss noch ein Missverständnis. Nach Kallenhard überholt mich der Teamchef im SP5. Er will mich grüssen, macht kurz den Warnblinker an und wackelt mit der Lenkung. Ich denke: „Sch***, jetzt ist irgendwas an der Hinterachse abgerissen und er will Dich warnen.“ Ich fahre also mit gebremsten Schaum in die Box und lasse die Jungs nachsehen. Ich zu AJ: „Irgendwas ist hinten Links abgerissen, Conny hat mich gewarnt.“ Die Jungs schauen nach, AJ kommt zu mir und sagt: „Das Rad ist völlig krumm, aber sonst ist nix. Fahr einfach langsam zuende.“ In dem Moment hätte ich explodieren können. Es tut mir leid, AJ! Ich habe mich schon entschudligt und ich tue es hier nochmal... ich war nicht auf Dich sauer. Natürlich hattest Du keinen andere Wahl. Ich habe irgendwas gebrüllt wie: „Einfach? Wenn ihr wüsstet wie Sch*** die Karre sich fährt!“ Und die Antwort war: „Dann müssen wir eben aufhören.“ Das war keine Option! Gang rein und weiter. So kam es zu der letzten Runde, die der ein oder andere vielleicht bemerkt hat.

Liebe Streckenposten: Ich habe die Hand nicht zum Gruß rausgehalten! Ich habe versucht die Kollegen zu warnen, weil ich in Rechtskurven deutlich langsamer war! Ich hatte hinten nur noch einen Blinker und habe deswegen die Hand aus dem Fenster gehalten. Ein Paar weisse Flaggen wären hilfreich gewesen anstatt mir freundlich zu winken! Von Vorne habt Ihr doch gesehen, dass ich die Warnblinker anhatte, oder? Wir sollten uns alle darauf einigen, dass das Rennen rum ist, wenn alle über die Ziellinie gefahren sind. Das gilt genauso für die Fahrerkollegen die wild grüssend in der Gegend rumfahren anstatt auf den Verkehr zu achten! Nach der Ziellinie ist das ok, vorher ist es einfach nur gefährlich!

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich dann endlich im Ziel und im Parc-Fermé. Ich bin ausgestiegen und habe an meinem Sitz gewackelt... wie gesagt... Zentimeter. Ich bin um's Auto gegangen... Rechts tot. Hinten Links tot. Ich war sprachlos, dass mein Fahrerkollege mich so ohne Vorwarnung rausgeschickt hat.

Es war mein härtestes Rennen bisher aber ganz sicher auch mein bestes. Das Auto ins Ziel zu bringen war eine Leistung. Das Auto überhaupt erst ins Rennen zu bringen war eine Leistung des Teams. Es war „nur“ Platz 7 in der Endabrechnung, wie gesagt... einen hinter dem Pole-Setter. Aber der siebte Platz hat mehr Schweiss gekostet als das gesamte 24-Stunden-Rennen. Ich bin stolz auf ihn, auch ohne Blech-Topp und stolz auf das Team und deren unglaubliche Leistung. Platz 146 in der Tabelle... direkt hinter Thomas auf Platz 145. Da müssen wir dran vorbei! :wink: :lol: :lol:

Hammergutgemacht, Jungs! Und... DANKE!
Zuletzt geändert von Peter_Hoffmann am Mo 21.Jul, 2008 11:40, insgesamt 3-mal geändert.

Claudia Kindermann
Beiträge: 12
Registriert: Mi 16.Apr, 2008 8:53
Wohnort: Oberhausen
Kontaktdaten:

Beitrag von Claudia Kindermann » Mo 21.Jul, 2008 10:42

Hallo Peter,

erstmal Glückwunsch zum 7 Platz in der Gruppe...das war wohl wirklich dein Paradestück mir der Lilli :lol:

Dein Team hat wirklich einen " Super" Job gemacht, ich habe nicht geglaubt das das in so kurzen Zeit zu schaffen ist :smt038

Es war ein sehr schöner Tag mal so alles in Ruhe geniessen.. obwohl ich mich schon auf den 13. Sebtember freue wenn Erik und ich wieder auf Posten stehen.

Gruß Claudia

Claudia Kindermann
Beiträge: 12
Registriert: Mi 16.Apr, 2008 8:53
Wohnort: Oberhausen
Kontaktdaten:

Beitrag von Claudia Kindermann » Mo 21.Jul, 2008 10:46

Ups :oops: September

Erik Kindermann
Beiträge: 152
Registriert: Mi 13.Jun, 2007 9:17
Wohnort: Oberhausen
Kontaktdaten:

Beitrag von Erik Kindermann » Mo 21.Jul, 2008 11:45

Hallo Peter,

auch von mir einen herzlichen „Glühstrumpf".

Ich kann mich meiner „Chefin" nur anschließen, es war ein schöner Tag den wir gemeinsam mir Dir verbracht haben.

:wink: Ihr solltet der „Lilli" immer ein „Schweizer Auge" verpassen, damit kann man Sie viel leichter erkennen wenn man auf Foto jagt ist.

:?: „Hast Du uns nichts angeboten???" :P Wir haben herzhaft gelacht, dass war Angebot genug. Und wir können Dir doch nicht die Nudeln „wegmampfen“ und das Risiko eingehen, dass Du einen Schwächeanfall erleidest.

Ich kann es einfach nicht lassen :oops: , auch wenn ich nicht im „Dienst“ bin, muss ich einen defekten Wagen schieben helfen. Alleine die Gesichter der Zuschauer in der Boxengasse war herrlich anzusehen bei der Aktion.

Mach weiter so Peter, und
„lass die Lilli fliegen Peter“

Uli Paffenholz
Beiträge: 288
Registriert: Mi 03.Nov, 2004 7:24
Wohnort: Meckenheim

Beitrag von Uli Paffenholz » So 03.Aug, 2008 20:59

Na sowas, da kommt man aus dem Urlaub und liest so einen Bericht. Danke, dass erleichtert den Einstieg ins Arbeitsleben. Tolle Leistung von Dir Peter und dem gesamten Team. Die Kommunikationsschwierigkeiten bekommt Ihr bis September bestimmt geregelt!!!!
Also, keep on runing

Mit motorsportlichen Grüssen

Uli Paffenholz

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste