[VLN / 24h] Aus VLN555.de wird VLN600.de

Aus dem Cockpit an die Tastatur.
Claudia Kindermann
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Beitrag von Claudia Kindermann » So 11.Mai, 2008 22:46

Hallo Peter,

erstmal ist es wieder ein Super Bericht :lol: ....ich verfolge Sie dank Erik ja sehr regelmäßig.

Zimmer habe ich zwar keins für dich...aber zur Not ne Luma und ne Decke in unserem MSFB-Camp am Schwalbenschwanz :wink:

Gruß Claudia

Heiko Melzow
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Beitrag von Heiko Melzow » Mi 14.Mai, 2008 11:02

Hallo Peter,

ich möchte mich der Einladung von Claudia :smt023 nur anschliessen. Und sicherlich könnten wir aus der Luma noch ein Feldbett machen, da ruht es sich bequemer drauf. Selbstverständlich findet das Ganze dann als "Dankeschön" bei Vollpension statt, das kann ich Dir versprechen, denn schlieslich dürfen wir ja auch immer auf Deine Rennberichte für unsere eigene Webseite zurückgreifen (www.msfb.de).
Und falls es für Dich nichts mit der Übernachtung bei uns ist, möchte ich Dich trotzdem gerne auf einen Schluck "Eifeltreibstoff" :smt034 während Deiner Freizeit zu uns einladen.

Also bis nächste Woche dann

Heiko Melzow
2.Vorsitzender Motorsportfreunde Bochum e.V.

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Peter_Hoffmann
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Beitrag von Peter_Hoffmann » Mi 14.Mai, 2008 11:31

Hallo Claudia, hallo Heiko,

Erik hat mir schon die Infos gemailt, wo ich Euch finde. Ich werde alles dransetzen (wahrscheinlich am Mittwoch) mal bei Euch vorbeizuschauen. Ich habe eine Pension gefunden, insofern sage ich auch nochmal Danke für Euer angebotenes Quartier. Ob Ihr's glaubt oder nicht... ich hab' ernsthaft drüber nachgedacht... aber möglicherweise würde mir dann im Rennen noch mehr Schlaf fehlen. :roll: :wink: :lol: :lol:

Ich freue mich auf nächste Woche! Kommt alle gut an und...

...wir sehen uns!

Gruss

Peter

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Peter_Hoffmann
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Ein Gruss vom Ring

Beitrag von Peter_Hoffmann » Do 22.Mai, 2008 17:13

Test, Test, 1, 2, 1, 2.

Ich bin am Ring und das mit dem WLAN klappt, wie man liest.

Ich werde versuchen für die daheimgebliebenen hier und in unserem Blog ein Paar aktuelle Infos "live" vom Ring zu unserem, persönlichen 24h Rennen zu liefern.

Lillifee steht gerade in der Schlange zur technischen Abnahme, es dauert bestimmt noch 'ne Stunde bis sie dran (und hoffentlich durch) ist. Ich habe mein administratives Geraffel bereits erledigt und ich darf ganz offiziell das 2008er 24h Rennen fahren. ;-))

Ein Winken geht an die MSFBler ich bin leider Heute (Donnerstag) Morgen erst angekommen und ich weiss noch nicht, ob ich es Morgen schaffe Euch zu besuchen. Tut mir leid!

Ansonsten... die Jungs sind gut drauf, ich bin gut drauf, hier sind Menschenmassen, dass es einen umhaut und ich freue mich auf's Rennen.

Ein's noch... einen ganz, ganz grossen Dank an Frau Stolt ohne die das hier nicht möglich wäre!

Gruss an die daheimgebliebenen!

Peter

Friedhelm Rogies
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Beitrag von Friedhelm Rogies » Do 22.Mai, 2008 18:05

Hallo Peter,
ich drücke Dir und Deinem Team alle Daumen für's Rennen und hoffe, ihr kommt knitterfrei ins Ziel.
Also ich wünsche Euch ganz viel Spaß und viel Erfolg.
Ich verfolge das Rennen leider nur per Internet.

Grüße in die Eifel

Friedhelm

Uli Paffenholz
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Beitrag von Uli Paffenholz » Fr 23.Mai, 2008 10:09

Hallo Peter, dem ganzen Team und der Nr. 177 "Lilifee" ein sportliches 24H-Rennen mit gutem Ausgang!!! Die Fans an der Strecke zählen auf Euch und drücken die Daumen.

Mit motorsportlichen Grüßen

Uli Paffenholz

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Peter_Hoffmann
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Ergebnis des 1. Zeittrainings...

Beitrag von Peter_Hoffmann » Fr 23.Mai, 2008 12:04

@Friedhelm und Uli: Danke für Eure guten Wünsche!

Hier der kurze Zwischenbericht nach dem 1. Zeittraining:

Die ersten Runden (genau 2 für Reiner und mich und eine für Thomas) liegen hinter uns. Startplatz 6 in der Klasse (185 im Gesamt) bisher. Wir sind nur "auf Sicherheit" gefahren.

Dafür ist 'ne 11:22 von Reiner völlig ok. Meine beste war eine 11:45 aber da geht ohne Risiko noch deutlich mehr.

Ich bin auf meiner Runde hinter 'nem Amerikaner in 'nem 1er BMW hergeeiert... da fällt Dir nix mehr zu ein! Blinkt vorm Flugplatz Links und fährt Rechts. Bremst vor der Kuppe am Schwedenkreuz. Der hat vom Hatzenbach bis Schwedenkreuz nicht einmal in den Spiegel geschaut.

Ansonsten... schon viel Bruch draussen und jede Menge Gelb. Der HISAQ Porsche hat wohl schon gefackelt.

Lillifee läuft. Die ersten zwei Runden hatten wir einen Tick zuviel Luftdruck Vorne, aber ansonsten rennt die Prinzessin! Der Motor hat Druck und das neue Getriebe ist 'ne Wucht!

Wir werden Heute Nacht noch jeweils ca. 2 Runden zum testen fahren (und für mich um die Strecke im Dunkeln zu sehen) und dann hat Lillifee Feierabend. Keinen unnötigen Kilometer, wir wollen Morgen schliesslich 'n 24-Stunden-Rennen fahren! ;-))

Einen lieben Gruss an alle vom Ring

Peter

Matthias Schrimpf
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Beitrag von Matthias Schrimpf » Fr 23.Mai, 2008 19:56

Ich wünsch euch Viel Glück und Viel Erfolg!
In welcher Box seid ihr untegekommen?

Gruß

Matthias (der erst morgen am Ring sein wird)

Uli Paffenholz
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Beitrag von Uli Paffenholz » Sa 24.Mai, 2008 23:19

Hallo Peter, war bei Euch in der Box aber habe Dich nicht angetroffen aber das Team saß vergnügt vor der Box am LKW. Dafür durfte ich feststellen, dass Rolf Derscheid die Box mit Euch teilt, Rolf kam gerade von seinem Turn.
Lillifee macht auf der Strecke einen zufriedenen Eindruck, nur das rechte Rücklicht will nicht mehr. Bis 22.45 Uhr war wohl alles o.k.
Kommt erstmal gut durch die Nacht.

Daumendrückende Grüße
Uli Paffenholz

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Beitrag von Uli Paffenholz » So 25.Mai, 2008 11:50

Lillifee ist aktuell immer noch im Rennen, derzeit auf Gesamtplatz 105 und in der V2 an 7. Stelle.

Jungs, Ihr schafft das bestimmt und bringt die Prinzessin heil durch!!!

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Peter_Hoffmann
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Der Rennbericht, Teil 1 oder... Die Erklärung zur Funkstille

Beitrag von Peter_Hoffmann » Di 27.Mai, 2008 0:50

Mein erstes 24-Stunden-Rennen (Teil 1)

Bilder folgen Morgen in Teil 2.

Zurück aus der Eifel. Zurück von einem Wochenende, dass an Gefühlen so ziemlich alles ausgelöst hat, was man sich vorstellen kann. Es war ganz sicher eines der Rennen, die ich nie vergessen werde. Vielleicht ist das der Grund, warum es bei den 24-Stunden so viele „Wiederholungstäter“ gibt? Ihr wundert Euch vielleicht auch, warum von den versprochenen Live-Berichten plötzlich keiner mehr kam? Nun ja... die Erklärung folgt.

Donnerstag Mittag bin ich am Ring aufgelaufen. Erstmal das ganze Team begrüsst und dann das Übliche: Papierabnahme und Klamotten vorzeigen. Danach ins Pressezentrum, damit ich das WLAN dort nutzen konnte. Funzte alles wie am Schnürchen. Fast. Einzig die Tatsache, dass man mich nicht starten lassen wollte wegen zuwenig Nordschleifen Erfahrung, trübte den ersten Eindruck ein wenig. Bei der Papierabnahme bekomme ich zu hören, dass man meine Ergebnislisten sehen will. Äh ja. Habe ich die dabei? Natürlich nicht. Ob ich die Ausschreibung nicht gelesen hätte, fragt mich die nette Dame. Ja, doch, schon. Aber eigentlich ist es Gusto, dass der Veranstalter sich beim nennenden Team meldet, wenn ihm noch Listen fehlen. Und nun? Es fanden sich dann doch noch ein Paar Listen und der Hinweis auf die aktuelle Platzierung in der BFGLMN hat dann gereicht. Puh! Da sah ich mich das erste Mal an dem Wochenende kein 24h Rennen fahren. Es sollte nicht das letzte Mal bleiben.

Von diesem kleinen Schreck mal abgesehen, kann man die Organisation des ADAC Nordrhein nur beglückwünschen! Was für eine Veranstaltung und mit was für einer Perfektion durchgezogen. Dafür ein riesen Kompliment! Ok... 30% Pokale ist ein wenig knickerig und bis zum Ende haben Sie es nicht geschafft der Zeitnahme klar zu machen, dass wir a) drei Fahrer waren und b) der dritte Fahrer Thomas Simon war, aber ansonsten... unglaublich was dort auf die Beine gestellt worden ist.

Nachdem ich alles erledigt hatte, bin ich zurück zum Team. Hoffmann Motorsport hatte drei Autos genannt. Zwei SP5 M3s und unseren V2. Ausserdem war da noch das Auto der „Memminger“, ebenfalls ein V2 318is. Das Auto hat das Team gebaut aber die Fahrer haben es in Eigenregie eingesetzt. In unserer Box war dann noch ein drittes V2 Auto, nämlich das von Derscheid Motorsport. Da wir auch in der VLN zusammen „wohnen“, machen wir das auch bei den 24-Stunden. Abgesehen davon... es macht einfach immer wieder Spass die Truppe rund um Rolf Derscheid wiederzusehen. Lillifee stand ganz Rechts vorne in der Box. Tief, geduckt, wild entschlossen und bereit für die Schlacht. Extra zum 24-Stunden Rennen hat sie vorne und auf den Spiegeln noch ein wenig Neon-Gelb bekommen, in der Hoffnung, dass unsere Zeitnehmer sie dann besser erkennen können.

Ich habe mich dann Donnerstag Abend recht zeitig verabschiedet um noch ein wenig vorzuschlafen. Keine ganz schlechte Idee.

Freitag Morgen gab es erstmal Fahrerbesprechung. Da sitzt so ein Motorsport-Niemand wie ich plötzlich im gleichen Raum wie ein Carlos Sainz. Hätte ich meinen Helm dabei gehabt, hätte ich ihn darauf unterschreiben lassen. Hatte ich aber nicht. Die Powerpoint Show zum Thema „liebe Jungs und Mädels... dies ist eine Flagge“ habe ich irgendwie schon 52 bis 12 Mal in der VLN gesehen, also alles beim Alten.

Dann ab ins erste Zeittraining. Jeder Fahrer muss gemäß Ausschreibung 2 Zeitrunden fahren, um mehr ging es für uns eigentlich nicht. Wen interessiert bei einem 24-Stunden Rennen schon die Klassen-Pole? Uns jedenfalls nicht. 10 Starter in der V2. Ungewöhnlich wenig in unserer Klasse, aber so ist das bei den 24-Stunden fast immer. Viele V2 Fahrer fahren beim 24-Stunden Rennen auf grösseren Autos. Dafür juckeln dann aber in der SP7 33 Autos rum. Entschuldigung, wenn ich das etwas respektlos schreibe. Wenn ich mit unserem V2 in der Links am Schwedenkreuz an 'nem Porsche vorbeifahre, dann juckelt der rum. Lustig, dass jemand sich die Mühe macht, vom anderen Ende der Welt in die Eifel zu kommen und sich dann aber nicht die Mühe macht sich mal vorher zu informieren, dass die Strecke ein wenig... sagen wir mal... anspruchsvoller ist! Aber Hauptsache der hat bei der Papierabnahme alle Zettelchen dabeigehabt!

Unser Plan war, dass jeder von uns dreien seine beiden Pflichtrunden im ersten Zeittraining fährt und wir es dann dabei für das erste Training belassen. Hat nicht ganz funktioniert. Thomas konnte nur eine Runde fahren, dann ist uns die Zeit ausgegangen. Nach dem ersten Training war es Startplatz 6. Völlig ok. Wie gesagt... wir fahren hier ein 24-Stunden Rennen.

Der erste Eindruck auf der Strecke war: Horror! Nur Dickschiffe und Boliden. Und einige davon mit Fahrern besetzt die die ganz dicke Brechstange beim überholen benutzen. „Viel Spass als Zuschauer Jungs! So werdet Ihr nicht weit kommen!“ Das waren meine Gedanken bei vielen von denen und bei einigen davon sollte es auch so kommen. Selber schuld! Mein Mitleid hält sich in ganz engen Grenzen. Ein wirkliches Zeitfahren war so völlig unmöglich. Klar... man kann einfach völlig schmerzfrei seine Linie fahren und hoffen, dass der Werks-Django dann doch noch kurz vor dem Einschlag eine Erleuchtung hat, aber sowas ist nicht meins. Und wenn Du im Karussell aussen rumfährst, dann bist Du nicht wirklich auf Zeitenjagd.

Zwischen den Trainings war Besuch da. Erik und Claudia von den MSFBlern. Eriks Worte... „na ja... wenn Du nicht zu uns kommst...“, 'tschuldigung nochmal! Und es gab ein bischen Zeit zum selber mal rumlaufen und zum in der Boxengasse sitzen und Menschen gucken. Zwischendurch bin ich dann nochmal nach Koblenz und habe Myra abgeholt, die Lillifee in der Startaufstellung ein wenig fotogener machen sollte und gemacht hat.

Im zweiten Training, dem „Nacht-Training“ ist dann erstmal Thomas raus um seine fehlende Pflichtrunde zu fahren. Danach ist Reiner nochmal 2 Runden gefahren und wir haben unserem Prinzesschen eine Pause gegönnt. Ich sollte dann noch eine Runde in der Dämmerung und eine im Dunkeln fahren, um die Zusatzscheinwerfer einzustellen. Danach war Feierabend, weil die Prinzessin ja schliesslich Samstag und Sonntag noch ausreichend Stress aushalten musste.

Nordschleife bei Nacht. Sowas von Klasse! Zumindest, wenn man fast alleine fährt, wie bei meinen zwei Runden. Das hat ein Spass gemacht ohne Ende. Ok... ich geb's ja zu... die Zeit war nicht der Brüller, aber ich war auch ein wenig zu sehr damit beschäftigt mir die Fans anzuschauen. Unglaublich! Da fährst Du durch Nebelbänke, weil das Feuerholz wohl ein wenig feucht war. Du fragst Dich, ob die in der hohen Acht wohl ein eigenes Kernkraftwerk für die ganze Beleuchtung mitgebracht haben und in der Dämmerung siehst Du noch die BMW Fahnen, die selbst bei einem V2 noch geschwenkt werden. Das gibt Gänsehaut! Einfach genial. Es war alles eingestellt, Lillifee war vom Team 1a vorbereitet, also machen wir Feierabend.

Auf dem Weg zum Auto dann die Katastrophe: Unser Auto steht auf B2. Ich laufe auf einen dieser Flutlicht Masten zu, der mich blendet. Ich sehe den Bordstein nicht, knicke mit dem Fuss um und falle hin. Alles kein Problem, hätte ich nicht im Moment des Umknickens ein deutliches Krachen aus meinem Fussgelenk gehört. Der Schmerz der folgt, lässt nix Gutes ahnen. „Irgendwas ist da eben kaputt gegangen.“ Und der nächste Gedanke: „Das war's mit dem Rennen.“ 8 Monate Vorbereitung für nix wegen eines lausigen Bordsteins und eines Flutlicht-Masten. Die Worte, die Dir da durch den Kopf gehen, filtert jede Foren-Software raus!

Ich bin erstmal zum Auto gehumpelt. Was nun? Klar: Medical-Center. Einfahrt ins 24-Stunden Fahrerlager ohne Einfahrtsschein? Vergiss es! Aber die Menschen an der Fahrerlager Einfahrt haben das Problem verstanden. Fahren ging. Halbwegs. Laufen konnte ich nicht mehr. Sie haben mich auch ohne Einfahrtsschein durchgelassen. Ganz schnell und problemlos. Dafür nochmal einen riesen Dank! Im Medical-Center gab es eine erste Untersuchung, ein bischen Salbe, einen Verband und die Adresse des Adenauer Krankenhauses. „Das muss geröntgt werden.“ Na toll. Es ist 23:30 und eigentlich wollte ich jetzt schon im Bett liegen um noch einmal vor dem Rennen zu schlafen. Also ab nach Adenau.

Auf der Fahrt der erste Versuch: Rennmässiges bremsen? Keine Chance. Ich habe irgendwie zuwenig Kraft im Fuss und es tut weh. In Adenau angekommen erstmal röntgen und dann ein lustloser Arzt. Gebrochen ist nichts, es kann aber ein Bänderriss sein, dass wäre aber jetzt wegen der Schwellung nicht feststellbar. „Rennen fahren? Das können Sie vergessen! Geht gar nicht. Schaffen Sie nie. Maximal drei Runden, dann hören Sie wegen der Schmerzen freiwillig auf.“ Es ist schwer zu beschreiben, was einem bei solchen Worten durch den Kopf geht. Ich bekomme nochmal einen Salben-Verband, eine Luftpolster-Schiene und darf gehen.

Ich stehe um zwei Uhr Morgens in der kühlen Eifel-Nacht und mir ist blos zum heulen zumute. Die Team-Chefin und der Team-Chef haben ihre Handies ausgeschaltet. Ich könnte den beiden und meinen Fahrerkollegen eine SMS schicken. Könnte ich. Aber wozu? Damit Heute Nacht keiner schläft? Zu ändern ist jetzt ohnehin nix mehr. Wir müssen Morgen Früh schauen was nun passiert.

Gegen 7:30 habe ich den Vieren dann eine SMS geschickt und keine 5 Minuten später ist meine Team-Chefin am Telefon. Ich soll so schnell wie möglich ins Fahrerlager kommen, damit wir diskutieren wie es jetzt weiter geht. Nach der Aussage des Arztes ist mein Rennen gelaufen. Die möglichen Alternativen lauten: wir versuchen, dass der Rennleiter uns ausnahmsweise einen Ersatzfahrer nennen lässt (womit ich raus bin) oder die anderen beiden Fahrer fahren zu zweit.

Gegen 10:30 bin ich endlich im Fahrerlager. Die Fahrt dahin war ok, laufen ist eine Qual. Die Diskussionen, die dann folgen, lösen alles mögliche aus. Mein Rennen ist rum. Irgendwann sitze ich in der Ecke und heule wie ein Kind. Da stehst Du so kurz davor einen Traum wahr werden zu lassen und dann... gähnende Leere.

Aber dann folgt das, was eben ein echtes Team ausmacht. Kolja, einer der Mechaniker hat die geniale und rettende Idee. „Hier muss es doch irgendwo einen anderen Arzt geben.“ Klar. Die Werks-Truppen haben mit Sicherheit Leute dabei. Also ist Kolja los um zu schauen wen er findet und Myra ist zu VW um zu sehen, ob die jemanden haben. Aber es sollte alles in der VLN Familie gelöst werden. (Trotzdem nochmal einen riesen Dank an VW Motorsport, deren Physio-Therapeut später extra noch zu uns kam um sich meinen Fuss anzusehen!) Mathol hatte einen Physio-Therapeuten dabei und der hat sich die Beschehrung angesehen. „Kein Problem, das kriegen wir hin.“ Für die Worte hätte ich den Mann (er heisst übrigens Thomas) küssen können. Er schlägt vor den Fuss zu tapen und meint, dass das so gehen müsste. Vor jedem Stint soll ich zu ihm kommen um erneut getaped zu werden und nach jedem Stint soll ich das Tape abmachen. So machen wir das. Wir machen einen Termin aus (da er eigentlich gerade einen der Fahrer von Mathol massiert) und ich sehe zum ersten Mal an dem Tag einen Silberstreif am Horizont. Als ich wieder vor unserem LKW stehe, sehe ich eine Frau mit einem T-Shirt. Cornelia, die „Landärztin“. Ich halte sie an und erkläre ihr kurz das Problem. Es ist halt die Frage: was fange ich mir möglicherweise an Folgeschäden ein? Wie unvernünftig ist das, was ich jetzt vorhabe? Werde ich zu einer Gefahr für mich oder die anderen Teilnehmer? Sie bestätigt Thomas Einschätzung. Damit steht mein Entschluss fest. Ich fahre. Mein Handy klingelt, die Team-Chefin ist dran. Sie steht beim Rennleiter und will jetzt wissen, wie meine Entscheidung lautet. Entschuldige Iris, der Weg war umsonst, ich fahre.

Es bleibt blos eine Unsicherheit... überschätze ich möglicherweise meine Leidensfähigkeit? Es gibt nur einen Weg das noch auszuprobieren. Reiner fährt den Start und daran will ich auch nix ändern. Ich finde startfahren nervig. Nicht wegen der Zweikämpfe, die machen Spass, sondern wegen diesen nie endenden Einführungsrunden. Ich meine das nicht böse, ich freue mich wirklich über jeden Zuschauer! Aber wenn ich angeschnallt im Renner sitze will ich fahren und keine Parade-Runden drehen. Ist einfach so. Die einzigen Meter zum testen ist also der Weg in die Startaufstellung. Ich fahre das Auto raus und probiere in den Paar Kurven auf dem Weg dahin ob es mit dem Tape geht. Und es geht! Thomas hatte und hat Recht. Sein Tape war phantastisch und das bischen Rest-Schmerz hat dann später das Renn-Adrenalin erledigt. Adrenalin ist nunmal eines der wirkungsvollsten Schmerzmittel. Um es vorweg zu nehmen... ich bin 4 x 2 Stunden gefahren. Also... lieber Klinik-Arzt der Adenauer Notaufnahme... man nennt sowas wohl eine Fehleinschätzung!

Und deswegen gab es keine "Live-Berichte" mehr... ich musste mir einfach den Weg ins Pressezentrum sparen. Fahren ging, aber laufen war Keks.

Morgen Abend setze ich mich an den 2. Teil, den zum Rennen.

Bis Morgen, eine gute Nacht und einen riesen Dank an alle, die uns die Daumen gedrückt haben!

Gruss

Peter

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GuMo Peter

Beitrag von Erik Kindermann » Di 27.Mai, 2008 9:10

:wink: so ist das halt, wenn der Prophet nicht zum Berg, dann halt andersherum.

Beim Freitag Nachttraining haben wir versucht zu erkennen wann Du auf der Fee unterwegs warst. Da man es aber schlecht erkennen konnte, haben wir einfach so gegrüßt. Sollte sich also einer Deiner Kollegen gewundert haben, dass waren nur wir.

Als Claudia und ich Sonntag Morgen um 5 Uhr unseren Dienst angetreten haben, haben wir uns sehr gefreut das die Lilli noch unterwegs war.
Hier mal ein Lob an die Fahrer, die auf unsere Handzeichen reagiert haben, schön links geblieben sind und nicht voll über die glatte Spur gefahren sind, sonst hätten wir jede Menge Schrott im Kiesbett gehabt.
Auch wenn es zwischen Gelb gehalten und Gelb einfach es nur so gehagelt hat mit Gelbmeldungen, nach doppelt Gelb seit Ihr vorbildlich gewesen. (nur stehen bleiben braucht Ihr dann doch nicht)

Das mit dem Bier und der Grillwurst werden wir 2009 nachholen Peter.


Gruß
Der Highlander der MSFB

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Peter_Hoffmann
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Beitrag von Peter_Hoffmann » Do 29.Mai, 2008 0:55

Das Rennen

Wie gesagt, Reiner ist den Start gefahren, danach Thomas den zweiten Turn, ich dann den dritten. 19:00h – 21:00h war ich das erste Mal dran. Was machst Du in der Zeit? Warten. Dummes Zeug erzählen. Es war blos kaum jemand da, der einem zugehört hätte. Ein grosser Teil unserer Jungs lag hinter dem LKW in unserem Teamzelt unter dem „ungarischen“ SP5 M3 (darauf fuhr eben ein rein ungarisches Team) und war dabei den Motor umzubauen. Denen war im Zeittraining der Motor hochgegangen und die hatten sich Samstag Morgen dann doch entschlossen zu fahren. Am Mittag war ein (Serien) Spenderherz gefunden, dass aber erstmal aus dem Serienauto raus musste um in den Emme eingepflanzt zu werden. Gute vier Stunden haben die Jungs mit Hochdruck geschraubt. Es ist ja auch nicht so, als ob ein Serientriebling so einfach in einen SP passen würde... da sind ja tausend Anschlüssen geändert, sowas muss alles erst umgebaut werden. Nach ungefähr eineinhalb Stunden dann das gleiche Gewusel in der Box. Das Derscheid Auto steht und wird beschraubt. Die nagelneue Kupplung hat sich einfach aufgelöst. Rolf und seine Mannen verlieren über eine Stunde.

Bei uns läuft alles nach Plan. Reiners Zeiten sind von Anfang an gut und konstant. Nach 10 Runden ein recht ereignisloser Wechsel auf Thomas und weiter geht’s. Thomas fährt auch 10. Etwas langsamer als Reiner aber genauso konstant. Dann bin ich endlich dran. Rein ins Auto, die Jungs schnallen mich fest, die Chefin hält mir meinen Trinkschlauch hin, den ich in den Mund stecke, währenddessen wird getankt und ich lasse mir die Spiegel einstellen (elektrisch verstellbar wäre echt praktisch). Ich bekomme das Zeichen und fahre los. Kurz den Innenspiegel... äähhh... da wo der eigentlich sein sollte ist ein Knubel wo mal ein Spiegel war. Nochmal schauen... der Rechte ist dran, der Linke ist dran, egal... wer braucht Innenspiegel? Gurte nachziehen.

Das Ende der Boxengasse ist erreicht und ich bin im Rennen. Es folgt GP lang. Ja. Diese komische Kurzanbindung vom Castrol-S zur Conti Spange... was für ein bescheuertes Gehacke! Mit dem Ding bin ich das ganze Rennen über nicht warm geworden. Durch das Ding finde ich keine Linie egal wie ich sie anfahre. Entweder Du kommst in den Dreck oder Du überfährst diesen komischen grünen Belag, der ungefähr den Reibwert von Käsekuchen hat. Wo auch immer ich rumgefahren bin, ich hätte auch aussteigen und das Auto einfach über die Leitplanke heben können, dass wäre ganz sicher schneller gewesen! Die Ford Kurve dagegen ist witzig... hängt leicht und man kann da sicher ganz prima lustiges Leistungsübersteuern für die Fans zaubern. Wenn man denn Leistung hätte. 140PS stehen solchen Vorhaben als eine Art natürliches Stabilitätsprogramm entgegen. Die Dunlopkehre... 180° und ganz klassisch zu fahren, aussen, innen, aussen. Wie langweilig! Dann den Berg hoch (begleitet von dem dringenden Wunsch nach zwei Turboladern) und den Rest kennen wir. Achso... nicht ganz. Die NGK fahren wir in der MotoGP Variante. Echt scharf! Vierte Welle fast ausgedreht. So machen Schikanen Spass! Sollten wir in der VLN so lassen! Und dann das erste Mal raus auf die Schleife.

Was mir im Nachttraining schon aufgefallen ist und was wirklich irritiert: einige Fans haben gelbe Rundumleuchten auf irgendwelche Bauten geschraubt. Hmmmpf. Nix gut sein, Jungs! Blinkendes, gelbes Rundumlicht heisst „Achtung Gefahr“ und ist entweder an einem Staffelfahrzeug befestigt oder ersetzt einen Posten an einer Stelle wo es zu gefährlich wäre einen zu platzieren. Sinnloses, gelbes blinken ist also nicht wirklich sinnig und im Gegenteil völlig uncool. Blinkt grün, lila, pink oder sonstwas. Von mir aus auch blau. Aber doch nicht gelb in Streckennähe! Im Hatzenbach hat mich das in jeder Runde irritiert und Ausgangs Pflanzgarten genauso.

Ich überlege, wie es meinem Fuss gerade geht. Ich spüre nichts was störend wäre. Gut so! Das erste, was mir „draussen“ auffällt ist die Neigung zur Klumpenbildung. Der typische 24-Stunden-Teilnehmer sucht anscheinend die Nähe anderer und fährt gerne in kleinen Gruppen von 5-10 Autos. Keine Ahnung warum. Vielleicht fürchten sie sich alleine im Wald? Platz machen ist dadurch einfach nervig. Wenn Du einmal von der Linie runter bist, kommst Du nicht mehr drauf. Ich bemühe mich redlich keine schnelleren aufzuhalten aber einige der Herrschaften würden das Wort „Miteinander“ noch nichtmal verstehen, wenn man ihnen 'ne Zeichnung dazu machen würde! Wie gesagt... erste Runde und ich bin mittlerweile am Schwedenkreuz angekommen. Irgendwas in mir seufzt und ich beschliesse, dass das lange 9 Runden werden. (Ich habe mir heimlich von der Teamchefin eine weniger erschlichen, weil ich den Fuss nicht gleich beim ersten Turn überbelasten wollte. Aber Schhhhh... das weiss niemand!)

Was noch auffällt... Du erkennst die Gelegenheits-Nordschleifenfahrer vor allem daran, dass sie Überholvorgänge an Ecken probieren wo es einfach nicht geht weil schlicht kein Platz ist. Wer in der Fuchsröhre meint, dass ein Auto im Begrenzer in der Senke mal kurz nach Rechts von der Linie fährt oder wer versucht in der Schikane am Adenauer Forst an einem Auto vorbeizufahren der hat irgendwas nicht ganz richtig verstanden. Das rot-weisse Zeug Rechts und Links sind „Curbs“ und drüberrumpeln macht dem Auto Aua. Tja... da haben die Kollegen was gelernt.

Irgendwann gewöhnt man sich an das Gegurke in dem ganzen Verkehr. Ab meiner vierten Runde bekomme ich ein schleichendes Problem das immer heftiger wird. Ich habe immer weniger Bremswirkung. Kein Fading das fühlt sich anders an. Es ist einfach merkwürdig. Hinzu kommt ein Schlagen beim bremsen, dass immer schlimmer wird. Ich werde von Runde zu Runde langsamer. Ich habe auch von Runde zu Runde weniger Vertrauen in meine Bremse. Trotzdem, den Stint ziehe ich durch. Kein unnötiger Stop! Es muss die sechste oder siebte Runde gewesen sein, da hätte ich beinahe diese komische „ich-finde-da-keine-Linie“ Ecke Ende Start-Ziel abgeräumt. Ich bremse bei 100 und es passiert erstmal nix. Mit erhöhtem Druck blockiert erst ein Rad Vorne und dann bleiben beide hinten stehen. Lillifee beschliesst plötzlich nach Links abzubiegen aber ich halte das für keine gute Idee. Wir einigen uns auf eine Art Kompromiss. Leider bin ich jetzt komplett am Einlenkpunkt vorbei und muss sehen, wie ich wieder in den fliessenden Verkehr komme. In der nächsten Runde zeigt mir die Box „Pit-In“. Danke! Als hätten sie's geahnt. Als ich reinkomme sage ich Conny, dass die Bremsen a) schlagen und b) kaum noch bremsen. Die Jungs wechseln Vorne die Scheiben und Beläge und Reiner kann wieder raus. Als Conny mir die Beläge zeigt sieht es aus, als wären die eigentlichen Beläge von den Trägerplatten geschmolzen. Keiner hat so Recht eine Erklärung dafür. Vielleicht war ich in den ersten 3-4 Runden wegen des Fusses zu zaghaft und habe dabei die Bremse vertoastet. Das wäre zumindest eine plausible Möglichkeit.

Jetzt habe ich erstmal Durst. Ich hatte zwar einen wundervollen Camelbak mit 1,5 Litern feinsten, gekühlten Wassers am Sitz hängen... ich hatte ja am Anfang auch den Schlauch dazu im Mund... aber nachdem ich ihn ausgespuckt hatte, war er weg. Der Schlauch. Das Wasser ist jedenfalls nach zwei Stunden im Auto immernoch kühl. Immerhin ein Trost: hätte ich trinken können, es wäre kühl gewesen. Nachdem der Durst gestillt ist, versuche ich das Tape abzupopeln... ohne Erfolg. Hartnäckiges Zeug! Ich ziehe meinen zweiten Fahreranzug an und lege mich ein wenig zum dösen hin. Der Termin mit dem Physiotherapeuten ist gemacht und der Turn von 1:00h bis 3:00h kann kommen.

Ich werde wach als ich im Unterbewusstsein Reiners Stimme höre. Das Auto ist ok, er fährt jetzt ins Hotel, Thomas ist auf der Strecke. Es ist kurz vor 12:00h und ich versuche erstmal wach zu werden.

Ich quäle etwas essbares in mich rein (nein, das ist keine Kritik an der Küche... essen um 12:00h Nachts entspricht einfach nicht wirklich meinem Bio-Rhythmus) und humpele zu Thomas um mich neu tapen zu lassen. Eine halbe Stunde vor Beginn meines Turns sitze ich in der Box und frage mich, was ich hier eigentlich mache. Ich könnte jetzt zuhause in meinem Bettchen liegen. Schön kuschelig. Selig schnarchen. Stattdessen sitze ich hier in der Box und lasse mir die Ohren volldröhnen. Wir sind wohl gerade Vierte.

Thomas kommt rein, wir wechseln und ich klemme mir als erstes den Schlauch unter den Gurt. Nicht nochmal einen Trocken-Turn! Der Innenspiegel ist immernoch weg. Gut so! Denn jetzt werde ich jede zusätzliche Reflektion verfluchen. Reifenwechsel, tanken und ab. Lillifee ist inzwischen eine Mobilsauna geworden. Alles an dem Auto fühlt sich an als wenn es glüht. Selbst das Lenkrad ist warm. Kein Wunder, seit zehn Stunden grapschen ohne Pause verschwitzte Hände an ihm rum. Wir haben keine Armaturenbrett-Beleuchtung mehr. Wenn es mehr nicht ist, damit kann ich leben. Im schlimmsten Fall komme ich rein, wenn die Sprit-Lampe leuchtet. Bei der ersten Vorbeifahrt an der Box suche ich unsere Tafel. Die Tafel hab' ich... aber lesen kann ich nix. Egal.

Jetzt ist überrundet werden eine Qual! Die meisten grossen Autos machen die Fern- und Zusatzscheinwerfer nicht mehr aus. Du wirst stellenweise derartig geblendet, dass die Augen schmerzen. Ganz übel ist der Lambo! Ich sehe ihn kurz vor der hohen Acht angestürmt kommen und Eingangs Hohe Acht muss ich fast anhalten, weil ich nichts mehr sehen kann. Seine Lampen sind so grell, dass mein Auto einen riesigen Schatten wirft. Es kommt mir vor, als wäre mein eigenes Licht gerade ausgefallen. Wirklich grausam! Ganz ehrlich... man kann alles übertreiben, soviel Licht braucht kein Mensch. Falls doch, solltet ihr eher über Hunde und Armbinden mit gelben Punkten statt über Scheinwerfer nachdenken! Dagegen ist selbst der Manthey Porsche harmlos und dessen Belechtung würde schon ausreichen um die Notbeleuchtung des Frankfurter Flughafens zu ersetzen. Ich meine mich zu erinnern, dass im Reglement etwas von sechs Scheinwerfern stand. Entweder irre ich mich oder die Hälfte der Teams, die die Top 40 Autos stellen kann nicht zählen. Ich finde es unnütz und gefährlich. Auf der einen Seite rumheulen, dass wir Zwerge die grossen Autos ausbremsen aber dann mit diesem Unfug dafür sorgen, dass genau das passiert. Wozu? Damit Ihr hinterher noch lauter jammern könnt? Das Wort „Mit-einander“ beinhaltet etwas von „gemeinsam“. Soll heissen „beide Seiten tragen etwas bei“. Wozu eine Flutlicht Beleuchtung mit einem Kilometer Reichweite? Wenn wir die Döttinger Höhe und die Start-/Ziel mal aussen vor lassen, wo braucht ihr die Leucht-Reichweite denn? Zum ersten Mal seitdem ich auf der Nordschleife fahre, habe ich einen echten Hass auf die meisten Kollegen die gerade in den grossen Autos unterwegs sind! Und ich schwöre mir etwas... sollte ich '09 das 24-Stunden-Rennen fahren, dann wird das Heck des Autos mit reflektierender Leuchtfolie beklebt. Dann blenden die Lichtkünstler sich gleich selbst mit. Wer schonmal mit Bi-Xenon ein grosses, blaues Autobahnschild angestrahlt hat, der kennt den Effekt. Eine ganz rühmliche Ausnahme bei den schnellen Autos fällt mir gleich zweimal in dem Turn auf: Der Wochenspiegel Porsche. Das Auto blendet ab, wenn es von hinten kommt und wenn Du Platz machst, kommt die Hand zum Dank aus dem Fenster. Dafür ein grosses Dankeschön! Dafür mache ich Euch gerne Platz! Viele der kleinen und mittelgrossen Autos agieren genauso. Von den Mathol Hondas z.B. bedankt sich jeder, wenn Du ihm Platz machst, der oder die grünen Civics genauso. Bei den Jungs aus der eigenen Klasse ist es eh so. Na ja... bei fast allen. Und die meisten von denen, die Civics, wie die eigenen Autos finden tatsächlich den Hebel der das Fernlicht abblendet, wenn sie hinter einem sind. Kann es vielleicht sein, dass der Hebel in den SP7/SP8 aus Gewichtsgründen garnicht verbaut ist? Ja... ich weiss... der Punkt war jetzt klar und deutlich kommuniziert, aber genau so wie ich mich jetzt in Rage geschrieben habe, sass ich auch vor Wut kochend im Auto! Zurück zu dem Turn...

...Tropfen auf der Scheibe. Mist, da verliert einer Wasser. Blos... vor mir ist keiner. AAARRRGGGHHH! Es fängt an zu tröpfeln. Das brauch ich jetzt wie ein Loch im Kopf! Ich bin müde, die Augen tun weh und jetzt auch noch das. Die Welt ist so ungerecht! Zwei Runden lang ist nichts ausser einzelnen Tropfen, dann wird es immer stärker. Vom Gefühl her müsste ich jetzt in meiner fünften oder sechsten Runde sein. Zu früh für einen Stop. Auf der Döttinger Höhe ist es nass. Die GP genauso. Dieses grüne Zeug in meiner Hass-Ecke Ende Start-/Ziel? Wie Schmierseife. Eingangs Hatzenbach geht ein Porsche an mir vorbei und er rutscht fröhlich untersteuernd auf den Aussencurb zu. Nicht nur er... ich gleich mit. Ein Geeiere sondergleichen. Plötzlich habe ich Leistungs-Übersteuern. Eigentlich witzig aber jetzt gerade hab' ich gar keinen Spass dran. Das sind die Verhältnisse wo ich dann immer froh bin das es doch nur 140 PS sind. Jetzt möchte ich um kein Geld der Welt 400 oder mehr PS an den Antriebsrädern haben! So richtig nass ist es aber noch nicht. Wieder GP und es fängt an zu schütten... so kommt es mir jedenfalls vor. Ich überlege ob ich über die GP Strecke reinfahre und Regenreifen hole. Nein, ich mache es nicht. Es nutzt ja nix, wenn es nur hier regnet. Ich muss einmal rum, damit ich sehen kann, wie es auf der Nordschleife mittlerweile aussieht. Ja, es schüttet überall. An einigen Ecken steht das Wasser. Man könnte noch mit Slicks weiterfahren, man kann dabei aber auch heftig das Auto verbiegen. Wir haben vorher besprochen, dass wir keine Risiken eingehen. Daher komme ich eine Runde zu früh in die Box und sage Reiner und dem Team, dass sie Regenreifen montieren sollen. Damit ist mein Nachtturn eins früher rum. Ich könnte nicht behaupten, dass ich traurig darüber bin! Ich gehe ins Zelt, rolle die Luftmatratze und den Schlafsack aus und schlafe erstmal 2 Stündchen.

Als ich aufwache ist es wieder hell. Es regnet aber noch. Ich gehe eine Katzenwäsche machen und frühstücke. Cornflakes und eine Banane. Es ist kurz nach 6:00h. Gegen 7:00h übernehme ich wieder. Nach der Nacht habe ich ein etwas mulmiges Gefühl. Wann fangen die Attacken an? Aber ein Blick auf den Monitor in der Box zeigt, dass die Gefahr gering sein dürfte. Vorne sind die Plätze eigentlich bezogen. Wir sind fünfte aber die Derscheid-Truppe kommt mit riesen Schritten. Gegen Rolf und seine Mannen haben wir nicht den Hauch einer Chance. Ansonsten ist unsere komplette Klasse noch im Rennen. Nicht ein einziger Ausfall. Wer also bei den 24-Stunden immer schonmal ins Ziel kommen wollte: V2, da wird Ihnen geholfen! Irgendwann signalisiert die Chefin, dass es Zeit wird. Ich setze den Gehörschutz ein und ziehe mir den klammen, müffelnden Helm über. Stehe da und sehe die feuerfeste Maske in meiner Hand. Äh ja. Die ersten Ausfall-Erscheinungen. Helm wieder ab, Maske an, Helm wieder auf. Trinkbeutel kontrolliert, Handschuhe an und wie auf Kommando erscheint Reiner. Diesmal mit Innenspiegel. Heisa. Keine Ahnung, wo der herkommt aber schön, dass er da ist. „Einmal die kleine Inspektion und volltanken, bitte!“ Ich bin wieder unterwegs.

In der zweiten und vierten Runde erstmal gleich zwei riesen Unfälle mit viel Gelb. Aber ansonsten... entspanntes fahren. Viel Platz und alle sind plötzlich herrlich locker drauf. Der Manthey Porsche blinkt zwar immernoch ganz hektisch wenn er kommt, aber in dem Moment wo er neben Dir ist merkst Du, dass die kein Risiko mehr eingehen. In den Kurven lassen die sich Luft und dem Rest des Feldes damit auch. Schön. Warum kann das nicht immer so sein? Es ist übrigens wieder ein Sahara-Turn. Gleich nach dem Einsteigen den Schlauch noch ein Stück gezogen um ihn unter den Gurt zu stecken. „Fump“. Hinten an dem Schlauch ist eine Schnellkupplung. Da, wo er an dem Sack hängt. Die ist beim ziehen aufgegangen. Ist aber nicht wirklich schlimm. Ich weiss ja jetzt, dass Durst nur ein Gefühl ist und ich auch ganz gut zwei Stunden ohne etwas zu trinken auskomme. Meine Zeiten werden schneller. Die einzige Besonderheit in dem Turn war ein „Duell“ mit einem Audi A3. Wenn ich mich recht entsinne begann es im Schwalbenschwanz. So genau weiss ich es nicht mehr. Ich weiss, ich bin irgendwo aussen an ihm vorbei und das hat wohl seinen Ehrgeiz geweckt. Jedes Mal, wenn es geradeaus ging, hat er mich wieder überholt und in der nächsten Ecke bin ich wieder vorbei. Alles schön und witzig aber in der Dunlop Kehre wurde es langsam nervig. In der Michelin Kurve habe ich mich verbremst und im Bit Bogen wollte er schon wieder. „Vergiss es, jetzt ist Schluss mit Lustig. Du stehst mir nicht im Hatzenbach im Weg rum!“ plötzlich hatte ich einen 318 mit Überbreite. Und ab dem schnellen Rechtsknick im Hatzenbach war er tatsächlich weg. Endgültig. Ich habe nix gegen Rennen, auch nicht gegen Rennen mit Gegnern die garnicht in meiner Klasse fahren. Aber wenn das Rennen daraus besteht, dass ich auf der Bremse und in den Kurven das Auto quäle und der andere auf der Geraden vorbeifährt um vor der nächsten Ecke min. 50 Meter zu früh zu bremsen, dann macht mir das nicht wirklich Spass. Vor allem dann nicht, wenn bei so 'nem Mist immer das Risiko besteht, dass man sich touchiert und 6 Stunden vor Schluss die Kiste raushaut. Ansonsten? Sabine (Hogreve) hatte Dienst. Eingangs Start-/Ziel. Beidhändige Kusshände, das nenne ich mal motivationsfördernd! Und noch dazu ein riesen BMW Plakat. Ok, ich heisse nicht „Hugo“ aber die Kusshände haben das lässig wettgemacht! Nach 10 Runden die wirklich gut zu fahren waren, stehe ich wieder in der Box. Na ja... auf dem Weg dahin habe ich noch etwas gewonnen. 30 kostenlose Sekunden für's randalieren in der Boxengasse. 80Km/h waren es, als ich es gesehen habe, war es wohl auch schon bei der Rennleitung registriert. Ooops. 'tschuljung!

Jetzt esse ich erstmal etwas warmes und trinke. Nochmal eine Stunde dösen und wieder in die Box. Es scheint nochmal eng zu werden. Die Jungs hinter uns drängeln. Daher drehen wir die Reihenfolge. Eigentlich wollte und sollte ich den Schlussturn fahren aber der Teamchef schickt mich mit dem Auftrag raus den Platz zu halten. Reiner hat seine vorgeschriebene Ruhezeit noch nicht rum, daher soll ich Thomas ablösen. Nix war es mit Schlussturn. Schade! Aber wir sind hier um Rennen zu fahren und wir verlieren keine Position in den letzten 3 Stunden! Also auf zum Hallali!

Mein letzter Turn war Klasse. Ich habe nur noch dann Platz gemacht wenn ein Auto deutlich schneller war. Das merkst Du sofort an den Zeiten. 2. Runde, Ende Start-/Ziel werde ich übermütig und lege einen wilden Stunt auf's Parkett. Heck Links, Heck Rechts... auerhauerha... da ist diese Leitplanken-Zunge... irgendwie dran vorbei. Nee... 75m reichen zum bremsen nicht ganz. Danach bin ich zwar zügig gefahren, habe mir aber noch einen Tick Luft gelassen. Gegen Ende des Turns sieht man immer mehr zusammengenagelte Autos. Panzerband scheint das Ersatzteil der letzten Stunde zu werden. Dann kommt das „Pit-In“ und mein 24-Stunden-Rennen ist vorbei. Natürlich ist es noch nicht vorbei, aber fahren werde ich nicht mehr. Reiner geht für vier Runden raus.

Am Ende war es der 6. in der Klasse und Rang 94 im Gesamt. Für das erste Mal absolut zufrieden, alle selbst gesteckten Ziele erfüllt. Meine schnellste war 6 Sekunden langsamer als Reiners, auch ok. Ansonsten waren die Zeiten konstant und renntaktisch habe ich uns in meinem Nachtturn einen überflüssigen Stop erspart. Die 30 Sekunden Zeitstrafe waren ärgerlich und hätten nicht sein müssen!

Richtig Klasse war die Dusche vom Team, nachdem wir im Ziel waren. Bier statt Sekt, aber davon min. 'ne Kiste. Liebe Kommisare der VLN: Nein, ich bin nicht hackebreit, wenn ich in meinem Fahreranzug zum nächsten Rennen antrete... es ist einfach so, dass zwei Wäschen den Geruch bisher nicht besiegt haben. Macht aber nichts! Ich habe mich riesig darüber gefreut wie die jungs sich mit mir gefreut haben. Samstag Morgen dachte ich noch ich würde wegen der Verletzung nicht fahren können und war am Boden zerstört. Sonntag Nachmittag war ich stolz auf meine erste Zielankunft beim 24-Stunden-Rennen. That's racing!

Es war ein Erlebnis und ein Rennen, das ich sicher nie vergessen werde! Ein riesiger Dank geht ans Team, die uns ein perfektes Auto gegeben haben das 24 Stunden lang gelaufen ist wie das sprichwörtliche Schweizer Uhrwerk. Es hat Spass gemacht dieses Rennen mit und für Euch zu beenden und ich bin stolz darauf ein Teil dieses Teams zu sein! Ich danke Euch allen!

Peter

PS: Bilder kommen noch!

Uli Paffenholz
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Beitrag von Uli Paffenholz » Do 29.Mai, 2008 9:20

Moin Peter, Danke für die beiden schönen und emotionalen Berichte. Und Gratulation an das ganze Team, es war von allen eine klasse Leistung!! Ich weis aus eigener Erfahrung, was es für das Teaam bedeutet, die 24-H erfolgreich zu beenden und welche TEAMleistung dazu nötig ist. Und Dir persönlich erstmal gute Besserung mit dem Fuß. Ihr habt jetzt genug Zeit, Lillifee zu verwöhnen und wieder auf Top-Model zu polieren. Bis zum nächsten VLN Lauf ist noch genügend Zeit, um über GROß gegen klein zu diskutieren. Aber es geht halt für alle nur miteinander und vor allem die Großen sind ohne die Masse der Kleinen nichts!

Was bekommt man im Auto so von der, vor allem Abendstimmung, der Fans an der Strecke mit? (ohne gelbe Blinkleuchten): Lagerfeuer, Musik, Grillgerüche etc?

Viele Grüße

Uli Paffenholz

Claudia Kindermann
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Beitrag von Claudia Kindermann » Do 29.Mai, 2008 9:59

Hallo Peter,

erstmal Dir und dem gesammten Team Glückwunsch zum tollen Ergebniss.

Dir mal wieder ein herzliches Danke für den tollen Bericht, der mal wieder wunderbar auch die Dinge aufzeigt die wir am Rande der Strecke nichtmals erahnen können.

Deinem Fuß gute Besserung damit du beim nächsten VLN wieder ordendlich Gas geben kannst :wink:

Gruß Claudia

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