WGB Racing Team - 24H Rennen 2008

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Daniel Sorg
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WGB Racing Team - 24H Rennen 2008

Beitrag von Daniel Sorg » Do 05.Jun, 2008 13:16

WGB Racing Team
Rennbericht Int. ADAC 24 Stunden Rennen Nürburgring Nordschleife
22.-25.5.2008

Teil 1:

Die Vorbereitung auf das diesjährige 24 Stunden Rennen begann direkt nach dem letzten Lauf zur BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft am 10.5., bei dem wir bei unserer ersten Zielankunft 2008 einen guter 5. Platz in der Klasse errungen hatten.
In nur 9 Tagen wurde der Fiesta komplett erneuert. Das ganze Team packte kräftig an, der bereits im Winter bestellte 2. Motor stand parat, das Getriebe wurde komplett revidiert, das Fahrwerk bei Eibach überholt, eine neue Kupplung verbaut und beide Achsen mit neuen Lagern und Gelenken bestückt.
Außerdem konnte endlich der Gebläsekasten entfernt werden, denn mit der beheizbaren Frontscheibe ist der überflüssig geworden.
So wurden wir auch pünktlich zur Abreise am Dienstagabend fertig.
Nach nur 3 Stunden Schlaf auf Mittwoch ging es um 4 Uhr ans Aufladen des Fiestas und ab zum Nürburgring. Da großer Andrang am Welcome-Center erwartet wurde, machten Benni, Meike und ich uns extra früh auf den Weg. Völlig übertrieben wie sich hinterher herausstellte, hätte man auch erst um 8h statt bereits eine Stunde zuvor ankommen brauchen.
Egal, der frühe Vogel fängt den Wurm sagte wir uns und gingen frisch ans Einräumen der Box, die netterweise durch die Lexus LF-A Truppe und Ring-Racing komplett mit Boden ausgelegt war, was das Arbeiten sehr angenehm machen sollte.
Gegen Mittag war dann auch das Zelt aufgebaut, eine 2. Fuhre Material ins Fahrerlager geschafft und ein Plätzchen für den Transporter gefunden, sodaß man sich mit einer ordentlichen Currywurst und Pommes stärken konnten. Ja, was sollten wir machen, wenn meine Frau und Küchenfee noch nicht eingetroffen war und Ihre Catering Maschinerie noch nicht angeworfen hatte!?
Nun war die Laufkarte abzuarbeiten... Papierabnahme, Tankkaution hinterlegen, Teamkarten kaufen, Fahrzeug nach Vorgaben mit Startnummer etc. zu bekleben, Fahrerwiegen...
Das Wiegen der Fahrer wurde zur 1. Anekdote, die hinterher im Team die Runde machte und für viel Gelächter sorgte. Der Mann an der Waage hatte einen solchen Spaß, das Gewicht eines unserer Fahrer, wer es war ist mir gerade entfallen, seinem TK-Kollegen gegenüber lautstark mitzuteilen, dass der Fahrer leise fragte, ob es der Tageshöchstwert wäre und er deshalb die halbe Welt teilhaben lassen müsse. Was wiederum den Waagenmeister auflachen ließ :“Nee, der Willi Obermann sei schon da gewesen!“. Nur zur Info, Willi wiegt ca. 3 Zentner.
Mit den ganzen Programmpunkten und der technischen Abnahme war man bis Donnerstag Nachmittag beschäftigt, da man vormittags Shashi und Felix beim Einsatz ihres Escorts beim RCN geholfen hatte, was durchaus amüsant und entspannend war, da bis auf Tanken keine Arbeiten anstanden.
Nachdem die beiden weiteren Fahrer Manni Heuer und Udo Schütt eingetroffen waren, wurde beim leckeren Abendessen der Freitag geplant, die Reihenfolge im Training festgelegt und Axel Demski konnte seine Mechanikertruppe einteilen.

Ins Training ging Benjamin recht zügig, damit wir so viele wie mögliche Pflichtrunden bereits am Morgen erledigen könnten.
Doch daraus wurde rein gar nichts, die neue Kupplung machte einen Strich durch die Rechnung, ab 6.000 Umdrehungen rutschte diese komplett durch. Dachte man zuerst noch, die neue Kupplung müsste sich einschleifen, stellte sich später bei der Demontage heraus, dass die Kupplung vom Hersteller mit um ca. 1mm zu dicken Belägen ausgerüstet worden war. Etwas geknickt musste dies auch der Techniker des Herstellers, der herbeigerufen wurde, zur Kenntnis nehmen. Nachdem die beim letzten 4 Std. Rennen verwendete Kupplung erneut montiert worden war, fieberten wir dem nunmehr entscheidenden Zeittraining am Abend entgegen. Rum zu stehen, nix zu tun zu haben und zu wissen, jetzt darf heute Abend aber wirklich gar nix dazwischenkommen, hat mich ordentlich nervös gemacht...

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Daniel Sorg
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Beitrag von Daniel Sorg » Do 12.Jun, 2008 17:33

Kurz nach halb acht am Freitagabend ging es nach der langen Wartezeit ins entscheidende 2. Zeittraining.
Der 1. Turn war Benjamin vorbehalten, mit etwas weicheren Hankook-Slicks bestückt sollte er für einen guten Startplatz sorgen. Gesagt getan, Benni benötigte lediglich seine 2 Pflichtrunden um eine 10:49min abzuliefern, was mit nur 16 Sekunden Rückstand Rang 6 in der mit 15 Fahrzeugen stark besetzten Klasse und Platz 170 im Gesamtklassement der 223 Renntourenwagen bedeutete.
Die 3 weiteren Fahrer begnügten sich danach lediglich mit dem Abspulen der Pflichtrunden.
Kurze Aufregung herrschte, als erneut der Zeitnahme-Transponder am Auto nicht zu funktionieren schien und Bennis 2 Runden als eine gewertet wurden. Dieses Problem konnte dank der Start-Ziel-Kamera im Zeitnahmebüro geklärt werden.

Nach einem ordentlichen gemeinschaftlichen Abendessen, nahm sich die Mechanikercrew um Axel Demski den Renn-Fiesta erneut zur Brust.
Dabei wurde einmal mehr der Wagen auf Herz und Nieren geprüft, das Fahrwerk vermessen, jede Schraube kontrolliert, neue Bremsen und Antriebswellen montiert.
Auch Karl und Frank vom Motorenbauer ließen sich nochmal blicken um alle Daten und Werte zu checken und die Renneinspritzung einmal mehr günstiger einzustellen.

So ging es um 15 Uhr mit Startfahrer Udo Schütt ins Rennen „zweimal rund um die Uhr durch die grüne Hölle“. Der ehemalige Suzuki Rallye Pokal Sieger spulte einen problemlosen Turn über 8 Runden ab, ehe Manni Heuer, der mit uns bereits unser 1. 24 Std. Rennen 2002 bestritten hatte, den Fiesta übernahm.
Weitere 1,5 Stunden später übernahm Benni das Steuer um es nach einem weiteren problemlosen Turn mit guten Zeiten an mich zu übergeben. Auch ich fand schnell meinen Rhythmus und einen direkten Gegner dem ich folgen konnte, ehe sich das Bremspedal immer weiter durchtreten liess und manchmal kaum Druck aufbaute. Hin und her gerissen zwischen das geht schon irgendwie weiter und dass mußt Du nachsehen lassen, entschied ich nach 3 Runden reinzukommen. Zur gleichen Zeit hatten unsere Jungs auch schon die routinemäßig gewechselten Fronträder untersucht und eine Flüssigkeit im rechten Rad feststellen müssen. Dass es sich um Bremsflüssigkeit handelte war spätestens beim fälligen Boxenstopp klar. Die Undichtigkeit am Bremssattel war nach nur 20 Minuten behoben und so konnte es weitergehen.

In der gewohnten Reihenfolge wechselten sich die Fahrer ab und spulten so einen reibungslosen Turn nach dem anderen ab, ehe Manni Heuer in der Nacht mit Vibrationen hereinkam. Ausgerechnet eine neue Antriebswelle von Ford Motorsport sollte ihren Dienst quitiert haben. Dies sollte nicht die einzige defekte Antriebswelle bleiben, natürlich ging 1,5 Stunden später auch die 2. neue Antriebswelle kaputt als Udo Schütt am Steuer saß und so musste man auf die gebrauchten Antriebswellen aus dem Training zurückgreifen.
Diese sollten, wen wundert es, noch weitere 16 Stunden ohne Probleme halten.
Eine erneute Undichtigkeit am rechten Bremssattel wurde durch Austausch durch einen Neuen behoben und von nun an wurde der Fiesta nur noch zum Tanken, Fahrer- und Reifenwechsel an der Box gesehen und eine ordentliche Aufholjagd nach einem Pokalrang konnte beginnen, denn mittlerweile war wir aus den Top10 der Klasse herausgefallen und nicht mehr unter den ersten 160 Teilnehmern.

Gegen 3 Uhr in der Nacht wurden wir noch einmal auf die Probe gestellt, als kräftige Regengüsse herunterkamen und für schwierige Bedingungen sorgten.
Natürlich saß ich bei einsetzendem Regen im Auto. Um nicht noch weitere Zeit an der Box zu verbringen, habe ich richtig Tempo rausgenommen und auf Regenreifen gewechselt.
Wahrscheinlich war ich so schnell wie meine Oma bei der Einkaufstour unterwegs, aber egal, das Auto blieb heil und allzuviel Zeit haben wir auch nicht verloren.

Kurz vor Rennende hatten wir uns wieder auf Platz 6 vorgearbeitet, jedoch der mit 3 Runden Vorsprung auf Rang 5 liegende Mitsubishi war nicht mehr einzuholen und somit begnügten wir uns mit der Erkenntnis, dass der Fiesta hervoragend gelaufen war und auch zum Schluß noch gute Rundenzeiten ermöglichte.
Bei Zieldurchfahrt feierten wir so zufrieden den 6. Platz, der nach den Problemen zu Saisonbeginn ein tolles Ergebnis darstellte, aber es sollte alles doch noch anders kommen....

... 3 Stunden später, Zelt, Equipment und Rennwagen waren verstaut, das Team schon abgereist oder schon zum Fahrerlager hinaus, als ich mit Frau, Tochter und Hund ebenfalls auf dem Weg zum Ausgang war und den Anruf von Udo Schütt entgegennahm. Udo war bereits zuhause in Monschau, hatte den Internetausdruck in der Hand und rief durchs Telefon:“ Wir sind 5. !!!“
Da blieb mirl nichts anderes übrig, als mit Leni auf dem Arm aufs Boxendach ins Zelt des ADAC zu eilen.
Pünktlich zum Beginn der Siegerehrung, die mit der Klasse SP2 begann, war ich dort und konnte mit Leni die Pokale in Empfang nehmen.

In der wirklich letzten Runde war der australische Mitsubishi ausgefallen, was im Trubel an der Boxenmauer keinem mehr aufgefallen war.

Fazit von Benni und mir:
Das Pech was wir mit den defekten Neuteilen nach dem 1. Drittel hatten, hatten andere am Ende, somit haben wir diesen Pokal verdient eingefahren und wollen uns bei unserem tollen Team und den Sponsoren herzlich bedanken!

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