[VLN] Jürgen Dinstühler

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Jörg Ufer
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[VLN] Jürgen Dinstühler

Beitrag von Jörg Ufer » Mo 03.Aug, 2009 17:15

Verdammt kurze sechs Stunden!

Hallo, ich bin Jürgen Dinstühler und werde Euch zusammen mit meinem Teamkollegen Emin Akata in nächster Zeit ein bisschen auf dem Laufenden halten, was die VLN-Langstreckenmeisterschaft auf der Nordschleife angeht. Als aktive Teilnehmer der diesjährigen Meisterschaft sollte uns das nicht allzu schwer fallen.

Bevor ich jedoch gleich mit meinem Bericht vom Sechs-Stunden-Rennen beginne, ein paar Worte zu meiner motorsportlichen Vergangenheit: Kennen gelernt habe ich die "Grüne Hölle" vor ungefähr 25 Jahren. Damals war ich noch so verrückt, auf zwei Rädern im Renntempo die Nordschleife zu "erfahren". Ende der 80ziger war dann erst mal Schluss mit Racing, aber da war ich wohl schon mit dem Grüne-Hölle-Virus infiziert und wie ihr sicher alle wisst, gibt es da nur eine Therapie : wiederkommen und Runden drehen!!

Und so kam es, wie es kommen musste. Über das Projekt "Mitglieder werden Rennfahrer" des BMW M Driver Clubs (www.m-club.de) bekam ich 2007 die Möglichkeit, in einem seriennahen BMW 130i an einigen Läufen zur VLN-Meisterschaft teilzunehmen. In wechselnden Fahrerbesetzungen haben wir dann die ersten Rennerfahrungen gesammelt und die ersten Kotflügel verbeult.

Erfreulicherweise war die Ideallinie, die ich vor 25 Jahren gefunden hatte, noch da und so wurden auch die Rundenzeiten von Mal zu Mal besser. Beim letzten Lauf des Jahres 2007 war dann der erste Besuch der Siegerehrung fällig und mit so einem Pokal in der Hand geht das Grinsen ganz schlecht aus dem Gesicht!!

2008 folgten dann weitere Einsätze auf dem 130i und in der zweiten Saisonhälfte der Umstieg auf einen BMW 120d, der dann aber nicht mehr seriennah war, sondern ein "richtiger" Rennwagen mit extra breitem Radstand, Rennbremse, Abtrieb und, und, und. Wenn dann ab und zu im Rennverlauf ein Porsche eine blaue Flagge sieht, weil er einen 2 Liter-Diesel im Rückspiegel hat, der vorbei will, dann geht das gleich mit dem Grinsen wieder los.

VLN Lauf 6
In diesem Jahr haben Emin und ich uns dann entschlossen, erstmals eine komplette Saison zu bestreiten und wie auch in den beiden Jahren zuvor hat uns eines der Top-Team der VLN - Schubert Motorsport (www.schubert-motorsport.de) ein "Hammer"- Auto hingestellt - diesmal einen BMW 320d E90 WTCC. Also im Prinzip das gleich Auto, das auch Augusto Farfus und Jörg Müller in der WTCC fahren, eben nur mit einem 2 Liter-Dieselmotor. Bisherige Bilanz: drei Klassensiege, ein zweiter Platz ein Ausfall und das letzte Wochenende.

Ja, ja, "das letzte Wochenende", der sechste Lauf, das 6h-Rennen, der Saisonhöhepunkt... Es beginnt eigentlich schon donnerstags, denn da gibt es schon die vorläufige Starterliste auf www.vln.de und man schaut sich schon mal die Konkurrenz an - diesmal erfreulicherweise 9 Starter in der 2 Liter-Diesel-Klasse, was bei gutem Abschneiden auch viele Punkte für die Meisterschaft bedeutet.

Freitag dann die Anreise - für mich mit unter zwei Stunden Fahrzeit eher ein Heimspiel. Von 16h bis 18h dann die "Einstellfahrten" - quasi ein freies Training, bei dem man sich nochmal an Auto gewöhnen kann und das "Popo-Meter" justiert wird. Hat auch diesmal einwandfrei hingehauen - Strecke war trocken, jeder ist zwei bis drei Runden gefahren - Auto OK - alle zufrieden.

Dann DER Samstag - früh aufstehen - 7:45h Fahrerbesprechung und von 8:30h bis 10h Training. Diesmal durfte ich als Erster raus und wie ihr gleich lesen werden, auch als Letzter... Ich bin sofort um 8:30h mit der ganzen Meute losgefahren. Jede Menge Autos, die alle irgendwie gleichzeitig auf die Ideallinie wollen und so kam ich nach 9:40min wieder über Start/Ziel in meine zweite und letzte Trainingsrunde. Diese endete jedoch vorzeitig in der Aremberg-Kurve. Hier kommt man nach dem Schwedenkreuz im 6. Gang mit richtig Speed an, muss dann runterbremsen in den 4.Gang, um sich dann in die Fuchsröhre zu stürzen.

Der Technik-Teufel schlug unbarmherzig zu, das ABS fiel beim Anbremsen urplötzlich aus, die Räder blockierten, dann ging mir die Strecke aus, ich durchquerte das Kiesbett ohne wirklich Geschwindigkeit abzubauen und schlug erst vorne links, dann hinten links in der Leitplanke ein. Die Jungs von der Streckensicherung haben mich dann die ganze Fuchsröhre runter geschleppt und mich kurz nach der Senke links in einer sicheren Leitplankentasche geparkt. Das war schon ein komisches Gefühl, wenn du mit 5 km/h am Abschleppseil hängst und neben dir die anderen Racer mit weit über 200 km/h die Fuchsröhre runterfliegen...

Da saß ich dann bis zum Ende des Trainings zum Zuschauen verurteilt, bis ein freundlicher Abschlepper kam, der mich und mein lädiertes Auto wieder zu Box brachte. Die Jungs von Schubert haben sich dann gleich aufs Auto gestürzt um zu schauen was noch zu retten ist - aber leider, leider kam dann die schlechte Nachricht - "nix zu machen".

Und so endete der Saison-Höhepunkt der VLN-Saison für uns leider schon vor dem Rennen. Doch Kopf hoch, für die Meisterschaft sind zwei Streichergebnisse vorgesehen und am 29. August steht schon Lauf sieben an (über den wird euch dann Emin berichten).

Ach übrigens...
Ach übrigens, wer gerne mal vorbeischauen möchte - ihr findet uns in Box 31 - Start-Nr. 470. So, und nun noch weiterhin viel Spaß in der "Grünen Hölle" und bis zum nächsten Mal.

Eurer Jürgen

PS.: Am 29. August bitte Daumen drücken nicht vergessen!!

Quelle & Fotos: http://www.gruene-hoelle.de/index.php?id=49&sub=274

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