[RCN] Ludger Henrich

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Jörg Ufer
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[RCN] Ludger Henrich

Beitrag von Jörg Ufer » Mo 03.Aug, 2009 17:16

Pink Power Tagebuch

Gude wie

Gude ist hessisch und bedeute: Hallo, wie geht es Euch? Aber wir Hessen sind meist redefaul, deshalb kurz und knackig "Gude". Ich möchte Euch mal ein paar Eindrücke und die Leiden eines Rennfahrers vom fünften Lauf der BMW DE Challenge (ehemals CHC, jetzt RCN) näher bringen.

Einige von Euch kennen uns sogar, wir sind das Pink Power Team und ich bin der Ludger (Kiko). Nach dem gemütlichen Abend letzte Woche beim Harosa Sommerfest in Alpenrod (das haben die Salzers und die Trimborns wieder klasse gemacht, Danke), fuhren wir gut gelaunt zum 5.Lauf zu unserer zweiten Heimat, der geliebten Nordschleife.

Nachdem Pünktchen - so heißt unser Astra - beim letzten Rennen ab der Tankpause ein wenig Öldruckprobleme hatte, ist klar, Lagerschaden, Herztransplantation, wieder keine Freizeit (immer das Gleiche wenn diese blöde rote Lampe angeht), hofften wir endlich mal ein Rennen im Trockenen fahren zu können. Das sah morgens auch noch ganz gut aus, aber kurz vor der Fahrerbesprechung hat sich der Eifelwettergott anders entschieden.

Also wieder mal die Reifen mit Profil draufmachen, unsere Mechaniker bekommen bald ne Gummiallergie... Ich hab ja nix gegen Wasser, aber immer dann haste keine Jacke an, keinen Hut auf und die Suppe läuft dir den Rücken runter bis zum... Zum Glück schnell ins Auto und ab geht die Luzzi.

Setzzeitrunde, na das wäre ja auch mit Slicks gegangen, kaum noch Wasser und schon trockene Stellen auf dem Asphalt.

Setzzeitrunde, Sprintrunde, Bestätigungsrunde
Setzzeitrunde, na das wäre ja auch mit Slicks gegangen, kaum noch Wasser und schon trockene Stellen auf dem Asphalt.

1. Sprintrunde, es wird trocken, die armen Regenreifen, aber der Herr Michelin muss ja auch von was leben.

2. Sprintrunde, ohje die 3fach Rechts vor Wehrseifen geht schon a bisserl quer.

3. Sprintrunde, Reifen schonen, am Pflanzgarten lauf ich auf den Wachsmuth-Golf auf, na mal kucken was geht, Döttinger Höhe, uiiih, der Kasten geht aber, kann mich gerade so im Windschatten dranhalten.

4. Sprintrunde, Hatzenbach, Flugplatz, ja, der Udo kann auch Gas geben. Metzgesfeld Verkehr vor uns, Kallenhardzwänge ich mich innen vorbei, etwas quer die 3-fach rechts angebremst, uuppssss, kurzer Herzstecher, ich glaub der linke Hinterreifen ist hin, boah ey, atmen nicht vergessen, Breidscheider Brücke, was macht der rechte Hinterreifen? "Jaa der lebt noch?". Bis Bergwerk kann ich nen kleinen Abstand rausfahren, im Kesselchen hab ich den Golf wieder groß im Rückspiegel (kann denn Leistung Sünde sein?). Im Paarflug durchs Brünnchen, mmmh, der klebt mir am Hintern. Pflanzgarten, wieder Autos vor uns, 2. Sprungkuppe komm ich vorbei aber der linke Hinterreifen? Die Rattersteine retten mich, schnell weiteratmen, Schwalbenschwanz, schön Vorsprung gehalten, Galgenkopf, oh Mann, schon wieder rechts rum, uaahh, hab ich überhaupt noch nen Reifen hinten links? Geschafft, Döttinger Höhe, warum schwitz ich so?

Der Golf ist wieder dran, Antoniusbuche, wieder rechts rum, meine Reifen... Schikane anbremsen, sehe Udo nicht im Rückspiegel, also links bleiben, da isser ja, beinahe nebeneinander über die Ziellinie. Diese Runde war n Knaller für uns Adrenalinjunkies, genau deswegen fahr ich Autorennen, so mit einem Kollegen zu kämpfen, hart aber fair, geilooo.

Jetzt noch die Bestätigungsrunde, in der Hatzenbach fällt es mir auf, hab die Uhr wieder nur einmal gedrück, ich Depp, genau wie letztes Mal. Also wieder Zeit schätzen, an der neuen Einfahrt merke ich: viel zu spät, Pedal to the Metal und hoffen, Ziellinie, ohje, mindestens 20 Sekunden zu spät, das gibt Haue an der Box. Ich könnt mir in den Hintern beißen, die Schimpfwörter kann ich leider nicht aus dem Hessischen übersetzen...

An der Box erstmal Slicks drauf (haben die schon die Allergie?), Jürgen ins Auto und losgeschickt, noch den Kabels und dem Heinz beim Reifenwechsel geholfen und dann mal hören. Die Box hat 21 Sekunden gemessen, ich verzieh mich erstmal auf nen Glimmstengel. Auf der Tribüne denke ich "lass es doch noch mal gaaanz kurz regnen", da ist der Jürgen in seinem Element (da stellt sich mir immer wieder die Frage, wie macht der das im Regen?) Jürgen fährt 8.17, 8.17, 8.13 und es beginnt zu tröpfeln, jippieh, aber reicht das? Jetzt ne 9.17, aha, es regnet auch draussen, letzte Runde ne 8.41, schön.

21 Sekunden, wie passiert so was? Brauch ich ne neue Brille? War der Jim Beam gestern Abend schlecht? Nee, vor lauter Spaß beim Kampf mit Udo, hab ich einfach vergessen die Uhr zweimal zu drücken.

Wir warten auf die Ergebnisliste, Christoph sagt, wir sind auf 1, geht doch gar nicht, muss selbst gucken. Tatsächlich erster trotz 210 Strafsekunden. Wie das? Udo ist ausgefallen, Antriebswelle, Heinz hatte Motorprobleme, Marcus im Manta hat nen Kabelbruch, und der BMW von Uli und Markus? Der Rainman hat zugeschlagen und alleine in der Regenrunde über eine Minute gut gemacht.

Fazit
Klasse gewonnen, mein 50. RCN-Sieg, Meisterschaftsführung ausgebaut. Arno würde sagen "Schwein gehabt beim Schlachten". Ach ja, wegen der 21 Sekunden hab ich inzwischen nen Stapel Haftnotizen bekommen (steht Stoppuhr drücken drauf) und gute Tipps, wie z.B. "nimm doch deine Küchenuhr mit nachdem du beim Augenarzt warst".

Zuhause angekommen wird ich von Claudi und den Hunden begrüßt, trotz der 21 Sekunden, und ich werde auch nicht von der Weihnachtsgeschenkliste gestrichen.

Wie sagt Arno immer? "Alles wird gut".
Ich mach mich jetzt vom Acker, bis nächstes Mal.

"Wir sind Opel"
Ludger von Pink Power

Quelle & Fotos: http://www.gruene-hoelle.de/49,273,pink ... ebuch.html

Sven Krause
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Beitrag von Sven Krause » Mo 24.Aug, 2009 16:25

Danke für den Bericht,es ist schon interessant euch durch das Feld Pflügen zu sehen, speziell im Regen.
Habt Ihr eigentlich auch onboards gemacht,im Netzt ist nichts zu finden?

Jörg Ufer
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Beitrag von Jörg Ufer » Mo 21.Sep, 2009 12:51

Rennbericht RCN 6 - 5.9.09


Ludger Henrich: "Eine Hand an der Meisterschale"

Hi, ich bins wieder, der Langhaarige von Pink Power!

So langsam wird es spannend in der RCN-Meisterschaft und deswegen haben wir unser Auto zum sechsten Lauf nochmal genauer durchgecheckt als üblich. Irgendwas kam mir komisch vor beim Treten der Kupplung, war es ein Geräusch oder nicht? Lieber mal das Getriebe ausgebaut und siehe da, eine Tellerfeder war eingerissen. Mit neuer Kupplung und kleinen Veränderungen am Fahrwerk ging es dann am Freitag bei herrlichstem Wetter zum Ring. Jürgen hat unterwegs noch schnell ein paar Portraitfotos schiessen lassen, die Herren der grün-weissen Rennleitung meinten, es ging gerade noch so ohne Fahrverbot ab. Hätte er nicht gerade telefoniert, wäre er wohl wieder der "Schnellste" gewesen. Ja, so ist der Jürgen, kaum in der Eifel, gilt nur noch Vollgas.

Samstagmorgen - allerfeinstes Eifelwetter
Sollte es heute mal ohne Reifenwechsel gehen? Maik und Christoph haben die Regenpneus trotzdem fertig gemacht. Zwischendurch hat Frank Disselhoff nochmal unter die Haube geguckt und sein OK gegeben, wir können loslegen (der kümmert sich wirklich um seine Kunden).

Setzzeitrunde : tatsächlich, alles trocken
1. Sprintrunde : leider viel Verkehr, 8:28.
2. Sprint : da kommt doch so ein M3 von hinten und fährt auf der Döttinger einfach so vorbei (kann denn Hubraum Sünde sein?).

Hinterher, Zeit 8:19, jetzt gehts vorwärts. Wir hetzen über die Nordschleife, überholen uns gegenseitig, er gibt alles, denn beim Bremsen qualmt es ab und an mal aus den Radkästen, ich denk mir: ABS schont nicht nur die Nerven, sondern auch die Vorderreifen. Auf der Döttinger Höhe ist er einfach wieder vorbei (ich will mit...), Rundenzeit 8:14. Ich muss Euch sagen, so ein M3 E 30 ist ein wunderschönes Auto, und wenn er so bewegt wird, wie der von Reuter/Selbach, da hast Du Spass beim Zugucken.

Aber wir fahren hier ja auch Rennen, also Gas geben und nicht einschlafen. Irgendwo auf der Nordschleife, komme ich am BMW vorbei, im Wippermannn laufe ich auf den Escort von Jörg Weber auf, über Eschbach will ich mich außen vorbeibremsen, da passiert es: runter vom Gas und bremsen, bleibe dabei aber ganz kurz am Bremspedal hängen und es rumpelt auch schon.

Pünktchen spielt Karussell mit mir, wir drehen uns, Sch..., das war die Meisterschaft, denke ich, dann auch noch quer über den Abweiser, bitte, bitte nicht umfallen. Pünktchen hört auf mich und bleibt in Fahrtrichtung auf dem Asphalt stehen, Motor läuft, Gang rein und weiter gehts. Da fährt der M3 vorbei, tolle Wurst, Auto funktioniert, der arme Jörg kann auch weiterfahren, sorry sorry, hab ihm ganz schön den Kofferraum verbogen. Sorry Pünktchen, hab dir auch wehgetan. Zeit: 8.31 - trotz Dreher, mmmh, das wäre an die 8:10 gegangen.

Beim Tankstop kurz das Auto gecheckt, alles klaro. Nein, Maik und Christoph, keine Reifen wechseln (hoffentlich verlernen die zwei das nicht). Jürgen ins Auto, kannst ruhig Gas geben, hier wird nicht geblitzt. Er fährt 8:20, 8:21, 8:21, 8:14 und 8:15, der hat einfach nur Spass.

200. Klassensieg am Nürburgring

Es hat gereicht für unseren 200. Klassensieg am Nürburgring (200, was für eine Zahl, ist ja der Hammer), damit haben wir eine Hand an der Meisterschale und wir werden hart arbeiten, sie nicht mehr loszulassen. Uli und Markus werden 2. trotz Problemen mit dem neuen Fahrwerk, Heinz hat ein paar Teile seiner Antriebswelle am Calibra verloren, Schade.

Etwas Betrübliches hab ich noch aufgeschnappt: ein Urgestein der Nordschleife hört auf Rennen zu Fahren: Matthias Bungard. Den kenne ich schon seit mein Vater 1970 noch Rennen gefahren ist. Der hat irgendwo an der Nordschleife mal sein Auto weggeschmissen, steigt aus dem Auto, sieht ein hübsches Mädel am Zaun, zieht ein Blümchen aus dem Gras und überreicht es der Dame mit den Worten: "so pflücken wir Rennfahrer Blumen". Ein Gentleman und Sportsmann durch und durch, ich ziehe ganz tief meinen Hut vor ihm.

So, jetzt erstmal Pünktchen reparieren, und drückt uns bitte mal einen Daumen für die letzten beiden Rennen, Danke.

"Auch wir sind Opel"
Ludger von Pink Power

Quelle:

http://www.gruene-hoelle.de/49,345,ludg ... chale.html

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