Cockpitgeständinsse 2010

Aus dem Cockpit an die Tastatur.
Johannes Paczynski
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Früher war es auch nicht schlechter!!

Beitrag von Johannes Paczynski » Do 15.Jul, 2010 13:05

[quote="Dieter Gartmann"]Hallo Dirk,
vorweg erst mal meinen Glückwunsch für eure tolle Leistung.
Köstlich auch Deine Cockpittgeständnisse.
Ich habe beim Lesen wirklich Gänsehaut bekommen und
kann fast jede Situation gut nachempfinden.
A propos Traum: auch ich hatte diesen Traum vom 24h Rennen und noch heute 29 Jahre (in Worten neunundzwanzig!!)später kommt mir dieses „Grinsen“ ins Gesicht, wenn meine Gedanken in die Eifel schwirren.!!

Ich hoffe für Dich, dass Du im nächsten Jahr den Sprung
auf dieses verdammt hohe „Stockerl“ schaffst . Ich freue mich schon jetzt auf die dann kommenden „Cokpittgeständnisse“
Und nun noch eine Frage: wieso braucht Ihr für diese Kleinigkeit eigentlich vier Piloten?
Wir haben diesen Maraton 1981 zu zweit – oder sagen wir
mal mit zweieinviertel Fahrern bewältigt.
Ach ja, wir haben nicht ganz so viele km auf die Uhr bekommen, aber immerhin auch 3431 !
Und Du kannst mir glauben, dass dieses „Urviech“ von einem Capri manchmal 8 Hände brauchte, um auf der Piste
zu bleiben.
Da gab es kein Bremsservo, Lenkservo, sequentielle Schaltung und diesen ganzen Tinnef. Auch Physiotherapheuten habe ich keine gesehen. Von Boxenludern ganz zu schweigen. In der
damaligen „Luxusbox“, Du kennst sie ja noch, stand
eine Flasche Jod. Sie diente dazu, nach einem Doppelstint
die aufgeplatzten Blasen zu desinfizieren.
Mann, was waren wir für Kerle !!
Wenn Du in der Anbremszone vor Aremberg auf das Pedal
stiegst, fühlte es sich etwa so an als wenn Du mit dem Bremsfuß den ganzen Vorderwagen wegtreten mußtes, um entsprechende Bremswirkung zu erzielen,!
Und 24 Stunden waren damals, glaube ich mindestens so
endlos wie heute.
Nun ist`s aber genug der Hudelei.
Ich freue mich, Dich irgendwann am Ring zu treffen und
bleib was Du für mich immer warst – ein echter Racer mit
Westerwälder/Eifelblut!
Dein Fan Dieter Gartmann


Schön mal wieder etwas von Dieter Gartmann zu lesen und zu hören.
:P :P
Die wenigsten der heutigen Fahrer, wissen wer dieser glorreiche CAPRI- DOMPTEUR der siebziger und achtziger Jahre ist
Und welche Husarenritte die Jungs damals abgeliefert haben.
Dank meiner etwas früheren Geburt, habe ich dieses mit erleben dürfen .

Auch wenn es hier in erster Linie mal um unseren lieben DIRK geht, lese ich zwischen den Zeilen eine Menge leise Kritik.

Wohin ist der Motorsport, speziell hier die VLN , in den letzten zehn Jahren abgedriftet.

Speziell in den TOP-bzw. Gesamtsieg fähigen Klassen.

Es werden Dank der Hilfe von immer mehr technischen Hilfen Rundenzeiten erreicht, die wenn auch von superschnellen Profis gefahren LIEB, ALZEN, ADORF, BASSENG; MAMEROW, STIPPLER; STUCK usw. ( die, die ich nicht erwähnt habe, mögen mir verzeihen ) mittlerweile mehr als fragwürdig sind.

Um diese Zeiten zu erreichen geht und muß notgedrungen eine gewisse Rücksicht auf die anderen, langsameren Teilnehmer verloren gehen und für diese wird es immer schwieriger die enormen Geschwindigkeits Unterschiede im Rücksiegel zu erkennen.
Da helfen auch die gelben Scheinwerfer nur ein wenig !

Ein EDGAR DÖREN sagte einmal zu mir, zu glorreichen TUFFI- Zeiten :

Ich weiß nicht, ob wir hier immer und immer noch schneller werden müssen!
Und unser Edgar war bestimmt kein Nasenbohrer.

Elektronisch, Computer geregelte in vielen Stufen einstellbare Traktionskontrolle, ABS, Zwischengassysteme, Paddle-Shift am Lenkrad, regelbare ESP- PSM Stabilitätsprogramme trennen heute nicht mehr die Spreu vom Weizen sondern erlauben es gut betuchten Herren- bzw. Hobbyfahrern sich ein modernes GT 3 Fahrzeug zu kaufen und mit diesen in Geschwindigkeitsregionen vorzudringen die einige dann im Ernstfall sprich erreichen und überschreiten des Grenzbereiches und hier fängt die ganz hohe Schule des Motorsports an, nicht mehr beherrschen .

Früher gab es diese Hilfen auch, wohl wurden diese dann organisch geregelt sprich : Gehirn an rechten schweren Gasfuß oder Lenkarme und Hände oder Popometer zwecks Übermittlung der anstehenden Querbeschleunigung usw.

Hier trennte sich dann wirklich der Könner vom weniger guten Rennfahrer und nicht das gefahrene Fahrzeug regelte die Reihenfolge.

Und Motorsport speziell auf der Nordschleife, hat auch vor dreißig Jahren Riesenspaß gemacht, fragt mal den Dieter Gartmann!!

Ich denke es ist an der Zeit ein wenig zu handeln und wenigstens wieder kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen, der momentane Weg führt in eine Sachgasse.

Schlagzeilen in der Boulevard-Presse braucht bestimmt keiner.

Sollte es jedoch in diesem Maße weitergehen, spez. bei den Riesenschritten die die Chiptechnologie erlaubt, sitzen wir vielleicht in wenigen Jahren an großen Monitoren in der Box steuern über Joy-Stick :twisted:
die Raketen können problemlos mit 280 kmh über die Kuppe im Schwedenkreuz in einen Platzregen fliegen, man kann sich ja nicht mehr wehtun. Hoffentlich ist dann wohl nicht gerade da, ein armes Schwein unterwegs, mit einem altertümlichen richtigen Rennwagen :cry: , und wird in Mitleidenschaft gezogen.

So , nun allen viel Spaß und nicht zu heißes Wetter am nächsten Wochenende.

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