Kerpen Kartbahn will ihre Anteile an RWE verkaufen? Verstehe ich nicht.

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Mike Frison
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Kerpen Kartbahn will ihre Anteile an RWE verkaufen? Verstehe ich nicht.

Beitrag von Mike Frison » Di 09.Jan, 2018 19:33

Aus dem Artikel im Express Köln werde ich nicht ganz schlau: anscheinend will der Club seinen 1/3 Anteil an RWE verkaufen, was man den Mitgliedern am 1.Februar zur Entscheidung vorlegen will. Weil es keinen Ausweichstandort gibt.
Also wenn ich Mitglied in dem Club wäre, würde ich darauf bestehen, dass entweder die historische Bahn erhalten bleibt, oder dem Club eine neue Bahn gebaut wird. Und sollte das nicht klappen, dann kann RWE ja mal probieren die Bahn wegzubaggern. Bis 2020 ist noch genug Zeit und sollte sich bis dahin keine Lösung finden, kann man immer noch die Gerichte bemühen.
Was ich mich frage: Wieso ist Ralf Schumacher bzw. der Club auf einmal so friedlich? Und was ist mit dem 2/3 Anteil von Michael Schumacher? Wo bleibt der Protest? Die Kampagne? Der Aufruf zur Spendensammlung für die Gerichtsprozesse? Die negative Feststellungsklage?
Da hat Ralf Schumacher schon einen Kumpel beim Express - der macht eine dicke Schlagzeile - wofür? Für Schulterzucken?
Außerdem wäre es für die Schumachers ein Kinderspiel einen weltweiten Protest anzufachen. So, wie ihn RWE noch nie erlebt habt - Shitstorm Deluxe. Der Albtraum für jeden Großkonzern. Und was passiert? Nichts.
Elektrokarts stehen in den Startlöchern, lässt sich da nichts machen? Elektro … RWE … da muss doch was gehen?!
Das hätte ich nicht gedacht, dass der Club so schnell, kampflos und unterwürfig den Baggern klein beigibt. Wie argumentieren die Verantwortlichen gegenüber dem Nachwuchs? Kann man halt nichts machen? Tolle Vorbilder.
Doch, kann man nämlich. Wenn man will.
Hat man alles versucht? Nein, hat man nicht.

Schätzungen für das 20-ha-Grundstück mit der 1107 Meter langen Rennstrecke, dem Firmengebäude von Karthändler Noack und der Gaststätte belaufen sich auf acht bis zwölf Millionen Euro.

Was passiert denn mit dem Geld? Ein Drittel sind immerhin 2,5 bis 4 Millionen Euro. Nicht gerade wenig, soll das unter dem Mitgliedern aufgeteilt werden? Weht daher der Wind?
Immerhin kann sich Ralf Schumacher’s Sohn David damit trösten, dass er aktuell in die Formel 4 aufsteigt. Die zeitlichen Zusammenhänge sind natürlich reiner Zufall.
Erftlandring | Garzweiler | Kartbahn | Kerpen | Schumacher | Noack |


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Thomas Morper
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Re: Kerpen Kartbahn will ihre Anteile an RWE verkaufen? Verstehe ich nicht.

Beitrag von Thomas Morper » Mi 10.Jan, 2018 19:43

Das Problem scheint ja nicht zu sein, dass RWE nicht für Ersatz sorgen will. Das Problem ist, dass es keinen Alternativstandort gibt an dem es nicht Bürgerproteste gegen die Ansiedlung der Kartbahn gibt.
Alles rund um Rennsportmodelle im Maßstab 1/43 -> http://www.1zu43.net

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Mike Frison
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Re: Kerpen Kartbahn will ihre Anteile an RWE verkaufen? Verstehe ich nicht.

Beitrag von Mike Frison » Mi 10.Jan, 2018 21:28

Für mich entstand der Eindruck, dass der Club sich reinhängen muss, um Ersatz zu finden. Ich würde da viel mehr RWE in die Pflicht nehmen und wenn sie keine Lust haben, dann Druck machen über Öffentlichkeit. Ich meine wir reden hier ja wohl von nichts geringerem als dem berühmtesten Kartclub der Welt. Auch wenn Kerpen lieber Kolpingstadt sein möchte.

Übrigens will jetzt der Bund für Naturschutz unterstützen. Was viel Sinn macht, denn da gibt es Wald zu erhalten: http://radioerft.de/erft/re/1478180/new ... rft-kreis/

Überhaupt: Braunkohle. Sowas Antiquiertes. Kann man doch nicht tatenlos zusehen.

Für meinen Geschmack kommt RWE viel zu gut dabei weg.

Hier ist der Wikipedia Eintrag von Garzweiler: https://de.wikipedia.org/wiki/Tagebau_Garzweiler

Kein Wort über Erftlandring oder Kartbahn. Das kommt mir alles etwas un-dynamisch vor - ging es dem Club vielleicht zu lange zu gut? Immerhin 550 Mitglieder, da muss doch was auf die Beine zu stellen sein.

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Re: Kerpen Kartbahn will ihre Anteile an RWE verkaufen? Verstehe ich nicht.

Beitrag von Thomas Morper » Fr 12.Jan, 2018 21:30

Überhaupt: Braunkohle. Sowas Antiquiertes. Kann man doch nicht tatenlos zusehen.
Jaaa, antiquiert und nicht gut für die Umwelt. Aber solange wir nicht genug Ökostrom haben besser als AKW und Steinkohle. Die Landschaft wird einmal komplett umgewälzt und alles darauf kaputt gemacht, klar. Aber danach ist es vorbei, es gibt keinen Millionen Jahre strahlenden Atommüll und keine Bergschächte die bis in alle Ewigkeit abgepumpt werden müssen.
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Mike Frison
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Re: Kerpen Kartbahn will ihre Anteile an RWE verkaufen? Verstehe ich nicht.

Beitrag von Mike Frison » Fr 12.Jan, 2018 22:30

Deutschland ist seit 2003 (!) Strom-Exporteur:
https://de.statista.com/statistik/daten ... seit-1990/

Die 51 Terawattstunden sind immerhin 10% des gesamten deutschen Strombedarfs (gut 500 Terawattstunden):
https://de.statista.com/statistik/daten ... seit-1999/

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Philipp Buehler
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Re: Kerpen Kartbahn will ihre Anteile an RWE verkaufen? Verstehe ich nicht.

Beitrag von Philipp Buehler » Sa 13.Jan, 2018 15:02

Hier mal die Pressemitteilung seitens des Clubs:
https://www.motorsport-xl.de/news/2018/ ... 29853.html

Man scheint sich ja zumindest teilweise noch Zeit verhandelt zu haben, sollte $Merkel noch umfallen (wobei bei Braunkohle sowas wie Fukushima unwahrscheinlich ist), koennte man vor Ablauf in 2020 noch von dem ganzen Thema zurueck treten.

Auch sonst interessant, man hat die Bahn gebaut, obwohl war klar, dass irgendwann die Bagger kommen werden/koennten. Prinzip Hoffnung?

Ein Kommentar von Ralle oder Seb waere aber schon irgendwo angebracht.

Thomas Morper
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Re: Kerpen Kartbahn will ihre Anteile an RWE verkaufen? Verstehe ich nicht.

Beitrag von Thomas Morper » So 14.Jan, 2018 22:02

Mike Frison hat geschrieben:
Fr 12.Jan, 2018 22:30
Deutschland ist seit 2003 (!) Strom-Exporteur:
https://de.statista.com/statistik/daten ... seit-1990/
Das ja, aber Ökostrom haben wir trotzdem nicht genug. Und wenn in ein paar Jahren die letzten AKWs dicht sind und die Steinkohle ausläuft wird es interessant werden.
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