24 h Rennen Rad am Ring

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André Klein
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24 h Rennen Rad am Ring

Beitrag von André Klein » So 02.Aug, 2009 11:18

Kurzer Zwischenbericht des N Teams (MediaLas 1+2 & Team Frison, Kohlhas)vom 24 h Rennen.
Team 1 1 1/2 Stunden vor Schluss auf Position 8, Team 2 auf 41, Frison etwas dahinter.

Ergebnisse unter:

http://ergebnisse.radamring.de/

Cornelia Orts
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Alle Erwartungen übertroffen

Beitrag von Cornelia Orts » Mo 03.Aug, 2009 10:23

Hallo Ihr Motorsportler,

hier sind mal Erfolgsnachrichten vom Ring auf 2 Rädern. Alle 20832 Rad am Ring Teams haben Ihre Ziele beim 24h Radrennen erreicht. Es konnte gejubelt werden.

Ein top ten Ergebnis vom ersten Team Startnummer#2320 mit Platz 8 gesamt bei den 24h 4er TEAMS Männer von 476 Teams am Start war zwar eine Zielsetzung nach Platz 16 im letzten Jahr, aber ob das tatsächlich klappen würde, war nicht klar.
Um so mehr haben wir nach 24h gejubelt.
Hier noch ein paar Daten: Schnellste Runde im Team Sascha Miebach mit 39:32 Min., Gesamtfahrtzeit 24:13:31.11 Stunden, 32 Runden, keine Runde über 50 Min.

Das zweite Team Rund um André Klein kam als 41. ins Ziel, Top 50 erreicht, auch eine klasse Leistung.
Genau so wie Team 3 mit Mike Frison und Christian Kohlhaas, die auf Platz 225 ins Ziel kamen und somit unter die ersten 50% fuhren.

Noch mal an alle 12 Fahrer, Betreuer, Familien ein riesen Danke Schön für die Leistung, Hilfe und Unterstützung. Es war ein rundherum tolles Wochenende und findet hoffentlich eine Fortsetzung im nächsten Jahr, dann zum 8. Rad am Ring.

Schönen Gruß Cornelia

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Mike Frison
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Beitrag von Mike Frison » Mo 03.Aug, 2009 20:53

Das ist eine gute Gelegenheit, daß ich mich mit einem kleinen Rennbericht zu Wort melde! Mein Letzter ist schon fast 3 Jahre alt.

Wenn man sich als Ringfan bezeichnet, darf man natürlich Nichts zum Thema auslassen. Obwohl Ringfan inzwischen überholt ist - die Hochhausschluchten, wo früher mal die Landstraße war, blenden wir lieber aus. Und einigen uns auf Nordschleifenfan.

Mit dem Fahrrad zum 24h-Rennen auf die Nordschleife, das war vor 7 Jahren die bekloppte Idee von Willi "Spüli" Schüller und Hanns-Martin Fraas. Da waren wir damals sofort dabei und eins von 34 (!!) Teams. Der erste Gesamtsieger war das Team von Radsport Breuer aus Adenau mit 32 Runden.

Seit 2003 hat sich Einiges getan, statt 34 Teams waren dieses Jahr 475 Teams am Start plus jeder Menge neuer Kategorien, vom Einzelfahrer bis zum 8er Team. Das aktuelle Gesamtsiegerteam kommt inzwischen auf 34 Runden, das übersteigt allerdings bei Weitem meine Vorstellungskraft. Am Wochenende haben wir bei einem kleinen historischen Rückblick festgestellt, daß Christoph Orts, Christian Kohlhaas und ich tatsächlich alle bisherigen 6 Veranstaltungen mitgestrampelt sind. Kaum zu glauben, aber irgendwie mutiert das "Nie Wieder!" vom Tag danach zum "Auf jeden Fall dabei!" über die Monate von August bis August.

Mein Fahrrad ist über die Jahre auch eine beständige Größe geblieben, mit Unten-Schaltung und Männer-Getriebe (16-Gang). Auch die 17% Steigung an der Hohen Acht ist gleich geblieben, obwohl sie einem jedes Jahr steiler vorkommt. Auch von einer Runde auf die andere scheint jemand den Berg senkrechter zu stellen.

Der Start war klassisch um 13:20 Uhr - klassisch, weil der Start jedes Jahr auf eine anderen Uhrzeit gelegt wird. Irgendwie hab ich mir die Startfahrerrolle aufdrücken lassen, mit dem billigen Argument, ich sei der A-Fahrer. Dumm gelaufen, weil 1. ist die erste Runde länger (inklusive Kurzanbindung GP-Strecke) und 2. bei unserem Tempo die Chance ziemlich groß, daß der Startfahrer noch die 25.Runde - also seine persönliche 7.Runde - fahren muß. Und genau so war's!

Trotzdem war diese letzte Runde mein Highlight, denn unser schnellstes N-Team war gemeinsam in die letzte Runde gegangen (also nochmal zur Erklärung: 1 Fahrer war regulär in seiner gewerteten Runde und die anderen sind freiwillig mitgefahren. Auch das sprengt komplett die Grenzen meiner Vorstellungskraft!) und sind ausgerechnet an der Auffahrt Hohe Acht auf mich aufgelaufen. Nur mit dem Unterschied, daß meine Kette rechts noch verzweifelt einen kleineren Gang suchte und die anderen Wahnsinnigen sogar noch ein paar Ritzel Reserve hatten. Trotzdem kamen wir gemeinsam oben an und jetzt ging es im N-Zug und ernstem Renntempo über Wippermann, Brünnchen und Pflanzgarten. Nachdem die Anderen auch an den Steigungen auf das Frison-Anhängsel gewartet haben, gab es den geilsten Döttinger Höhe Windschatten, den ich je erlebt habe. Im einheitlichen N-Dress und mit gefühlten 270 Topspeed flogen wir an den anderen vorbei, als ob sie stehen. Unvergeßlich - Vielen Dank dafür!!!

Der Zieleinlauf in Mannschaftsform war dann das Tüpfelchen auf dem N. Für Team 1 bedeutete das Platz 8 (wow.) und wir lagen mit Team 3 nur schlappe 217 Plätze dahinter.

Von Jan Ullrich hab ich nichts gesehen, doch dem Tamtam um seine Person konnte man nicht entgehen. Motorsport und Fahrrad zusammen, das wurde ganz groß vermarktet. Dabei ist das doch völlig normal, wenn man dem Ringvirus verfallen ist. So z.B. der VLN-Meister von 2001: Klaus-Peter Thaler. Der auch im Radsport eine irre Bilanz hat. Am Ring hat er es sich nehmen lassen, sein 40 Jahre altes Opel-Fahrrad an den Start zu rollen. Mit 3 Gang Schaltung und Holzfelgen. "Wenn ich damit die Hohe Acht hochkomme, wird's eine schnelle Runde. Sonst muß ich halt schieben", waren seine Worte. Er mußte nicht schieben und war nach 48 Minuten wieder zurück. Diejenigen, die er überholt hat an der Hohen Acht, werden ihr Leben lang mit diesem traumatischen Ereignis zu kämpfen haben. "Opel fahren ist wie wennze fliechs!".
Ebenfalls zur Visite kam ein überaus vitaler Wilhelm Hahne, der die Ereignisse rund um das Erlebnisgrab eindeutig und nicht zitierfähig kommentierte. Aber auch für ihn war die Welt für einen kurzen Moment wieder in Ordnung beim Anblick des tollen gelben Opel Fahrrades: "Mit sowas bin ich früher auch noch gefahren!". Ein Rennrad mit Rücktrittbremse? Das ist zuviel für mich, aber die Historiker kramten direkt in den Erinnerungen.

Auch wenn man sich anstrengt, das Erlebnisgrab verfolgt einen trotzdem. Die rumliegende Rhein-Zeitung titelte am Wochenende "Nürburgring droht 43-Millionen-Minus" und gegenüber auf der neuen Haupttribüne ist immer noch Baustelle. Leider werden die allwissenden Politiker nie verstehen, was eine wirkliche Attraktion ist. Ohne dem Steuerzahler tief in die Tasche zu greifen. Zum Beispiel eine 48 Minuten Runde auf der Nordschleife mit einem 40-Jahre alten 3 Gang Fahrrad.

Fazit: Nie wieder!! ... oder vielleicht doch?

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Dirk Baur
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Beitrag von Dirk Baur » Di 04.Aug, 2009 10:13

Meinen herzlichsten Glückwunsch und absolute Hochachtung an alle Teams.

Was mich unendlich freut ist natürlich der sensationelle Erfolg des MediaLas / N-Teams, welches den unglaublich guten Platz 8 im Gesamtklassement erreicht hat. Unglaublich deshalb, weil sich hier 4 Hobbyfahrer gegen zahlreiche Profis und Semiprofis durchgesetzt haben. Hier zeigt sich, dass der Wille das wichtigste Mittel zum Sieg darstellt. Der Wille zu kämpfen, zu trainieren, und der Wille zu siegen.

Ich ziehe meine Hut vor euch - Ihr seid die wahren Helden!!

Boh, hab grad ne Gänsehaut... :D :D
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Rene Graff
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Beitrag von Rene Graff » Di 04.Aug, 2009 22:47

Ein sehr schöner Bericht Mike! Darf ich Dich dennoch kurz berichtigen? Denn Rad am Ring war die Idee von Manfred Donike (dem Bruder des heutigen Rennleiters), der leider nicht mehr miterleben durfte wie seine Idee Wirklichkeit wurde, da er plötzlich und unerwartet verstarb. Ohne die Arbeit von Willi und Hanns-Martin, die den Mut hatten die Idee im Andenken an Manfred Donike weiterzuspinnen und zu einer tatsächlichen Veranstaltung zu formen, wäre es dann aber auf der anderen Seite wohl nie zu Rad am Ring 2003 gekommen.

Für mich war es auch die siebte Veranstaltung - allerdings nicht als Teilnehmer sondern als Helfer in Orga-Diensten. Und da hat man hin und wieder auch die Gelegenheit ein Auge auf die Teilnehmer zu werfen - und am Ende den Kopf zu schütteln, wie man sich so etwas auf dem Rad antun kan. Jeder, der sich an das Wagnis 24h-Rad-am-Ring herantraut hat meinen tiefsten Respekt! Da setze ich mich lieber dem knapp 72stündigen Stress bei der Arbeit rund um die Veranstaltung aus. Und nach der Veranstaltung beginnen die Parallelen zwischen Teilnehmern und Helfern: Die "Das-tue-ich-mir-nicht-mehr-an"-Haltung weicht sehr schnell der Vorfreude auf das kommende Jahr. :smt023

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Christoph Orts
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Beitrag von Christoph Orts » Di 04.Aug, 2009 23:43

Hallo zusammen,

ja Mike, es war uns eine Ehre, Dir den Geleitschutz von der Hohen Acht ins Ziel zu geben. Es ist jedes Jahr ein Vergnügen dort mitzufahren, auch wenn man gerade nachts Selbstzweifel bekommt, warum man sich das ganze antut. Man könnte ja schließlich zuschauen, ein Bierchen trinken oder "nur" die RTF fahren. Aber der Ring ist halt ne Sucht, für den einen so für den anderen so.

Mein Highlight dieses Jahr war auch die letzte Runde. Ich kam aus meiner 8. Runde über Start und Ziel und musste mich beeilen, damit wir noch eine Runde fahren können (ab 12:45 Uhr war Zieleinlauf, ich kam ca. 1 min vorher über die Ziellinie). Ich habe alles gegeben und war ziemlich k.o. als ich den Transponder an meinen Kollegen Markus übergeben habe, der mit Sascha zusammen die letzte Runde fahren wollte. Dann musste ich mich schnell entscheiden, ob ich noch mitfahre oder nicht. Da ich eigentlich gar nicht nein sagen konnte, bin ich mitgefahren. Gemütlich ging es dann auch durchs Fahrerlager bis zur Nordschleife. Ab dort ist an langsam fahren nicht mehr zu denken, das Hirn setzt aus und dann heißt es: Los geht die Fahrt. Zu dritt im N-Trikot über die Nordschleife. Ich habe leider noch kein Foto gesehen, aber ich glaube, es sah ziemlich genial aus. Die Quiddelbacher Höhe bremst natürlich ein wenig, aber nur für einen kurzen Augenblick. Danach übern Flugplatz und vorbei am Schwedenkreuz (ohne zu lupfen), mit Vollgas durch Aremberg in die Fuchröhre rein. Mit ca. 95 km/h durch die Kompression hoch zum Adenauer Forst. Kurz durchatmen und dann in die nächste Abfahrt zum Wehrseifen, die Linkskurve kurz anbremsen (im Trockenen, der einzige Bremspunkt auf der NS) und weiter Richtung Breitscheid. Hier heißt es nocheinmal viel Schwung mitnehmen, denn die Ex-Mühle ist verdammt steil. Bis zum Bergwerk kann man nochmal kurz durchschnaufen, danach kommen ca. vier KM quälende Steigung, gekrönt von der Col de la Hohen Acht. Mental ist die Runde hier eigentlich zu ende. Wer möchte kann hier noch was Nahrung zu sich nehmen. Wir haben natürlich keine Zeit dafür. Kurz Luft geholt und dann geht es im Formationsflug zu viert ins Ziel, wo unser vierter Mann Carsten gewartet hat. Zu fünft sind wir dann über die Ziellinie gefahren. Vielleicht können wir später noch ein Foto verlinken.

An dieser Stelle möchte ich den Veranstalltern noch ein grosses Kompliment aussprechen. Es war alles sehr gut organisiert. Die beste Neuerung war die Zustellung der Durchfahrtsscheine per Post.

Eine Korrektur muss ich dann allerdings auch noch machen. Wie auch immer sind wir auf den siebten Platz gelandet.

Hoffentlich bis zum 8. Anlauf 2010.
Bis dahin schöne Grüße
Christoph

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Stefan Jäger
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Beitrag von Stefan Jäger » Sa 08.Aug, 2009 15:10

Mike Frison hat geschrieben:

Am Ring hat er es sich nehmen lassen, sein 40 Jahre altes Opel-Fahrrad an den Start zu rollen. Mit 3 Gang Schaltung und Holzfelgen.
Auch meinen Glückwunsch an alle die die 24h auf dem Rad erfolgreich absolviert haben! Eine Wahnsinns Leistung!

Bist Du sicher, Mike, dass Opel 1969 noch Fahrräder mit Holzfelgen gebaut hat? :roll:
Ich denke das Teil war dann wohl eher Baujahr 1940.

Um so größer ist die Leistung die Hohe Acht ohne schieben zu müssen zu bezwingen! :wink:

Viele Grüße!
Stefan

Uli Paffenholz
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Beitrag von Uli Paffenholz » Di 18.Aug, 2009 15:18

Wow und herzlichen Glückwunsch! Aus dem Urlaub zurück und dann solch guten Nachrichten im Forum tun gut. Mike hat das Talent als Ghostwriter bei Peter Hoffmann unter zu kommen....
Ich bekomme schon keine Luft mehr, wenn ich mir nur eine Runde mit dem Rad auf der NS vorstelle.

Mit Radsportlichen Grüßen

Uli P.

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