RIP Nordschleife?

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Thomas Morper
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Beitrag von Thomas Morper » Mi 08.Apr, 2015 19:42

Jürgen Alzen hat in seinen Statements ja in einigen grundlegenden Dingen 100% Recht. Man macht zu viel für die Werke. Aber zu sagen Verletzte und auch ab und an Tote gehört zum Motorsport, das ist einfach total daneben.
Alles rund um Rennsportmodelle im Maßstab 1/43 -> http://www.1zu43.net

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Mario Rösler
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Beitrag von Mario Rösler » Do 09.Apr, 2015 0:09

Mal schauen ob es im Gästebuch freigegeben wird. Das ist meine Überzeugung zu diesem Thema.
Lieber Jürgen,
deine Kritik an den Maßnahmen verstehe ich sehr gut. Motorsport ist gefährlich und dennoch gilt, das Risiko muss stets minimiert werden. Geht man in der Geschichte des Motorsports zurück, findet man auf Schadensereignisse immer eine Anpassung. Man kommt zu dem Schluss, dass einige Teilnehmer, das physikalische Limit der Strecke überschritten haben. Nicht die Fahrzeuge waren zuerst da, sondern eben die Strecke und an DIESE gilt es sich anzupassen. Der Verlust eines Rennfahrers ist schon tragisch und durch heutige Sicherheitseinrichtungen, auch fast nicht mehr hinnehmbar. Ein Personenschaden unter Zuschauern, ist jedoch eine Grenze, die nicht mehr überschritten werden darf. Ein Rennfahrer ist sich des Risikos bewusst. Von einem Zuschauer darf und kann man es nicht erwarten, dass er sich diese Frage stellt. Wie kann dann ein Familienvater seinen Nachwuchs noch mit an die Strecke nehmen, ihm noch die grandiosen Reize des Motorsports näher bringen wollen, wenn er plötzlich dieses Risiko bewusst abwägen muss?! Lediglich eine Ausnahme sehe ich noch im Rahmen des Rallysports. Dein nostalgischer Rückblick in Ehren, aber auch DU versuchst durch ständige Anpassung der Sicherheitstechnik, in deinem Fahrzeug auch das Risiko zu minimieren und hängst auch nicht einem Motorsportbild nach, wo man ohne Helm, Gurte und Käfig gefahren ist. Eine solche Verklärung der Sicherheit, passt einfach nicht mehr in die heutige Welt. Die Regeln, Zuschauer, ja die gesamte Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und der Motorsport, muss sich (wenn ich einige Maßnahmen für Populismus halte) anpassen, um überleben zu können. Dennoch hoffe ich auch bei solch unpopulären Maßnahmen, dass du diesem Sport erhalten bleibst, deine Meinung weiterhin so offen äußerst, weil es eben die Diskussion und damit die Zukunft des Sports belebt.

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Ingo Weyer
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Es geht los

Beitrag von Ingo Weyer » Do 09.Apr, 2015 11:04

:cry: Der hat die Nase wohl voll! Mit Recht!

mobile.de

[Edit N-Team: langen Link gekürzt.]

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Gerrit Bisping
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Beitrag von Gerrit Bisping » Do 09.Apr, 2015 13:04

Hmmm - es ist traurig... Ich werde NICHT die jeweils 260 Kilometer Hin- und Rückweg auf mich nehmen um dann am Ring ein kastriertes Rennen zu sehen. Werde aber im Livestream interessiert beobachten, was die dann da hinbringen. Schade um die Nordschleife, Schade um die VLN

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Mario Rösler
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Beitrag von Mario Rösler » Do 09.Apr, 2015 13:42

Och hört doch auf mit dieser Jammerei. Die VLN hat schon anderes gemeistert und auch wenn ich diese Maßnahmen nicht schön finde, geht es darum, den Sport auf der Strecke zu halten. Was für eine Wahl hat denn ein Präsident?! Der DMSB, die VLN und der Streckenbetreiber stehen nun in der Verantwortung, dem Zuschauer einen (mit ihren Möglichkeiten) sicheren Sport zu bieten und hier geht es auch um die (persönliche) juristische Haftung, besonders wenn sich ein Unfall wiederholen würde.

Ich wette, wenn einige die hier so lautstark schreien, diese Verantwortung inne hätten, sie auch mit persönlichen Konsequenzen rechnen müssten, dann dürfte man wohl nicht mehr mit einem Bobbycar über die Strecke fahren.

Jörg Rhein
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RIP Nordschleife

Beitrag von Jörg Rhein » Do 09.Apr, 2015 17:46

Hallo,



genau... man könnte an einen verspäteten Aprilscherz glauben.

Eine Rennsportveranstaltung dient dazu mit einem Rennfahrzeug eine Rennstrecke in möglichst kurzer Zeit zu umrunden, dazu passen keine Tempolimits...

Wie wäre es denn mit Tempo 30 Zonen, z.B. im Adenauer Forst ? Im Streckenabschnitt Breidscheid hätte ich gerne einen Zebrastreifen mit Schülerlotsen und Döttinger Höhe, Antoniusbuche, Tiergarten gestalten wir am Besten in eine verkehrberuhigte Zone um...

Hallo DMSB, Tempolimits auf der Nordschleife, wie wäre es denn mal mit dem Einbremsen der Fahrzeuge ? Ich bin kein Gegner der GT3, aber mit Sicherheit ist die VLN eine Serie für den Breitensport, der Enthusiasmus der Leute die wochentags den Koffer vorbereiten und am Wochenende an den Start bringen hat mich immer begeistert, nur davon ist nix mehr übrig geblieben, wobei die VLN die einzige Serie ist die mich noch begeisterte, wohlgemerkt ich schreibe in der Vergangenheit.



Ich denke wir sollten jetzt endlich ein Zeichen setzen und alle beim nächsten Lauf aussetzen, stell Dir vor es ist VLN und keiner ist da.



Das ist kein Rennen, sondern eine Farce, Rennen mit Tempolimits..


STR

Jörg

Dirk Fuhrmann
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Beitrag von Dirk Fuhrmann » Do 09.Apr, 2015 20:05

Respekt vor Jürgen Alzen. Mich wird auch keiner mehr an der Nordschleife sehen.Solange
solche "Funktionäre "das sagen haben.
:smt010

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Mario Rösler
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Beitrag von Mario Rösler » Do 09.Apr, 2015 22:08

Eine Reduzierung der Motorleistung kann man durch eine Anpassung des Airrestriktors vornehmen und auch recht gut berechnen. Wird bei der BoP auch so gehandhabt. Ich kann die Schimpferei auf den DMSB nicht mehr hören. Entweder man hätte das Startverbot für die Saison bestehen lassen müssen, bis Reglement und/oder Strecke angepasst ist, oder man muss zu solchen Maßnahmen greifen. Es geht darum, dass man den Motorsport auf der NoS erhalten will. Ich kann mir gut vorstellen, dass die FIA auch entsprechend Druck macht. Die NoS ist nicht bei jedem internationalen Motorsportfunktionär gern gesehen. Man darf seine eigene Sichtweise nicht künstlich beschränken. Wir haben nunmal einen Todesfall auf der Nordschleife, den man hätte verhindern können. Wir haben GT3-Fahrzeuge, die das Limit schlicht überschritten haben und wir haben noch die Streckensicherung. Nichts von allem lässt sich in wenigen Wochen abschließend anpassen. Was hier einige gänzlich vergessen. Wenn sich dieser Unfall auf der NoS wiederholen würde, wäre es endgültige aus für den Ring. Eine FIA-Freigabe wäre damit sicherlich ausgeschlossen. Da kann ich für eine Saison auch mal unpopuläre Maßnahmen ertragen.

Lars Kiesewetter
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Beitrag von Lars Kiesewetter » Di 14.Apr, 2015 13:21

Man muss einfach ganz klar feststellen, dass die GT3 Fahrzeuge für ein VLN Rennen einfach nicht mehr "tragbar" sind. Die Nordschleife bzw. ein VLN Rennen kann die Anzahl der schnellen Fahrzeuge nicht stemmen.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern als Opel mit dem Flügeltüren Astra zum VLN Lauf kam (war das 2004?) und ganz viele im Fahrerlager über die Fahrzeuge gestaunt haben, das war was "besonderes". Die DTM Autos kamen zum 24h Rennen bzw. zwei Läufe davor. Heute weiß man kaum wer in welchem R8 oder 991 sitzt, soviele fahren mit.

Wir alle sollten einfach mal das 24h Rennen abwarten und danach werden möglichweise andere Entscheidungen getroffen. Denn schließlich hat man genug schlechte Presse und noch mehr davon braucht man nicht.

Ganz ehrlich glaube ich nicht, dass wir im nächsten Jahr diese Klasse bei der VLN sehen werden und wenn die Veranstalter "ehrlich" sind, sehen die das genauso.

Jetzt bitte kübelweise Asche auf mein Haupt für diejenigen unter uns die das anders sehen...

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Peter Melcher
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GT3 Fahrzeuge nicht mehr für Nordschleife

Beitrag von Peter Melcher » Di 14.Apr, 2015 14:16

Hallo Lars
Du hast Recht, keine Asche auf dein Haupt. Ich kann mich noch an Zeiten des Alzen Turbinchen erinnern, viele haben damals gesagt, dass das Fahrzeug zu schnell für die Nordschleife sei. Beim VLN Lauf 11.06.2005 fuhr Uwe Alzen im Training eine 8:06,393 = 180, 839 km/h, im Rennen eine 8:10,443 = 179,346 (das war damals ein Fahrzeug, wenns hoch kam vielleicht noch der " Dicke " Manthey Porsche. Heute fahren die GT3 Fahrzeuge (das sind heute bestimmt 10 Fahrzeuge) an die 8 Min. Grenze oder auch drunter, wie am 02.08.2014 Jens Klingmann BMW Z4 GT3 7:59,045 = 183,049 km/h oder am 11.10.2014 gleich drei Fahrzeuge im Training unter die 8 Min. Grenze fuhren Maro Engel Rowe Mercedes SLS GT3 7:59,797 = 182,762 km/h, Dominik Schwager Alzen Ford GT 7:59,284 = 182,958 km/h und Frank Stippler Phoenix Audi R8 LMS ultra GT3 7:57,474 = 183,651 km/h. Das sind einfach zu schnelle Zeiten für die Nordschleife, die können heute von ca. 15 Autos gefahren werden. Das ist nicht mehr tragbar.
Also Lars macht Dir keinen Kopf ich stehe auch auf deiner Seite (bin selber von 1980 bis aktuell 2014 bei ca. 8 VLN im Jahr und bis 2008 auch bei jedem 24h Rennen vor Ort gewesen)

Christian Kautz
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Beitrag von Christian Kautz » Fr 12.Jun, 2015 22:55

Hallo.
Heute steht in der neuen Sport Auto das Audi und BMW dafür plädieren die Nordschleife mittel bis langfristig durch Bremsschikanen und ähnlichen Umbaumaßnahmen an den Unfallschwerpunkten anzupassen.

Olaf Manthey, Porsche, die Sport Auto selber und der DSK stellen sich entschieden dagegen.

Allein die Tatsache das die Werke aus Kostengründen auf diese Idee kommen ist sehr beängstigend. Dann meine ich lieber ohne GT3!!!

Klaus Küppers
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Beitrag von Klaus Küppers » Mo 15.Jun, 2015 21:54

Hallo zusammen ich muss mal was loswerden.
208032.com ist seit Jahren meine liebste Seite im Netz.Seit 1987 komme ich zur Nordschleife erst als aktiver später als Zuschauer. Die aktuelle Diskusion ob Tempolimit oder bauliche Veränderungen an der Strecke .GT3 kastrieren oder Verbieten. Glaubt mir ich kann es nicht mehr hören .Wenn ich mal wirklich sachlich und ehrlich an das Thema Nordschleife rangehe muss ich mir eingestehen. Der Ring ist tot.Es gibt zig Themen wo man als Nordschleifen Fan einen Hals bekommt. Ob dekadenter Umbau mit Eifeldorf. Verramschen des Rings.Hundertfaches Scannen deiner Eintrittskarte.Parkplatzgebühren und Hilfssherrifs die einen auf dicke Hose machen.Kilometer lange Umwege wegen verschlossener Türen und nicht zugänglicher Tribünen. Alles läuft auf Abzocke und Bervormunden aus. Und zur Krönung soll ich mir ein Rennen mit Tempolimit anschauen. Das tue ich mir nicht mehr an.Ich denke an die schönen Zeiten zurück und möchte mich nicht mehr ärgern. Alles ist vergänglich leider auch geile Zeiten an der Nordschleife. Nach Spa sind es für mich nur 3 Km mehr.Da ist auch nicht alles Gold was glänzt ,aber da Fahre ich nach einer Veranstaltung nicht mit dem gedanken nach Hause .Wär ich blos zu Hause geblieben.Ich hätte nie gedacht mal sowas zu schreiben.Mir tut es als Motorsport Fan in der Seele weh was dem Nürburgring angetan wird. Aber das ist leider die bittere Wahrheit.

Stefan Sauer
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Beitrag von Stefan Sauer » Di 16.Jun, 2015 9:23

Da sprichst Du mir aus der Seele!

Ich war immer gerne am Ring...egal ob GP-Kurs oder Nordschleife. Aber ich kann das Theater dort oben nimmer hören!!!

Wenn sich jemals überhaupt jemand von den Verantwortlichen darum bemüht hätte, mehr Zuschauer in die Eifel zu bringen, dann hätte er die angesprochenen Punkte wie z.B. die Umwege wegen verschlossenen Türen bemerken müssen. Jetzt wird wieder der ein oder andere sagen, dass einen das ja nicht gleich umbringt. Ok, da hat er recht, aber es ist nervig, wenn ich z.B. bei einem 1000km-Rennen mehrmals den Standort wechseln möchte, und dann immer den weitest möglichen Weg aufgezwungen bekomme, obwohl es durchaus einfacher geht.
Die Liste der Desaster ließe sich endlos fortführen: Ringcard usw.
Wir kennen ja alle diese ganzen Punkte. Und irgendwann summieren sich die Kleinigkeiten eben zu nem riesigen Haufen, den man nicht immer bezwingen möchte.

Ich habe schon viele tolle Rennen in der Eifel erlebt, keine Frage. Aber was ich jetzt am letzten WE in Le Mans gesehen hab, das war Rennsport der Extraklasse OHNE nerviges Tamtam drum herum. Einfach mal paar Tage nur das genießen, weshalb man eigentlich an der Strecke ist: Rennsport pur!
Das war genau das, was mir an Spa auch immer mehr gefällt: Die dortigen Veranstalter sind sich bewusst, dass der zahlende Zuschauer noch Kunde ist, und nicht nur die zu melkende Kuh!!! Klar wollen die auch mein Geld, deshalb machen die ja die Tore auf. Aber ich kriege nach dem Bezahlen nicht gleich nen A*r*s*c*h*tritt verpasst...

Und wenn wir mal ehrlich sind: Spa hat inzwischen die attraktiveren Rennen wenn an mal von der VLN absieht. Aber so lange diese tempolimitiert gefahren wird, ist es für mich eh kein Rennen sondern eine Schaufahrt, das ist fakt.

Ich würde es dem Ring wünschen, dass es dort irgendwann wieder aufwärts geht, aber wenn ich ehrlich bin, dann befürchte das Schlimmste.

Klaus Küppers
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Beitrag von Klaus Küppers » Fr 19.Jun, 2015 20:50

Hallo Stefan
Es ist gut zu Wissen das man mit seinen Eindrücken und seiner Meinung nicht allein auf der Welt ist. Es wäre wirklich wünschenswert das sich die Zukunft des Ring positiv Entwickelt und wir beide Unrecht haben. Das alles noch bescheidener wird und der Ring am A.... ist.

Grüsse aus dem Ruhrgebiet

Klaus

Ramon Schmidt
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Registriert: Sa 28.Sep, 2013 16:23

"Trend zeigt radikal nach unten"

Beitrag von Ramon Schmidt » So 12.Jul, 2015 11:56

Nach VLN Lauf 4 hat sich Wolfgang Kaufmann am 11.07.15 in der "Nassauische Neue Presse" kritisch zur aktuellen Situation auf der Nordschleife geäussert:

Langstreckenmeisterschaft VLN
Kaufmann ist stinksauer

Schnell erzählt ist der sportliche Teil des vierten Laufes zur Langstreckenmeisterschaft VLN am Nürburgring. Im Zeittraining stellte Wolfgang Kaufmann den GTW Porsche 996 GT3 R von Ralf Weiner mit einer Zeit von 8.41,747 Minuten auf die Pole-Position der Wertungsgruppe H.

Molsberg.
Im Rennen selbst lief es zunächst wie geschmiert, bis es Probleme mit den Instrumenten gab. Dabei schmerzte insbesondere, dass die Geschwindigkeit des Porsche nicht mehr korrekt angezeigt wurde. Schmerzlich deshalb, da es seit dem zweiten VLN-Lauf einige geschwindigkeitsbeschränkte Abschnitte auf der Nordschleife gibt. Genau dies wurde dem Team Weiner/Kaufmann dann auch zum Verhängnis. In einer „Code 60“-Zone, erlaubt waren also 60 km/h, wurde Kaufmann mit 72 km/h gemessen. Es folgte eine 45-Sekunden-Zeitstrafe. Nach vier Stunden Renndauer sollte am Ende ein dritter Platz in der Gruppe H für das Duo herauskommen.

„Die nach dem Unfall beim ersten Saisonlauf getroffenen Maßnahmen und die daraus resultierenden Folgen auf der Rennstrecke führen den Motorsport ad absurdum“, so Kaufmann nach dem vierten Lauf. „Die Einführung von Tempolimits auf einer Rennstrecke (!) sind nur schwer begreiflich und haben auch nicht auf jeden Teilnehmer die gleichen Auswirkungen. Für die großen Werke ist es einfach. Ihre hochmodernen GT3-Renner sind mit Elektronik vollgestopft, da wird dann einfach ein Tempobegrenzer programmiert. Aber was sollen die vielen kleinen Teams, sofern sie nicht schon aufgegeben haben, machen. In manchen Autos gibt es keine Speedlimiter, oft auch nur sehr kleine Displays. Dazu kommt, dass man schon bei unterschiedlichen Reifentypen, Slicks oder Regenreifen, andere Abrollumfänge und damit Geschwindigkeiten hat“, sagte Kaufmann.

Ein Punkt im VLN-Reglement fiel Kaufmann besonders am vergangenen Wochenende auf. „Warum muss ich mit einem H4-Porsche in der letzten Startgruppe losfahren ? Wir sind ziemlich deutlich die schnellsten Autos in dieser Gruppe und fahren Zeiten im Bereich der SP7 und SP8-Fahrzeuge, die in der ersten Startgruppe sind. Während die aber vorne zunächst relativ frei wegfahren können, müssen wir erst durch das ganze Feld durch.“

Das Fazit zur Situation auf der Strecke fällt vernichtend aus: „Ich bin schon viele Jahre als Profi im Rennsport, aber ich habe mich noch nie so gefährdet gefühlt auf der Nordschleife. Die eigentlich zur Sicherheit eingeführten Übergangsregeln machen alles nur noch schlimmer.“

Doch nicht nur auf der Strecke geschieht einiges, was Kaufmann nur schwer nachvollziehen kann. „In einer Hauruck-Aktion hat der Deutsche Motorsport-Bund (DMSB) eine spezielle Zulassung für die VLN und die 24h auf dem Nürburgring eingeführt, die sogenannte DMSB Permit Nordschleife Grade A/B, kostenpflichtig natürlich. Die Grundidee dahinter, dass neue Fahrer nicht sofort mit den schnellsten Autos fahren ist absolut richtig und in Ordnung. Aber bei den Kriterien ist man dann doch etwas über das Ziel hinaus geschossen“, so Kaufmann.

Erste Auswirkungen dieser Regelungen beobachtet Wolfgang Kaufmann bereits im VLN-Starterfeld. „Bei den Läufen drei und vier waren nur noch knapp über 130 Autos am Start, bei den 24 Stunden nur gut 150. Viele Teams und Fahrer wollen aus den vorgenannten Gründen nicht mehr mitmachen, wechseln die Rennserie oder hören sogar ganz auf. Durch neue Vorschriften wird es immer teurer, dazu kommt eine immer härter werdende Gangart auf der Nordschleife. des Nürburgrings Auch das macht es für die Teams und Fahrer immer unkalkulierbarer. Für die erhöhte Unfallgefahr, Tempolimits und ähnliches gibt keiner mehr das Budget aus und geht die Gefahren ein.“

Waren in VLN und 24-Stunden in den vergangenen Jahren noch Starterzahlen von 170 – 200 Fahrzeugen normal, so zeigt der Trend nun radikal nach unten. „Ein Problem sicher auch für die ausrichtenden Vereine“, schätzt Kaufmann. „Denn irgendwann ist auch dort die Schmerzgrenze erreicht, dass so eine Veranstaltung mangels Nennungen nicht mehr tragbar ist. Und das könnte das Ende des Motorsports auf der Nordschleife sein.“

http://www.nnp.de/regionalsport/limburg ... 81,1488641

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