Die letzten „Artefakte“

F1 auf der Nordschleife, 1000km-Rennen oder die historische Nürburgring Südschleife.
Wolfgang Tinnefeld
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Beitrag von Wolfgang Tinnefeld » Mo 27.Jul, 2009 9:34

Benno Cormann schrieb

Bergwerk innen sind die alten Wege auch noch vorhanden und auch größtenteils noch begehbar.

Den gibt es noch??Da war ich länger nicht mehr.Zuletzt sah ich oberhalb Ausfahrt Breitscheid an Ex-Mühle auf diesem Weg den Chaparral gewinnen....

Gruß
Wolfgang Tinnefeld

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Daniel Sorg
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Beitrag von Daniel Sorg » Mo 27.Jul, 2009 10:58

Auch wenn ich inhaltlich nix beitragen kann, wollt ich Euch nur mal wissen lassen, dass es ein tolles Thema ist. Sehr interessant! :smt023

Rudi Izdebski
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Beitrag von Rudi Izdebski » Mo 27.Jul, 2009 15:14

Hallo Wolfgang,
Wolfgang Tinnefeld hat geschrieben: ...

Jepp...immer über Adenau anreisend ist das mein erster Kontakt zur Strecke.
Seid über vierzig Jahren :D Und der Anblick hat sich wenig bis garnicht verändert.Hoffentlich bleibt das so.

Gruß
Wolfgang Tinnefeld
bei mir sind es jetzt 35 Jahre. :)

Mich zieht es -was Gastronomie angeht- ins "Zum wilden Schwein". Eigentlich ein Punkt, der zu der Ring-Historie zählt. Hier haben früher alle großen Fahrer übernachtet und gespeist.

Bild

@ Alexander: Wäre das nicht was für deine hochinteressante Website, eine Nordschleifen-Karte mit den letzten "Artefakten" des Rings zu erstellen? Mit aktuellen Bildern?

BTW: Die Wasserleitung am Flugplatz könnte es auch noch geben. Muß ich bei nächster Gelegenheit mal prüfen.

cu,
Rudi

Daniel Schröder
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Beitrag von Daniel Schröder » Mo 27.Jul, 2009 16:43

Sehr interessant!
Hier kommen Dinge zum Vorschein, von denen ich bisher gar nichts wußte. Wie das alte Hotel, oder wie Streckenposten damals aussahen! Anderes liegt weit vor meiner Zeit. Ist echt unterhaltsam und mal eine gelungene Abwechslung ;)

Vielen Dank

Ralf Terliesner
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Beitrag von Ralf Terliesner » Mo 27.Jul, 2009 20:23

Klaus Tweddell hat geschrieben: noch etwas: immer noch existiert die quelle mit dem kleinen rohr im klostertal, links der steilstrecke im wald. da konnte man bei sengender hitze umsonst frisches und vor alles eiskaltes wasser trinken, wenn in den buden alle getränke schon lauwarm waren, weil das trockeneis längst verdampft war.
in den 60ern war dort immer reger betrieb, heute ein geheimtipp, war vor einiger zeit noch einmal da....quellwasser sprudelt unverändert, lediglich die bäume drumrum sind gewachsen.

Die Quelle leistet mit immer noch gute Dienste !! Ich trinke das Wasser zwar nicht, aber ich fülle damit beim 24h Rennen immer meine Kühltasche. So habe ich immer schön kaltes Bier für lau, eingeschweißtes Fleisch hinterher und schon spart man sich den Kühlschrank !!

Was mir da gerade noch zu Artefakten einfällt wo hier gerade von Quellen gesprochen wird.
Beim 24h-Rennen 2005 haben der Burki und ich uns auf den Weg gemacht die Eschbachquelle zu finden. Wir fanden Sie auch. In der Zeit wo Burki die Quelle mit seiner Kamera ablichten wollte, stöberte ich etwas oberhalb der Quelle in einem Haufen herum.
Mein erster Gedanke: "Welches Schwein kippt den hier abseits von allen Wegen seinen Müll hin !!"
Dann fand ich in dem Müllhaufen ein paar Weinflaschen (Etiketten nicht mehr zu erkennen) Unmengen von Schnapsflaschen, aber die die noch aus Ton bestanden, eine Flasche Fruli-Limonade mit dem Aufdruck "Fruli-Limonade mit Zucker" (siehe Foto) Wer kennt die noch ??


Bild

und eine Dose Coca-Cola im einem sehr schlechten Zustand, aber es war noch so einiges zu erkennen. Bei der Dose handelte es sich um eine 0,35l
Dose mit dem Aufdruck "Coca Cola - köstlich und lecker" der Schriftzug befand sich in einer Raute. Meine Nachforschungen haben dann ergeben das es sich um die erste Colaserie in Dosen gehandelt haben muß die in Deutschland auf den Markt gekommen ist.
Daher muß der Müllhaufen wohl aus den 60iger Jahren stammen - also auch schon eine Art Artefakt !!!

Alexander Keller
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Beitrag von Alexander Keller » Mo 27.Jul, 2009 20:50

Ralf Terliesner hat geschrieben:
Klaus Tweddell hat geschrieben: Daher muß der Müllhaufen wohl aus den 60iger Jahren stammen - also auch schon eine Art Artefakt !!!

Gibts den Müllhaufen noch :D :D :D

Scherz beiseite, Googel sagt Fruli gibts noch. Als Geschmacksrichtung bei dieser Firma:
http://www.vc-pledl.de/p-index-2.htm

Unter Limonaden suchen...

Ralf Terliesner
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Beitrag von Ralf Terliesner » Mo 27.Jul, 2009 21:06

Der Firma hatte ich damals auch eine Mail geschickt, um in Erfahrung zu bringen aus welchem Jahr die Flasche stammen könnte. Haben aber nicht geantwortet.

Aber den Müllhaufen gibt es bestimmt noch, den dort verirren sich bestimmt nicht viele hin :wink:

Übrigens - auf den alten, teils zugewachsenen Wanderwegen im Innenbereich findet man heutzutage immer noch sehr viel Müll aus vergangenen Tagen. Z.B Bierdosen mit Schnippdeckeln. Ihr wisst doch - .wo man so schön mit herumschießen konnte. :D

Wolfgang Tinnefeld
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Beitrag von Wolfgang Tinnefeld » Mo 27.Jul, 2009 22:20

Rudi Izdebski schrieb....

@ Alexander: Wäre das nicht was für deine hochinteressante Website, eine Nordschleifen-Karte mit den letzten "Artefakten" des Rings zu erstellen? Mit aktuellen Bildern?


Die Seite ist gut gemacht und recht umfangreich.Was mir auffiel...Alexander hat für seine Zehnerkarte recht viel Geld bezahlt.Ich habe hier noch eine Karte,mit der ich eine Runde für grob gerechnet 1,50 Euro gedreht habe :D
Was mir noch auffiel,ist die Bezeichnung Betonschleife in seinem Südschleifenbereich.Damit hab ich ein Problem.Imho gab es die Betonkehre Ausgangs Nordkehre.Aber nicht im Bereich des Überganges von der Südschleife auf die Gegengerade.Lasse mich jederzeit gerne eines besseren belehren...

Gruß
Wolfgang Tinnefeld[/quote]

Rudi Izdebski
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Beitrag von Rudi Izdebski » Mo 27.Jul, 2009 22:38

Wolfgang Tinnefeld hat geschrieben: Was mir noch auffiel,ist die Bezeichnung Betonschleife in seinem Südschleifenbereich.Damit hab ich ein Problem.Imho gab es die Betonkehre Ausgangs Nordkehre.Aber nicht im Bereich des Überganges von der Südschleife auf die Gegengerade.Lasse mich jederzeit gerne eines besseren belehren...

Gruß
Wolfgang Tinnefeld
Hallo Wolfgang,

Betonschleife ist schon richtig.

BTW: In den ersten Entwürfen des Eifelrings war beabsichtigt die Betonschleife zu erhalten.

Siehe hier:

Bild

Rudi

Alexander Kraß
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Beitrag von Alexander Kraß » Mo 27.Jul, 2009 23:24

Hallo Wolfgang,
Wolfgang Tinnefeld hat geschrieben:Alexander hat für seine Zehnerkarte recht viel Geld bezahlt.Ich habe hier noch eine Karte,mit der ich eine Runde für grob gerechnet 1,50 Euro gedreht habe :D
Für meine erste Runde habe ich schon Euros bezahlt:-) Die Karte hab ich im Café zur Nordschleife gefunden.
Wolfgang Tinnefeld hat geschrieben:Was mir noch auffiel,ist die Bezeichnung Betonschleife in seinem Südschleifenbereich.Damit hab ich ein Problem.Imho gab es die Betonkehre Ausgangs Nordkehre.Aber nicht im Bereich des Überganges von der Südschleife auf die Gegengerade.Lasse mich jederzeit gerne eines besseren belehren...
"Betonschleife" bezeichnet hier die gesamte Start- und Zielschleife. Da die Start- und Zielschleife (bis zu den ersten Teilasphaltierungen) aus Betonplatten bestand, verwendet man auch den Begriff "Betonschleife" (oder Volksmund z.B. auch "Nudeltopf"), was aber nicht Nord- oder Südkehre bezeichnet.

@ Rudi: Dieser Plan ist älter als 1978, oder?
Edit: Im Dateinamen habe ich gerade "1979" gesehen. Hab hier einen Plan von 1978, der, den du zeigst, ist im Bereich Advan-Bogen bis Coca-Cola-Kurve näher an der jetzigen Strecke!

Viele Grüße, Alex

Wolfgang Tinnefeld
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Beitrag von Wolfgang Tinnefeld » Di 28.Jul, 2009 1:18

Hallo Alexander,

Alexander Kraß schrieb

"Betonschleife" bezeichnet hier die gesamte Start- und Zielschleife. Da die Start- und Zielschleife (bis zu den ersten Teilasphaltierungen) aus Betonplatten bestand, verwendet man auch den Begriff "Betonschleife" (oder Volksmund z.B. auch "Nudeltopf"), was aber nicht Nord- oder Südkehre bezeichnet.

Imho geht die Definition so:Zielgerade,Südkehre,Gegengerade und Nordkehre sind Start und Zielbereich.Die Betonkehre verbindet Nordkehre und Zielgerade.
69 war ich das erste Mal auf der Nordschleife.Wimre war da von Beton nix zu sehen.
Den lernte ich in Form der Kehre erst kennen,als der Ring umgebaut und der Touriverkehr über die Südschleife abgewickelt wurde.Und den Begriff "Nudeltopf" kenn ich in dem Zusammenhang gar nicht.Bin aber jetzt doch etwas verunsichert und muß mal mit den alten Kollegen einen Schnack machen...

Gruß
Wolfgang Tinnefeld

Alexander Kraß
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Beitrag von Alexander Kraß » Di 28.Jul, 2009 1:41

Hallo Wolfgang,

Start- und Zielgerade (mit Start- und Zielplatz), Südkehre, Gegengerade und Nordkehre sind zusammengefasst die Start- und Zielschleife, die auch Betonschleife genannt wurde. In Verbindung mit Süd- und/oder Nordschleife war diese Schleife der Start- und Zielbereich der jeweiligen Strecke.

1969 war die Start- und Zielschleife bis auf einzelne Teile auch weitestgehend asphaltiert. Beispielsweise wurde 1956 auf die Betonplatten in der Südkehre ein Belag aufgetragen, 1957 wurde einiges an der Start- und Zielschleife asphaltiert usw.

Die Nordschleife hingegen war nicht betoniert (natürlich bis auf die beiden Karusselle)!

Viele Grüße, Alex
Zuletzt geändert von Alexander Kraß am Mi 29.Jul, 2009 0:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Klaus Tweddell
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Beitrag von Klaus Tweddell » Di 28.Jul, 2009 1:58

das müll-zitat stammt übrigens nicht von mir, aber für die hobby-archäologen gibt es rund um den ring garantiert viel "historisches" material zu entdecken. gerade die müllkippen früherer zivilisationen sind ja bekanntlich die aufschlussreichsten quellen wissenschaftlicher arbeit auf diesem gebiet......die flasche ist auf jeden fall älteren datums, das design und auch den markennamen gibt es so schon lang nicht mehr.

wer in den 60ern am ring war, wird sich sicherlich auch an die eisverkäufer mit den bauchläden erinnern, die immer mit wunderbar rrrolendem "r" das "Rolli-eiscreme" anboten, kostete eine mark, war trockeneis-gekühlt, und das silberfolienpapier flog meist in die büsche. (wo es bestimmt heute ....... noch liegt)

vor etlichen jahren habe ich noch etliche karosserie-fragmente, mehrheitlich scheinwerfer- und heckleuchtenreste in den büschen am hang ausgangs des brünnchens innenseitig der strecke liegen sehen, an dieser stelle sind touristenfahrer meist in die büsche gedonnert, wenn den ärmsten in der seinerzeit extrem steilen bergaufkurve das heck wegbrach.

im kesselchen in höhe des ehemaligen spunghügels habe ich sogar einmal ein größeres stück dunkelblau lackiertes polyester gefunden mit einem grob ausgesägten rechteck, darauf eingenietet ein stück alublech in form eines lufteinlasses oder -auslasses, exakt so , wie man es in den 60ern auf motorhauben vorfand .

aus einer ganz andern epoche müssen wohl die bruchsteinmauer-reste/fundamente stammen, die , ebenfalls im klostertal, etwa 50 m vor der steilstrecken-einfahrt , den strecken-äußeren hang hoch , noch existierten, dort waren früher mehrere kleinere campingwiesen ( heut wahrscheinlich ziemlich zugewachsen). damals hieß es , es seien die ehemaligen kloster-mauern, was ich allerdings heute bezweifle, aber interessant waren diese geschichten allemal.

und wer keine angst vor brennesseln und kleider-rufpenden dornen hat, der findet noch etlich reste von ehemaligen zuschauerzäunen, entweder verrostete eisenstangen oder völlig eingewachsenen maschendraht.
im kesselchen zb. gab es ein ganze reihe von trampelpfaden, die nicht direkt an der strecke waren, sondern hangaufwärts,. die trotz umbau und fia-zaun-hysterie noch existieren.

die einstigen hecken, die den ring säumten, sind nur noch an den resten der südschleife hoch zum scharfen kopf vorzufinden, mittlerweile recht stattliche bäume.

am steilhang gegenüber an einfahrt breitscheid sind noch die alten zuschauerterrassen z.t. gut erkennbar, wenn auch weitgehend zugewachsen. von hier hatte man seinerzeit einen tollen blick fast bis wehrseifen.

ich bin fest überzeugt, dass man an all den stellen, die früher stark frequentiert waren, heute aber von der natur zurückerobert wurden, auf zeugnisse einer vergangenen ringepoche stoßen wird.

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Daniel Sorg
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Beitrag von Daniel Sorg » Di 28.Jul, 2009 7:51

Moin moin,
Ihr macht mich echt neugierig! :D
Wie wär's denn mit einer Wanderung entlang der Nordschleife zu den ganzen Artefakten? Vielleicht im Winter, wenn die Nordschleife eh geschlossen ist?

Rudi Izdebski
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Beitrag von Rudi Izdebski » Di 28.Jul, 2009 15:02

Hallo Wolfgang,
Wolfgang Tinnefeld hat geschrieben:
[...]

69 war ich das erste Mal auf der Nordschleife.Wimre war da von Beton nix zu sehen.
Den lernte ich in Form der Kehre erst kennen,als der Ring umgebaut und der Touriverkehr über die Südschleife abgewickelt wurde.Und den Begriff "Nudeltopf" kenn ich in dem Zusammenhang gar nicht.Bin aber jetzt doch etwas verunsichert und muß mal mit den alten Kollegen einen Schnack machen...

Gruß
Wolfgang Tinnefeld
schau mal hier:

http://www.i-t-d.net/Fahrer/Stefan_Bell ... to1181.php

Da spricht man auf der 2. Seite von Nürburgring-Betonschlleife. Das war das Rennen, als jemand dafür bezahlt wurde Bellof abzuschießen.

1964 war die Startgerade schon teilweise asphaltiert. Ich habe hier Bilder, auf denen die Gerade teilweise asphaltiert ist und -über einen bestimmten Bereich- noch Betonplatten liegen.

Ich schätze mal, dass 1969 bereits alles asphaltiert war.

cu,
Rudi

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